(Fast) alle Teilnehmenden des Boards Trainings Workshops versammelt.

Vom 28. Februar bis 2. März trafen sich ca. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Wikimedia-Chapters – den nationalen Wikimedia-Vertretungen – zu einem internationalen Workshop in London. Die Angereisten waren Mitglieder der jeweiligen „Boards“, also der Präsidien, Vorstände und anderen Leitungs- und Aufsichtsgremien ihrer Organisationen. Sie erhielten hier die Gelegenheit eines Trainings zu den Herausforderungen ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Steffen Prößdorf, Tim Moritz Hector und – als Mitorganisator der Veranstaltung – Markus Glaser nahmen als Mitglieder des Präsidiums von Wikimedia Deutschland teil.

Wie leitet man einen gemeinnützigen Verein? Welche Aufgaben haben wir als Aufsichts- und Kontrollgremien und welche haben wir nicht? Wie definieren wir das Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen? Wie führt man eigentlich eine gute Strategieplanung durch?

Diese und viele andere Fragen konnten auf dem zweitägigen Workshop zwar wohl kaum geklärt, aber aufgeworfen und ausführlich diskutiert werden. Ein offenes Gespräch und Vertraulichkeit der Diskussionsbeiträge waren sehr wichtig für alle Teilnehmenden und es entstand so schnell eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mit externer Hilfe von Mike Hudson, der als im Non-profit-Bereich erfahrener Unternehmensberater Wikimedia UK durch schwierige Situationen begleitet hat, näherten wir uns der Frage nach „Good Governance“ – also der Frage nach gutem Führungs- und Regierungshandeln – in Non-Profit-Organisationen (NPOs). Sehr konkret konnten wir hier Tipps bekommen, die sich in anderen gemeinnützigen Organisationen bewährt haben.

Ebenfalls Expertise lieferten Dariusz Jemilniak, der Vorsitzende des Spendenvergabekomitees (FDC) der Wikimedia Foundation, und Jessie Wild, Mitarbeiterin der Wikimedia Foundation im Evaluationsteam, die Modelle für Evaluation und strategische Planung vorstellten. Diese wurden anschließend ebenfalls im Gruppengespräch auf die Situationen in den jeweiligen Ländern bezogen.

Wir bekamen von Kira Krämer und Nicole Ebber einen ersten Einblick in die Erkenntnisse aus dem von Wikimedia Deutschland durchgeführten Chapters Dialogue – einem weltweiten Projekt zur Erforschung der Ziele, Beziehungen und Verantwortlichkeiten in den verschiedenen Organisationen der Wikimedia-Welt– und eine weitere sehr spannende Sitzung drehte sich um Erfahrungen mit „Burn-out“ und Arbeits- und Zeitmanagement von Boardmitgliedern, in der sehr ehrlich Möglichkeiten aber auch Grenzen professionellen Ehrenamts aufgezeigt werden konnten.

Mit nach Hause nehmen konnten alle ein aufgefrischtes Bewusstsein für Probleme in ihren jeweiligen Boards, neue Perspektiven, Strategien und Lösungsansätze zur Bewältigung dieser und darüber hinaus beispielhafte Modelle für Strategieplanung und Evaluation der Tätigkeiten des Vereins.

Besonders bedeutsam war dieser Workshop als eine der ersten Veranstaltungen, bei denen international „best practices“ und „lessons learned“ geteilt worden sind. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es wichtig, diesen Dialog auch zu anderen Themenfeldern, mit anderen Akteuren und im Rahmen anderer Formate aufrecht zu erhalten, sich regelmäßig über die Herausforderungen, denen sie in ihrer lokalen Arbeit begegnen, auszutauschen und diesen Workshop als Modell für internationale Zusammenarbeit zu betrachten.

Das Protokoll und weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf Meta, dem Koordinationswiki der Wikimedia-Bewegung.