Archiv für April, 2013



#OERde13 – OER-Konferenz 2013 – Call For Participation gestartet!

Die OER-Konferenz 2013 von Wikimedia Deutschland wird deutschsprachige Akteure rund um das Thema Open Educational Resources (OER), also freie Bildungsmaterialien, zusammenbringen.  Sie setzt sich zusammen aus Fachkonferenz und Barcamp und bietet den Teilnehmenden eine großartige Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und sich zu vernetzen. Partner sind die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Creative Commons Deutschland und das Collaboratory. Außerdem unterstützen viele OER-Plattformen die Konferenz. Dafür sagen wir schon jetzt: Danke!

Heute hat der Call for Participation begonnen! Bis zum 23.6.2013 sind  nun Einreichungen möglich und erwünscht!  Wir möchten Sie daher herzlich dazu einladen, sich am Call for Participation zu beteiligen und Ihre Themen und Projekte aus dem Themenfeld “Freie Bildungsmaterialien für Deutschland” einzureichen.

Die Themen für die Einreichung sind:

  • OER in Gesellschaft und Politik
  • OER in anderen Ländern
  • OER in Praxis, Projekten und Forschung
  • OER – Anleitungen, Tipps & Tricks
  • OER – Qualität und Zugänglichkeit
  • OER – Finanzierung und Rahmenbedingungen

Einen besonderen Fokus legen wir dabei auf die Bedeutung von OER für den deutschsprachigen Bildungsbereich, Qualitätssicherung und Finanzierungsmodelle.

Ausführlicheres zu den Themen und Hinweise zur Einreichung finden Sie hier:

http://wikimedia.de/wiki/OERde13

 

Und alles nochmal in Kurz:

Call for Participation – OER- Konferenz 2013 – Freie Bildungsmaterialien für Deutschland
14.-15.9.2013| Berlin

Website: http://wikimedia.de/wiki/OERde13
Hinweise zur Einreichung und Anmeldeformular (ebenda)

 

Mehr Infos?

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Die 1000 Perspektiven der „Education Program leader“: Bericht vom Bildungsworkshop in Mailand

Dies ist ein Gastbeitrag von Tim Moritz Hector, der am Bildungsworkshop in Mailand teilgenommen hat. Vielen Dank, Tim!

Mit dem Ziel, eine globale Vernetzung unter allen Wikimedia-Gruppen herzustellen, die sich mit Wikipedia im Bildungsbereich beschäftigen, lockte uns der groß angelegte Education Program Leaders Workshop im Vorfeld der Wikimedia Conference nach Mailand. So fanden Cornelia Trefflich und ich – im Auftrag von Wikimedia Deutschland – unseren Weg nach Milano um daran teilzunehmen und uns zu vernetzen. Der Plan war, eine weltweite Community von Projektleitern und -gruppen aufzubauen, um untereinander Erfahrungen und Wissen im Aufbau und in der Durchführung von Projekten im Bildungsbereich austauschen zu können.

By Ezalvarenga, CC-BY-3.0 via Wikimedia Commons

Die Agenda war anspruchsvoll und vollgepackt und dementsprechend hoch auch die Erwartungen an den Workshop, sollte er doch über Erfahrungen, den Austausch über neue Wege und die Nutzbarmachung für andere Chapter gesprochen werden. Denkbar waren zum Beispiel die Einrichtung eines Newsletters oder sogar gezieltes Chapter-to-Chapter-Coaching. Im Anschluss daran sollte sich das Nachmittagsprogramm den Zielen, dem Erfolg und dessen Messung widmen. 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dieser Einladung gefolgt.

Unterschiedliche Phasen und Stadien…

Schon eingangs, trotz der – streng mit dem Eggtimer gestoppten – fünfminütigen Präsentationsrunden wurde schnell offensichtlich, dass jedes teilnehmende Chapter sich in einer völlig anderen (Entwicklungs-)Phase seiner Bildungsbestrebungen befindet. Das war auch das erste Zwischenfazit: Unheimlich viele Perspektiven treffen hier aufeinander, einziger gemeinsamer Nenner: Alles hat irgendwie mit Wikipedia und Bildung zu tun, die Erwartungen der Involvierten an den Workshop und an die Zielgruppen sind jedoch völlig verschieden. Besonders stark unterscheiden sich die Perspektiven der jeweils Beteiligten: Ergebnisse, die die Wikimedia Foundation oder ein Chapter von einem Projekt erwartet, decken sich längst nicht immer mit denen, die die beteiligten Projektteilnehmenden, Lehrenden oder Studierenden sich erhoffen. Prinzipiell müssen wir berücksichtigen, dass es auch Bildungsprogramme vollkommen ohne Beteiligung eines Chapters geben kann.

Klar wurde in der Vorstellungsrunde jedoch, dass wir, Wikimedia Deutschland, eines der erfahrensten Chapter im Bildungsbereich sind. Nach der Vorstellungsrunde war Thema, wie die gegenseitige Unterstützung der Chapter und die der Wikimedia Foundation aussehen kann. Durch die sehr unterschiedlichen Stadien, in denen sich die Programme aber derzeit befinden, und auch durch die unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten, ist eine Vergleichbarkeit und ein Austausch eine große Herausforderung. Die Wikimedia Foundation wird künftig ihre Rolle auch etwas anders definieren, mit den Chaptern auf Augenhöhe agieren und stärker als „Partner“ fungieren.

Als Wege der Zusammenarbeit wurden unter anderem ein Newsletter und eine recht neue Mailingliste vorgestellt. Personell haben wir eine Überschneidung von Engagierten in den GLAM-Projekten und in den Bildungsprojekten festgestellt und für sehr fruchtbar befunden.

…unterschiedliche Zielgruppen…

In der Mittagspause ergab sich zunächst ein interessantes Gespräch mit Rod Dunican, (Global Education Program Director bei der Wikimedia Foundation) von der Wikimedia Foundation, der auch den Workshop moderierte. Er bestärkte nochmal unsere Annahme, dass demografische Kriterien häufig nicht ausreichen, um eine Zielgruppe von einzelnen Aktivitäten oder Programmen zu definieren; vielmehr konfrontierte er uns mit der Frage nach dem Prototypen eines Wiki(p/m)edianers, den es anzusprechen gelte. Im Gespräch mit anderen Teilnehmenden stellte sich zunehmend heraus, dass nur wenige Chapter überhaupt in Erwägung gezogen hatten, mit Älteren zu arbeiten und neben uns, dem polnischen und dem schweizerischen Chapter alle diesen Ansatz wieder verworfen hatten.

…und unterschiedliche Ziele:

By Ezalvarenga CC-BY-3.0 via Wikimedia Commons

Nach dem Mittagessen war dann die Hauptfrage, welche Ziele die einzelnen Gruppen mit ihren Programmen verfolgten und wie sich die jeweiligen Erfolge in der Umsetzung dieser messbar machen lässt. Wir waren höchst überrascht von der Vielzahl der Ziele: Nicht nur die Autorengewinnung oder die Steigerung von Diversität, sondern auch die Aufklärung über Wikipedia und ganz unterschiedliche Herangehensweisen wurden genannt. Deutlich unterschieden werden musste dabei zwischen dem reinen Gewinnen von „Inhalten“, ggf. über den Umweg der Autorengewinnung, und unserem Ansatz, dem Gewinnen von „Mitmachern“ in jeder Hinsicht. Für erstere Zielsetzung wurde von der WMF eine neue Extension geschaffen, die für KursleiterInnen und TeilnehmerInnen eine standardisierte Umgebung bietet. Um den erzielten Erfolg abzuschätzen, lassen sich mit der Extension einfache quanitiative Maße ausgeben (wie die erzeugte Textmenge), die von den Kursen um ein qualitatives Peer-Review ergänzt werden sollen.

Es bleiben gemeinsame zentrale Fragen

Eine der zentralen Fragen war schließlich: Können wir überhaupt irgendjemandem beibringen „Wiki(p/m)edianer“ zu werden, oder können wir lediglich die Fähigkeiten, die es dazu braucht, unterrichten? Wie müssen wir auch unsere quantitativen Ansprüche an einen Workshop definieren, wenn wir von Letzterem ausgehen? Und letztlich führte uns das zu der grundlegenden Überlegung, ob überhaupt alle Aktivitäten tatsächlich im Kontext von „Education“ oder ob nicht manche viel mehr im Kontext von „Community outreach“ zu sehen sind: Hier sollte die Verzahnung nach Ansicht der Teilnehmenden noch verstärkt werden.

Zum Abschluss wurde ein neues Treffen auf der Wikimania in Hong Kong vereinbart. Der Workshop hat uns den Blick für unterschiedliche Perspektiven und Rollen geschärft, die Wikimedia Foundation noch stärker als Austauschpartner in den Fokus gerückt und uns zudem einen Blick auf die großen, langfristigen Fragen in der Entwicklung der Bildungsprorgramme werfen lassen, der zukünftig in die Planungen des Bereichs Bildung und Wissen einfließen kann.

 

Im Blog der Wikimedia Foundation ist ebenfalls ein Rückblick auf den Workshop erschienen: Education program leaders gather to share experiences. Ansprechpartnerinnen bei uns sind Cornelia Trefflich und Elly Köpf

 

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Community wählt höchstes Gremium des Wikimedia-Universums: Board of Trustees der Wikimedia Foundation

tl;dr: Vom 1. bis 15. Juni 2013 wählt die Community drei Mitglieder des Board of Trustees sowie zwei Mitglieder und die Ombudsperson des Funds Dissemination Committee (FDC) der Wikimedia Foundation. Alle Informationen zur Wahl gibt es im Meta-Wiki: WMF-Wahlen 2013.

Q&A with the board of the Wikimedia Foundation by Pierre-Selim, on Flickr, CC-BY-SA

Das Board of Trustees ist das oberste Entscheidungsgremium der Wikimedia Foundation und besteht aus zehn ehrenamtlichen Mitgliedern. Vier Mitglieder werden vom Board selber ernannt, zwei Sitze werden von den Wikimedia Chaptern besetzt, den Communitygründer-Sitz hält Jimmy Wales, und drei Mitglieder werden alle zwei Jahre von der der Wikimedia-Community gewählt.

Um genau diese drei Community-Sitze geht es in diesem Jahr: Zur Zeit sind sie durch Ting Chen, Kat Walsh und Samuel Klein besetzt. Ting hatte bereits angekündigt, nicht erneut zu kandidieren, es wird also mindestens ein neues Mitglied geben. Für eine Amtsperiode von zwei Jahren werden nun geeignete Kandidierende aus den Reihen der Wikimedia-Communitys gesucht.

Bei einem Blick in das umfangreiche Handbuch zum Board of Trustees wird schnell deutlich, wie wichtig das Gremium nicht nur für die Wikimedia Foundation selbst, sondern auch für das gesamte Wikimedia-Universum ist. Das Board of Trustees ist entscheidend und federführend beim Anstoßen und Ausarbeiten neuer Strategien, das Board ist rechtlich verantwortlich für das Handeln der Stiftung, entscheidet über personelle Besetzungen und trägt die Vision und Mission der Wikimedia Foundation nach außen.

Board-Mitglieder sind eingebunden in die Suche nach der neuen Geschäftsführung und können später auch die Entwicklung dieser Position entscheiden mitprägen. Außerdem wird die Foundation in den nächsten Monaten den Strategieprozess neu aufrollen (der alte 5-Jahresplan ist bald überholt), auch hier ist die Beteiligung der Mitglieder gefragt.

Mit der diesjährigen Wahl bietet sich für die Communitys nun wieder die Chance zur aktiven Mitgestaltung der Wikimedia-Zukunft.

Wie kann ich mich beteiligen?

Die Beteiligungsmöglichkeiten für die deutschsprachige Community am Wahlprozedere sind vielfältig:

  • Eigene Kandidatur (Informationen für Kandidierende)
  • Bekanntmachung der anstehenden Wahlen in den lokalen Projektcommunitys
  • Aufstellung und Unterstützung eines Kandidierenden aus den deutschsprachigen Communitys
  • Unterstützung eines Kandidierenden aus dem internationalen Wikimedia-Universum, mit der oder dem sich die deutschsprachigen Communitys gut identifizieren können
  • Befragung der Kandidierenden zu ihren Vorstellungen und Schwerpunkten in der Arbeit im Board (auch auf deutsch möglich)
  • Wahl eures Lieblingskandidaten oder -kandidatin (Wahlberechtigung checken!)
  • Feedback und Diskussion zu Wahlmethode und Wahlprozess
  • Mithilfe bei Übersetzungen

Wikimedia Deutschand unterstützt gerne Kandidaturen aus den deutschsprachigen Communitys!

Warum soll ich mich überhaupt an der Wahl beteiligen?

In den vergangenen Jahren waren Interesse und Beteiligung der deutschsprachigen Communitys an den Wahlen eher verhalten. Das ist schade, denn im Grunde wird hier eine tolle Möglichkeit verspielt, sich in die Gestaltung der Arbeit des Boards und damit auch in die Entwicklung der Wikimedia Foundation aktiv einzubringen. Die deutschsprachigen Communitys haben das begründete Bedürfnis, auf dem internationalen Wikimedia-Parkett mitzumischen. In unterschiedlichen Debatten gab es immer wieder Reibungspunkte und den Wunsch nach mehr Mitsprache und Mitwirkung. Gerade für eine der größten Communitys ist diese Wahl eine gute Chance, sich mehr Gehör für die eigenen Anliegen, Vorstellungen, Sorgen und Wünsche zu verschaffen.

Mit Alice Wiegand, die einen der Chapter-gewählten Sitze inne hat, haben wir bereits ein Mitglied aus Deutschland dabei. Um genauer über die Arbeit des Gremiums zu informieren und zu erklären, was es eigentlich macht, bietet Alice an unserem offenen Sonntag in der Berliner Geschäftsstelle eine Session an.

Alice hat es in ihrem Blogbeitrag Zeit der Veränderungen bei der Wikimedia Foundation schön beschrieben:

Eine Menge Bewegung steht uns also bevor. Eine Zeit der Veränderungen, die hohe Anforderungen an ein selbstbewusstes, verantwortungsvolles und aktives Board stellt. Ein spannendes Jahr.

Welches Boardmitglied passt zu mir?

Die Wahl läuft nach dem Prinzip „Wahl durch Zustimmung mit Enthaltung“. Das heißt, die drei Kandidaten oder die Kandidatinnen mit dem bestem Verhältnis von Ja- zu Nein-Stimmen werden gewählt. Um herauszufinden, welcher Kandidierende am ehesten eure Positonen in die Boardarbeit einbringen kann, könnt ihr diese mit unendlich vielen Fragen löchern. Ergiebiger wäre hier aber möglicherweise ein gemeinsam entwickelter Fragenkatalog – in etwa vergleichbar mit den Wahlprüfsteinen, die wir zu Landtags- oder Bundestagswahlen gemeinsam mit euch erstellen.

Wenn ihr diese Idee aufgreifen möchtet, unterstützen wir euch gerne, z. B. mit Reisekostenübernahmen für potentielle Koordinierungstreffen oder beratend mit unseren Erfahrungen aus den Wahlprüfsteinen.

Der Zeitplan

Der Plan für die Wahlen ist wie folgt:

  • 24. April – 17. Mai 2013: Nominierung der Kandidierenden
  • 01.-15. Juni 2013: Wahlen
  • 16.-18. Juni 2013: Prüfung der abgegeben Stimmen
  • 18.-22. Juni 2013: Bekanntgabe der Wahlergebnisse

Weitere Informationen zur Board-Wahl

Ein Wahlkomitee aus fünf Ehrenamtlichen ist für den geregelten Ablauf der Wahlen zuständig. Mit Ralf Roletschek haben wir in diesem Jahr auch ein Mitglied der deutschsprachigen Communitys dabei.

Alle Informationen zur Wahl findet ihr auf der Meta-Seite Boardwahlen/2013. Für Fragen rund um die Wahl stehe ich euch gerne unter nicole.ebber@wikimedia.de zur Verfügung.

Und noch eine Wahl: FDC-Mitglieder gesucht!

FDC meeting, Milan, April 2013; by Mike Peel CC-BY-SA-2.5, via Wikimedia Commons

Für das Funds Dissemination Committee (FDC), der Ausschuss zur Verteilung der Wikimedia-Gelder, finden zur gleichen Zeit ebenfalls Wahlen statt. Es kommen zu den sieben konstituierenden Mitgliedern jetzt zwei zusätzliche, von der Community gewählte Ausschussmitglieder dazu. Beide werden eine Amtszeit von zwei Jahren haben.

Ebenso wird es eine Wahl für die Ombundsperson des FDC geben. Diese Person nimmt unter anderem Kritik an der Arbeit des Ausschusses entgegen und erstellt jährlich einen Bericht über das FDC. Die Ombudsperson wird ebenso eine zweijährige Amtszeit haben.

Insofern: Es stehen wichtigen Wahlen an, für die ihr nicht nur kandidieren, sondern euch auch einbringen und mitmischen könnt. Nutzt die Chance und vor allem: Go vote!

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Die Wikipedia-AG – Ein Pilotprojekt mit Zukunft

“Mach mit und zeig, was du weißt!” Unter diesem Motto wurde im letzten Herbst in Hannover ein Pilotprojekt mit dem niedersächsischen Kultusministerium gestartet, in dem Lehrende im Schuljahr 2012/2013 dabei unterstützt wurden, Wikipedia bewusst in ihren Unterricht einzubinden. Schule als Ort, an dem aktiv Kompetenzen vermittelt werden, um sich in einer digitalen Welt zurechtzufinden. Mit einem solchen Ansatz lassen sich gleich mehrere Anknüpfungen an den Lehrplan finden:

  • Lesekompetenz (Inhalt, Struktur, Interpretation…)
  • Schreibkompetenz (Was, warum, wie…)
  • Medienkompetenz (Analyse, Kritik, Erstellung, …)
  • Sozialkompetenz (Kollaboratives Arbeiten, Kommunikation, …)
  • Fachkompetenz (jeweiliges Thema)
  • Sprachbildung

Teilnehmer des Projekts waren fünf Schulen aus Stadt und Region Hannover. Zwei von jeder Schule benannte Lehrkräfte erhielten vom Kultusministerium je zwei Anrechungsstunden für die Mitarbeit im Projekt. Die Schule sorgte dafür, dass in mindestens vier verschiedenen Lerngruppen und mindestens drei verschiedenen Fächern Erfahrungen mit Wikipedia als Quelle und als Medium kollaborativer Texterstellung gesammelt wurden. Handlungsschwerpunkte des Projekts Wikipedia-AG waren die aktive Kompetenzvermittlung für die Lehrkräfte und die Vermittlung der Medienkompetenz.

Die Lehrenden hatten ausreichend Zeit, erste Schritte in der Wikipedia zu machen und sich selbst mit der Bearbeitung erster Artikel vertraut zu machen. Während des gesamten Projektzeitraums fanden Fortbildungen statt, an denen alle Lehrkräfte teilnahmen und sich über Erfahrungen austauschten und Fragen stellten. Diese wurden von der Medienberatung Niedersachsen (Abteilung Medienbildung des NLQ) und Wikimedia Deutschland organisiert und begleitet. Insgesamt war das Schuljahr nicht nur für die teilnehmenden Lehrer und Lehrerinnen sehr erkenntnisreich, sondern auch für Wikimedia Deutschland. Da die gewonnenen Erkenntnisse unsere Aktivitäten an Schulen stark beeinflussen, haben wir diese nun in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst. Die Begleitung eines Projekts in dieser Form ermöglichte uns einen einmaligen Einblick hinter die Kulissen der Lehrenden und die Hürden und Erfolge der selbstständigen Arbeit mit Wikipedia im Unterricht. Die Erfahrungen der Lehrenden zum Ende der Wikipedia-AG waren sehr vielfältig und sind in den Bericht eingeflossen. Weiterlesen »

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Jedem Zauber wohnt ein Anfang inne: Bericht vom Brüsseler Kick-off

Graphic Thinking. Foto: Lilli Iliev, CC-BY-SA

Wie beginnt man etwas, wofür es keinerlei Vorbild gibt? Wie findet man Zutrauen für eine Sache, die skeptische Beobachter als “zu ambitioniert” betrachten? Wie wird man Teil einer Gemeinschaft, die niemals geschlossen, sondern immer zugangsoffen und transparent sein soll?

Die Grundvoraussetzungen des Projekts “Roadmap nach Brüssel”, von dem ich hier erstmals im März berichtete, unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht so sehr von den Startbedingungen der Wikipedia 2001. Auch damals hätte es niemand für möglich gehalten, dass eine einfache Internet-Plattform zu einem international anerkannten Umschlagplatz des Wissens werden könnte.

Heute, über eine Dekade später, ist deshalb die Frage legitim: Wieso sollte es nicht auch möglich sein, dieser sozialen Bewegung auch einen politischen Arm zu verleihen, der die europäische Gesetzgebung auf ihre möglichen Restriktionen für Freies Wissen abtastet und – wann immer nötig – auf den Plan tritt?

Das Vorhaben klingt nicht nur ambitioniert, es ist es auch. Denn die Zeit hat das Wikimedia-Universum komplexer gemacht, in unterschiedliche Rollen, Territorien und Interessensgebiete auseinandergefaltet, ein unübersichtliches Gewimmel erzeugt, das für jedes (auch abseitige) Thema eine eigene Seite oder gar eine Mailing-Liste bereithält. Let’s face it: Wir sind ein riesiges Netzwerk, das gerne kommuniziert. Zuweilen etwas zu viel mit sich selbst, aber immer auch mit der Gewähr auf spannende Ideen.

Vor diesem Hintergrund erschien es uns nur konsequent, Wikimedianer zu einem direkten Gespräch am 6./7. April nach Brüssel zu laden, um intensiv über die Struktur und Arbeitsweise einer künftigen Arbeitsgruppe zu sprechen, die Freiem Wissen gegenüber der EU eine Stimme verleiht. Der Grundgedanke ist beileibe nicht neu und hat bei diversen Wikimania-Konferenzen schon eine Rolle gespielt, sich bislang allerdings nie in eine nachhaltige Struktur übersetzt.

Einen ersten Anlauf in Brüssel dazu gab es bereits im Juli 2009, der leider weitgehend folgenlos blieb. Umso mehr freut es uns, dass neben Vertretern aus Belgien, Niederlande, Italien, Estland, Bulgarien, Frankreich und Deutschland mit Lyzzy und Lodewijk eben auch zwei äußerst engagierte Wikimedianer einfanden, die seit Jahren für das Thema werben. Eine von WMDE beauftragte Studie half zudem dabei, bereits im Vorfeld die möglichen Anknüpfungspunkte für die EU-Gesetzgebung zu identifizieren und unterschiedliche Handlungsoptionen zu erörtern.

Wie das umfassende Protokoll (Danke, Lilli!) zeigt, ist es schwierig, den gesamten Diskussionsverlauf pointiert wiederzugeben. Angeleitet von der grandiosen Anna Lena Schiller hatten wir uns eben sehr viel vorgenommen. Es ist aber sehr wohl möglich, die drei wichtigsten Richtungsentscheidungen festzuhalten:

  • Die Gruppe wird in einem ersten Schritt das Monitoring laufender EU-Initiativen zu verbessern helfen und den Wikimedia-Verbund regelmäßig mit Informationen versorgen. Dabei hilft uns die professionelle NGO-Arbeit von “European Digital Rights” sowie eine eigene Kontaktperson vor Ort, die v.a. mit der Pflege der Meta-Seite, des Kalenders sowie der Wahrnehmung von lokalen Terminen betraut werden soll.

  • Neben der eher reaktiven Tätigkeit soll es in einem zweiten Schritt darum gehen, gegenüber der EU-Gesetzesgeberungsmaschine bereits 2014 (Neuwahl des EU-Parlaments sowie Einsetzung neuer Kommissare) den Handlungsbedarf bei urheberrechtspolitischen Themen zu verdeutlichen, die eng mit der Erschaffung und Verbreitung Freien Wissens verknüpft sind: Panoramafreiheit, Staatliche Werke und Verwaiste Werke. Hinsichtlich dieser drei Kernthemen gibt für jede/n Interessierte/n die Möglichkeit, sich an einer “Task Force” zu beteiligen, die Ideen sammelt und entsprechend verschriftlicht. Informationshub ist auch hier die Meta-Seite.

  • Ein solches “Liquid Lobbying” (TM) kommt natürlich nicht ohne die Unterstützung von europäischen Chaptern oder der Wikimedia Foundation aus. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten auch noch einige Anstrengungen unternehmen, um für das Vorhaben zu werben. Dass dies nötig sein wird, hat uns die Mailänder Chapter-Konferenz gezeigt, bei der das Projekt zwar auf viel Neugier, aber auch einige Skepsis aufgrund knapper Ressourcen stieß.

Mir persönlich gibt ein Satz Hoffnung, den Stephen LaPorte (WMF) in Mailand äußerte: “We have no choice than getting engaged.” Auch Kat Walsh vom Board of Trustees signalisierte, dass es auf Seiten von Creative Commons ebenfalls großes Interesse am Aufbau einer solcher Arbeitsgruppe gibt. Die Vernetzung mit anderen “like-minded” Akteuren wird eben auch ein Weg sein, um effektiver arbeiten zu können.

Indes: Nicht jede Beteiligung an der EU-Policy-Group muss unweigerlich in “Arbeit” ausarten  – auch kurze Hinweise auf relevante Ereignisse innnerhalb und außerhalb des Movements, interessante Texte, Tweets und selbst Gerüchte helfen dabei, den Informationsaustausch über Ländergrenzen hinweg zu intensivieren. Um unkompliziert mit der Gruppe in Kontakt zu treten, haben wir auf der Meta-Seite eine Art Briefkasten eingerichtet, mit dem man entweder direkt an uns herantreten oder einfach etwas hinterlassen kann. Eine offizielle Schneckenpostfachadresse (etwa für EU-Aussendungen oder Einladungen anderer Akteure) wird es dann hoffentlich auch irgendwann geben.

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Wikimedia:Woche 17/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche (17/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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Thank You for the Music!

Seit vorgestern verfügt die Wikipedia über eine kleine feine technische Lösung, genannt „Scores“, die eine weitere Dimension des freien Wissens (besser) zugänglich macht: die Musik.

Beispiele findet Ihr auf Mark Hershbergers und meiner Benutzerseite.

Die Vorgehensweise selbst ist recht simpel: im Wiki-Code werden in speziellen Tags die Noten alphanumerisch eingetragen und in der Artikelansicht als Noten ausgegeben. Wenn gewünscht auch mit einem rudimentären Player und der Ausgabe in Midi. (Weitere technische Details findet Ihr im Blogbeitrag vom letzten Juli.)

Das internationale Notationssystem Lilypond, das der Erweiterung „Scores“ zugrunde liegt, übersetzt natürlich auch Stücke, die die Komplexität von „Alle meine Entchen“ deutlich übersteigen.  Allerdings nur zu dem Preis eines – zumindest für das menschliche Auge – äußerst unübersichtlichen LaTeX-artigen Kauderwelschs, der eingegeben und gepflegt werden will. Also zunächst mal nichts für Weicheier. ;-)

Doch zum Glück hat sich Lilypond schon vielfach andernorts bewährt und Helferlein hervorgebracht, die an dieser Stelle greifen. Hier findet man einige komfortable Editoren, die bei der Erstellung von Lilypond unterstützen.

Spannender als all diese technischen Fragestellungen finde ich allerdings die vielen neuen Themen, Möglichkeiten, Praktiken aber auch Probleme aka Herausforderungen, die die Erweiterung mit sich bringen wird. Vom Urheberrecht über Eigenkompositionen bis hin zu Edit-Wars um die richtige Fassung etc. etc.

Schaumamal… wie man hier in Regensburg so schön sagt.

PS: Noch ein kleiner Tipp: wer “richtiges” Notenmaterial zum Ausprobieren sucht, wird sicherlich beim Projekt Mutopia – quasi einer kleinen musikalischen Schwester der Wikipedia – fündig.

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Wikidata auf der ganzen Welt

Die Möglichkeit Daten von Wikidata in ihren Artikeln einzubinden haben 11 Wikipedien bereits seit einem Monat. Vorgestern kam noch die englischsprachige Wikipedia hinzu. Heute kommen alle 274 verbleibenden hinzu. Hinweise zur Nutzung finden sich im letzten Blogeintrag. Hier gibt es Antworten auf die häufigsten Fragen.

Das ist ein großer Schritt für Wikidata und gleichzeitig ein weiterer Anfang. Es ist ein großer Schritt weil ab sofort alle Wikipedien in der Lage sind Daten gemeinsam zu sammeln, zu pflegen und zu nutzen. So kann zum Beispiel in jeder Wikipedia zu einem Film dessen ID in der Internet Movie Database abgefragt werden und in einem Artikel genutzt werden sobald sie jemand in Wikidata hinterlegt hat. Gleichzeitig ist es allerdings auch ein weiterer Anfang, da noch viel getan werden muss. Die Abfrage muss vereinfacht werden. Mehr Daten müssen in Wikidata eingetragen (und wo nötig übersetzt) werden. Es müssen mehr Belege eingefügt werden. Es müssen weitere Datentypen verfügbar gemacht werden wie zum Beispiel Geokoordinaten und Zeit. Deine Hilfe und dein Feedback ist dabei sehr willkommen und wichtig.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte!

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Wikidata all around the world

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier)

Since one month 11 Wikipedias have the ability to include data from Wikidata in their articles. Two days ago English Wikipedia was added to that group. Today the remaining 274 are joining. Usage examples are in the last blog entry. There is also an FAQ for this deployment.

This is a huge step for Wikidata and at the same time also another beginning. It’s a huge step because from now on all Wikipedias are able to collect, curate and use data together. For example every Wikipedia can query the ID of a movie on the Internet Movie Database and use it in their article as soon as someone added it to Wikidata. At the same time it is a beginning because there is still a lot to do. Accessing the data has to be made easier. More data has to be added to Wikidata (and translated where necessary). More sources have to be added to existing claims. More data types need to be made available – for example geocoordinates and time. Your help and your Feedback is very welcome and important there.

We’re looking forward to the next steps!

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Was Wikipedianer besonders gut können

„Wir werden als Bundesrepublik Deutschland keine Waffen liefern“, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Katars Ministerpräsidenten Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor al Thani in Berlin. So stand es am 16.4. im Berliner Tagesspiegel.

Wie wäre es, wenn wir Leser, mündige Bürger und Wähler, die Möglichkeit bekämen, solche Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen?

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mainzelm%C3%A4nnchen_walking_act.jpg

Mainzelmännchen
Foto: Johann H. Addicks, CC-by-sa-nd/3.0

Stimmt diese Aussage von Merkel, und wenn ja unter welchen Prämissen? Seit einigen Wochen unterstützt Wikimedia Deutschland das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) bei der Erstellung einer Plattform, auf der solche Aussagen gecheckt werden können.

Wer kennt das nicht: In einer Talkshow behauptet ein Politiker wortgewaltig, die Welt sei “rosa” und die Aussage bleibt unwidersprochen. Im Gegenteil, sie entwickelt ein Eigenleben und scheint mit jedem Tag, der vergeht, wahrhaftiger zu werden. Im Zeitalter des medienkompetenten Netzbürgers ein Ärgernis. Das ZDF richtet daher gemeinsam mit dem Nachrichtensender Phoenix einen Online-Faktencheck zur Bundestagswahl ein und alle Wikipedianer sind eingeladen, Aussagen zum Faktencheck vorzuschlagen, sowie selbstmitzuhelfen, die Richtigkeit der Fakten zu überprüfen. Gerade weil Wikipedianer ihre Aussagen stets neutral und belegt machen, bürgt ihre Arbeitsweise für eine hohe Qualität. Das können gerade Wikipedianer besonders gut.
Deshalb möchte das ZDF in dem geplanten Online Faktencheck, der auf der re:publica am 6.5. in Berlin öffentlich unter dem Label #ZDFcheck vorgestellt wird, gern mit der Wikipedia-Community zusammenarbeiten. Die im Rahmen des Faktenchecks erarbeiteten Mediendateien, wie Infografiken, Bilder und kleine Filmbeiträge, stehen unter einer Freien Lizenz der Nachnutzung offen. Ein erster Meilenstein in der Zusammenarbeit mit einem öffentlich-rechtlichen Sender. Diese Zusammenarbeit soll durch einen so genannten “Wikipedian in Residence” koordiniert werden. Ihre oder seine Aufgabe wird es sein, aktiv die Community anzusprechen. Die Ausschreibung ist seit heute online.
Nach einer Pilotphase im Frühsommer startet das Projekt in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes ab August richtig durch. Geplant ist, dass alle Arbeitsschritte des Faktenchecks live mitverfolgt und mitgestaltet werden können. Die Moderation und Redaktion obliegt dem ZDF Redaktionsteam. Die Ergebnisse der #ZDFcheck werden crossmedial aufbereitet und finden Eingang in die verschiedenen ZDF-Sendungen. Zum ersten Mal würde damit das Wikipedia Arbeitsprinzip in einem gänzlich anderen Rahmen unter Beweis gestellt werden. Aus meiner Sicht auch eine Wertschätzung des digitalen Ehrenamtes im Spektrum der Wikipedia.
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