Archiv für November, 2012



Zedler-Preis: Nominierung startet!

Zedler-Preis 2012
Zedler-Preis 2012

Auch 2013 wird Wikimedia Deutschland e.V. wieder den Zedler-Preis für Freies Wissen vergeben: die Nominierungsphase beginnt jetzt! Anknüpfend an die Erfahrungen aus der letzten Preisvergabe wird der Zedler-Preis auch dieses Mal in drei Kategorien vergeben: Artikel, interne Projekte und externe Projekte.

Welcher Wikipedia-Artikel begeisterte 2012 am meisten? Dabei geht es nicht nur um klassische Qualitätskriterien; es kann auch der repräsentativste, skurrilste, “wichtigste” oder aus irgendeinem anderen Grund beeindruckendste Artikel ausgezeichnet werden. Neben der Kategorie „Artikel“ gibt es auch noch zwei Kategorien für Projekte: Projekte innerhalb des Wikipedia/Wikimedia Universums, und solche außerhalb, die sich aber ebenfalls der Förderung des Freien Wissens widmen. Projekte, die direkt der Erschaffung freier Inhalte dienen können ebenso nominiert werden wie solche, die sich der Bewusstseinsbildung oder strukturellen Verbesserungen widmen. Außerdem gibt es schon in der Nominierungsphase die Möglichkeit, Artikeln und Projekten Lob und vor allem Tipps zukommen zu lassen: die Menschen hinter den Initiativen freuen sich über Zuspruch, hilfreiche Kontakte, weitere Beteiligte, gute ergänzende Ideen, passende Infos – und alles, was sonstwie zu Motivation und Qualität beitragen kann!

Die Nominierungsphase für Artikel und Projekte läuft ab jetzt bis 31. Januar – Wir freuen uns auf rege Beteiligung!


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Wikimedia Chapters Association: Statusupdate und Ort der Registrierung

Ein kleiner Schritt im Wikiversum, aber ein großer für die Wikimedia Chapters Association (WCA): In Resolution Nummer 4 konnte sich der Rat der WCA auf Genf als legalen Sitz einigen. Damit haben wir ersten von drei Meilensteinen auf dem Weg zu einer ordentlich funktionierenden Organisation geschafft.

Dem vorausgegangen ist ein langer und zäher Prozess der Verfahrens- und Kompromissfindung. Es wurde in Resolution Nummer 3 zunächst festgehalten, dass der Sitz der Registrierung und der Ort des Büros nicht notwendigerweise der gleiche sein müssen. Wir rückten auch davon ab, den Ort in einem Konsensverfahren finden zu wollen. Vielmehr wurde die Schulze-Methode angewendet, in dem jedes Mitglied seine Prioritätsreihenfolge angeben konnte. Zuletzt haben wir das Abstimmungsverfahren verfeinert und mit einem Quorum belegt, um durch das, nennen wir es, zögerliche Abstimmungsverhalten einiger Ratsmitglieder nicht Gefahr zu laufen, dass die Resolution wegen mangelnder Beteiligung entwertet würde.

Ich persönlich hatte ein pragmatischeres Vorgehen bevorzugt, bin jetzt aber doch erst mal zufrieden, dass wir eine Lösung gefunden haben. Und im Zuge dieser Debatte wurden Mechanismen geschaffen, um Entscheidungen herbeizuführen. Wir haben eine Taktung in Form von regelmäßigen Telkos. Über Statements kann sich die WCA zu Vorgängen in der Wikimedia-Welt äußern, z.B. zur Narrowing Focus-Entscheidung. Auch die Abstimmungsmodalitäten für Resolutionen sind geklärt. Immerhin das Handwerkszeug. Das benötigen wir jetzt auch, denn die nächsten Schritte warten: Wir brauchen einen Generalsekretär und ein Budget.

Wenn ihr euch selbst über die Vorgänge im Rat der Wikimedia Chapters Association auf dem Laufenden halten möchtet, sei euch wärmstens die Seite der Organisation auf Meta (Deutsche Übersetzung von Jcornelius, eine Anlaufstelle in der deutschsprachigen Wikipedia ist in Planung) empfohlen. Dort ist rechts eine Übersicht hinterlegt, die die aktuellen Statements und Resolutionen auflistet. Ebenso findet ihr hier die Protokolle der Telefonkonferenzen.

Selbstverständlich könnt ihr michbei Fragen, Ideen, Wünschen auch direkt ansprechen, ich bin per Mail oder über meine Benutzerseite auf Meta jederzeit für euch erreichbar.

 

Was war jetzt nochmal die WCA? Die Wikimedia Chapters Association (WCA) ist der Dachverband der Wikimedia-Chapter, also der lokalen Wikimedia-Vereine. Es gibt derzeit 39 Chapter und jedes dieser Chapter kann Mitglied des Verbands werden. Die WCA hat den Zweck, die gemeinsamen Interessen der Vereine zu vertreten, Standards für Aktivitäten vor Ort zu etablieren und durchzusetzen, den Austausch von Erfahrungen, Ideen und Wissen innerhalb der Bewegung zu stärken, die Vereine in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen sowie gemeinsame Programme und Projekte zu entwickeln. Im Juni wurde ich von den Mitgliedern von Wikimedia Deutschland zum WCA-Ratsmitglied gewählt.

 

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Goethe trifft Wiki

 

Gastbeitrag von Aleksander Dera

Das Goethe-Institut Budapest hat im Jahr 2011 ein Projektwiki mit dem Titel “Bildung macht Schule” angelegt, in dem länderübergreifend an durch das Goethe-Institut Budapest ausgewählten Schulen in der Region Mittelosteuropa an Freien Inhalten gearbeitet wird. In einer ersten Phase haben Lehrende mit ihren SchülerInnen Inhalte erarbeitet, die zunächst von den Lehrenden eingestellt wurden. In einem zweiten Schritt wurden nun die SchülerInnen direkt von unserem Referenten Aleksander Dera geschult, damit diese die Inhalte selbst einstellen können. Dabei standen die Aufklärung über und die Erstellung von Freien Inhalten im Mittelpunkt. Die Schulungen fanden im Oktober und November 2012 in Vilnius, Krakau und Budapest statt.

 

“Schnell mal ein Wiki machen”

Ob der alte Goethe sich wohl in einem Wiki zurechtgefunden hätte und seine Werke vielleicht sogar dort veröffentlicht hätte? Das Institut, das seinen Namen trägt, hat Gefallen an Wikis gefunden. Das Goethe-Institut, das u.a. die deutsche Sprache im Ausland fördert, hat ein Projekt gestartet, um ein Wiki auch im Deutsch-Unterricht einzusetzen. Wie die Teilnehmenden allerdings schnell merkten, heißt Wiki zwar schnell, aber “schnell mal ein Wiki machen”, dazu braucht es dann doch etwas mehr. Was liegt näher, als sich dieses bei den Fachleuten der Wikipedia zu holen?! Und so war ich, über Wikimedia Deutschland, im Einsatz in Vilnius, in Krakau und zuletzt in Budapest. Begleitet wurde ich von Michael Hauke vom Goethe-Institut in Budapest.

 

Hürdenlauf mit Mediawiki

Die Schüler, von 14 bis 18 Jahren, hatten die Aufgabe zuvor zum Thema “Armut” in ihrer Umgebung zu recherchieren und die Materialien mitzubringen. Dies hatten sie mit Hilfe ihrer Lehrer auch meist fleißig getan. Weiterhin war das Deutsch, mit Ausnahmen, hervorragend. Jeweils Freitag und Sonnabend fanden die Kurse statt, für die Schüler ein zusätzlicher Schultag, in Vilnius noch dazu der Anfang der Ferien! Trotz allem waren sie bis zum Schluss hochmotiviert und interessiert. Als gestandener Wikipedianer war ich nun ganz verwundert, warum das ganze nicht an einem Tag erledigt werden könnte und vermutete die Sprache als Hinderungsgrund. Aber weit gefehlt. Mediawiki birgt mehr Hürden als man glaubt, vom Urheberrecht ganz zu schweigen.

 

Bilder sind nicht gleich Bilder

Foto: doctormo, CC-BY-SA 3.0

Zu Beginn eine Frage an die Schüler: Wie sieht ein guter Text aus? Das haben die Schüler erarbeitet und mir standen die Haare zu Berge. Texte müssten etwa unbedingt bunt sein, sonst ist es langweilig. Der “Aber-Die-Wikipedia-Richtlinie”-Reflex sprach an, wurde aber erfolgreich von mir unterdrückt. So gibt es nun Klicki-bunte-Texte, bunte Hintergründe, Linkcontainer, usw.

Ins Urheberrecht der drei Staaten musste ich mich kurz einarbeiten, aber zum Glück ist es nicht so unterschiedlich; Details waren nicht gefordert. Die Schüler waren schon mit den Grundlagen ausgelastet. Trotz “Theorie-Kurs” und nachfolgender praktischer Übungen wurden geschützte Bilder hochgeladen. Auf Nachfrage waren sie dann auch in der Lage zu erklären, warum sie gerade eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Auch für mich eine interessante Übung; viele “böse Urheberrechts-Vandalen” sind vielleicht schlicht überfordert.

Am Ende hatten die Schüler dann Artikel mit unterschiedlicher Qualität erstellt, einiges gelernt und auch Spaß gehabt. Das Interessanteste für die Schüler? Nein, ich glaube nicht, dass es zu erraten ist: das Urheberrecht! Die Schüler gaben in ihrem Feedback explizit das Thema als besonders interessant und spannend an. Meine Verwirrung hat sich immer noch nicht gelegt.

Persönlich waren es eine sehr interessante Erfahrung und ich hoffe, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Aleksander Dera

 

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Wikimedia:Woche 48/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (48/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Weiterlesen »

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Ein Meilenstein erreicht, 99 vor uns: Die Deutsche Digitale Bibliothek

Heute morgen um 11:50 Uhr wurde stilecht mit dem gemeinsamen Drücken auf einen roten Button die öffentliche Betaphase der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) begonnen. Damit endet eine vierjährige nichtöffentliche Entwicklungsphase, die von einer Vielzahl von Fachgremiensitzungen, Kooperationspartnersuchen, Kompetenznetzwerktreffen und Expertenanhörungen begleitet wurden und es beginnt der Austausch mit den Endnutzern.

Von Wikimedia-Seite gibt es ein paar Anmerkungen zum heutigen Tag, zum Stand der Entwicklung und zu dem, was jetzt kommen muss (ich empfehle das “Was bisher geschah-Blogsposting” für entsprechende Hintergründe):

  1. Wir beglückwünschen die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Digitalen Bibliothek und der Einrichtungen, die zum Beta-Start der DDB beigetragen haben. Ihr macht das Internet reicher an Inhalten, ihr beweist, welche konstruktive Kraft dem Netz innewohnen kann. Wir wünschen Euch eine erfolgreiche Zukunft und werden gerne weiter mit Euch arbeiten, aus einer großartigen Idee eine großartige Plattform zu machen.
  2. Wikimedia Deutschland weiss, welche Mühen und Konflikte es bei der Erstellung des DDB-Nutzungsvertrags für die teilnehmenden Einrichtungen gab. Wir wissen, dass es bereits eine enorme Anstrengung war, daß nun wenigstens als eine von zwei Möglichkeiten eine CC0-Lizenzierung der Metadaten der DDB gewählt werden kann. Aber. Nicht alleine wegen der Vereinbarkeit mit dem Lizenzmodell für Metadaten bei Europeana raten wir den Entscheidungsgremien der DDB dringend dazu, die Lizenzoptionen für Metadaten zu vereinheitlichen und alle Metadaten innerhalb der eingestellten Objekte unter einem einzigen freien Lizenzmodell verfügbar zu machen: Creative Commons Zero. Es wäre für die Möglichkeit der Nachnutzung fatal, wenn es bei Metadaten zu einem unfreien Gesamtwerk käme, dessen freie Teile mühsam herausgeschält werden müssten.
  3. Zur Wahl einer passenden Lizenz gehört es auch, diese Daten verfügbar zu machen, damit nicht nur theoretisch eine Nachnutzung möglich ist, sondern auch praktisch. Die beiden Instrumente der Wahl heissen API und Datendump. Beide Mittel sind komplementär (z.B. Wikipedia Datendumps und API) und brauchbar für unterschiedliche Zwecke. Ein Projekt, das beides durchaus prima umgesetzt hat, ist direkt vor der Haustür der DDB: Europeana. Ein Start einer Beta-Plattform wäre eine gute Gelegenheit gewesen, auch eine Beta-API anzubieten. Wir raten dringend dazu, API und Downloadmöglichkeit der freien Metadaten schnellstmöglich umzusetzen und den Fortgang offen mitzuteilen.
  4. Wenn die Lizenzfragen zu Metadaten schwierig sind, sind es erst die Lizenzfragen für die eigentlichen Inhalte erst recht. Bei der Pressekonferenz wurde betont, dass die DDB derzeit nur gemeinfreie Objekte enthalte. Dies ist mehrheitlich richtig, erzählt aber nicht die komplette ganze und traurige Geschichte eines bunten Wildwuchses aus Leistungs- und Urheberschutzrechten an den Objekten selbst und Abbildungen dieses Objekte. Wir raten dringend dazu, das Problem von Copyfraud anzugehen, bei dem Kultureinrichtungen Rechte an Objekten in der DDB beanspruchen, die so nicht existieren, beispielsweise bei Digitalisaten gemeinfreier zweidimensionaler Werke. Sofern noch ein urheberrechtlicher Schutz an eingestellten Objekten besteht, raten wir dazu, diese Werke unter Verwendung Freier Lizenzen für die Nachnutzung verfügbar zu machen. Ein DDB-Nutzungsvertrag könnte hier Mindeststandards für die Verwendung Freier Lizenzen definieren.
  5. Die DDB sollte frühzeitig seinen Nutzern erlauben, mindestens die Metadaten von Objekten mit unzureichend versehenen Beschreibungen und Normdaten selbst zu verbessern, damit insbesondere der Vernetzungscharakter einer gemeinsamen Plattform aller deutschen Kultureinrichtungen bzw. aller Kultureinrichtungen in Deutschland ausgespielt werden kann.
  6. Wir fordern die deutsche Politik auf, das Projekt DDB mit ausreichenden Mitteln auszustatten. Dies können Finanzmittel sein oder auch rechtliche Sicherheit im Umgang mit verwaisten Werken, Leistungsschutzrechten allgemein oder Schranken für die Verwendung von geschützten Werken in Wissenschaft und Forschung.
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Rückblick auf die 11. Mitgliederversammlung

11. Mitgliederversammlung (Foto von: Brücke-Osteuropa, CC0)

Am Samstag, den 24. November, fand in Berlin die 11. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Vorstellung des Jahresplans 2013 durch Vorstand Pavel Richter und die Präsidiumswahlen. Der Jahresplan wurde durch die Mitglieder in der vorgelegten Fassung angenommen.

Bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte Sebastian Moleski, langjähriger Vorsitzender des Vereins, bekanntgegeben, nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten. Sebastian hat die strategische Entwicklung von Wikimedia Deutschland mit viel persönlichem Einsatz und fundiertem Wissen vorangetrieben. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, ihm im Namen des Präsidiums und des Vereins herzlich für seine Arbeit zu danken.

Mein persönlicher Dank geht auch an alle Wähler, die mir ihr Vertrauen als neuer 1. Vorsitzender des Vereins ausgesprochen haben. Als neue Stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums wurden Anja Ebersbach und Delphine Ménard gewählt. Das Amt des Schatzmeisters bekleidet künftig Steffen Prößdorf, der bislang als Kassenprüfer von Wikimedia Deutschland tätig war. Als Beisitzer wurden Nikolas Becker, Manuela Kanneberg sowie Martin Rulsch bestätigt. Neu im Präsidium sind Jens Best und Sebastian Wallroth. Beisitzer Sebastian Blumenthal trat nicht wieder zur Wahl an. Als Kassenprüfer neu gewählt wurden außerdem auch Daniel Baur und Olaf Kosinsky, stellvertretend Thomas Goldammer und Holger Motzkau.

Insgesamt gab es leider kaum mehr Kandidaten als Positionen, die von der Mitgliederversammlung per Wahl besetzt werden mussten. Anders ausgedrückt, die Auswahlmöglichkeiten hielten sich in Grenzen. Hoffentlich können wir das in Zukunft ändern: Es ist sehr wichtig, dass mehr Ehrenamtliche Mut fassen und das Spektrum der Kandidaten bei unseren Vereinswahlen erweitern. Was genau die Arbeit im Präsidium ausmacht, ist hier schön zusammengefasst.

Am Tag nach der Mitgliederversammlung hielt das neu gewählte Präsidium in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland seine konstituierende Sitzung mit Vorstand Pavel Richter ab. Bereits im Dezember wird sich das Präsidium erneut treffen, um dann mit der inhaltlichen Arbeit zu beginnen. Dann mehr …

Auf der Vereinswebseite gibt es einen Überblick über das nunmehr zweite Präsidium, inklusive persönlicher E-Mail-Adressen. Kontaktiert uns gerne auch über praesidium@wikimedia.de.

In den nächsten Tag wird das offizielle Protokoll der Mitgliederversammlung mit allen Wahlergebnissen und Entscheidungen zu Anträgen veröffentlicht.

 

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Die neue Wikimedium ist da

Die neue Ausgabe der Vereinszeitung von Wikimedia Deutschland, die Wikimedium, ist gerade erschienen. Als gedruckte Version oder als PDF, auf zehn Seiten informiert sie über Neuigkeiten des Vereins.

Titelthema: Spendenkampagne

Wenn einmal im Jahr die Spendenkampagne auf Wikipedia läuft, dann ist dies auch die größte Kampagne zur Aufklärung über die freie Enzyklopädie. Sie erinnert daran, dass das Projekt ausschließlich auf Spenden basiert und nur durch die Arbeit von vielen Freiwilligen möglich ist. In diesem Jahr schalten wir deshalb neben reinen Textbannern auch persönliche Spendenaufrufe, mit denen wir Wikipedia-Fotografen, -Autoren und -Spender porträtieren. Wie das genau aussieht und es sich anfühlt, für Millionen von Wikipedia-Nutzern sichtbar zu sein, erzählt einer der Porträtierten.

Unterstützung für alle

Neben der Spendenkampagne widmet sich die aktuelle Ausgabe der Wikimedium aber auch anderen spannenden Themen: Eine Sonderseite des Bereichs Bildung und Wissen stellt das Programm Silberwissen vor und zeigt, wie Wikimedia Deutschland das Wissen der älteren Generationen für Wikipedia sammelt. Im Projekt RENDER wurden die Unterstützungswerkzeuge für Wikipedia-Autoren und -Leser fertiggestellt. Diese stehen nun für ausführliche Tests bereit. Unterstützung können Wikipedia-Autoren auch in thematischen Wikipedia-Redaktionen erhalten. Wie ihr euer Wissen dort einbringen könnt, lest ihr hier.

Viel Spaß bei der Lektüre!

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Das RENDER-Projekt hat das zweite Projektjahr erfolgreich bestanden

Das zweite von drei Projektjahren im RENDER-Projekt ist abgeschlossen. In diesem Jahr haben wir viele Dinge umgesetzt: verschiedene Analyse-Ansätze implementiert, das RENDER Toolkit zur Veranschaulichung dieser Tools und verschiedener Daten-Sets realisiert, die Prototypen der Unterstützungswerkzeuge für Wikipedia entwickelt und durch zahlreiche Rückmeldungen kontinuierlich weiterentwickelt. Unsere Arbeiten haben wir in unserem Arbeitsbericht dokumentiert.

Gestern, am 22. November, fand in Luxemburg das Review zum zweiten Projektjahr vor Vertretern der Europäischen Kommission und zwei externen Gutachtern statt, an dem ich zusammen mit meinem Kollegen Kai Nissen teilnahm.
Das Ziel dieses Treffens war es, die Entwicklung der Arbeiten im Projekt zu bewerten und somit über dessen Fortführung zu entscheiden. Die Gutachter hatten zu diesem Zeitpunkt bereits alle Berichte gelesen.

Alle Partner zeigten während des Tages einige Hightlights ihrer Arbeiten und beantworteten weiterführende inhaltliche und finanzielle Fragen. Beispielsweise präsentierten unsere Projektkollegen von Google und JSI die erste Demo ihres DiversiNews-Werkzeuges. Mit diesem interaktiven Instrument kann ein Nutzer Nachrichtentexte zu einem Thema aus verschiedenen Perspektiven – wie positiv oder negativ – anfragen.
Wir stellten in unserer Präsentation das ASQM-Tool vor, das einem Nutzer verschiedene Statistiken und Qualitäts-Analyse-Ergebnisse zu einem Wikipedia-Artikel anzeigt. Darüber hinaus beleuchteten wir zwei darin enthaltene Analysen genauer – den LinkExtractor und WikiGini, das vom Projektpartner KIT entwickelt wurde.
Eine Übersicht aller im Projekt entwickelten Tools und Demos findet sich auf unserer EU-Projektseite.

Nun aber zum eigentlichen Ergebnis:

Das Projekt bekam auch in diesem Jahr eine gute Bewertung. Die Reviewer sprachen von einer weiteren Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr und sind schon auf unsere Abschlussvorstellung im nächsten Herbst gespannt. Das Konsortium erhielt noch einige Verbesserungsvorschläge um einen sehr guten Abschluss sicherzustellen. Nach dieser Vorabeinschätzung wird uns das offizielle Gutachten in einigen Wochen zugeschickt.

Wir sind sehr froh über den Verlauf dieses Treffens und konzentrieren uns nun auf die nächsten anstehenden Arbeiten – den Ausbau der Werkzeuge entsprechend der Bedürfnisse der Wikipedia-Nutzer als auch die abschließende Evaluation.

Wer noch mehr über das Projekt, das Review, die Werkzeuge und die nächsten Aufgaben wissen möchte, kann uns gerne unter render@wikimedia kontaktieren. Oder besucht uns am kommenden Sonntag, den 25. November, in der Geschäftsstelle zum Offenen Sonntag bei WMDE!

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Freiwiligenförderung wird Team Communitys

Bild: gemeinfrei

Ein Bereich des Büros von Wikimedia Deutschland e.V. benennt sich um: von “Freiwilligenförderung” auf “Team Communitys”.

Warum Communitys, nicht Communities?

Das schreibt anscheinend der Duden so vor: Eingedeutschtes würde nicht mehr der Rechtschreibregel des Englischen folgen, meint er.

Warum Communitys, nicht Freiwilligenförderung?

Bei “Freiwilligenförderung” könnte die Aktiv-Passiv-Verteilung zu Missverständnissen führen: “Wir fördern Euch, Ihr werdet von uns gefördert…”. Das trifft einfach die Realität der Wikimedia-Projekte nicht, wo Freiwilligkeit die Standardeinstellung ist (nicht die extra zu benennende, bemerkenswerte Ausnahme) und wo die Beteiligten nicht vorrangig förderungsbedürftig, sondern vorrangig aktiv und kompetent sind. Immerhin sind das ja die Leute, die tausendfach hochwertige qualitative Inhalte geschaffen haben, und außerdem noch eine Organisationsstruktur, die ihresgleichen sucht (im Positiven; das Negative gibt es wohl auch anderswo…)

Jedenfalls möchten wir den Kontakt als einen der Zusammenarbeit sehen, nicht als ein asymmetrisches Fördern/Gefördert-Werden. Vermutlich war der Begriff “Freiwilligenförderung” ohnehin nie in diesem Sinne gemeint; da er aber derlei unangenehme Assoziationen wecken kann wählen wir lieber einen anderen.

Vorschläge für Die Optimale Bezeichnung werden noch entgegengenommen; einstweilen würden wir uns mit “Team Communitys” behelfen.

Warum Communitys, nicht Community?

Wäre wohl beides denkbar, wenn man alle Beteiligten an den Wikimedia-Projekten als eine gemeinsame, zusammengehörige Community sieht, die gleichzeitig intern vielfältig untergliedert ist: nach Projekten, nach Tätigkeitsarten, nach Funktion, nach Persönlichkeitstypus, nach Ansicht und Einstellung. Welche Rolle der Verein und die Angestellten in diesem gemeinsamen Ganzen spielen kann und soll ist für mich eine besonders spannende Frage. Da wir uns vorgenommen haben, uns speziell mit dieser Frage und ihren vielen Facetten nächsten Jahr besonders zu widmen, hoffen wir auf viele interessante Gespräche dazu!

Tut der Bereich jetzt etwas anderes?

Auf jeden Fall laufen die bisher bestehenden Funktionen wie Kostenerstattungen und Organisationshilfe bei Treffen weiter. Was sich darüber hinaus entwickelt, ist Gegenstand der schon oben erwähnten Frage, zu der wir auf einen regen Austausch hoffen. :-)

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Schulbuch-o-Mat – Ein Freies Schulbuch im Selbstversuch

By Jkadavoor, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

“Ein Schulbuch unter einer freien Lizenz sollte man mal machen, in einem Bundesland anwendbar sollte es sein und am besten gemeinsam von vielen erarbeitet werden sollte es”, sagten die einen. – “Aber nein, ohne einen Verlag dahinter ist so ein Projekt gar nicht möglich!” sagten die anderen.

Der Wunsch nach einem Best-Practice-Beispiel durchzieht die deutsche Debatte um Open Educational Resources (OER) und das davon konkret betroffene klassische Schulbuch seit Beginn diesen Jahres. Nun haben sich Heiko Przydhodnik und Hans Wedenig dieser großen Aufgabe ein Freies Schulbuch (unter Creative Commons -Lizenz cc-by) zu verfassen, angenommen.

Ihr Thema: Die Biologie! Seit dem 14.11.2012 haben sie begonnen, Spenden für ihr Vorhaben, ein Freies Schulbuch für die 7./8. Klasse innerhalb des Rahmenlehrplans der Sek1 Berlin zu sammeln. Innerhalb kurzer Zeit berichteten Netzpolitik und andere Medien über ihr Vorhaben. Auf die Berichte müssen nun Taten folgen, um dieses Projekt zu einem erfoglreichen Ende zu bringen, denn es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses Vorhaben daher mit 500€ und dem Aufruf um weitere Unterstützung.

Warum spenden? Für Wikimedia begründet sich das mit dem Vereinsziel, Freies Wissen in der Gesellschaft zu fördern. Dies steht hinter allem was wir tun. Aber einige Gründe können für viele gelten: Der Themenbereich Open Educational Resources bietet nun einen konkreten und wirkungsmnächtigen Anlass, das Ziel Freien Wissens im Alltag der Menschen zu verankern. Freie Bildung ist eine zentrale Schnittstelle dafür. Innerhalb diese Themenfeldes bietet das Freie Schulbuch ein ganz konkretes Beispiel, den Mehrwert und die Chancen Freier Inhalte für alle sichtbar zu machen und Nachahmungseffekte auf breiter Basis auszulösen. An die Erstellung des Buches knüpfen sich natürlich eine ganze Reihe weiterer Themen, die sich rund um Aufklärung und Unheberrechtsfragen ranken. Grundlage aller weiterer Schritte bleiben jedoch Initiativen einzelner Vorreiter.

Was nun? Das Projekt ist gerade erst gestartet, immernoch fehlt der Großteil der benötigten 10.000€. Unter den bisherigen Unterstützern finden sich bereits bekannte OER-Vertreter ebenso wie Lehrer und Eltern. Wir können nur dazu aufrufen, sich an dieser Initiative zu beteiligen, um der Freiheit der Bildungsmaterialien ein Zeichen zu setzen.Wer kein Geld geben kann, der kann auch direkt mit den beiden Initiatoren in Kontakt treten und anderweitig helfen. Jede Hilfe ist wilkommen!

Und was wenn …? Ein solches Pilotprojekt ist natürlich nicht gefeit davor, dass es scheitert. Dessen sind sich alle bewusst. Aber hätten sich die Autoren hinter der Wikipedia diese Frage zu Anfang allzu oft gestellt, gäbe es Wikipedia heute sicher nicht. Frei nach der Devise der Wikipedia wünschen wir dem Projekt demnach alles Gute und hoffen, dass es viele weitere Unterstützer (egal ob finanziel oder auf anderen Wege) findet: Seid mutig!

PS: Und wer weiß, vielleicht ist es auch ein Bild aus Wikimedia Commons, dass schon ein erster Schritt sein kann ...

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