Archiv für Mai, 2012



Dritter Korb, allein zu Haus

“Jetzt ist schon wieder was passiert.” In den letzten Tagen und Wochen durfte man sich als Beobachter der Urheberrechtsdebatte ganz ähnlich fühlen wie der leidgeprüfte Kommissar Brenner in den Romanen von Wolf Haas. Denn tatsächlich passiert ja immer irgendetwas, was man so nicht erwartet hätte. Etwa, dass die derzeit vordringlich mit sich selbst beschäftigte Partei DIE LINKE trotzdem eine Positionsbestimmung für die weiterhin ausstehende Urheberrechtsreform (vulgo: “Dritter Korb”) hinkriegt, die aufhorchen lässt, weil sie z.B. Open Access als Bedingung für Forschungsförderung fordert.

Und nun passiert schon wieder was: Diejenige, die qua Amt die Federführung für das Thema Urheberrecht hat, meldet sich in einem Namensartikel in der FAZ zu Wort und betreibt darin in erster Linie Erwartungsmanagament. Gemach, gemach, Ihr lieben Leute, so laut Ihr auch schreit, so heftig Ihr auch streitet, so gekonnt Ihr medial über Bande spielen mögt – I am still not convinced. Was Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in diesem Text unternimmt, ist nicht weniger als ein geordneter Rückzug vom Projekt einer umfassenden Urheberrechtsreform, zumindest in dieser Legislaturperiode.

In der Hysterie des Augenblicks, bei der die eine Regierungspartei vor allem den Kotau vor der Netzcommunity fürchtet, die andere eher den Verlust der freiheitlichen Grundausrichtung bei der Internetregulierung, kann sie vermutlich nicht anders agieren. Politisch klug verlängert sie die Phase der Ideensammlung, um bei der Ausbalancierung der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern nicht voreilig neue Schieflagen zu erzeugen. Die Rückschau auf die letzten Reformschritte 2003 und 2007 zeigt ja: Die Tendenz hin zum Verwerterrecht schafft immer neue Akzeptanzprobleme und einen fortschreitenden Legitimationsverlust, woran einer Justizministerin schon berufsethisch nicht gelegen sein kann.

Verschärften Methoden der Rechtsduchsetzung, die zuweilen von der CDU ins Spiel gebracht werden, erteilt Leutheusser-Schnarrenberger erneut eine klare Absage: Two- oder Three-Strikes-Modelle, eine Verschärfung der Providerhaftung, selbst Warnhinweismodellen lehnt sie ab, weil dies ihrem freiheitlichen Ethos schlicht widerspricht. Denn sie weiß: “Das Recht muss von den Bürgern akzeptiert werden. Es kann nicht allein davon leben, dass es von den Gerichten gegen das allgemeine Bewusstsein durchgesetzt wird.” Den möglichen Weg aus dem Dilemma beschreibt sie mit einer klassisch liberalen Denkfigur: “Die Selbstregulierungskräfte des Netzes müssen geweckt und genutzt werden. Die Zentralgestalt des Netzes ist nicht der Staat, sondern der mündige Nutzer. Transparenz und Information entfalten eine steuernde Kraft, die durch die Rechtssetzung unterstützt werden müssen.”

Was heißt das aber konkret? Welche Prioritäten in der Rechtsetzung bleiben? Eine Kulturflatrate, so viel ist klar, hält Leutheusser-Schnarrenberger schon aus ordnungspolitischen Gründen (“ökonomisch widersinnige Zwangskollektivierung”) für vollkommen falsch. Und die Einführung einer Generalklausel zur Entkriminalisierung bestimmter Nutzungshandlungen bügelt sie mit einer etwas formalistischen Begründung weg: So scheitere eine Übernahme der amerikanischen Fair-Use-Regelung ins deutsche Urheberrecht bereits am abschließenden Schrankenkatalog zum Privat- oder Bildungsbereich in der EU-Richtlinie. Damit macht sie eigentlich schon die Tür zu für die Entwicklung einer eigenen Wissenschaftsklausel, die etwa das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Forschung seit langem fordert.

Die Problematik verwaister Werke behandelt sie eher pflichtschuldig und am Rande. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass sie die entsprechende EU-Richtlinie abwarten will, um die Umsetzung in nationales Recht kompatibel zu machen. Insgesamt, so hat man den Eindruck, geht es ihr vordringlich darum, Erwartungen zu dämpfen und die Situation vorerst zu befrieden: “Die Verschränkung der Akteure erlaubt im Moment keinen großen Wurf und kein Superreformgesetz”, schreibt sie. Dass sie dabei das im Koalitionsvertrag verabredete Leistungsschutzrecht für Presseverlage so konsequent ausspart, lässt allerdings genügend Raum zur Spekulation, dass es bei diesem Gesetzesmoratorium nicht bleiben dürfte. Nur den Dritten Korb, den werden wir unter Schwarz-Gelb so eben nicht mehr erleben.

Recht aufschlussreich ist der Vergleich zum Beginn ihrer Amtszeit. Bei ihrer “Berliner Rede zum Urheberrecht” vom 14.06.2010 hatte sich vieles noch anders, irgendwie offensiver angehört. Den Begehren von Springer und Burda, eine Art Google-Sondersteuer zu schaffen, hielt sie damals streng entgegen: “Ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger bringt junge Leute nicht dazu, Zeitungen zu kaufen, und lässt Werbekunden nicht ihre Investitionsentscheidungen revidieren.” Ihr Beharren auf wettbewerbliche Lösungen gipfelte in dem fast schon legendären Satz: “Wir wollen keine Schonräume schaffen für Geschäftsmodelle, deren Zeit abgelaufen ist.”

Das Leitmotiv der Berliner Rede hieß “Leistungsgerechtigkeit”, also eine Herangehensweise an das Urheberrecht, die vor allem den Aspekt der monetären Entlohnung und des Investitionsschutzes in den Vordergrund stellte. Leutheusser-Schnarrenberger sah einen Gegensatz zwischen den Besitzstandswahrern und jenen, die “im Ausschließlichkeitsrecht des Urhebers, über die Nutzung seines Werkes zu bestimmen, nur noch ein sozialschädliches Monopol” sehen. Mittlerweile dürfte auch sie eingesehen haben, dass die Frontverläufe bei den Copyright Wars weitaus differenzierter sind.

Irritierend war und ist ihr Festhalten an einer Vorstellung von Werkschöpfung und Autorschaft, die neuere Entwicklung der commons-based-peer-production (Yochai Benkler) komplett ignoriert. So schrieb sie der weltweiten Bewegung für offene Zugänge und freie Inhalte 2010 ins Stammbuch: “Das Konzept von ‘Open Culture’ ist … ein Irrtum. Wo der Autor, wo die Zuordnung kreativer Werke zu ihren Schöpfern und zu den Rechteinhabern verschwimmt, da erodiert die Basis für Kreativität und kulturelle Vielfalt.” Ob dieser Befund einer Überprüfung z.B. anhand der Wikipedia wirklich standhielte?

Klar scheint: Leutheusser-Schnarrenbergers Partei, die FDP, nimmt im Panorama der Urheberrechtsdebatte die Rolle des Lordsiegelbewahrers einer wirtschaftlichen Funktionslogik bei der Kulturproduktion ein: Werke entstehen nur, wenn sie möglichst exklusiv verwertet werden können. In diesem Sinne hieß es in den Karlsruher Freiheitsthesen der FDP für eine offene Bürgergesellschaft vom 22.04.2012 recht schneidig: “Die Absage an geistiges Eigentum ebnet den Weg in einen Sozialismus geistiger Leistungen zum Schaden aller Beteiligten: Den schöpferisch Tätigen fehlt jeder Anreiz, sodass unserer Gesellschaft Innovations- und Kreativpotentiale verloren gehen.” Aus dieser Prämisse zogen die Liberalen dann folgende Konsequenz: “Die Durchsetzung bestehender Regelungen zum geistigen Eigentum muss stets Vorrang vor der Schaffung neuer Regelungen haben.”

Vollkommen zwischen den Stühlen: Das ist, wir ahnten es längst, die unkomfortable Situation der Überzeugungsnichttäterin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Man darf ihr für ihre Standfestigkeit deshalb durchaus Respekt zollen.

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Wikimedia:Woche 22/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (22/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMANIA 2012

Die Wikimedia Foundation hat eine Pressemitteilung zur bevorstehenden Wikimania in Washington, D.C. veröffentlicht. Die weltgrößte Konferenz zu den Themen Wikipedia und Freies Wissen findet vom 12. bis 14. Juli statt. Das nun verkündete Programm enthält verschiedene Schwerpunkte (wie Kultur, Forschung oder Technologie) und umfasst über 100 Vorträge.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND

Das Protokoll der 10. Mitgliederversammlung in Berlin ist veröffentlicht worden.

Projekte und Initiativen

ZEDLER-PREIS: NOMINIERUNGEN

Die Nominierungen in den drei Wertungskategorien des Zedler-Preises für Freies Wissen sind veröffentlicht worden.

PETITION FÜR FREIEN ZUGANG ZU FORSCHUNGSARBEITEN

Die Wikimedia Foundation unterstützt offiziell eine Petition an die U.S.-Regierung, Forschungsarbeiten frei zugänglich zu machen, die aus der Finanzierung mit öffentlichen Mitteln hervorgegangen sind:

HOCHSCHULPROGRAMM KAIRO

Mit dem bevorstehenden Semesterende in Ägypten zieht die Wikimedia Foundation Bilanz des aktuellen Hochschulprogramms in Kairo. Eine zentrale Erkenntnis: Als besonders bedeutend in der Artikelarbeit stellten sich Übersetzungen vorhandener Artikel heraus. Zahlen: Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben die Studenten in Kairo rund 850.000 Zeichen (565 Schriftseiten) an Inhalt produziert.

WIKIPEDIA ZERO

Als erster Mobilfunkanbieter der Telenor-Gruppe in Malaysia hat das Unternehmen Digi den kostenlosen Datenzugang zu Wikipedia für seine Kunden gestartet.

FREIES WISSEN IM BILDUNGSBEREICH

Elly Köpf berichtete im WMDE-Blog bereits vor einiger Zeit über die steigende Nachfrage an Open Educational Ressources. Aktuell wurde nach dem ersten „Whitepaper OER“ von Jöran Muuß-Merholz und Felix Schaumburg nun ein weiteres Whitepaper „Digitale Lehrmittelfreiheit“ veröffentlicht. D64 ruft unter dem Motto „Digitale Lehrmittelfreiheit: Mehr als digitale Schulbücher“ unter anderem dazu auf, ein deutschlandweites Kompetenzzentrum zu OER einzurichten, und zeigt konkrete Beispiele aus dem internationalen Kontext auf. Beide Seiten geben einen guten Einblick in die Debatte und zeigen, dass OER und die damit verbundene Thematik um Freies Wissen für den Bildungsbereich eine große Rolle spielen.
Ein auswertender Rückblick auf die Fachtagungen iMedia und Globales Lernen digital, an denen das Wikipedia-Schulprojekt teilnahm, findet sich im Blog von Wikimedia Deutschland:

Technik

UPLOAD WIZARD

So heißt das Werkzeug zum Hochladen von Mediendateien auf Wikimedia Commons, das nunmehr seit einem Jahr als Alternative zum bisherigen Hochladeverfahren zur Verfügung steht. Die Wikimedia Foundation hat hierzu einen Zwischenbericht veröffentlicht. Darin wird unter anderem von steigenden Nutzerzahlen bei Wikimedia Commons gesprochen, die vornehmlich auf den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments und den Upload Wizard zurückzuführen seien. Das Werkzeug bietet speziell für Aktionen, bei denen viele Dateien hochgeladen werden, eine eigene “Kampagnenfunktion”. In Zukunft sollen überdies sehr große Dateien mit bis zu 500 MB Größe über den Upload Wizard hochladbar sein.

INTERWIKI-KARTE

Mit einem entsprechenden Präfix können von jeder Webseite, die die MediaWiki-Software benutzt, sogenannte Interwiki-Links auf beispielsweise Wikipedia-Artikel gesetzt werden. Bislang gab es für die verfügbaren Präfixe ausschließlich händische Listen. Seit dem 29. März gibt es eine Erweiterung der MediaWiki-Software, mit der eine entsprechende Übersicht automatisch in der Benutzeroberfläche erscheint.

Studien und Statistik

WIKIMEDIA FOUNDATION: RESEARCH NEWSLETTER

Die monatliche Zusammenfassung der Wikimedia Foundation zu Studien rund um Wikipedia enthält wieder eine Reihe von Themen: Ein soziologischer Artikel argumentiert, dass der Diskurs unter Bearbeitern von Wikipedia oft irrational sei, dennoch aber wirkungsvoll. Außerdem: Eine Studie untersucht, wie besonders hochgeschätzte Wikipedia-Autoren zu ihrem guten Ruf kommen. Auf technischer Seite untersucht eine Studie die Bedürfnisse, die beim Übersetzen von Artikeln entstehen. Demnach sollten Erweiterungen der MediaWiki-Software entwickelt werden, die wiederkehrende Probleme beim Übersetzen lösen könnten (z.B. durchgängige Terminologie). Alle Themen des Newsletters:

Termine

BILD DES JAHRES

Seit dem 26. Mai können Stimmberechtigte über das Wikimedia Commons-Bild des Jahres 2011 abstimmen. Alle Details sind auf der Projektseite zu finden. Wahlende ist der 4. Juni 2012:
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Wikipedia trifft Archäologie

Berlin: Der erste offizielle Wikipedian in Residence im noblen Deutschen Archäologischen Institut


Als vor zwei Jahren in London Liam Wyatt als erster Wikipedian in Residence als humane Schnittstelle zwischen der Welt der Wissenschaften  und der nicht weniger anspruchsvollen Welt der Wikipedia vermittelte war nicht absehbar, dass es so bald schon gelingen würde am rennomierten Deutschen Archäologischen Institut  (DAI) den ersten Wikipedian in Residence in Deutschland zu installieren. Marcus Cyron wird in den nächsten sechs Monaten als Botschafter von Berlin Dahlem aus in die über die ganze Welt verteilten Grabungsstätten  und zurück in die bald 200-jährige Forschungsgeschichte des Instituts wirken und dabei möglichst viele Wikipedianer und Mitarbeiter des DAI miteinander an den virtuellen Schreibtisch bringen. Geplant sind gemeinsame Workshops und Führungen, aber auch Studienreisen zu den näher gelegenen Grabungsorten. Ich freue mich schon auf Marcus Berichte hier im Blog.

Nach der Kooperation mit der Open Knowledge Foundation, in der Daniel Mietchen als Resident wirkt, und der jetzt beginnenden am DAI startet im Juli die dreimonatige Kooperation mit der Stiftung Berliner Stadtmuseum im Rahmen der Ausstellung BERLINmacher. Hier kann man sich noch bis zum 15. Juni auf die Position des Wikipedian in Resident bewerben.

Unser Ziel ist es, durch die Residents wie auch Veranstaltungen wie “Wikipedia trifft Altertum” gemeinsam mit aktiven Wikipedianern allgemein die Zusammenarbeit zwischen Wikimedia-Projekten und wissenschaftlichen sowie kulturellen Einrichtungen zu fördern. Wissensvermittlung ist jenen wie auch uns ein gemeinsames Anliegen. Zu Teil blicken die Einrichtungen auf eine sehr lange Tradition der Wissensvermittlung und Bewahrung zurück. Der Austausch über deren Methoden und Medien und denen, derer wir uns in der Wikipedia und den anderen Wikimedia Projekten bedienen können, kann für beide Seiten nur fruchtbar sein. Gleichzeitig wollen wir gewissermaßen vor Ort natürlich für die Befreiung des Wissens werben. Wer die öffentliche Diskussion zum Urheberrecht in den Medien verfolgt, kann sich vorstellen, dass zu unseren Aufgaben viel Aufklärungs- und Beziehungsarbeit im besten Sinne gehört. In diesem Sinne stehen wir erst am Anfang einer spannenden Entwicklung und ich freue mich, wenn wir uns gemeinsam auf die Erforschung der Möglichkeiten machen.

Detailliertere Informationen zum Wikipedian in Residence im DAI sind unserer Pressemitteilung  zu entnehmen.

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Zedler-Preis 2012: 17 Artikel und Projekte sind nominiert!

Der Zedler-Preis für Freies Wissen 2012

Freies Wissen und ehrenamtliches Engagement gehören unzweifelhaft zusammen. Auch die Wikimedia-Projekte basieren auf ehrenamtlicher Arbeit. Um dieses Engagement gebührend zu würdigen, hat Wikimedia Deutschland den Zedler-Preis für Freies Wissen ins Leben gerufen. Der als Nachfolger der Zedler-Medaille konzipierte Preis wird am 1. Juli 2012 erstmalig in Berlin verliehen. Ausgezeichnet werden ein Wikipedia-Artikel, ein Projekt der Wikimedia-Community und ein externes Projekt im Bereich Freien Wissens.

Die Jury hat entschieden

Die 16-köpfige Jury für den Wettbewerb setzt sich zusammen aus Mitglieder der Community und externen Experten. Geballtes Fachwissen aus Wikipedia und Wikimedia-Projekten trifft auf Expertise aus der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Chaos Computer Club, dRadio Wissen und Creative Commons Deutschland. In den letzten Monaten haben die in Jurymitglieder die Vorschläge gesichtet, kommentiert und in On- und Offlinesitzungen diskutiert und sich auf insgesamt 17 Nominierte geeinigt.

Preisverleihung am 1. Juli in Berlin

Am 1. Juli 2012 werden die Juroren ihre finale Entscheidung über die jeweiligen Gewinner bekannt geben. Ab 14:00 Uhr lädt Wikimedia Deutschland alle Freundinnen und Freunde Freien Wissens zur Preisverleihung in den SUPERMARKT in Berlin (Brunnenstraße 64) ein, um gemeinsam die Gewinner zu bestaunen und zu feiern. Begleitet von einem festlichen Rahmenprogramm, durch das unser Vorstand Pavel Richter führen wird, werden die drei Haupt- sowie zwei Sonderpreise verliehen.

Die Preisverleihung findet im Anschluss an die Wikipedia Academy statt und endet gegen 17 Uhr – früh genug also, um es pünktlich zum Finale der Fußball-Europameisterschaft nach Hause oder vor die nächste Großleinwand zu schaffen. Bitte meldet euch bis zum 22. Juni 2012 unter zedler@wikimedia.de zur Preisverleihung an.

Nominiert für den Zedler-Preis 2012

Die Nominiertenliste liest sich wie ein Jahresrückblick 2011:

Kategorie I: Wikipedia-Artikel des Jahres

Goetheanum
Matthäus-Passion (J. S. Bach)
Methanol
Nationalsozialistischer Untergrund
Nuklearkatastrophe von Fukushima
Pizzakarton

Kategorie II: Community-Projekt des Jahres

Blume der Woche
Geographicus Rare Antique Maps
österreichisches Portal Denkmallisten
Wiki Loves Monuments Deutschland
Wikipedia trifft Altertum
WikiProjekt Kakteen

Kategorie III: Externes Wissensprojekt des Jahres

Aktion “Kinder wollen singen” des Vereins Musikpiraten
Hackteria | Open Source Biological Art
offene-bibel.de
OpenStreetMap
VroniPlag

Alle Freundinnen und Freunde Freien Wissens sind herzlich eingeladen, an der Preisverleihung teilzunehmen und die Gewinner zu bestaunen und gemeinsam mit uns zu feiern.

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Ausblick: Berlin Hackathon 2012

Am kommenden Wochenende (1.-3. Juni 2012) findet der Berlin Hackathon 2012 statt. In der Station Berlin erwarten wir rund 130 Teilnehmer: Hier kommen die ehrenamtlichen MediaWiki-Entwickler mit Angestellten der Wikimedia Foundation und von Wikimedia Deutschland zusammen, um gemeinsam an der Technik hinter den Wikimedia-Projekten zu arbeiten.

Der offizielle Start des Hackathons ist am Freitag um 17 Uhr. Am Donnerstag und Freitag treffen sich aber zunächst noch die Teams von Wikidata und Render, um mit Entwicklern der Wikimedia Foundation über die beiden Projekte zu sprechen, Ideen auszutauschen und die gemeinsame Arbeit zu fördern. Das komplette Programm und alle notwendigen Informationen finden sich im Veranstaltungswiki.

Erstmalig wird der Hackathon nicht allein von Wikimedia Deutschland ausgetragen: Wir arbeiten in der Vorbereitung Hand in Hand mit der Wikimedia Foundation zusammen und beide Organisationen stellen gemeinsam die Gelder für die Finanzierung zur Verfügung. Die Konferenzsprache ist Englisch, auf der Projektseite findet sich eine Übersicht über die Themen und Ziele der diesjährigen Veranstaltung:

Goals and topics for the Hackathon.

This is the premier event for the MediaWiki and Wikimedia technical community. We’ll be hacking, designing, and socialising.

Our goals for the event are to bring 100-150 people together, with lots of people who have not attended such events before. User scripts, gadgets, API use, Toolserver, Wikimedia Labs, mobile, structured data, templates — if you are into any of these things, we want you to come!

Goals:

  • More outreach to variety of people – aim for 120-130 participants (judging that ~100 came last year)
  • Get Lua training for anyone who wants it
  • Inform people about ResourceLoader 2 & new Gadgets support, train JS authors
  • Get Labs or Toolserver accounts for anyone who wants them
  • Get at least 5 gadgets/tools/templates/bots developers/authors to get into larger Wikimedia community, stay in it 3 months after event
  • Facilitate chapter tech community
  • Keep last year’s quality of experience while upping attendance
  • Better social events that help build relationships, facilitate mingling.

Der Hackathon wird sowohl live in Ehterpads dokumentiert, auf twitter könnt ihr dem Hashtag #wmdevdays folgen und im IRC-channel #mediawiki auf FreeNode live dabei sein. Es wird außerdem eine umfassende Videodokumentation der Veranstaltung und der Tutorials angefertigt. Während der gesamten Veranstaltung gilt die Friendly Space Policy.

Ansprechpartner bei der Foundation ist Sumana Harihareswara, die sich sowohl um das Programm als auch die Betreuung der Teilnehmer kümmert. Bei Wikimedia Deutschland sind Nicole Ebber und Maria Rößler verantwortlich. Happy Hacking!

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Bildung und Wissen unterwegs – iMedia und co

Neben den Workshops, die wir in ganz Deutschland regelmäßig durchführen, standen in diesem Monat für den Bereich “Bildung und Wissen” wieder mehrere Tagungen auf dem Programm. Wir waren daher u.a. am 22. Mai 2012 auch in diesem Jahr wieder mit einem Stand auf der iMedia, der großen zentralen rheinland-pfälzischen Lehrertagung in Mainz, vertreten, um dort das Programm Wikipedia macht Schule und den Bereich zu präsentieren. Über 1300 Lehrerinnen und Lehrer nahmen an der Tagung teil, und das Interesse an Wikipedia im Unterricht hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal erheblich zugenommen. Cornelia Trefflich und der freie Referent Jürgen Fenn verteilten Informationsmaterial, standen für viele Einzelfragen zur Verfügung und haben Anfragen zu weiterführenden Informationen entgegengenommen.

Gut 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zu dem Workshop zum Thema „Wikipedia im Unterricht – Chance oder Risiko?!“ und beteiligten sich an einer konstruktiven Diskussion, die am Ende auf die Frage hinauslief, was es für die Pädagogik bedeute, wenn das Wissen jederzeit über das Internet für alle abrufbar ist. Die gestellten Fragen spiegelten auch gut die Erfahrung wieder, die wir in sonstigen Workshops beobachten. Wie sollte unter den gegebenen  Umständen Medienkompetenz und Informationskompetenz im Unterricht bestmöglich hergestellt werden? Wie kann man die Inhalte in Wikipedia angesichts ihrer Allgegenwärtigkeit auch in den Suchmaschinen kritisch prüfen? Und welche Möglichkeiten gibt es für Lehrer und Schüler, sich an der Erstellung von Inhalten für Wikipedia zu beteiligen?

Im direkten Gespräch am Stand nahm die Frage nach lizenzrechtlichen und urheberrechtlichen Fragen gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Aufgrund der Diskussion um Open Educational Ressources (OER) durch den sogenannten “Schultrojaner” und den engen Vorgaben für das Kopieren von Materialien, die von den Schulbuchverlagen angeboten werden, sehen sich viele Lehrerinnen und Lehrer vor erhebliche Probleme gestellt, wenn sie mit ihren Schülern vollständig digital arbeiten möchten. Deshalb ist das Interesse an Lehrmaterial, das unter einer freien Lizenz steht, erheblich gewachsen. Entsprechend der Konkretisierung der Fragen auf die Weiternutzung Freier Inhalte war auf der Tagung das neue Faltblatt, das Wikimedia Deutschland zu freien Lizenzen erstellt hat, stark nachgefragt. Darin wird die lizenzkonforme Nutzung freier Inhalte anschaulich erklärt. Bilder von Wikimedia Commons und Wikipedia-Artikel können ohne Einschränkungen für Arbeitsblätter und Präsentationen im Unterricht verwendet werden, daher ist auch hier das Interesse groß.

Tags darauf waren wir auf der Fachtagung Globales Lernen digital vertreten, die im Rahmen der Mediale vom Studiengang Online-Journalismus der Hochschule Darmstadt ausgerichtet wurde. An der Konferenz nahmen zahlreiche Referenten aus dem Bildungsbereich sowie von NGOs teil, die an grundlegenden Informationen über die Entwicklung im Web 2.0 und im Bildungswesen interessiert sind. Das Interesse an dem Thema Freies Wissen und Globales Lernen war groß (die Inhalte der Präsentation stehen auf Wikiversity zur Verfügung). Insbesondere zu den Initiativen der Wikimedia Foundation zum Abbau der Digitalen Kluft zwischen Nord und Süd mittels einer Zusammenarbeit mit einem Mobilfunkprovider in Afrika sowie durch das Outreach-Programm ergab sich eine interessante Diskussion aufgrund der Nachfragen zu dem Impuls des Referenten. Es besteht großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit seitens der Hochschule zur Vermittlung von grundlegenden Informationen über Wikipedia, über freie Inhalte und über die Arbeit der Wikimedia Foundation und der Fördervereine, das wir gerne aufgreifen.

Wikimedia Deutschland hat sich in diesem Jahr die Weiternutzung Freier Inhalte zum Ziel gesetzt und freut sich, im Rahmen der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Open Educational Resources, eine Beitrag leisten zu können. Interessierte können ihre Lehrmaterialien auf der Plattform Wikiversity zur Verfügung stellen, um sie dort gemeinsam unter freier Lizenz zu teilen und weiterzuentwickeln. Gerne klärt Wikimedia auch über die Nutzung und Bearbeitung der Inhalte auf und unterstützt Sie bei ihren Fragen. Abschließend zeigt sich für den Bereich Bildung und Wissen, dass rund um “Freies Wissen” und “Bildung” derzeit vieles im Umbruch ist und der Bereich einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, die theoretische Diskussion um OER mit der praktischen Nutzung zu verknüpfen. Wir freuen uns auf die weitere Arbeit mit Euch und stehen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Es grüßen, Jürgen Fenn und Elly Köpf

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Wikimedia:Woche 21/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (21/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

VERTRETER DER FÖRDERVEREINE IM BOARD OF TRUSTEES NEU GEWÄHLT

Die Fördervereine haben zwei neue Vertreter im Kuratorium der Wikimedia Foundation bestimmt. Gewählt wurden Alice Wiegand, die von Wikimedia Deutschland vorgeschlagen wurde, und der Vorsitzende von Wikimedia Argentinien, Patricio Lorente. Sie folgen auf Arne Klempert und Phoebe Ayers, die seit 2009 bzw. 2010 als “chapter-selected members” im Gremium tätig waren.

GRANT ADVISORY COMMITTEE (GAC)

Das Grant Advisory Committee, das Empfehlungen für die Vergabe finanzieller Unterstützung der Wikimedia Foundation an Individual-Projekte gibt, soll personell aufgestockt werden.

COMMUNITY FELLOWS

Die Wikimedia Foundation hat die temporäre Verpflichtung von zwei sogenannten Community Fellows bekanntgegeben, die in der Regel für 12 Monate an einem eigenen Projekt arbeiten. Tanvir Rahman wird in der Autorenförderung speziell für kleinere Sprachversionen von Wikipedia tätig sein. Die zweite Neuverpflichtung im Fellowship-Programm ist Steven Zhang, dessen Aufgabengebiet das Vermitteln bei Konflikten zwischen Autoren sein wird. Näheres zu den beiden Fellows:

WIKIMEDIA INDIEN

Im November 2011 fand in Indien eine durch die Wikimedia Foundation geförderte Wikimedia Conference statt. Ein auswertender Bericht ist nun im Meta-Wiki erschienen.

MONATSBERICHTE

Wikimedia Frankreich hat den Monatsbericht für April veröffentlicht:

WIKIMEDIA CHAPTERS ASSOCIATION

Ein Entwurf der Geschäftsordnung für die Wikimedia Chapters Association wurde veröffentlicht:

FUNDS DISSEMINATION COMMITTEE (FDC)

Wie sollen die Spendengelder verteilt werden? Das Kuratorium der Wikimedia Foundation hat beschlossen, ein Gremium zu etablieren, das entsprechende Empfehlungen erarbeitet. Anregungen und Kritik zum Prozedere und zur Zusammensetzung und Arbeit des Gremiums werden erneut ausdrücklich angefragt.

Projekte und Initiativen

MONMOUTHPEDIA

Kürzlich startete das Projekt MonmouthPedia, in dem die walisische Stadt Monmouth mit über 500 Wikipedia-Artikeln dargestellt wird. Gebäude, Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten der Stadt sind außerdem mit QR-Codes versehen, über die Besucher direkt die entsprechenden Artikeln in mehreren Sprachen aufrufen können. Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der Idee und ihre Umsetzung bietet ein Beitrag im Blog der Wikimedia Foundation.

HOCHSCHULPROGRAMM VON WIKIMEDIA TSCHECHIEN

Zum einjährigen Bestehen des Hochschulprogramms in Tschechien ist ein Zwischenbericht in englischer SPrach erschienen. Darin wird unter anderem auf die geringen personellen Ressourcen des Programms verwiesen, die zu einer Änderung des Schwerpunkts führen. Zukünftig soll verstärkt auf eine E-Learning-Einleitung zu Wikipedia gesetzt werden:

BERICHT DES VANDALISMUSBEKÄMPFUNGSTREFFENS

Am 12. und 13. Mai traf sich eine Reihe von “Vandalenjägern” zu einem Arbeitstreffen in Frankfurt am Main. Ergebnisse des Treffens können unter folgendem
Link nachgelesen werden:

URHEBERRECHTSDEBATTE

Anlässlich einer öffentlichen Anhörung des Unterausschusses Neue Medien über “Vermarktung und Schutz kreativer Inhalte im Internet”, die im Bundestag stattfand, hat Jan Engelmann von Wikimedia Deutschland den aktuellen Stand der Debatte zusammengefasst:

Technik

HILFE BEIM TESTEN VON MEDIAWIKI

Die Wikimedia Foundation hat den Rhythmus, in dem Aktualisierungen der MediaWiki-Software veröffentlicht werden, in letzter Zeit erhöht. Nun folgt ein allgemeiner Aufruf, sich bei den dazugehörigen Testterminen zu beteiligen. Die nächste gemeinschaftliche Arbeitsrunde findet am 9. Juni statt.

UNIVERSAL LANGUAGE SELECTOR

Der sogenannten Universal Language Selector steht für ein Projekt, mit dem alle Sprachversionen, die von der MediaWiki-Software unterstützt werden, übersichtlich angezeigt, ausgewählt und nach der Unterstützung auf dem eigenen Rechner geprüft werden können. Im Blog der Foundation wird aufgerufen, das neue Werkzeug zu testen und Hinweise wie Kritik gerne an die Wikimedia Foundation weiterzuleiten.

Termine

IRC-SPRECHSTUNDEN

In der nächsten Zeit werden folgende Sprechstunden mit Wikimedia-Mitarbeitern per Chat stattfinden (alle Zeiten mitteleuropäische Sommerzeit):
  • 29. (auf Englisch) und am 30. Mai (auf Deutsch), jeweils 18.30–19.30 Uhr unserer Zeit, sind Lydia Pintscher und Denny Vrandečić zu allen Fragen rund um Wikidata zu erreichen.
Jeweils auf Freenode im Kanal #wikimedia-office.

ANMELDUNG ZUR WIKIPEDIA ACADEMY 2012 GEÖFFNET

Vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 findet in Berlin die Wikipedia Academy: Research and Free Knowledge (#wpac2012) statt. Wikimedia Deutschland organisiert die Konferenz erstmalig in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin und dem Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf der Forschung mit, über und in Wikipedia.
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Veranstaltungsankündigung: Commons-Sommerschule

Vom 22.-30. Juni findet in Thüringen die Commons-Sommerschule statt.

Wikimedia Deutschland stellt für die Veranstaltung bis zu zwei Reisestipendien für Anreise, Teilnahmegebühr und Unterkunft zur Verfügung. Interessierte wenden sich dazu bitte bis zum 3. Juni 2012 mit folgenden Informationen an community@wikimedia.de:

  • kurzes Motivationsschreiben inkl.
  • kurzer Übersicht über dein Engagement in den Wikimedia-Projekten oder anderen Projekten, die Freies Wissen fördern
  • und einem Vorschlag, wie du das bei der Commons-Sommerschule erworbene Wissen und die Erfahrungen zurück in die Community tragen möchtest

“Commons” steht in diesem Fall übrigens für Allgemeingüter, damit sind weder explizit das Medienarchiv Wikimedia Commons noch die Creative-Commons-Lizenzen gemeint.

Wir übernehmen hier gerne den Ankündigungstext, den uns das Organisationsteam zur Verfügung gestellt hat.

Wie gewöhnliche Menschen außergewöhnliche Dinge tun

Das ist das Motto, unter dem die erste deutschsprachige Commons-Sommerschule vom 22. – 30. Juni in Thüringen steht. Den Titel haben wir gewählt, weil wir erstens überzeugt sind, dass alle Menschen wissen was Commons sind und wie wir damit umgehen müssen, dass wir deshalb alle Expertinnen und Experten für Commons sind, und keine “außergewöhnlichen” Menschen brauchen, um Commons herzustellen und zu erhalten. Weil wir aber zweitens finden, dass es schon außergewöhnlich ist, wenn in Zeiten wo alle von Finanz- und Wirtschaftskrise, von Sparprogrammen, Wachstumszwang und Schulden reden, manche genau das Gegenteil tun: Geld Geld sein lassen und sich auf die Suche nach dem Guten Leben machen. Gemeinsam Dinge organisieren, Verantwortung übernehmen, damit alle ihre Bedürfnisse befriedigen können und die natürlichen Ressourcen bewahrt werden und die geistigen und kulturellen Güter sich vermehren können. Wie wir das unter diesen Rahmenbedingungen am besten machen können, wie wir dazu beitragen können, dass die Commons sich vermehren und immer mehr unserer Bedürfnisse abdecken, darum soll es bei dieser Sommerschule gehen.

Wir wünschen uns, dass dort viele verschiedene Menschen zusammenkommen um die ganze Vielfalt der Commons abzudecken. Menschen, die sich theoretisch mit Commons beschäftigen und die aus der Praxis kommen. Software-Freaks und Mundräuber, solidarische GärtnerInnen und Menschen aus Wohnprojekten, PiratInnen und kritische ForscherInnen, um ihre Erfahrungen auszutauschen, gelungene und misslungene Beispiele vorzustellen, Konzepte und Methoden weiter zu entwickeln, sich zu vernetzen und vielleicht entsteht auch das eine oder andere gemeinsame Projekt.

Das Programm ist abwechslungsreich und interaktiv, mit viel Platz für Wünsche und Interessen der TeilnehmerInnen. Es umfasst theoretische Diskussionen anhand von kurzen Inputs oder Texten, die Zusammenführung von Praxiserfahrungen aus verschiedenen Projekten, Projektbesuche in der Umgebung und strategische Elemente zur Stärkung der Commons auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.

Der Teilnahmebeitrag beträgt inklusive Verpflegung (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) für 8 Tage € 250 (ermäßigt € 160, Ermäßigung kann formlos und nach Selbsteinschätzung bei der Anmeldung beantragt werden). Hinzu kommen die Kosten für die Übernachtung in Höhe von 5 bis 10 Euro pro Person und Nacht.
Weitere Informationen finden sich auf der Website, Rückfragen und Anmeldungen nimmt Brigitte Kratzwald entgegen.

UPDATE 14.06.2012:
Drei Bewerber haben sich um das Reisestipendium beworben, und wir haben nach Sichtung der Bewerbungen entschieden, ein Stipendium an Julia Gechter zu vergeben. Julia wird die Sommerschule filmisch begleiten und diese Videodokumentation unter CC-BY-SA bereit stellen. Die Aufnahmen werden außerdem in einen Dokumentarfilm über Theorie und Praxis der Commons und verschiedener Commonsprojekte verwendet, der ebenfalls unter freier Lizenz veröffentlicht wird. Julia wird im Anschluss des Camps darüber hinaus einen kurzen Bericht für uns Blog verfassen. Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns auf das Ergebnis!

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MAI-Tagung: Museums and the Internet

Seit 2001 treffen sich netzafine Museumsmenschen zur MAI-Tagung, Akronym für “Museums And the Internet”. Nachdem in den Jahren zuvor schon Helge Rieder das Wikipedia-Fähnlein hoch gehalten hatte, sollten die Wikimedia-Projekte, sollte vor allem Wikipedia im Jahr 2012 eine deutliche Präsenz zeigen. 2012 gehört der GLAM-Bereich zu den Schwerpunkten der Wikimedia-Arbeit, sei es durch die ersten offiziellen Zusammenarbeiten beim “Wikipedian in Residence” oder bei “Wiki Loves Monuments“. So nahm ich einmal mehr an einer Fachtagung teil, dieses mal jedoch auch in einer aktiven Rolle.

Nachdem die Tagung am Montag dem 21. Mai in der Alten Handelsbörse eröffnet wurde, stellte Ivana Scharf ihren Versuch des Crowdfundings für kulturelle Bildung vor, es folgten Geo- und Culturecachingvorschläge für den musealen Bereich. Viele der folgenden Beiträge beschäftigten sich mit der Nutzung mobiler Endgeräte, der Barrierefreiheit und dem Einsatz des Internets für die schulische Bildung. Ebenfalls vorgestellt wurde das Projekt “Linked Heitage“. Am zweiten Tag drehte sich vieles um Social-Media-Themen: Facebook, Google+, Youtube und Blogs.

Letzter Vortrag im Social-Media-Block war mein Beitrag “Wikipedia trifft Museen – der “Wikipedian in Residence” und andere Formen der Kooperationen zwischen Museen und Wikipedia”. Es war mein erster Vortrag und auch meine erste selbst erstellte Präsentation. Wie mir hinterher freundlicherweise versichert wurde, habe ich mich dabei nicht blamiert. Es war schwer, alle meine Themen in nur 15 Minuten unterzubringen. Doch trotz der Kurzform in allen Bereichen konnte ich nur meine beiden ersten, letztlich auch die Wichtigsten, vorstellen. Nach einer sehr kurzen Einleitung angereichert mit einigen Statistiken stellte ich wie im Titel schon angezeigt das “Wikipedian-in-Residence”-Konzept vor. Danach das Tagungsmodell “Wikipedia trifft…”, für das in näherer Zukunft “Wikipedia trifft Museen” geplant ist. Zu “Wiki Loves” – “Art” und “Monuments” – kam ich leider nicht mehr, ebenso wenig zum Hochschulprogramm. Aber auch das was ich präsentierte wurde sehr positiv aufgenommen. Sowohl “Wikipedia trifft Museen”, als auch “Wikipedia trifft Archäologie”, wurde erfreut zur Kenntnis genommen und vielfach direktes Interesse angemeldet. Auch das Residence-Programm fand Interesse, obwohl auch einfache Schulungen der Museumsmitarbeiter angefragt wurden.

Nach meinem Vortrag folgten zwei Stunden mit Kurzvorträgen, vor allem zu praktischen Beispielen der Nutzung der neuen Medien im musealen Raum. Sicher war nicht jedes Thema aus wikipedianischer Sicht von Interesse, dennoch sind diese Blicke über den Tellerrand immer wieder sehr erfrischend. Und einmal mehr konnte ich eine Sache lernen: das Interesse an Wikipedia und auch das praktische Interesse an Zusammenarbeiten ist weit verbreitet.

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Wikipedia Academy 2012: Registration open, schedule online

Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.

From 29 June until 1 July 2012 the Wikipedia Academy (#wpac2012) will take place in Berlin, under the theme “Research and Free Knowledge”. For the first time, Wikimedia Deutschland organises this conference in cooperation with Freie Universität Berlin and the Humboldt Institute for Internet and Society. This year, we lay the focus on research on, with and within Wikipedia and invite researchers who scientifically deal with Free Knowledge and its implications for research and society to participate in the conference.

The Wikipedia Academy is aimed to address an international audience. The conference language is English.

On Friday and Saturday the conference will be set at Freie Universität Berlin, School of Business & Economics, Garystrasse 21. The event venue for Sunday will be announced soon.

Registration

For participation you have to register for a participant pass in advance. The online registration is open now. The participation fee is 60 Euro (reduced price: 30 Euro).

Programme

The conference programme is yet subject to alterations. A preliminary programme schedule can be found on the WPAC2012 website.

Friday 29 June

Ahead of the conference, in the morning of Friday, we offer three workshops (tutorials) which will take place at the conference venue. The topics are Wikipedia Data Analysis for Researchers, Toolserver and GLAM Tools. You can register via the online registration form against an extra participation fee of 10 Euro.

The conference will officially be launched on Friday around 01:30 PM with a keynote speech by Benjamin Mako Hill (researcher at MIT Media Lab and the MIT Sloan School of Management, fellow at Berkman Center for Internet and Society, Free Culture Activist and Advisor der Wikimedia Foundation) introducing to the conference theme Wikipedia and Research. In the afternoon, we will provide the opportunity to get to know a number of different research topics, projects, and ideas in an alternative format during a so-called Speed Geeking. Then, we will also have our first couple of Paper Sessions! Many international researchers have followed our Call for Papers. A list of all accepted submissions is available on our website. At the Paper Sessions the authors will present their scientific works on Wikipedia and Free Knowledge in 30-minute slots each. The first conference day will close with a panel talk on Wikipedia research and the Wikipedia Community.

Saturday 30 June

On Saturday we will host paper presentations in three blocks of one and a half hours each. Apart from that, we are planning a panel on science communication applying Wikis and Blogs. The Lightning Talks in the later afternoon will offer an additional opportunity to learn about the results of recent research projects and also about proposals for future projects.

Sunday 1 July

On Sunday the Wikipedia Academy will open up for a broader public and invite Wikipedia researchers as well as all those who are interested in the various facets of Wikipedia and related projects and those who are engaged in projects in the context of free culture, free licences, open data or free software.
Following a keynote speech by Sarah Stierch (Community Fellow of the Wikimedia Foundation, consultant and expert for topics such as the gender gap and GLAM) on Wikipedia and Diversity, an extended Free Culture Brunch will allow for international and interdisciplinary exchange and cross-linking. Later on, Jeanette Hofmann (HIIG) und Sebastian Hauss (Universität Konstanz) will discuss topics such as the social aspects of Free Knowledge in a panel moderated by Matthias Spielkamp (irights.info).
Around 03:00 PM the festive presentation of the Zedler Prize for Free Knowledge will round the Wikipedia Academy 2012 off. With this prize, Wikimedia Deutschland awards single persons, groups or projects for their outstanding performances in the field of Free Knowledge. All Academy participants are cordially invited to join this event.

We look forward to our Guests with their various fields of research and scientific interests, stimulating talks and presentations as well as an active exchange of experiences and ideas at the Wikipedia Academy 2012.

The WPAC2012 Team (academy@wikimedia.de) will be happy to answer questions: Nicole Ebber, Angelika Adam, Maria Rößler and Denis Barthel

Wikipedia Academy: Research and Free Knowledge (#wpac2012)

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