Projekte und Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im Dezember/Januar

POLITIK UND GESELLSCHAFT

SOPA, der Blackout und die Folgen

Die u.a. durch den Wikipedia-Blackout gestoppten Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA erhitzten im Januar die Gemüter: Eine Woche nach dem Blackout fühlten sich Dr. Günter Krings, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und Ansgar Heveling, der Unions-Berichterstatter für das Urheberrecht im Rechtsausschuss und im Ausschuss für Kultur und Medien, dazu bemüßigt, den Angriff auf die Freiheit des Internets zu loben. Bei der Begründung bezogen sie sich allerdings vor allem auf die spektakuläre Festnahme von Kim Schmitz: “Der Fall Megaupload macht deutlich, dass wir einen klaren Rechtsrahmen im Internet brauchen, so wie es in der realen Welt selbstverständlich ist.”

Mit dieser Variation der oft gehörten Behauptung, das Internet sei ein rechtsfreier Raum, ließen es die beiden Unionspolitiker allerdings nicht bewenden. Im selben Atemzug rückten sie Wikipedia in die Nähe von Filehostern und “geldgierigen Internetkriminellen”. Offenkundig war ihnen entgangen, dass die Wikimedia Foundation im Vorfeld des Protests differenzierte Argumente zu möglichen Kollateralschäden der amerikanischen Gesetztesinitiativen für die Freiheit des Internets vorgebracht hatte. Als unmittelbare Reaktion hat Wikimedia Deutschland gegenüber den beiden Autoren in einem Schreiben deutlich gemacht, dass Wikipedia als ein Bildungsprojekt verstanden werden muss, das sich bis auf den letzten Punkt an geltendes Urheberrecht hält und gewissenhaft Rechteklärung betreibt, um seinen Nachnutzern genau die Freiheiten auch tatsächlich einzuräumen, die im Lizenzmodell der Texte und Bilder von Wikipedia formuliert sind.

Im Hinblick auf die künftigen Auseinandersetzungen über Internet Governance hat Yochai Benkler, Keynote-Speaker auf der letzten Wikimania in Haifa, in einer brillanten Analyse die herausgehobene Rolle der freien Online-Enzyklopädie betont: “Wikipedia represents a moral force that no commercial site can ever hope to replicate.”

ACTA: Auswirkungen auf Wikipedia bislang kaum abschätzbar

Bereits seit 2008 wird das Handelsabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting and Trade Agreement) verhandelt, das u.a. zum Ziel hat, internationale Standards gegen Verletzungen von Marken- und Urheberrechten zu harmonisieren. Die Verhandlungen von 39 Staaten waren bis zur finalen Fassung des Dokuments so geheim, dass es dazu so gut wie keine öffentliche Kommentierung gab. Bislang gibt es noch keine offizielle Folgenabschätzung für die Erstellung und Verbreitung Freien Wissens seitens der Wikimedia Foundation, aber ein Beitrag auf Meta dürfte als eine Vorstufe dazu gelten. Näheres zum Hintergrund von ACTA und der Formierung des Protests schrieb Jan Engelmann bereits gestern im Blog.

Juristische Beratung in neuer Aufstellung

Ähnlich wie die Wikimedia Foundation erhält auch der deutsche Förderverein regelmäßig Anwaltspost, mit der zumeist äußerungsrechtliche oder persönlichkeitsrechtliche Bedenken zu bestimmten Inhalten der Wikipedia vorgebracht werden. Dort, wo das OTRS-Team nicht mehr mit Erläuterungen zu den internen Regularien und Prozeduren weiterhelfen kann, kommt unsere langjährige Anwaltskanzlei JBB ins Spiel. Mit Ansgar Koreng, u.a. Autor der Studie “Zensur im Internet. Der verfassungsrechtliche Schutz der digitalen Massenkommunikation” und Betreiber eines Jura-Blogs, verfügen wir nun über einen neuen Kollegen, der im Zusammenspiel mit Jan Engelmann versucht, Fallbearbeitungen möglichst effizient zu managen, vor allem für betroffene Autoren, die z.B. direkt abgemahnt werden. Die Mailadresse legal@wikimedia.de ist eigens dafür eingerichtet worden, Anfragen aus dem OTRS-Team oder der Autoren-Community aufzunehmen.

Wikipedian in Residence vor Ausschreibung

Ein lange geplantes Vorhaben kommt wohl endlich zu seiner Umsetzung: die temporäre Anstellung eines Wikipedianers in einem Museum, um dort als Berater, Facilitator und als personelle Schnittstelle zwischen der kuratorischen Pflege der Inhalte sowie ihrer Anreicherung und Nachnutzung im internationalen Kontext der Wikimedia-Projekte zu agieren. Gegenwärtig verhandeln wir mit vier Berliner Institutionen um eine möglichst zeitnahe Ausschreibung. Näheres dazu demnächst im Blog.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die vierte und letzte Ausgabe 2011 unserer kostenlosen Vereinszeitung erschien bereits im November, zur Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Die erste Ausgabe 2012 erscheint im März. Im Januar erfolgten die ersten redaktionellen Vorbereitungen. Nach nunmehr 11 Ausgaben und drei Jahren Wikimedium haben wir uns die Zeit genommen, einmal Bilanz zu ziehen. Einerseits liegen wir bei einer Auflage von 5000 und mittlerweile knapp 3.000 abonnierten Exemplaren der Zeitung und können uns freuen, regelmäßig Beiträge von Freiwilligen veröffentlichen zu können. Tatsächlich liegt das Verhältnis von ehrenamtlichen Autoren aus den Wikimedia-Projekten und Mitarbeitern der WMDE-Geschäftsstelle jetzt in etwa bei 50:50. Andererseits wollen wir die Auflage auf 10.000 steigern, die Zeitung noch besser machen und es vor allem noch leichter machen, sich zu beteiligen. Darum soll die Wikimedium einige Layoutänderungen und eine klarere Struktur bekommen. Außerdem gibt es ab sofort einen Anlaufpunkt für Interessierte und alle, die gerne etwas in der Wikimedium veröffentlichen wollen, direkt in der Wikipedia. Wir freuen uns über Gastautoren!

Natürlich sind Catrin und Michael für Anfragen, Themenvorschläge und Texte nach wie vor auch über redaktion@wikimedia.de erreichbar!

Pressemitteilungen

Über den Zeitraum des Jahreswechsel veröffentlichten wir vier Pressemitteilungen. Den Beginn im Dezember machte eine Mitteilung über die Gewinner der zweiten Runde unseres Ideenwettbewerbs WissensWert. Teil der presseseitigen Begleitung der Fundraisingkampagne war im Anschluss eine Meldung zum Zwischenstand der Spenden kurz vor Weihnachten. Nachdem die Wikimedia Foundation ihre Kampagne zum 1. Januar 2012 für beendet erklärte, erfolgte vier Tage später mit Dankesbannern in der deutschsprachigen Wikipedia und einer eigenen Pressemitteilung der Abschluss durch Wikimedia Deutschland.  Der Effekt der beiden zeitversetzten Impulse an die Medien war eine verlängerte Berichterstattung. Während zu Beginn der ersten Kalenderwoche über Agenturmeldungen und Online-/Printzeitungen das internationale Kampagnenende im Fokus stand, rief die WMDE-Meldung über das erreichte Spendenziel in Deutschland mit über 160.000 Spenden eine zweite Welle zum Ende der Woche hervor. Eine Auswahl der Berichte findet sich im Pressespiegel von Wikimedia Deutschland.

Die Wikimedia Foundation begleitete die 24-stündige Sperre der englischsprachigen Wikipedia am 18. Januar mit technischer Unterstützung und Pressekoordinierung. Nachdem kurz vor Beginn der geplanten Sperrung auch die Art der Maßnahmen in anderen Wikipedia-Communitys festgelegt wurde, veröffentlichte Wikimedia Deutschland eine Pressemitteilung zum Hintergrund des Protests gegen SOPA/PIPA. Am Vortag des 18. Januar und in den folgenden Tagen stand das Bürotelefon dank Nachfragen der Presse praktisch nicht still.

Alle unsere Pressemitteilungen sind zu finden unter: http://wikimedia.de/wiki/Pressemitteilungen

Pressegespräche / Presseanfragen

Zahlreiche Presseanfragen wurden im Dezember und Januar bearbeitet. Neben den bereits erwähnten Themen Herbstkampagne 2011 und Presseinformation rund um SOPA gab es unter anderem auch größere Nachfragen zur Testversion des Visuellen Editors, der von der Wikimedia Foundation veröffentlicht worden ist. Eine Auswahl der resultierenden Berichtserstattung haben wir ebenfalls in unserem Pressespiegel zusammengetragen.

Informationsmaterial

Insbesondere durch die Aktivitäten des Referentennetzwerks (Schulen, Senioren) werden Informationsbroschüren wie das Wikipedia-Einmaleins oder Infoflyer zum Projekt Silberwissen verstärkt nachgefragt. Im Januar hat es darum eine Aufstockung unseres Materials gegeben. Die Ansprache möglicher Interessierter über unseren Kooperationspartner Deutsche Seniorenliga e.V. hat in den letzten Wochen zur Workshopnachfrage durch mehr als ein Dutzend Volkshochschulen geführt. Noch im Dezember produzierten wir darüber hinaus eine Weihnachtskarte, die an die Vereinsmitglieder verschickt wurde.
Im Januar begannen Vorarbeiten für die Herstellung des Tätigkeitsberichts von Wikimedia Deutschland für das Jahr 2011. Dabei ging es zunächst um das Konzept und die Darstellung. Wir bedanken uns für die zahlreichen Anregungen! Die Tätigkeitsberichte der letzten Jahre sind gesammelt auf unserer Webseite zu finden.

Wikipedia-Buch

Am 15. Dezember fand eine weitere Lesung von “Alles über Wikipedia” statt, dieses Mal in Dortmund. An dieser Stelle möchten wir herzlich Britta Parbel danken, die mit viel Engagement vor Ort die Lesung vorbereitet und begleitet hat. In Planung ist eine weitere Lesung in Leipzig (“Leipzig liest”) in Kooperation mit der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde. Die Veranstaltung ist geplant für den 16.03.2012, Beginn:18.00 Uhr, Ort: Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), Gustav-Adolf-Straße 7 in Leipzig. Weitere Informationen dazu folgen.

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Inzwischen wurden über 67.900 bestätigte Mitzeichnungen auf der Petitionsseite abgegeben. 2012 ist das Jubiläumsjahr “40 Jahre Weltkulturerbekonvention”. Wir planen, eine Übergabe der Unterschriften an die UNESCO dazu passend zu gestalten, Sebastian Sooth ist der Ansprechpartner dafür.

BILDUNGSPROJEKTE

Wikipedia macht Schule

Im Programm Wikipedia macht Schule gab es im Dezember noch vier Workshops an Schulen. Diese informierten über den Umgang mit Wikipedia. Die Bilanz für das Jahr zeigte, dass die Nachfrage für Lehrerschulungen deutlich gestiegen ist und Wikipedia in diesem Kontext immer stärker im Bereich der Onlinerecherche wahrgenommen wird. Daher sind wir nun ins Jahr 2012 mit einem Fokus auf Lehrerschulungen gestartet. Seit Anfang des Jahres gingen bei uns bereits über 15 Anfragen ein und vier Workshops wurden bereits realisiert. Das  Programm spricht sich herum! Im Januar haben bereits die Planungen des nächsten Referentenworkshops Anfang März begonnen. Wir suchen für 2012 weiterhin Referenten, besonders aus der Mitte Deutschlands! Hier gehts zur Ausschreibung.

Hochschulprogramm

Im Sommersemester 2012 wird Wikimedia Deutschland das “Hochschulprogramm” starten, in dem es darum geht, mit Studenten verschiedener Hochschulen im Rahmen von Seminaren Artikel für Wikipedia zu erstellen. Anfang Dezember trafen sich dazu Elly und Denis mit Vertretern von vier Unis, um über eine mögliche Teilnahme am Hochschulprogramm im Sommersemester zu sprechen. Kurz darauf fand die Schulung der Referenten für das Hochschulprogramm statt. Dazu trafen sich am 17.-18.12.2012 zehn Referenten zu einem Orientierungsworkshop in Köln. Hierbei wurde ein exemplarischer Fahrplan für das Semester erarbeitet und gemeinsam eine Struktur zur Begleitung der Vertreter der Hochschulen erarbeitet. Anfang Februar werden sich nun die Vertreter der teilnehmenden Hochschulen mit den Referenten zusammenfinden und ihre Arbeit beginnen.

Silberwissen / TAO

Im Dezember 2011 trafen sich Wikipedianer aus Berlin und Projektleiterin Elvira zu einem Stammtisch zum Thema Silberwissen. Diskussionen, Vorschläge und Ideen beschäftigten sich u. a. mit der Berichterstattung über das Projekt und mit dem Bedarf an anschaulichem und leicht verständlichem Material für Wikipedia-Einsteiger.

Mit der Anna-Seghers-Bibliothek in Berlin wurde eine Zusammenarbeit für das 1. Quartal 2012 vereinbart. Geplant sind ein Einführungsvortrag und zwei Workshops in der Bibliothek.
Aus der Zusammenarbeit mit dem Volkshochschulverband NRW und der Deutschen Seniorenliga ergaben sich weitere Anfragen von Volkshochschulen und erstmals auch von Seniorenbeiräten.

Im Januar 2012 nahm Elvira Gespräche mit der Initiative „ERFAHRUNG-TEILEN“ in Hannover auf. Die bisher durchgeführten Schulungen belegten das Interesse der Senioren an Wikipedia. Eine Zusammenarbeit für die nächsten Monate ist geplant.

Vertretern des Bildungsträgers „Arbeit und Leben“ in Bremen und engagierten Senioren stellte Elvira das Projekt „Silberwissen“ ebenfalls vor. Die Möglichkeit, an Wikipedia mitwirken zu können, fand positive Resonanz. Für den Herbst sind die ersten Veranstaltungen vorgesehen.

FUNDRAISING

Herbstkampagne

Mit Rückenwind ins neue Jahr – die Spendenkampagne erzielte ein beeindruckendes Ergebnis: 3,8 Millionen Euro Spendensumme, über 160.000 Spender in nur 52 Tagen. Noch nie war die Kampagne so erfolgreich und so kurz. Kein Wunder also, dass der Fundraiser unsere Arbeit im Dezember und bis ins neue Jahr hinein dominierte. Während im November vor allem verschiedene Banner von Jimmy die Seiten von Wikipedia zierten, gelang es im zweiten Monat die Kampagne vielfältiger und hoffentlich interessanter und informativer zu gestalten. Mit Aufrufen von Brandon Harris und Ryan Kaldari kamen Programmierer der Foundation zu Wort, mit Susan Hewitt die Stimme einer Autorin der Wikipedia. Besonders gefreut hat uns der Aufruf Katrin Rönickes, eine Wikipedia-Spenderin. Ihr Text ist der erste aus Deutschland kommende Aufruf, der ebenso erfolgreich ist, wie die von professionellen Story-Tellern geschriebenen Aufrufe der WMF.  Neben Katrin erhielten wir großartige Unterstützung von weiteren AutorInnen und SpenderInnen, die persönliche Aufrufe schrieben. Eine stichhaltige Evaluation und eine sichere Entscheidungshilfe bei der Wahl von Aufrufen sowie bei der Verbesserung der Spendenseite in Layout und Usability lieferte extensives Testen. Dieses begleitete uns fast täglich während des gesamten Kampagnenverlaufs. Vor allem mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse schafften wir es, das Spenden-Tal vor Weihnachten zu verlassen, mit neuen Text-Bannern eine enorm erfolgreiche Phase zwischen den Feiertagen einzuleiten und die Kampagne am 5.1. mit dem Dankesbanner abzuschließen. Als Zeichen der Anerkennung und als Dankeschön schalteten wir jedoch zuvor einen Tag lang sämtliche Aufrufe von Freiwilligen, die wir während der Kampagne nicht gezeigt hatten.

Doch nicht nur das Testen hat uns stark beschäftigt. Insgesamt über 5.000 E-Mails, hunderte von Telefonanrufen, Briefen und Faxen mit den unterschiedlichsten Wünschen und Anfragen erreichten uns im Laufe der Kampagne. Nicht nur beim Spendenwachstum gab es also Rekorde! Mit dem Erfolg erhöhen sich die Anforderungen an den Service. Dies zeigt, dass die Herbstkampagne auch eines der größten Wikimedia-Öffentlichkeitskampagnen ist. Durch die Kampagne erreichen wir nicht nur Spender, sondern generell eine Vielzahl von an Wikipedia interessierten Menschen, die die Aufrufe lesen. Mit Hilfe der Aufrufe und durch die umfangreiche Beantwortung der eingehenden Flut von E-Mails und Anrufen konnten wir so manches Vorurteil und manche Fehlinformation bereinigen.

Eine ausführliche Analyse und Auswertung der Spendenkampagne werden wir im Laufe der nächsten Wochen veröffentlichen.

… und danach

Insbesondere das systematische Testen der Banner und Aufrufe ist der Grund für den erfolgreichen Kampagnenabschluss. Diesen Ansatz stellte Till im Januar auf der Online-Fundaising Konferenz „Fundraising 2.0“ in einer Keynote vor und weckte damit das Interesse der ungefähr 200 Zuhörer. Auf derselben Veranstaltung führten wir als Team einen gut besuchten Workshop zum gleichen Thema durch. Die Präsentation unserer Kampagne stand auch im Zentrum eines weiteren Vortrags von Till auf dem Infotag von Grün, jener Software-Agentur, die die von uns verwendete Spenden-Software nicht nur herstellt, sondern auch unseren Bedürfnissen angepasst hat. Beide Präsentationen werden in Kürze auf Commons verfügbar sein.

Pünktlich zum Ende der Kampagne veröffentlichte Sue Garder ihren Vorschlag zur Weiterentwicklung der Wikimedia-Bewegung. In den letzten Wochen hat die Geschäftsstelle an einer Stellungnahme und Positionierung zu dem Entwurf von Sue gearbeitet. An der Ausarbeitung eines Alternativmodells durch eine Arbeitsgruppe innerhalb der Geschäftsstelle war der Bereich Fundraising intensiv beteiligt.

Und, last but not least, eine erfreuliche Nachricht noch zum Schluss: Johannes Schrader, während der letzten drei Monate Praktikant im Bereich Fundraising, wird uns als Projektassistent erhalten bleiben und das Fundraising-Team verstärken.

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Community-Projektbudget (CPB)

Kurz vor Weihnachten tagte der Community-Projektbudget-Ausschuss in Hannover. An zwei Tagen wurden viele spannende Anträge präsentiert und diskutiert. Sebastian Sooth aus der Geschäftsstelle unterstützte den Ausschuss bei seinem Treffen. Mitte Januar hat der Ausschuss seinen Bericht an das Präsidium geschickt. In Kürze werden die Projekte der 2. Runde bekanntgegeben.

Community-Budget

Im Dezember wurde in mehreren Treffen mit dem Museum für Hamburgische Geschichte kräftig für den Einsatz von QRpedia getrommelt, so auch mit Andy Mabbett aus Birmingham, der in der Wiki-Welt einer der aktivsten Protagonisten dieser Verknpüfung von Ausstellung und Wikipedia ist.
Im Gegenzug besuchte Alice Wiegand vom deutschsprachigen Support-Team am 7./8. Januar London, um dort bei einem Workshop mit englischen OTRS-lern über die Erfahrungen des deutschen Teams zu sprechen.
Aus dem Community-Budget wurde im Januar das erste Treffen der Wikipedia-Kartenwerkstatt in Berlin-Spandau unterstützt. Die Kartografen nahmen an der internationalen Tagung News – Infographics – Maps am 12. Januar statt, woran sich ein Treffen und am nächsten Tag ein Besuch in der Wikimedia-Geschäftsstelle anschloss.
Reichlich nachgefragt waren die gemeinsam mit der Wikimedia Foundation vergebenen Participation Grants. Deren Zielsetzung wurde zwischen WMF und WMDE zwischenzeitlich präziser gefasst: Gefördert werden damit Teilnahmen von Wikimedia-Aktiven bei externen relevanten Events, wobei eine wichtige Zielsetzung ist, dass von der Förderung die Gewinnung neuer Autoren zu erwarten ist. Eine Übersicht über die vergebenen Förderungen findet sich im Meta-Wiki in der Kategorie “Participation Grants funded in FY 2011-12
Seit Anfang Dezember vergibt Wikimedia zudem E-Mail-Adressen an Projektmitarbeiter, wobei wenig überraschend die @wikipedia.de-Adressen mit Abstand am beliebtesten sind. Aber auch Wikibooks.de- und wikisource.de-Adressen werden nachgefrage (und natürlich auch vergeben).
Mit dem Technikpool wurde zudem im Dezember der Verleih von technischer Ausrüstung zur Erstellung von Inhalten auf eine neue Grundlage gestellt. Zur Möglichkeit, Geräte aus dem Bestand von Wikimedia Deutschland zu leihen kommt nun die Möglichkeit einer Ausleihe anderer Geräte aus dem Bestand externer Verleiher auf Wikimedia-Kosten. Damit erweitert sich die Auswahl an verfügbarer Technik.

Literaturstipendium

Im Januar konnten nicht nur 13 neue Förderungen zugesagt werden, sondern es erfolgte auch die Budgetierung und Zielsetzung des Literaturstipendiums für 2012. Da wir in einem Fall feststellen mussten, dass nicht jeder Anbieter von elektronischen Ressourcen mit Wikimedia zusammenarbeiten möchte, arbeiten wir an einer Argumentation, warum es für Verlage gut ist, Wikipedia-Autoren Quellen zugänglich zu machen. Die Vorteile (z. B. die prominente Zitation, ggf. mit Verlinkung auf den viel besuchten Wikipedia-Seiten) halten manche für einen nicht hinreichenden Ausgleich zur befürchteten Gefahr, dass Texte kopiert werden oder Konkurrenz zwischen Wikipedia und kommerziellen Datenbankanbietern entsteht.

WissensWert

Anfang Dezember fand die Jurysitzung zur Bewertung der WissensWert-Einreichungen statt, und so konnte Nicole am 15. Dezember die Gewinnerprojekte bekannt geben. Fünf Projekte werden im ersten Halbjahr 2012 von uns mit jeweils ca. 5.000 Euro ausgestattet und bei der Umsetzung begleitet. Die Gewinner stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, wie die Projekttitel zeigen: Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons, Zeitreise in OpenStreetMap – oder: OSM in der 4. Dimension, CC PLAY – Spiel die Commons, Open (Citizen) Science durch mehr öffentlich verfügbare Genotypisierungen und Barrierefreie YouTube OER-Videos.

Die ersten Projektvereinbarungen wurden bereits unterschrieben und die Fördersummen an die Projektpartner überwiesen. In den nächsten Wochen erscheint hier auch der erste Bericht zum jeweiligen Projektstand. Im Zuge der Planung für 2012 überlegen wir, wie es mit WissensWert weitergehen soll, ob wir uns z.B. auf einen bestimmten Themenbereich fokussieren oder aus WissensWert ein kontinuierliches Förderprogramm machen möchten. Für alle Fragen steht euch Nicole gerne zur Verfügung.

Wiki Loves Monuments

In Absprache mit dem europäischen Organisationsteam haben Catrin und Micha mit unserer Grafikerin einen Kalender der Gewinnerbilder entworfen, der in den nächsten Tagen in der Geschäftsstelle eintreffen müsste.

Undine hat sich in den letzten Wochen um den Versand der Preise an die Gewinner gekümmert. Da nicht alle Teilnehmer die Wikipedia-E-Mailfunktion aktiviert hatten, zog sich die Kontaktaufnahme sehr lange hinaus. (Alle Gewinner, die bisher noch keine Nachricht erhalten haben, wenden sich bitte an Nicole.)

Die Planungen für den diesjährigen Wettbewerb sind auf internationaler Ebene bereits angelaufen, und auch in Deutschland gibt es erste Interessenten, die den Wettbewerb gerne als Partner unterstützen möchten.

Zedler-Preis 2012

Mit dem Zedler-Preis für Freies Wissen zeichnet Wikimedia Deutschland Personen, Gruppen oder Projekte aus, die sich 2011 ganz besonders für Freies Wissen engagiert haben. In ausführlichen Gesprächen mit Vertretern der Community, innerhalb der Geschäftsstelle und mit anderen Akteuren aus dem Bereich Freien Wissens haben wir dieses neue Konzept erarbeitet, das sich ganz klar vom ursprünglichen Artikelwettbewerb abkehrt. Im November baten wir um Vorschläge für Jurymitglieder und Artikel bzw. Projekte für potentielle Preisträger. Die Jurywahl unter den Wikipedianern wurde bereits Anfang Januar entschieden, alle Ergebnisse finden sich auf der Jury-Projektseite. Bis Ende Januar wurden außerdem Vorschläge für externe Juroren und Partner gesammelt, die Ansprache dieser ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Für die drei Kategorien Artikel des Jahres, Communtiy-Projekt des Jahres und externes (Wissens-)Projekt des Jahres sind jeweils zwischen 30 und 40 Kandidatenvorschläge gemacht worden, die bis Ende März von der Jury bewertet werden. Es gibt auch schon erste Überlegungen zum Rahmen und Umfang der Preisverleihung, die im Mai in Berlin stattfinden wird, wir werden dazu in nächster Zeit noch Feedback und Wünsche von Community und Partnern einholen.

Nicole ist Ansprechpartnerin bei allen Fragen rund um Zedler, Catrin unterstützt bei der Ansprache von Partnern und externen Juroren.

Frauen und Wikipedia

Julia Kloppenburg, die uns bisher als Büroassistenz unterstützt hat, wird ab Mitte Februar als Projektassistentin den Bereich Frauen und Wikipedia betreuen.

Im Dezember und Januar trafen sich Catrin, Johannes, Julia und Nicole mit Katrin Rönicke, um erste Ideen für die Arbeit an unserem Ziel “Ende 2012 partizipieren 50% mehr Frauen an der deutschsprachigen Wikipedia und den Aktivitäten von WMDE im Vergleich zum Vorjahr.” zu sammeln und Maßnahmen zu entwickeln. Katrin, die vielen von euch sicherlich von den Bannern der Spendenkampagne bekannt ist, hat außerdem den HuffPost-Text von Sarah Stierch ins deutsche übersetzt: SOPA Blackout: Warum Wikipedia Frauen braucht. Erste Anfragen von möglichen Kooperationspartnern (Fraueninitiativen, Frauenverbände etc.) erreichten Catrin aufgrund eines Artikels in der letzten Wikimedium und einige Vorgespräche wurden von ihr im Januar geführt.

Wir planen zusätzlich, uns am WikiWomanCamp in Buenos Aires zu beteiligen; in welcher Form und in welchem Ausmaß und wie Stipendien vergeben werden, klären wir in den nächsten Wochen.

Toolserver

Die Toolserver-Admins Daniel Baur und Marlen Caemmerer waren Mitte Januar im Amsterdamer Rechenzentrum des Toolservers und haben vor Ort eine Menge Wartungsarbeiten durchgeführt und den ersten Teil der im Dezember bestellten Hardware eingebaut. Leider konnten durch einen Lieferengpass noch nicht alle Teile, die zur Speicherplatzerweiterung benötigt werden, eingebaut werden. Sebastian Sooth hat sich dafür um die Zuschüsse der unterstützenden Chapter und die Abwicklung der Hardware-Bestellung gekümmert.

CommunitySpace

Zur Vorbereitung möglicher Räumlichkeiten für den lang erwarteten CommunitySpace in Berlin haben wir im Dezember und Januar intensive Verhandlungen mit Vermietern und möglichen Partnern geführt. Und auch zur Unterstützung lokaler Arbeit haben wir weiter mit möglichen Partnern gesprochen. Interessenten am Mitgestalten von CommunitySpace-Räumen können sich direkt an Sebastian Sooth wenden.

 

Vereinsentwicklung

Wikimedia Conference 2012

Vom 29. März bis 1. April 2012 ist Wikimedia Deutschland zum vierten Mal Gastgeber der Wikimedia Conference in Berlin. Bei der Veranstaltung treffen sich Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter, um über Strategie, Zusammenarbeit und Professionalisierung der Ländervertretungen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Außerdem trifft sich das Board of Trustees, das oberste Entscheidungsgremium der Wikimedia Foundation, zur seiner regulären Sitzung.

Nicole übernimmt zum dritten Mal die Organisation der Veranstaltung, für die Programmkoordination sowie die Kommunikation mit den Chaptern ist in diesem Jahr Harel Cain von Wikimedia Israel verantwortlich.

Wir haben die Einladung an 41 (!) Chapter versendet, Projektpläne geschmiedet, die Registrierung eröffnet, ein Hostel ist bereits gefunden, erste Anfragen an Caterer und Moderatorinnen wurden angestoßen.

Um die Konferenz herum wird es für interessierte Wikipedianer sicherlich auch wieder die Chance geben, die internationalen Gäste zu treffen. Alle Anfragen zur Wikimedia Conference nimmt Nicole unter conference@wikimedia.de entgegen.

Wikipedia Hackathon in San Francisco

Zwischen dem 20. und 23. Januar fand in San Francisco ein “Hackathon” statt, ein Workshop für Softwareentwickler, bei dem es darum ging, gemeinsam an neuen Features zu arbeiten und interessierten Entwicklern die Arbeit an und mit MediaWiki näher zu bringen. Daniel Kinzler von Wikimedia Deutschland nahm am Hackathon teil und nutzte die Reise außerdem, um die Arbeit am Wikidata-Projekt mit der Wikimedia Foundation zu koordinieren. So konnten unter anderem die Abläufe für den Test und die Integration der neuen Software in die Wikimedia-Landschaft geklärt und diverse Detailfragen zur Umsetzung besprochen werden.

Einen ausführlichen Rückblick auf den Hackathon hat Daniel hier im Blog veröffentlicht.

Mitgliedschaft

Mit dem Jahreswechsel rutschte die Zahl der Vereinsmitglieder wieder unter die Marke von 1300, da satzungsgemäß die 47 Austritte des Jahres 2011 zum 31. Dezember wirksam wurden. Damit hatte der Verein am 1. Januar 1272 Mitglieder. Im Zuge der Spendenkampagne 2011-12 ist jedoch eine große Zahl von neuen Aufnahmegesuchen eingegangen, bis Mitte Januar waren dies 56, sodass dieser Effekt wieder mehr als ausgeglichen ist.

WISSENSCHAFT

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER nahmen Mathias und Angelika am 01.12.2011 am Review-Treffen vor der Europäischen Kommision in Luxemburg teil (Blogbeitrag). Dort stellten wir unsere Arbeiten und erste Entwürfe geplanter Unterstützungswerkzeuge für die Leser und Autoren der Wikipedia vor. Die Präsentationsfolien dazu sind unter Commons sowie Slideshare abrufbar. Die bereits vor Ort von den Reviewern geäußerte positive Einschätzung zur Entwicklung des Projekts wurde in einem schriftlichen Bericht bestätigt. Darüberhinaus erteilten die Gutachter einige Vorschläge zur Optimierung der weiteren Zusammenarbeit aller Partner innerhalb des Projekts. Der vollständige Bericht hat einen Vertraulichkeitsstatus, kann also von uns leider nicht veröffentlicht werden.

Am 26. und 27. Januar trafen sich Vertreter aller Projektpartner in Innsbruck (beim Partner STI). Anselm und Angelika nahmen daran teil. Großes Thema dabei war natürlich das Gutachten des Review-Meetings und die daraus resultierenden Aufgaben.
Ein ausführlicher Bericht zum Treffen in Innsbruck und unseren aktuellen Arbeiten folgt in den nächsten Tagen.

Fragen oder Anregungen könnt ihr gerne an render@wikimedia.de bzw. Angelika direkt richten.

Wikipedia Academy 2012

In Kooperation mit dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und der Freien Universität Berlin veranstaltet Wikimedia Deutschland vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 die “Wikipedia Academy 2012: Research and Free Knowledge.” in Berlin (Blogbeitrag).

Nicole, Angelika und Denis haben sich am 12. Dezember zum ersten Mal mit dem Organisationskommitee, einer Gruppe von Menschen unterschiedlichster Wissenschaftsbereiche, erfahrenen Organisatoren wissenschaftlicher Konferenzen und Wikipedianern mit wissenschaftlichem Hintergrund getroffen, um die Veranstaltung zu konzipieren. Aufgabe dieses Komitees ist, relevante Themengebiete zu identifizieren, geeignete Formate der Veranstaltung auszuarbeiten und potenzielle Sprecher sowie weitere Partner an Bord zu holen.

Am 17. Januar haben wir den Call for Papers veröffentlicht, zu dem wir bis 31. März alle einladen, die zu den konferenzrelevanten Themen wie Wikipedia Analytics, Wikipedia Global, Diversity/Gendergap oder “Research on Users of and Contributors to Wikipedia” beitragen können.

Zur Zeit stellen wir ein akademisches Programmkomitee zusammen, welches die Einreichungen begutachten wird. Knapp 40 Personen haben bereits zugesagt, die Liste wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Am 14. Februar trifft sich das Organisationskomitee, um über die Formate der Veranstaltung zu entscheiden. Bei Anregungen, Themenvorschlägen, Tipps zu relevanten Forscherinnen und Forschern erreicht ihr uns unter academy@wikimedia.de.

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Gerrit Holz, der seit Mai 2009 als Werkstudent bei Wikimedia arbeitet, bleibt der Geschäftsstelle erfreulicherweise auch weiter erhalten. Gerrit unterstützt in seiner neuen Rolle als Projektassistent ab dem 01.01.2012 zu gleichen Teilen das Literaturstipendium sowie das RENDER-Projekt. Undine Plümper hat Mitte Januar ihr Praktikum bei Wikimedia Deutschland beendet und widmet sich ihrem Studienabschluss. Wir drücken die Daumen! Praktikanten werden auch weiterhin für die Vereinsarbeit gesucht.

Zur weiteren Planung der auf der Mitgliederversammlung beschlossenen Ziele für die Vereinsarbeit 2012, haben die Mitarbeiter der Geschäftsstelle am letzten Wochenende im Januar einen gemeinsamen Workshop durchgeführt. Hierzu werden wir in den nächsten Tagen einen Bericht veröffentlichen.

 

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Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Mittwoch, Februar 1st, 2012 um 17:25 Uhr und ist zu finden unter Monatsberichte. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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