Archiv für Februar, 2012



Accessibility-Studie für Wikipedia

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts Third Age Online (TAO) hat die Stiftung “Zugang für alle” (ZfA) eine Zugänglichkeitsstudie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt. Grundlage für die Studie waren die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die von der Web Accessibility Initiative (WAI) empfohlen werden. Damit liegt erstmals ein umfassender Bericht für das Projekt Wikipedia vor, der die Einschränkungen der Zugänglichkeit nach WCAG 2.0 thematisiert. Der Bericht wurde von der Stiftung ZfA ins Englische übersetzt, unter eine freie Lizenz gestellt und der Wikimedia Foundation zur Verfügung gestellt. Da gerade unter dem Codenamen “Athena” eine neue Oberfläche für MediaWiki entwickelt wird, sollte so früh wie möglich auf die Einhaltung der Richtlinien geachtet werden.

In großen Teilen werden die Richtlinien bereits eingehalten. Im Abschlussbericht werden allerdings noch einige Punkte genannt, die einer Optimierung bedürfen. In Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation und der Entwickler-Community wird Wikimedia Deutschland jetzt dafür sorgen, dass die Einschränkungen der Zugänglichkeit möglichst schnell behoben werden. Obwohl die Studie für die deutschsprachige Wikipedia durchgeführt wurde, wird die Behebung auch die Zugänglichkeit aller anderen Sprachversionen verbessern.

Die notwendigen Anpassungen beziehen sich überwiegend auf die Verwendung von Screenreadern und die Bedienung der Oberfläche mit der Tastatur. In den meisten Fällen können die Mängel durch eine Anpassung der MediaWiki-Software oder eine Überarbeitung der Skins behoben werden. Einige Punkte lassen sich jedoch lediglich durch die Erweiterung der Bearbeitungsrichtlinien verbessern.

Eine Zusammenfassung und der vollständige Bericht der Studie kann auf der Projektseite “Third Age Online” eingesehen werden.

Die aus diesem Bericht resultierenden Änderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Hinterlegen eines Standardwertes für die von Screenreadern vorgelesene Beschreibungen in eingebetteten Grafiken/Fotos
  • Korrekte Auszeichnung und strukturelle Anpassung von Überschriften zur besseren Orientierung von ScreenReader-Benutzern
  • Korrekte Verwendung von Linklisten
  • Weitgehenden Verzicht von Tabellen als Gestaltungshilfe
  • Anpassung der Infoboxen an die korrekte Verwendung von Tabellen
  • Überarbeitung der Navigationsleiste, um Kompatibilität mit Screen-Readern zu gewährleisten
  • Konsistente Auszeichnung externer Links für Screen-Reader
  • Hinzufügen der Schreibweise von Artikeln anderer Sprachversionen in der Sprache des Benutzers, vor allem bei Sprachen mit nichtlateinischer Schrift
  • Korrekte Auszeichnung von Eingabefeld-Beschriftungen und Pflichtfeldern in Formularen
  • Anpassung des Editors und des Audio-Players an Steuerungsmöglichkeiten per Tastatur
  • Bereitstellen eines Gadgets zur stärkeren Hervorhebung des Tastaturfokus
  • Anpassung der Definition von Schnellzugriffstasten gemäß der WCAG-Richtlinien

Folgende Punkte sind als weitere Bearbeitungsrichtlinien diskussionsbedürftig:

  • Stärkere Etablierung aussagekräftiger Bildbeschreibungen für eingebundene Grafiken/Fotos
  • Überschriftenstrukturierung und -auszeichnung auf Portalseiten
  • Auszeichnung von fremdsprachigen Teilen eines Artikels
  • Aufgreifen der Diskussion über die zusätzliche Sprachversion “Einfaches Deutsch”
  • Format und Auszeichnung von Datentabellen

Die Verwendung von sogenannten “Captchas” wurde im Bericht ebenfalls als Einschränkung in der Zugänglichkeit angemerkt. Die Diskussion darüber läuft auch schon seit einigen Jahren. Eine akzeptable Lösung, die sowohl automatisierte Zugänge verhindert als auch die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderungen ermöglicht, wurde noch nicht gefunden.

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Zedler-Preis 2012: Die Jury stellt sich vor

Im Mai 2012 wird das erste Mal der Nachfolger der Zedler-Medaille, der „Zedler-Preis für Freies Wissen 2012“ verliehen. Jetzt stehen die 15 16 Jurymitglieder fest. Die insgesamt gut 100 Vorschläge in den Kategorien, „Wikipedia-Artikel des Jahres“, „Community-Projekt des Jahres“ und „Externes Wissensprojekt des Jahres“ werden von je vier bis sechs sieben Jurorinnen und Juroren aus der Wikipedia-Community, der Wissenschaft, dem Presse- und Kulturbetrieb sowie netzpolitischen Einrichtungen bewertet. Die Vertreterinnen und Vertreter aus der Community wurden in einer auf der deutschsprachigen Wikipedia veranstalteten Wahl ermittelt, externe Fachleute gezielt angesprochen. Hier werden sie kurz vorgestellt:

Update 1. März 2012: Für die Jury des Zedler-Preises konnte noch ein weiteres Mitglied gewonnen werden. Prof. Dr. Kurt Gärtner, bereits mehrmaliges Jurymitglied der Zedler-Medaille wird als über die Vergabe des Preises in Kategorie I “Wikipedia-Artikel des Jahres” mitbestimmen.

Kategorie I – „Wikipedia-Artikel des Jahres“

Astrid Herbold

Astrid Herbold ist Journalistin und freie Autorin. Die promovierte Germanistin veröffentlicht hauptsächlich Sachbücher und schreibt u.a. für Berliner Morgenpost, Zitty, Tagesspiegel und Zeit Online. 2009 veröffentliche sie im Droemer Verlag „Das große Rauschen – Die Lebenslügen der digitalen Gesellschaft“. Astrid Herbold lebt in Berlin und sagt: “Mir imponiert die Leidenschaft der Wikipedianer, die akribische Arbeit am Text, das Ringen um Qualitätsstandards – sowie der Anspruch, immer so präzise, aktuell und neutral wie möglich zu sein. Umso mehr freue ich mich, in diesem Jahr Mitglied der Zedler-Preis-Jury sein zu dürfen.”

Benutzerin:Elya

Elke Wetzig, 45 ist Frau und Nichtakademikerin – damit als leidenschaftliche Wikipedianerin in mindestens zwei der drei gängigen „Minderheitengruppen“. Im realen Leben macht sie in Köln „irgendwas mit Internet“, fotografiert und sammelt Bücher über Kölner Architektur und Denkmalpflege. Als Jurorin ist sie angetreten, weil „ich es wichtig finde, dass Wikipedia mehr Gesicht bekommt: Der Zedler-Preis holt die, für die Leser oft unsichtbaren, verdienten Autorinnen und Autoren ins Rampenlicht“.

Benutzer:Frank Schulenburg

Seit Februar 2005 ist Frank Schulenburg als Autor, seit 2005 als Administrator für Wikipedia tätig. Seine thematischen Schwerpunkte liegen auf der frühneuzeitlichen Wissenschafts- und Wirtschaftsgeschichte. Einer der über zwanzigtausend deutschsprachigen Artikel, die Frank bearbeitet hat handelt von Johann Heinrich Zedler, dem Namensgeber des Preises. Den Vorgängerwettbewerb Zedler-Medaille rief er mit ins Leben. Von Februar 2006 bis Juni 2008 war Frank Mitglied des Vorstandes von Wikimedia Deutschland e.V. Im März 2008 wechselte er zur Wikimedia Foundation in die USA und leitet dort seit 2011 das Global Education Programm.

Kurt Gärtner

Der promovierte und habilitierte Theologe und Germanist Kurt Gärtner wurde im südhessischen Hummetroth geboren. Seit dem Ende seiner Lehrtätigkeit im Jahre 2001 befasst er sich bei verschiedenen Forschungsprojekten an den Universitäten Trier und Marburg um die Sprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Außerdem ist Mitglied der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.  Gärtner war bereits mehrfach Mitglied der Jury zur Verleihung der Zedler-Medaille.

Benutzer:Poupou l’quourouce

Am 4. Juni 2005 bearbeitete Poupou (der Name leitet sich aus einem Loriot-Sketch ab) ihren ersten Artikel in der Wikipedia: “Garten”.  Seither schreibt und bearbeitet Poupou hauptsächlich Artikel zu Alltagsgeschichte, Kunst und Kultur und übernimmt Admintätigkeiten in der Wikipedia.

Ralf Müller-Schmid

Ralf Müller-Schmid ist Wissenschaftsjournalist, Programmleiter von DRadio Wissen und Berufsblogger. An der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt promovierte er über die Theorie der Erfahrung. Praktische Erfahrung in den Medien hat er seit Mitte der Neunziger u.a. bei der ARD, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Neuer Zürcher Zeitung gesammelt. Damit seine zwei Kinder ihr schier unendliches Wissen über Harry Potter an die Nachwelt übergeben können, unterstützt er die Idee des Freien Wissens gerne.

Ulrich Johannes Schneider

Ulrich Johannes Schneider lehrt Kulturphilosophie an der Universität Leipzig und ist dort hauptberuflich Direktor der Universitätsbibliothek. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wissensgeschichte und französische Philosophie. Er moderiert den Leipziger Wissenschaftstalk Thomasius-Club und ist auch sonst unterwegs, wissenschaftliche Themen vor einem breiteren Publikum zu diskutieren. Schneider: „Ich weiß, dass es nicht leicht ist, über komplexe Themen verständlich zu schreiben, und bewundere alle, die es versuchen.“

Kategorie II – „Community-Projekt des Jahres“

Benutzer:Achim Raschka

Wikipedianer seit 2003: Achim Raschka unterstützt die Wikipedia seit mehr als acht Jahren als Autor. In dieser Zeit hat er eine vierstellige Anzahl Artikel angelegt, dreistellig ist die Anzahl der von der Community ausgezeichneten Beiträge, die seiner Tastatur entsprungen sind. Raschka hat maßgeblich an der Einrichtung und Etablierung des Wikipedia-Schreibwettbewerbs und des WikiCups beigetragen. Für ihn ist die Wikipedia ein Ort, an dem viele Menschen miteinander an einer Enzyklopädie schreiben und damit das größte und beste Wissensprojekt schaffen, dass es je gab. Achim freut sich: „Projekte wie der Zedler-Preis machen die Wikipedia zu dem, was sie heute ist“.

Daniel Dietrich

Daniel Dietrich hat Politikwissenschaften, Medienwissenschaften und Informatik in Frankfurt und Berlin studierte. Bis Ende 2011 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin im Fachbereich Informatik und Gesellschaft beschäftigt. Daniel ist Vorsitzender der Open Knowledge Foundation Deutschland und arbeitet als Projektkoordinator der Open Definition und der Arbeitsgruppe zu Open Government Data. Außerdem gründete er mit Anderen das Open Data Network. Seit 2011 arbeitet er als Redakteur für die  European Public Sector Information Platform.

Martin Haase

Martin Haase studierte Romanistik sowie allgemeine und historisch-vergleichende Sprachwissenschaft. Seine Promotion handelt von Sprachkontakt und Sprachwandel im Baskenland, die Habilitation von der Dialektdynamik in Mittelitalien. Öffentlich in Erscheinung getreten ist er durch seine Funktion als Vorstandsmitglied des Chaos Computer Clubs. Daneben engagiert er sich für Open Source Projekte, ist Direktor des Deutschen Esperanto-Institutes, Wikipedia-Autor und ehemaliges Vorstandsmitglied des Wikimedia Deutschland e.V. Gemeinsam mit Kai Biermann erhielt er 2011 den Grimme Online Award in der Kategorie „Bildung und Wissen“ für das Blog neusprech.org.

Benutzer:TobiasKlaus

Tobias Klaus, alias toktok, hat in Bonn, Frankfurt am Main, Dublin, Durham (North Carolina, USA) und Bloomington (Indiana, USA) studiert. 2005 arbeitete er zusätzlich ehrenamtlich für sechs Monate als Lehrer für Ökologie an einer Highschool in Dehradun, Indien. Wikipedianer ist der viel bereiste Mann seit April 2006. Sein erster Artikel handelte von der Geschichte Somalias. Seitdem hat er etliche Beiträge vor allem in den Bereichen Philosophie und Ökologie bearbeitet.

Kategorie III – „Externes Wissensprojekt des Jahres“

Christian Siefkes

Christian Siefkes hat Informatik und Philosophie studiert und lebt als freiberuflicher Softwareentwickler und Autor in Berlin. Sein Interesse gilt allen Formen der commonbasierten Peer-Produktion, wie u.a. Wikipedia. Er beschäftigt sich damit, wie und unter welchen Umständen solche Produktion erfolgreich sind und wie auf ihrer Basis eine freie Gesellschaft entstehen kann, in der nicht Tauschen, sondern Teilen im Mittelpunkt steht. Darüber bloggt Siefkes auch auf dem Gemeinschaftsblog keimform.de. Christian erhofft sich vom Zedler-Preis, “dass das Renommee und die Erfahrungen der Wikipedia auch für die Förderung anderer vielversprechender Projekte, die sich der Produktion des Freien Wissens verschrieben haben, fruchtbar gemacht werden können.“

John Weitzmann

John Weitzmann ist Rechtswissenschaftler mit Schwerpunkt Urheber- und Medienrecht. Seit 2006 ist er einer der beiden Leiter von Creative Commons Deutschland, seit 2009 koordiniert er den deutschen Landesverbund mit den anderen europäischen Chaptern. Auf der Rechtshilfeplattform irights.info ist John in seiner Funktion als Anwalt engagiert. Zudem veröffentlicht er regelmäßig Fachbeiträge über Rechtsfragen, hauptsächlich im Bereich Open Access und Standardlizenzmodelle. Für die Sendung “Breitband“ im Deutschlandradio Kultur ist er als freier Mitarbeiter tätig. John ist zudem Mitglied des Online-Expertenkreises Internet & Gesellschaft Co:llaboratory, war an dem IT-Gipfel der Bundesregierung beteiligt und hat die Initiative gegen Leistungsschutzrechte mit aufgebaut.

Kathrin Passig

Kathrin Passig lebt als Sachbuchautorin und Publizistin in Berlin. Sie ist Mitgründerin der Zentralen Intelligenz Agentur, mit der sie das Blog riesenmaschine.de entwickelte, das 2006 den Grimme Online Award erhielt. Im gleichen Jahr gewann sie mit der Erzählung „Sie befinden sich hier“ den Ingeborg-Bachmann-Preis. Zuletzt erschien “Das neue Lexikon des Unwissens – Worauf es bisher keine Antwort gibt” (Rowohlt Berlin 2011, zusammen mit Aleks Scholz und Kai Schreiber), im Herbst 2012 erscheint “Internet – Segen oder Fluch” (Arbeitstitel, zusammen mit Sascha Lobo). Passig: “Ich freue mich über die Jury-Einladung, weil Freies Wissen Weltverbesserung ist und Weltverbesserung – neben Nagetieren – immer ein Hauptthema der Riesenmaschine war. Außerdem wäre das Recherchieren für Sachtexte ohne Freies Wissen ein noch viel mühsameres Geschäft.”

Benutzer:Marcus Cyron

Marcus Cyron hat auf der HU Berlin Geschichts- und Altertumswissenschaften studiert. Seit 2005 arbeitet er an der Wikipedia mit. Er kann bislang mehr als 160.000 Bearbeitungen vorweisen und hat über 5000 Artikel angelegt. Der in Rüdersdorf bei Berlin geborene 36-jährige ist vor allem in den Bereichen Altertum und Wintersport aktiv. 2008 wurde ihm die Zedler-Medaille im Bereich „Geisteswissenschaften“ für den Artikel „Schwarzfigurige Vasenmalerei“ verliehen. Marcus hat am Buch „Alles über Wikipedia“ mitgearbeitet und war einer der Organisatoren der Konferenz „Wikipedia trifft Altertum“.

Thorsten Schilling

Thorsten Schilling, seit Oktober 2000 Leiter des Fachbereichs Multimedia der Bundeszentrale für politische Bildung, brach sein Studium der Philosophie/Marxismus-Leninismus 1986 aus politischen Gründen ab. 1989 wurde der gebürtige Dresdner aus der DDR ausgewiesen. Auf der documenta X in Kassel organisierte der heute 51-jährige gemeinsam mit Anderen u.a. den Hybrid Workspace als temporäres Medienlabor. Schilling engagiert sich in verschiedenen Projekten für die Pflege der Medienkultur. An der Juryarbeit beteiligt er sich, weil „zum einen das Anliegen, ehrenamtliches Engagement im Bereich der Wissensvermittlung auszuzeichnen sehr gut zur Arbeit der Bundeszentrale passt und zum anderen, weil ich mir verspreche, bei der näheren Beschäftigung mit den Projekten auch Anregungen und Ideen kennenzulernen.“

Wie geht’s jetzt weiter?

Die Jurygruppen beginnen nun, sich über die Bewertungskriterien auszutauschen und haben dann bis Ende März Zeit, die Vorschläge zu begutachten und zu bewerten. Für die drei Preise gelten unterschiedlich Bewertungskriterien. Während die Kategorie „Artikel des Jahres“ einen lustigen und informativen Artikel der begeistert hat, auszeichnet, sollen bei den Projekt-Kategorien Erstellung, Verbesserung und Verbreitung des Freien Wissen als Bewertungsmaxime gelten. Grundvoraussetzung für alle Nominierungen ist die nachhaltige Verankerung der Idee des Freien Wissens in der Gesellschaft. Anfang April finden dann die Jurysitzungen statt, im Anschluss werden je Kategorie fünf Nominierungen bekannt gegeben. Auf einer großen Gala im Mai in Berlin werden schließlich die Sieger gekürt.

Alle Informationen zum Wettbewerb unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Zedler-Preis. Alle Fragen und Anregungen zum Wettbewerb nimmt Nicole Ebber gerne entgegen.

(Vielen Dank an Phillip für die Unterstützung bei der Recherche und das Zusammentragen der Juryinformationen!)

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Wikimedia:Woche 8/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (8/2012)=

  • Beitragende: Jürgen Fenn,  Catrin Schoneville, Michael Jahn

== Foundation & Vereine ==

FINANCE MEETING IN PARIS

Nach dem Treffen von Wikimedia Foundation und Länderorganisationen in Paris, wo vom 17.–19. Februar 2012 die zukünftige Fundraising-Situation besprochen wurde, haben alle Beteiligten eine „inoffizielle“ Erklärung im Meta-Wiki veröffentlicht in der es heißt, das Treffen sei in einer verständnisvollen und freundlichen Atmosphäre verlaufen. Es wurden keine Beschlüsse gefasst. Alle bisher gemachten Vorschläge sollen weiter beraten werden.
Man habe sich darauf geeinigt, die Idee eines Wikimedia Chapters Council (WMCC) weiter zu verfolgen, die erstmals auf der Wikimania 2011 angedacht worden w. Hintergrund war der dort diskutierte „Haifa Letter“, der die Neuordnung des Spendenwesens zwischen der Stiftung und den Vereinen angeregt hatte. Zweck des WMCC ist es, den Fördervereinen eine gemeinsame Stimme gegenüber der Stiftung zu geben. Wikimedia Deutschland erklärte sich bereit hierfür eine/n Angestellte/n zur Verfügung stellen. Ziel ist es, zur Wikimedia Conference in Berlin, März 2012, Ergebnisse zu präsentieren.

WIKIMEDIA FOUNDATION UND WIKIMEDIA BRASILIEN

Die WMF und die brasilianische Länderorganisation nahmen vom 6. bis 12. Februar zusammen mit 15 Freiwilligen an der Campus Party Brasil teil. Ziel war, Neugierige über Wikimedia in Brasilien zu informieren, die Wahrscheinlichkeit eines lokalen Hackathons zu prüfen und generell über Freies Wissen zu informieren. Mehrere tausend Teilnehmer sind auf den regelmäßgien Campus Partys vertreten.

WIKIMEDIA INDIEN

Die Organisation hat vom indischen Innenministerium die formale Erlaubnis erhalten, finanzielle Zuwendungen von der Wikimedia Foundation beziehen zu dürfen (Grants).

WIKIMEDIA UK

Im Zuge einer geplanten langfristigen Zusammenarbeit der Brtish Library und Wikimedia UK ist eine Stelle als “Wikipedian in Residence” an der renommierten Bibliothek ausgeschrieben.

WIKIMEDIA SCHWEDEN

Wikimedia Schweden hat mit Jakob Hammarbäck einen Büromanager eingestellt.

== Studien und Statistik ==

MOBILE NUTZUNG

Einige Ergebnisse einer (in der letzten Wikimedia:Woche bereits erwähnten) Umfrage unter den Nutzern der mobilen Wikipedia. 52% der Befragten gaben an, ein kostenloses Providerangebot würde ihre Wikipedia-Nutzung erhöhen. 28% gaben an, durch so ein Angebot würde die Wahrscheinlichkeit steigen, dass sie Produkte von entsprechenden Mobilfunkanbieter kauften. 16% gaben an, zu solchen Anbietern komplett wechseln zu wollen.

MONATLICHE STATISTIKEN

…zur Nutzung von Wikipedia und allen Wikimedia-Projekten gibt es übrigens unter dem folgenden Link (leider noch Dezember – aber die  weltweiten Besucherzahlen für Januar sind von Erik Möller bereits  rausgegeben: 482 Millionen – die halbe Milliarde ist bald erreicht!):

== Technik ==

ZEITSTRAHL-ERWEITERUNG

In einem kurzen Statusbericht von MediaWiki-Entwicklern der Foundation ist die Rede von einer verbesserten Version der so genannten EasyTimeline-Erweiterung. Damit sollen Daten in einem Wikitext als Grafik erfasst und übersichtlich dargestellt werden. Momentan ist die erweiterung im Betastadium.

== Projekte und Initiativen ==

WIKIPEDIA UND HOCHSCHULEN

Im Blog der WIkimedia Foundation wird ein Zwischenstand zum Ambassador-Programm der Foundation präsentiert. Dazu gehört auch ein kurzer Überblick zu ähnlichen AKtivitäten und Programmen in anderen Ländern, u.a. Ägypten, Kanada und Deutschland.

GLAM CAMP WASHINGTON, D. C.

Auf einem Arbeitstreffen zwischen 25 Wikimedianern und kulturellen Einrichtungen der USA gab es eine Reihe von Ergebnissen, die im Blog der Wikimedia FOundation zusammengefasst sind. Darunter unter anderem der Plan, ein Werkzeug für das Massen-Hochladen von Dateien auf Wikimedia Commons in Kooperation mit einem Museum zu entwickeln. Außerdem: Entwicklung einer Browsererweiterung, mit der aus US-Archiven in Wikipedia zitiert werden kann.
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Verstärkung fürs Team

Cornelia Trefflich und Phillip Wilke, Foto: Michael Jahn, CC-BY-SA 3.0

Obwohl es schon wirklich eng ist in der Wikimedia Geschäftsstelle in Schöneberg, sind im Februar zwei neue Mitarbeiter hinzu gekommen. Unmögliches wird möglich gemacht – und so rückt man zusammen, improvisiert, stellt hier und da noch Tische, Stühle und Computer auf! Die, gefühlt exponentiell wachsende Arbeit, muss ja gemacht werden. Die zwei Neuen, das sind Cornelia Trefflich und Phillip Wilke. Heute möchten sie sich kurz vorstellen:

 

Cornelia, gerne auch Conny, mag keine Dreien in Altersangaben, ist in Halle (Saale) geboren und hat Englisch, Spanisch und Kulturwissenschaften in Leipzig studiert.

Ich unterstütze den Bereich Bildung & Wissen bei der Restrukturierung. Die Programme ‘Silberwissen’, ‘Wikipedia macht Schule’ und das Hochschulprogramm verfügen über ein gemeinsames Referentennetzwerk und sollen auch inhaltlich enger verknüpft werden. Deswegen übernehme ich gerade jede Menge Koordinationsaufgaben und maile und telefoniere viel mit engagierten Freiwilligen und Referenten. Damit kenne ich mich durch meine Arbeit beim ICJA Freiwilligenaustausch weltweit schließlich aus. Mich reizt besonders die Zusammenarbeit mit hoch motivierten Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, die sich alle für die Idee des freien Wissens begeistern und einsetzen. Ich freue mich schon darauf, viele engagierte Referenten auf dem im März stattfindenden Camp kennen zu lernen.

 

Phillip, Jahrgang 1983, gebürtiger Hannoveraner, dessen Namen fast jeder erst mal falsch schreibt.

An der TU Berlin habe ich Geschichte und Kommunikationswissenschaften studiert. Ich bin neu im Team PR- und Öffentlichkeitsarbeit und arbeite gemeinsam mit Catrin und Michael. Gerade die projektbezogene Pressearbeit werde ich in Zukunft verstärken. Deswegen werde ich auch viel mit Nicole zusammen arbeiten und ihr immer Mal wieder eine helfende Hand reichen. Viele Baustellen also, aber Kopf-Wirrwarr bin ich durch meine Tätigkeiten bei verschiedenen Medien und Verlagen sowie der ehrenamtlichen Pressearbeit beim Kongress atoms&bits ja bereits gewohnt. Schon vorher habe ich die Wikipedia zur täglichen Recherche genutzt. Die Idee des freien Wissens nun hauptberuflich voranzutreiben und publik machen zu dürfen, ist für mich eine große Ehre und anspornende Aufgabe zugleich.

So, dann gehen wir mal Kaffee trinken und das Mate-Lager plündern. Im Anschluss wird wieder gearbeitet. Versprochen!

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Wikimedia:Woche 7/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (7/2012)=

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

 

Quellen dieser Ausgabe:

*http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedia_Signpost
 

Beitragende: Alice Wiegand, Jürgen Fenn, Anneke Wolf, poupou, Michael Jahn

 

== Foundation & Vereine ==

WMF UNTERSTÜTZUNG DER COMMUNITY IN RECHTSFRAGEN „Legal and Community Advocacy“(LCA)

Die Wikimedia Foundation hat eine neue Abteilung „Legal and Community Advocacy“ gegründet, die die Community in rechtlichen Belangen beraten, bei gerichtlichen Auseinandersetzungen unterstützen, aber auch z.B. in Gesetzgebungsverfahren besser einbinden soll. Philippe Beaudette leitet die der Rechtsabteilung unter Geoff Brigham nachgeordnete Abteilung.
Die neue Abteilung hat als erste “Amtshandlung” eine Stellungnahme zu den möglichen Auswirkungen von ACTA auf die Wikimedia-Projekte und ihre Ziele herausgegeben.

ANDAUERNDE DISKUSSION UM DIE ZUKÜNFTIGE SPENDENKAMPAGNE

Der Wikipedia Signpost bringt in seiner neuesten Ausgabe eine  Zusammenfassung zur Diskussion um eine mögliche Neuordnung des Spendenwesens, die schon seit Längerem kontrovers diskutiert wird. Erörtert wird darin insbesondere die Durchführung zukünftiger Spendenkampagnen sowie die Verteilung der Einnahmen zwischen den mitlerweile 39 Fördervereinen weltweit und der Wikimedia Foundation. Die Diskussion begann bei der Wikimania 2011 in Haifa. Der Artikel verlinkt alle wichtigen Stellungnahmen und sonstigen Beiträge und erklärt die näheren Zusammenhänge im Überblick bis zum aktuellen Stand.

 

Die Wikimedia Foundation hat wenige Stunden nach Veröffentlichung des Signpost-Artikels in einem Mitarbeiter-Memo fünf Punkte zusammengestellt, die aus Sicht der WMF derzeit in dieser Frage wesentlich seien:
  1. Diversen neueren Umfragen zufolge entspräche die derzeitige Durchführung der Spendenkampagnen nicht mehr dem Wunsch der Mehrheit der Spender und der Autoren. Diese wollten mit ihrer Spende in erster Linie Wikipedia werbefrei erhalten und technischen Fortschritt finanzieren.
  2. Die Wikimedia Foundation betreibe die größte Website unter allen gemeinnützigen Organisationen weltweit und habe deshalb besonders gute Voraussetzugen, um Zahlungen global und zentralisiert einzuwerben und abzuwickeln. Das unterscheide sie maßgeblich von anderen vergleichbaren Organisationen.
  3. Dezentrale Spendenkampagnen seien sehr teuer.
  4. Die steuerliche Abzugsfähigkeit sei ein Anreiz bei Spenden an die lokalen Fördervereine. Würde dieser Anreiz wegfallen, so könnte der weltweite Bedarf von Foundation und Wikimedia-Projekten trotzdem gedeckt werden. Notfalls wird erwogen, eine eigene gesamteuropäische Gesellschaft anstelle oder neben den bisherigen lokalen Chapter völlig neu aufzubauen, um Steuervorteile in Anspruch nehmen zu können.
  5. Es sei in jeglicher Hinsicht (rechtlich, steuerlich, regulierungsmäßig) weniger problematisch, Geld von der Foundation zu den Fördervereinen zu transferieren als umgekehrt.

WIKIMEDIA FOUNDATION HIGHLIGHTS

Die WMF-Highlights – eine Kurzzusammenfassung des Monatsberichtes der Wikimedia Foundation – wurden für Januar veröffentlicht. Hilfe bei Übersetzungen ist erwünscht:

WIKIMEDIA AFFILIATION MODELS

Der Vorstand der Wikimedia Foundation hat einen Entwurf auf Meta veröffentlicht, in dem neben dem Chapter-Modell weitere offizielle Partnermodelle vorgestellt werden. Ein zu entwerfender Detailplan soll bis zum Board-Meeting im Juli 2012 zur Abstimmung kommen.

== Studien und Statistik ==

MOBILE NUTZUNG

…stand  im Vordergrund einer Benutzerstudie zu den Mobilversionen von  Wikipedia. Neben vielen weiteren Verbesserungsvorschlägen zeigten sich  als Schwerpunkte vor allem eine flexiblere Suchfunktion und das mobile  Bearbeiten. Anbei auch ein Link zu einer Langfassung.

== Technik ==

NEUER SPEICHER FÜR THUMBNAILS

Miniaturen von Bildern („thumbnails“) werden jetzt im neuen Openstack-Swift-Serversystem gespeichert. Die Mediendateien als solches werden in den nächsten Monaten folgen. Hintergrundinfos:

MEDIAWIKI 1.19

Zwischen dem 15. Februar und dem 1. März wird die neue MediaWiki-Version 1.19 in fünf Phasen auf allen Wikis der Wikimedia Foundation aktualisiert.

PUNE-HACKATHON

Im Blog der Wikimedia Foundation findet sich ein kurzer Rückblick auf den Hackathon in Pune. Neben allgemeinen Code-Verbesserungen für MediaWiki wird darin festgehalten, dass an der Lokalisierung der mongolischen Sprache für MediaWiki gearbeitet wird, an Webfonts für Dzongkha sowie an der Verfügbarkeit von Rechts-nach-Links-Sprachen für die Wikipedia-Mobilapp.

== Projekte und Initiativen ==

COMMUNITY-PROJEKTBUDGET

Die zweite Runde des Community-Projektbudgets ist abgeschlossen. Gefördert werden 6 Projekte, darunter WikiTV und die Einbindung eines professionellen Mediators in Benutzerkonflikte:

CORPORATE IDENTITY FÜR DAS WIKIPEDIA EDUCATION PROGRAM

Es gibt neue Logos und auch insgesamt eine neue „visuelle Identität“ (wir würde das vielleicht hierzulande neudeutsch als eine „Corporate Identity“ bezeichnen…) für das Bildungsprogramm der Stiftung:

== Internationale Medien ==

SOPA UND PIPA

In der Washigton Post ist ein Beitrag von Jimmy Wales and Kat Walsh zu SOPA und PIPA erschienen, in der noch einmal ausgeführt wird, warum es zum „Blackout“ der englischsprachigen Wikipedia gekommen war und warum die Wikipedia-Community als eine kreative Gemeinschaft ein Interesse daran hat, SOPA und PIPA zu verhindern.

SOCIAL MEDIA

Zu Social Media soll es auch auf der diesjährigen Wikimania ein Panel geben: Wie nutzen wir Twitter/Facebook, genauer: Welche Projekt-Accounts werden in welcher Weise genutzt? Wie können Synergien besser eingesetzt werden? Die Schweden haben ein interessantes Beispiel hierzu:

== Termine ==

FINANCE MEETING 2012

Der Vorstand der Stiftung trifft sich vom 17.–19. Februar 2012 in Paris mit den Vertretern der meisten Fördervereine, um über die Finanzen zu beraten. Dabei soll es jedoch nicht um zukünftige Spendenkampagnen gehen.

WIKIMEDIA CONFERENCE 2012

Die diesjährige Wikimedia Conference findet am 30. März und am 1. April 2012 in Berlin statt.
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ACTA nach dem Sturm

Am ersten Werktag nach den weltweiten Demonstrationen gegen ACTA, einem Vertragswerk zur Durchsetzung von Urheber-, Patent- und Markenrecht, arbeiten alle Beteiligten daran, mit der neuen Situation bisher ungekannter Sichtbarkeit umzugehen.

Insbesondere um dem Vorwurf der Intransparenz entgegenzutreten, hat die EU-Kommission in einer sehr umfangreichen Stellungnahme eine Art Zeitstrahl der Verhandlungsrunden und Veröffentlichungen dargelegt. Zu den Maßnahmen der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit gehörten 2010 auch zwei “technische Briefings” für die Presse, die als “off the record” deklariert waren.

Offenbar sehr kurzfristig hat die Pressestelle der EU-Kommission am Montag zu einem weiteren technischen Briefing geladen, das in die nationalen Vertretungen der Kommission gestreamt wurde. Auch dieses Briefing lief unter “off the record”, die deutsche Vertretung hat die Regelung dahingehend spezifiziert, dass sie in etwa dem deutschen “unter zwei” entspricht: Die Namen der drei Sprecher durften nicht genannt werden. Zusammen mit einigen Journalisten vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk waren wir bei dem Streaming in die deutsche Vertretung der EU-Kommission in Berlin anwesend und haben – unter Beachtung von “unter zwei” – den Ablauf des Briefings auf netzpolitik.org veröffentlicht. Die EU-Kommission könnte hier durch eine sinngemäße Wiedergabe der Aussagen der Sprecher der Kommission auf diesem Briefing mithelfen, den Ablauf des Treffens für alle verständlich zu machen, die nicht kurzfristig davon erfahren haben oder zu einer der EU-Kommissionsvertretungen fahren konnten.

Am 1. März wird im Europäischen Parlament ein dreieinhalbstündiger Workshop zu ACTA stattfinden. Uns ist bisher nichts bekannt über angebotene Streams und Onlinebeteiligungsmöglichkeiten an diesem Workshop. Wer bis dahin informiert sein will über die Willensbildungsprozesse im Europäischen Parlament und Ausschuss zu Internationalem Handel, kann in der Parlamentsstudie  The Anti-Counterfeiting Trade Agreement: An Assessment wichtige Anregungen finden. Leider sind auch hier einige Dokumente für die Öffentlichkeit nicht oder nur über Umwege erreichbar, beispielsweise juristische Einschätzungen des Parlamentsdienstes.

Wir danken allen Lesern für Link- und Terminhinweise über den Fortgang der Diskussion zu ACTA und die Verbesserung des öffentlichen Zuganges zu den Verhandlungsdokumenten.

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Wir können auch anders – ACTAvismus für Freies Wissen

Anti ACTA demo Cologne 2012, © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Vielleicht wird der 11. Februar 2012 einmal als der Tag angesehen werden, der in seiner Wirkung dem 10. Oktober 1981 gleichkam. Damals demonstrierten ca. 300.000 Menschen im Bonner Hofgarten gegen Pershing-Raketen und den NATO-Doppelbeschluss. Die Fernsehbilder der friedensbewegten Massen, unter ihnen der etwas ungelenk tanzende Joseph Beuys, wurde für viele zum Generationenerlebnis, das sie nachhaltig beeinflusste.

Nach Meldungen der örtlichen Veranstalter waren am Samstag etwa 120.000 Menschen auf Deutschlands Straßen unterwegs, um gegen das Handelsabkommen ACTA zu protestieren. Das ist schlicht erstaunlich. Wer noch vor Tagen prophezeit hätte, dass sich ganze Kohorten von Schülern, Studierenden, netzpolitisch Engagierten und besorgten Bürgern zu einer bunte Regenbogenkoalition zusammenfinden würden, um gegen einen spröden, fast schon hermetischen Vertragstext aufzuparadieren, der wäre wohl für verrückt erklärt worden.

Den zweitstelligen Minusgraden trotzend, machten die lärmenden, hüpfenden und vor allem friedlichen Demonstranten ihren Unmut gegen mögliche Verschärfungen bei der Rechtedurchsetzung im Internet publik. Ein Teilnehmer in Düsseldorf sagte der Tagesschau, das Internet sei sein bevorzugter Lebensraum und der ACTA-Protest schlicht als “Umweltschutz” zu verstehen. Nicht auszudenken, wie sich ein schöner Julitag auf die Mobilisierung ausgewirkt hätte.

Das Besondere an diesem 11. Februar 2012 war, dass sich an ihm sehr öffentlichkeitswirksam ein weit verbreitetes Unbehagen artikulierte: die Sorge, dass die andauernden Copyright Wars das Internet irreversibel verändern könnten. Denn analog dazu, wie Schutzfristverlängerungen den Aufbau einer reichhaltigen Public Domain auf lange Sicht einschränken, könnten auch restriktive Sanktions- und Eingriffsprozeduren schwer wieder zu beseitigen sein, sobald sie einmal etabliert sind.

Wie hier bereits berichtet, gibt ACTA materiellrechtlich nicht allzu viel her. Aber es wird von vielen Menschen als ein Symptom gesehen für einen schleichenden Rückbau des Web 2.0 zu einem reinen Distributionskanal, von dem dann nur noch starke kommerzielle Plattformen und “walled gardens” profitieren. Der Medienrechtler Thomas Stadler prophezeit nun weiteren Druck der Urheberrechtslobby, um “ihre Individualinteressen notfalls auch gegen das Gemeinwohl durchzusetzen”. Dabei habe “gerade das Netz … uns mit großartigen Projekten wie Wikipedia gezeigt, dass die Verbreitung von Wissen und Information nach ganz anderen Spielregeln funktionieren kann, als bis vor kurzem angenommen.”

Als die Initiatoren der Berliner Stop-ACTA-Demo kurzfristig eine Anfrage an die Geschäftsstelle richteten, ob wir einen Redebeitrag für die Kundgebung liefern könnten, sagte ich spontan zu. Angesichts der Irritation bei Teilen der politischen Klasse, die der Wikipedia-Blackout vor einigen Wochen ausgelöst hat, schien der Zeitpunkt äußerst angebracht, ein kurzes Plädoyer für Freies Wissen und die Notwendigkeit einer Urheberrechtsreform zu halten. Das ist im Kontext einer Demonstration nicht gerade einfach. Reden müssen zugespitzt und vor allem knapp sein. Aber selbst jene Wikipedianer und geschätzten Kollegen, die ebenfalls vor Ort waren, dürften aufgrund des brummenden Stromgenerators für die PA ohnehin nicht allzu viel verstanden haben. Deshalb hier nochmals meine Ansprache im Wortlaut:

Die Bundesregierung hat es bislang versäumt, die deutsche Öffentlichkeit über ihre Position zu ACTA ausreichend zu informieren. Dafür bemühte sich gestern ein Abgeordneter der CDU um die phantasievolle Formulierung, ACTA sei ein hilfreicher Weg ‘zu einer globalen Verständigung über den Schutz von Urheberrechten’. Diese Meinung hat der Mann exklusiv.

Ich unterstelle dem Unionspolitiker noch nicht einmal, er handle mit dem Vorsatz der bewussten Täuschung. ‘Asume Good Faith’ ist ein ehernes Gesetz bei uns. Es ist wohl eher so, dass er schlicht kein Verhältnis zu der Kultur des Teilens hat, die gleichsam in die Geburtsurkunde des Internets eingeschrieben ist.

Mit den frühesten Programmierer-Communities und der Open-Source-Bewegung entstand eine Art Kochtopf-Ökonomie, in die jeder etwas hineingeben kann. Im besten Fall entsteht durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Zutaten etwas Neues, Besseres, das mehr ist als nur die Summe seiner Teile.

Dieses freiwillige Geben und Nehmen, die gemeinsame Inhalteherstellung und ihre freie Weiternutzung hat globale Freiwilligen-Projekte wie Wikipedia überhaupt erst möglich gemacht. Deren Kultur des Teilens wird vorangetrieben von Menschen, die selbstorganisiert an einem faszinierenden Projekt arbeiten: dem kostenlosen, offenen Zugang zu Wissen für die gesamte Welt.

Haben diese Menschen ein Problem mit dem Urheberrecht? Nein. Im Gegenteil hat die Wikipedia-Community wohl eine beispiellose Kompetenz zu kompliziertesten Detailfragen im Bereich geistigen Eigentums entwickelt. Sie verbringt unzählige Stunden darauf, dass die WP-Seiten frei von rechtsverletzenden Inhalten sind.

Dass der Ruf nach einer verschärften Ahndung von Rechtsverstößen nun aber ausgerechnet von Politikern kommt, die auf ihren eigenen Websiten äußerst lax mit fremden Bildmaterial umgehen, ist ein Treppenwitz der Geschichte.

Wieso maßen sie sich an, ACTA und seine möglichen Folgen ganz durchdringen zu können, wenn sie noch nicht einmal über die Rechte und Pflichten im gegenwärtigen Urheberrecht Bescheid wissen?

Warum kümmern sie sich nicht besser um die Erarbeitung eines zeitgemäßeren Urheberrechts, das für Internetnutzer, also auch sie, zu verstehen und zu handhaben ist?

Eines sei zugestanden: Der Text von ACTA wurde im Laufe der Zeit erheblich entschärft. Trotzdem bedeutet das Abkommen weiterhin eine Gefahr, auch für die Verbreitung Freien Wissens. Denn konsequent weitergedacht, würde der direkte Zugriff durch Rechteinhaber wohl auch Inhalte-Plattformen wie Wikipedia kaputtregulieren.

Nun hat Wikipedia ja vergleichsweise gut funktionierende Mechanismen der Selbstkontrolle. Eine Verpflichtung zur stärkeren Überwachung und Sanktionierung der Nutzer/innen würde aber unweigerlich auf Kosten dessen gehen, was User Generated Content eigentlich ausmacht: Kreativität, Offenheit und eben auch Vertrauen. Assume good faith.

Sobald wir IP-Adressen vorhalten, Klarnamen zuweisen oder für sämtliche Rechtsverstöße auf verlinkten Seiten haften müssten, wäre dies zweifellos das Ende eines beispiellosen Gemeinschaftsprojekts. Freies Wissen braucht, um wirklich frei von wirtschaftlicher Einflussnahme und politischer Zensur zu sein, Schutz vor unverhältnismäßigen Eingriffsmaßnahmen.

Wir stehen für die Zivilgesellschaft und ihren Wunsch nach Zusammenarbeit. ACTA steht für die einseitigen Interessen der Rechteverwerter. Diese zeigen gegenwärtig eine Tendenz, die unschätzbaren Möglichkeiten, die das Netz gerade für freie, ungehinderte Meinungsäußerung und gemeinschaftliche Wertschöpfung bietet, durch aggressives Lobbying beschneiden zu wollen.

Ihr Anliegen, mit digitalen Gütern Geld zu verdienen, ist zweifellos legitim. Doch ihr Ansinnen, auf dem Altar bestehender Geschäftsmodelle das gesamte Ökosystem des Netzes nachhaltig zu verändern, ist es nicht.

In diesem Zusammenhang hat die Politik nicht die Aufgabe, bestimmte Geschäftsmodelle gegenüber anderen zu bevorzugen. Sie soll lediglich einen Rahmen für faire Wettbewerbsbedingungen schaffen – zwischen den Kulturindustrien, deren Kunden wir alle sind, und jenen neuen Plattformen, die Informationen bündeln und die unseren Alltag erheblich erleichtern.

Von Berlin aus richten wir deshalb die dringende Bitte an die Bundesregierung und das Europäische Parlament: Die möglichen Kollateralschäden von ACTA müssen stärker gewichtet werden als die Profitinteressen einer sich zunehmend verhärtenden Branche! Und deshalb muss der Ratifizierungsprozess nicht nur ausgesetzt, sondern ganz gestoppt werden! Denn wir verdienen mehr als ein Abkommen, das in Hinterzimmern ausgehandelt wurde und offensichtlich nicht dem Gemeinwohl dient.

 

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Wikimedia:Woche 6/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (6/2012)=

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

 

Quellen dieser Ausgabe:

 

Beitragende: Anneke Wolf, Jürgen Fenn, Benutzer:Lyzzy, Michael Jahn, Catrin Schoneville

 

== Foundation & Vereine ==

STELLUNGNAHME DES WMF-VORSTANDS ZUR NEUORDNUNG DES SPENDENWESENS

Der Vorstand der Wikimedia Foundation schlägt im ”„Fundraising Letter Feb 2012“” vor, ein ehrenamtlich besetztes Gremium einzurichten, das Empfehlungen für die Verteilung von Spenden gegenüber der Stiftung geben soll. Die Foundation ist angehalten, sich grundsätzlich an dessen Empfehlungen zu halten. Sollte keine Einigkeit über einzelne Punkte erreicht werden, kann das Stiftungskuratorium für einen Vermittlungsvorschlag angerufen werden. Der neue Ausschuss soll aus Freiwilligen der Wikimedia-Bewegung bestehen, allerdings können auch Mitarbeiter der Foundation bestellt werden.
Zum Thema Fundraising erkärt das Schreiben, lokale Chapter sollten Spenden nur dann selbst einwerben, wenn dies aus steuerlichen Gründen und allgemein höherer Effektivität erforderlich sei. Die diesbezüglichen Aktivitäten der Chapter müssten die Grundprinzipien und Ziele beachten. Es ist zu vermeiden, dass der Eindruck entsteht, Chapter nähmen die Spenden für sich selbst ein.

MEETINGS DER FOUNDATION AUF VIDEO

Die monatlichen Besprechungen der Foundation werden zur Entwicklung der Wikimedia-Projekte nun auf Video aufgezeichnet und stehen in mehreren Auflösungen (und Dateigrößen) auf Commons bereit. Zukünftig wird aus den Monatsberichten auf diese Videos direkt verlinkt werden.

BERICHT DES LANGUAGE COMMITTEE

Das ”Wikimedia Foundation Language Committee”, das sich mit der Umsetzung von Projekten in neuen Sprachen beschäftigt, berichtet über vier neue Wikimedia-Projekte, die auf dem Weg sind: Die Wikipedia in Wepsischer Sprache, das Wiktionary auf Punjabi, Wikisource auf Marathi und die Wikipedia in Lesgischer Sprache. Außerdem gibt es einen Rückblick auf das Jahr 2011 im Wikimedia Incubator.

WIKIMÉDIA MAGYARORSZÁG (WIKIMEDIA UNGARN)

Wikimedia Ungarn hat den Monatsbericht Januar 2011 veröffentlicht.

NEUES CHAPTER: WIKIMEDIA KENYA

Wikimedia Kenya ist seit dem 6. Februar 2012 das 39. Chapter der Wikimedia Foundation. Auf der Website der neuen Kolleginnen und Kollegen fällt das Projekt “Wikipedia for schools” ins Auge, das vor allem eine Offline-Version von Wikipedia unter Opensource-Software an die kenianischen Schulen bringen möchte.

WIKIMEDIA UK

Das Board von Wikimedia UK hat Entwürfe zu einer Reihe von Organisationsrichtlinien veröffentlicht. Dabei geht es unter anderem um klare Arbeitsrichtlinien für Mitarbeiter.

WIKITREFFEN IN SAN FRANCISCO

Ein kurzer Bericht über ein offenes Wochenendtreffen für Wikipedianer, Mitarbeiter der Foundation und des Board of Trustees der Foundation ist im WMF-Blog zu finden. Etwa 40 Teilnehmer waren vor Ort.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND

In der letzten Woche wurden verschiedene zusammenfassende Berichte im WMDE-Blog veröffentlicht, zum Zielplanungsworkshop der Geschäftsstelle, zum Projekt RENDER sowie ein Ausblick auf die kommende Wikimedia Conference.
Außerdem hat Wikimedia Deutschland eine Stelle für eine(n)”Koordinator(in) für kulturelle Partnerschaften” ausgeschrieben.
Der Vorsitzende des WMDE-Präsidiums, Sebastian Moleski, hat in einem (englischen) Blogposting die Vereinsstruktur und finanzielle Betriebsführung des Vereins dokumentiert.

WIKIMEDIA INDIEN

Wikimedia India hat drei neue Portale ins Netz gestellt:
*http://wikimedia.in/ ist die neue Homepage des indischen Chapters, die auf alle Wikimedia-Projekte weiterleitet.
*http://wiki.wikimedia.in/Main_Page ist das öffentliche Wiki von Wikimedia India, das jeder ergänzen kann.
*http://blog.wikimedia.in/ ist das Blog des indischen Chapters.

== Studien und Statistik ==

LESERUMFRAGE DER WIKIMEDIA FOUNDATION

Im Zentrum der Auswertung steht die Frage, wer die Spender der Wikimedia Foundation sind. Ergebnisse kurz zusammengefasst: Nur etwa der Hälfte aller Wikipedia-Leser (englischsprachig) ist bekannt, dass die WMF eine Non-Profit-Organisation ist. Spender werden international sehr unterschiedlich von den Spendenbannern angesprochen. Ein Viertel aller Antwortenden gab an, einer Spende grundsätzlich positive gegenüber zu stehen.  Als Hauptgrund für das Nicht-Spenden wurden mangelnde Mittel angegeben.

== Technik ==

SAN FRANCISCO-HACKATHON

Einen ausführlichen Bericht zum Hackathon, der im Januar in San Francisco stattfand, gibt es neben Daniel Kinzlers Rückblick im Blog von Wikimedia Deutschland jetzt auch im Blog der Foundation:

== Projekte und Initiativen ==

GLAM

”This Month in GLAM” veröffentlicht den Monatsbericht Januar 2011. Darin enthalten sind ein Jahresrückblick auf 2011, Berichte aus verschiedenen Ländern und Regionen sowie zu GLAM-Tools und Open Access. Der Bericht aus Deutschland weist noch einmal auf die Wikipedia Academy 2012 hin und beschreibt entstehende Kooperationen im Rahmen ”Langer Nächte” mit dem Naturkundemuseum Berlin und der Unibibliothek Leipzig sowie die Nutzung von QRpedia im Museum für Hamburgische Geschichte.

WIKIWOMEN’S HISTORY MONTH

In der englischen Wikipedia laufen die Planungen für den WikiWomen’s History Month zu Aktivitäten und Events rund um den internationalen Frauentag.

FREE SOFTWARE COMMUNITY TEILT ERFAHRUNGEN IM “OPEN ADVICE BOOK”

Über 50 Autoren aus vielen verschiedenen Projekten der freien Software-Gemeinschaft haben seit Frühjahr 2011 an diesem Buch mitgearbeitet, das letztes Wochenende auf der FOSDEM in Brüssel vorgestellt wurde. Die Autoren behandeln eine Vielzahl von Themen, u.a. “Dokumentation für Anfänger”, “Business Modelle”, “Übersetzungen” oder “Design”. Das in [[LaTeX]] schön gesetzte Buch ist unter CC-BY-SA unter folgendem Link herunterzuladen:

== Termine ==

STEWARD-WAHLEN

Bis zum 27. Februar 2012 laufen die Wahlen für unsere Stewards – das sind Benutzer, die projektübergreifende Rechte erhalten. Zur Wahl stehen 10 Kandidaten. Zeitgleich können die jetzigen 32 Stewards in ihrem Amt bestätigt werden.

OFFICE-HOURS

  • Am Freitag, dem 10. Februar 2012 hält die Rechtsabteilung der Foundation um 18 Uhr unserer Zeit eine Sprechstunde in #wikimedia-office auf Freenode ab.
  • Am 21. Februar 2012 kann man im selben Kanal mit dem Lokalisierungs-Team über die MediaWiki-Entwicklung Kontakt aufnehmen.

== Internationale Pressestimmen ==

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Vorschau: Wikimedia Conference 2012 in Berlin

Bereits zum vierten Mal ist Wikimedia Deutschland nun Gastgeber der internationalen Wikimedia Conference: Vom 29. März bis 1. April treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter, um über Strategie, Zusammenarbeit und Professionalisierung der Ländervertretungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Projekte zu starten. Außerdem trifft sich das Board of Trustees, das oberste Entscheidungsgremium der Wikimedia Foundation, zur seiner regulären Sitzung.

Die Teilnehmer

In diesem Jahr sind 38 Chapters und 3 Chapters-to-be eingeladen, jeweils zwei Vertreter nach Berlin zu entsenden. Chapter, die bereits bezahlte Mitarbeiter haben, können darüber hinaus auch einen ihrer Angestellten senden. Neben den langjährig etablierten Vereinen werden auch neue Chapter und „Chapters-to-be“ (Brasilien, Kasachstan und Kenia) dabei sein. Neben dem Board of Trustees werden auch mehrere Mitarbeiter der Foundation an der Konferenz teilnehmen. Das offizielle Programm des Chapters’ Meeting beginnt am Freitag; der Donnerstag steht z.B. dem Chapters’ Committee und anderen internationalen Wikimedia-Gruppen zur Verfügung, die bereits in der Stadt sind.

Das Programm

Für die Programmkoordination sowie die Kommunikation mit den Chaptern ist Harel Cain von Wikimedia Israel verantwortlich. Durch seine langjährige Mitarbeit, die Organisation der Wikimania 2011 in Haifa und seine Vorträge wie Conflicts between chapters and communities kennt er sich bestens in den internationalen Wikimedia-Strukturen aus. Aktuell sorgt er dafür, dass sich alle Chaptervertreter zeitnah zur Konferenz anmelden und entwirft anhand des Feedbacks der letzten Jahre und den Wünschen der Chapter das Konferenzprogramm. Unterstützung wird er von zwei Moderatorinnen erhalten, die wir zu einem späteren Zeitpunkt noch näher vorstellen.

Der Veranstaltungsort

…wird bald bekannt gegeben.

Logistik und Rahmenprogramm

Ich selbst kümmere mich um das Gelingen der Conference und bin für die gesamte Logistik und die Abstimmung mit Harel zuständig. In diesem Jahr erhalten wir zum ersten Mal auch in diesem Bereich internationale Unterstützung: Danny B. übernimmt die Aufgaben, für die im letzten Jahr Cornelius zuständig war. Koordination von Hostel- und Flugbuchungen, Visa und Einladungsschreiben, Zusammenstellung von Teilnehmerinformation und Materialien inkl. der Beantwortung unzähliger Anfragen der Teilnehmer vor, während und nach der Konferenz sowie Logistik und Betreuung vor Ort.

Zur Zeit kümmern wir uns um die Anreise der Teilnehmer aus der ganzen Welt, buchen Flüge, stellen Einladungsschreiben für die Visumserteilung aus und koordinieren die Unterkünfte im baxpax downtown Hostel Hotel.

Seid ihr dabei?

Wie beschrieben ist die Teilnehmerzahl pro Chapter begrenzt. Als Communitymitglied habt ihr aber dennoch die Möglichkeit, in Kontakt mit den internationalen Gästen zu kommen. Zum einen planen wir an mindestens einem Abend eine öffentliche Veranstaltung für alle Interessierten (vielleicht bietet sich hier sogar ein Stammtisch-Termin an?). Zum anderen gibt es eine Menge zu tun, wir möchten z.B. Aktivitäten wie Sightseeing, gemeinsames Auskundschaften der Berliner Küche oder Museumsbesuche anbieten und freuen uns über Unterstützung und Tipps der Berliner Wikipedianer. Im letzten Jahr gab es außerdem tolle Unterstützung bei der Dokumentation der Veranstaltung von Fotografen und Protokollanten. Gerne könnt ihr euch als freiwillige Helfer bei uns melden!

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Harel und Danny und steht euch als Ansprechpartnerin für alle Fragen und Anliegen zur Conference gerne zur Verfügung.

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RENDER: 5. Projekttreffen in Innsbruck

Im Forschungsprojekt RENDER, bei dem Wikimedia Deutschland als Anwendungspartner teilnimmt, findet einmal pro Quartal ein Treffen aller Partner statt. Die Quartalstreffen werden jedes Mal von einem anderen Partner ausgerichtet. Wir selbst waren beim vierten Plenum Ende September 2011 die Gastgeber.

Wie ich im letzten Monatsbericht kurz geschrieben hatte, fand das fünfte Projekttreffen am 26. und 27. Januar in Innsbruck beim Partner STI statt. Zu diesem Treffen begleitete mich dieses Mal Anselm, mein neuer Kollege im RENDER-Team.

Natürlich stand zu Beginn das Gutachten des Review-Meetings und die daraus resultierenden Aufgaben auf der Tagesordnung. Danach stellten einzelne Partner Ergebnisse ihrer aktuellen Arbeiten vor. Wobei vor allem diejenigen Arbeitspakete im Fokus standen, deren Abgabefrist bereits Ende März ist. Beispielsweise wurden die aktuellen Änderungen an der vom STI entwickelten Ontologie vorgestellt und diskutiert: die so genannte Knowledge Diversity Ontology sowie deren Einbindung in das Analyse-Tool Enrycher des slowenischen Partners Jožef Stefan Institute (JSI).

Unser größtes Aufgabenpaket im zweiten Projektjahr ist “Tools for diversity management in Wikipedia” (D5.1.2). Hierbei entwickeln und testen wir Werkzeuge, die die Analyse-Ergebnisse (unserer Tools bzw. der anderen Projektpartner) zu Aktualität, Faktenabdeckung, Objektivität und Editorenverhalten für die Wikipedia-Nutzer visualisieren. Mit Hilfe dieser Unterstützungswerkzeuge können wir den Lesern und Autoren Hinweise liefern, in welchen Artikeln möglicherweise ein Handlungsbedarf besteht, z.B. im Artikel über Politiker XY fehlt die Information über dessen kürzlichen Rücktritt, in 15 anderen Sprachversionen wurde dieser Fakt vor Kurzem ergänzt. Erste Entwürfe dieser Unterstützungswerkzeuge haben wir beim Review-Meeting in Luxemburg vorgestellt und sind im Folienset im Abschnitt Mock-ups dargestellt.

Beim Meeting in Innsbruck besprachen wir vor allem mit JSI die Anforderungen und Möglichkeiten weiterer Analysen zur Überprüfung der thematischen bzw. faktischen Abdeckung in Wikipedia-Artikeln. Außerdem stellten wir den Entwicklungsstand zweier Tools vor, an denen wir derzeit arbeiten. Deren Ergebnisse wollen wir zur Überprüfung der Aktualität und der thematischen Abdeckung eines Wikipedia-Artikels einsetzen. Beide Tools sind voraussichtlich Ende Februar in einem präsentablen und testbaren Zustand. Dazu werden wird es einen separaten Beitrag geben, in dem wir die Tools näher vorstellen und euch auch zum Testen einladen wollen.

Anfang Mai wird die nächste Zusammenkunft in Barcelona beim Partner Telefónica stattfinden. Dort werden wir erstmals den Ablauf des Treffen ändern. Bisher lag der Schwerpunkt während der beiden Tage vorwiegend auf der Präsentation der Arbeitsfortschritte durch die jeweiligen Partner. Um die Zeit noch effektiver nutzen zu können, wurde beschlossen zukünftig mehr Raum zum gemeinschaftlichen “Hacken” und Lösen konkreter meist technischer Aufgaben (wie Probleme bei der Integration der Werkzeuge o.ä.) einzuplanen.

Weitere Fragen oder Anregungen könnt ihr gerne an render@wikimedia.de bzw. Angelika direkt richten.

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