Archiv für August, 2011



Haifa Tag 3: Das große Finale

Zum Anfang der Zusammenfassung von Tag 3 erlaube ich mir eine kurzes Rückblick auf den Freitag und meinen eigenen Vortrag “Wikipedia and beyond: Incentivizing engagement” (Folien). Darin habe ich einige der Projekte (Zedler-Medaille, WissensWert und Wiki loves Monuments) vorgestellt, mit denen wir Menschen zum Mitmachen motivieren möchten und sie bei der Förderung Freien Wissens unterstützen und begleiten. Auch wenn es keine Raketenwissenschaft ist, dass die Motiviation durch Preise und Geld wohl nicht maßgeblich erhöht werden kann: Viele der kleineren Chapter sind sehr an einem Erfahrungsaustausch interessiert und bekamen in Anschluss an den Vortrag die Gelegenheit, eigene Wettbewerbe vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren.

Article Feedback Tool

Erik Möller hat in seinem Vortrag zum Article Feedback Tool zunächst die wohl den meisten bekannte und von vielen gefürchtete Grafik “Retention vs. active editiors” gezeigt und deutlich gemacht, wie sehr die Motiviation von (neuen) Autoren, langfristig dabei zu bleiben, mit der Qualität der Inhalte verbunden ist. Da die Hemmschwelle zum Klick auf den Edit-Button für viele Leser zu hoch ist, sucht man andere Wege, um mit diesen in Kontakt zu kommen. Dazu wurde das Article Feedback Tool entwickelt, was zur Zeit in der englischsprachigen Wikipedia getestet wird. Das Tool bittet nicht nur um Bewertung eines Artikels, sondern bietet Lesern erstmalig eine Chance, auf sehr niedrigschwelligem Wege (im Vergleich zur Diskussionsseite) einen Kommentar zu einzelnen Artikeln zu geben.

Was ich sehr beeindruckend fand: Monatlich werden momentan 10 Millionen Bewertungen abgegeben, während die Anzahl der Edits bei “nur” 3,6 Millionen pro Monat liegt. Schöner Schlusssatz von Erik dazu: RELAX: It’s going to be OK!

Wikipedia for World Heritage

Nach der Mittagspause präsentierte Catrin die Kampagne “Wikipedia for World Heritage“. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte schon von der Aktion gehört, andere fragten im Anschluss nach den Möglichkeiten, selber aktiv zu werden. Beispiele aus Indien, Hong Kong und Italien zeigen mit liebevollen Aktionen ihre Begeisterung für die Idee. Die Präsentation machte nochmal deutlich, dass es uns nicht nur um die Aktion an sich geht, sondern dass wir die Debatte rund um Freies Wissen suchen und beleben wollen. Großes “Hallo” gab es aus dem Publikum, als Catrin die Kriterien für das Welterbe zitierte: “The site represents a masterpiece of human creative genius.”

RENDER, CoSyne und Wikidata

Drei Talks, die ich zwar nicht komplett gesehen habe, aber deren Inhalte sich teils überschneiden und die in manchen Punkten voneinander profitieren können.

Angelika Adam und Denny Vrandecic stellten in “Reflecting knowledge diversity” das RENDER-Projekt vor. Ebenfalls von der EU gefördert ist das CoSyne-Projekt, bei dem es um die automatisierte Synchronisation von Änderungen in verschiedenen Sprachversionen geht. Partner ist unter anderem auch die Deutsche Welle, ein Testballon findet sich auf deren Seite kalenderblatt.de

Viel Applaus erntete auch der Vortrag von Denny Vrandecic und Daniel Kinzler über das neue Wikimedia-Projekt Wikidata. Ich versuche mal, das laienhaft zu beschreiben: Sobald es neue statistische Angaben über die Einwohnerzahl einer Stadt gibt, werden diese Zahlen in jeder Sprachversion des Artikels händisch und nach und nach geändert. Mit Wikidata gibt es einen zentralen Speicherort, auf den alle entsprechenden Artikel in allen Sprachversionen zugreifen und die Zahlen so immer und überall identisch und aktuell sind.

Vieles läuft in den drei Projekten automatisiert, aber einige Schritte können nach wie vor nur von Menschen erledigt werden (Infoboxen im neuen Format, Überpfüfung von Übersetzungen etc.). Hier spielen die vielen Freiwilligen eine großes Rolle, und ein Aspekt zog sich durch die gesamte Konferenz: Definiere genau, wobei du Hilfe brauchst! Je genauer die Freiwilligen auf die Lücken oder nötige Bearbeitung hingewiesen werden, desto höher ist die Aussicht auf Unterstützung.

Abschlussveranstaltung

Wer seinen Abschlusstalk mit diesem Video beginnt, hat das Publikum schon für sich gewonnen (es hat sogar mitgeklatscht!!):

Jimmy Wales hat in seiner Ansprache nochmal Revue passieren lassen, welche Themen aktuell auf den Nägeln brennen. Wikipedia ist mittlerweile so groß, dass es immer schwieriger wird, neue Artikel beizutragen. Die Software ist optimierungsbedürftig und schreckt unerfahrene Nutzer ab, wird aber laufend verbessert. Und es gibt viele, viele Regeln und Prozesse, die neue (und auch einige alte) Nutzer eher vertreiben als halten. Um die Mitarbeit attraktiver zu machen, rief er zu “Simplify, eliminate proceedures, automate” auf und beendete dann unter großem Applaus seine Rede mit “TO THE BEACH”.

Krönender Abschluss einer der (meiner Meinung nach) am besten organisierten Wikipedia-Konferenzen überhaupt war die Party am Strand, wo bis in die Nacht weitere Pläne für die weltweite Bewegung geschmiedet und ausgelassen getanzt wurde.

Erste Fotos und Videos finden sich auf YouTube und Flickr, die Twittersuche nach #wikimania gibt außerdem die persönlichen Eindrücke der Teilnehmer wieder und Google News listet aktuelle Berichte zum Thema.

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Organisatoren für ihr wunderbares Engagement, für tolles Essen, eine eindrucksvolle Location, stabiles W-Lan und das freundliche Drum Herum und die Hilfsbereitschaft bei allen Fragen. Ebenso großer Dank geht an alle 650 Teilnehmer aus 56 Ländern, die erneut für den einmaligen Wikimania-Spirit sorgten!

Übrigens: “Making fun of Wikipedia is so 2007.” (Zitat aus Sues Opening Talk.)

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Haifa Tag 2: Von Menschen und Motivationen

Es spielt keine Rolle, ob es die erste Wikimania ist, an der man teilnimmt oder (wie bei mir) die Dritte.  Eines bleibt und das ist die mitreißende Stimmung die entsteht, wenn hunderte von Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen. Und nicht nur das, alle bewegt die Leidenschaft für Freies Wissen und insbesondere für Wikipedia. Es ist einzigartig – so wie Wikipedia und die Menschen, die sie machen. Es ist motivierend. Es ist konstruktiv. Es ist lehrreich.

Das Wikimania-Programm in Haifa bietet drei Tage von 9.00 bis 19.00 Uhr Vorträge, Workshops und Diskussionen. Und was noch viel wichtiger ist, persönliche Gespräche in den Pausen.

Ein Highlight zum Wachwerden bot heute früh die Präsentation von Lodewijk Gelauff (Niederlande), der ausgewählte Projekte der Wikimedia Chapter vorstellte. Beispiele von nachahmenswerten Ideen. Die Argentinier beispielsweise haben es geschafft, Zugriff auf Archivmaterial von Radio- und Fernsehsendern zu bekommen, Polen etabliert einen Community-Award und israelische und französische Chapter arbeiten gemeinsam an einem Afrika-Projekt. Es lohnt sich das nachzulesen.

Es bestärkt einen in der eigenen Arbeit zu erfahren, dass auch Wikimedia Spanien sehbehinderten Menschen Zugang zu Wikipedia verschafft, in Indien ältere Menschen als Wikipedia-Autoren gewonnen werden sollen und das Programm ‚Wikipedian in Residence‘ (Wikipedianer, die zeitlich befristet als Volontäre in z.B. Museen arbeiten, um eine Zusammenarbeit zwischen beiden zu erstellen) bereits in England und Frankreich erste Erfolge aufweist.

Unbedingt empfehlenswert ist auch der Film ‚People are Knowledge‘ und die dazugehörige Projekt-Webseite. Ein Research-Programm finanziert von der Wikimedia Foundation, umgesetzt von Indern und Südafrikanern. Der Film zeigt Gespräche mit Menschen, die über nahezu vergessene Traditionen berichten und deren Wissen zu Wikipedia-Artikeln verarbeitet wird. Bücher in diesen Sprachen gibt es kaum. Ein Gewinn nicht nur für die Sprachversionen dieser Länder sondern auch ein großes Potential für europäische Sprachversionen.

Ein sperriger Titel aber eine gute Aktion wurde kurz vor der Mittagspause serviert: ‚Account Creation Improvement Project‘ von Lennart Gulbrandsson (Schweden). Warum legen Leser ein Benutzer-Konto in der Wikipedia an? Antworten wie „Ich weiß nicht, ich hatte Langeweile“ oder “Damit ich mehr Artikel lesen kann” zeigen einen Teil des Problems. Lennart präsentierte u.a. den ‚User Page Creator‘ – eine Hilfe zur Erstellung der Benutzerseite – kinderleicht! Ich wünschte, dies würde sich schnell (zumindest als Testversion) in der deutschsprachigen Wikipedia finden.

Von einem prall gefüllten Tag möchte ich noch einen Vortrag herausheben. Da auch die Autoren der deutschsprachigen Wikipedia immer auf der Jagd nach Unternehmen sind, die versuchen ihre Artikel zu “verbessern” und das Thema Manipulation von Wikipedia-Artikeln ständig aktuell ist, bot die Präsentation von Christophe Henner (Frankreich) einen spannenden Ansatz. Verkürzt: Er überzeugte Yamaha zur Darstellung der 50-jährigen Geschichte des Unternehmens ein eigenes Wiki anzulegen. Nach Fertigstellung wurden sämtliche Texte, Bilder, Zeichnungen und Dokumente unter Creative Commons-Lizenz gestellt und Wikipedia-Autoren hatten eine gute Quelle, um den Yamaha-Artikel nach Wikipedia-Regeln zu erstellen. Denkt drüber nach, dies könnte ein neuer Weg sein.

Für heute ist ein spannender Konferenztag zu Ende, aber die Gespräche gehen weiter…bis in die Nacht. Habe ich schon erwähnt, dass es gut ist, sich mitzuteilen? Kommunikation ist Motivation. Wir sollten öfter miteinander reden. Nicht nur in Haifa.

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Der Himmel über Haifa

2005 gehörte ich am Rand zum Organisationsteam, das in Frankfurt sich selbst die Aufgabe erteilt hatte, eine Konferenz von und für Wikipedianer und Wikimedianer zu veranstalten. Wir hatten damals nur eine diffuse Vorstellung, wer kommen würde und welche Themen in welcher Gewichtung vom Publikum angenommen werden würde. Wikimania wurde ein für damalige Verhältnisse großer Erfolg, wir hätten uns aber kaum träumen lassen, was für eine Tradition damit begründet würde.

Die Liste der Veranstaltungsorte Boston, Taipei, Alexandria, Buenos Aires, Gdanzig wird dieses Jahr ergänzt um die israelische Hafenstadt Haifa.

Daheimgebliebene erleben 2011 eine Premiere eigener Art, nämlich die zeitnahe Veröffentlichung von Mitschnitten der größeren Panels. Entsprechende Videos tauchen gerade schon auf. Sie werden aber nur schwer die vielen Kontakte und Gespräche und ad-hoc Hackingsessions nachvollziehen können, die außerhalb des Konferenzprogramms in den Fluren oder bei der grandiosen Versorgung mit Essen und Trinken stattfinden. Sie machen den Geist von Wikimania aus.

Wikimania hat einen offiziellen Starttermin (in diesem Fall der 4. August), allerdings muss man sich das nur als den ersten Höhepunkt in einer Kette von Aktivitäten vorstellen. Zum Vorprogramm der Wikimania zählen inzwischen obligatorisch die Entwicklerkonferenz und Besprechungen für die Chapter von Wikimedia.

Vorteil dieser Entzerrung ist, dass nicht erst um 8:30 am Tag der Eröffnung 600 (neuer Rekord!) Besucher die Anmeldung belagern, sondern die meisten schon an den Vortagen Ausweise, Informationsmaterial (über Wikimania, Haifa und den derzeit noch einzigen demokratischen Staat des Nahen Ostens) und eine schicke kleine Konferenztasche erhalten.

Ich bremse mich bei dem Versuch, das Tagungsprogramm des 4. August nachzuerzählen, zur Eröffnung nur eines: Die glückliche Hand bei der Auswahl von Prof. Yochai Benkler möge bitte auch in Zukunft Programmkommiteearbeit erledigen.

Wer ein Gefühl für die Wikimania, so, wie sie gerade passiert bekommen möchte, ist eingeladen, morgen (bitte die eine Stunde Zeitunterschied beachten) auf dem twitter-hashtag #wikimania zu surfen.

Ohne Abschluss und Vollständigkeit eine Sammlung von Fragmenten und Eindrücken aus dem Land mit einem der aktivsten Wikimedia-Chapter (relativ und absolut):

  • Wie Southpark richtig schreibt, zur vollen Dosis Israel gehört die Anreise mit El Al, der israelischen Fluggesellschaft. Der Rundumservice beginnt schon am Boden vor dem Start mit einer beeindruckend (und beeindruckend effizienten) Sicherheitskontrolle
  • Die 20°C Temperaturunterschied zwischen klimatisierten Räumen und der recht schwülen warmen Luft außerhalb sind das Bankenstresstestäquivalent für den eigenen Körper.
  • Meir Sheetrit ist Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie. Als Kind wollte er eine Enzyklopädie und bekam schließlich auch etwas ähnliches; später als Finanzminister wollte er jedem Kind Israels (und bevorzugt der ganzen Welt) eine Enzyklopädie – auf CD-ROM – bereitstellen. Manche Geschichten sind so schön, dass sie noch nicht einmal wahr sein müssen.
  • 2012 findet die Wikimania in Washington D.C. statt, wir sollten dafür sorgen, dass noch mehr Wiki(p|m)edianer aus Deutschland dort teilnehmen können, unabhängig von Nationalität und Finanzstärke
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Vorstandsklausur im Juli 2011

Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal
Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal

Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal

Am letzten Juli-Wochenende trafen sich die Mitglieder des Wikimedia Deutschland Vorstandes und der Geschäftsführer in einem recht abgelegenen Tal des Rheingaus. Sebastian Moleski, Alice Wiegand, Olaf Kosinsky, Attila Albert, Delphine Ménard, Ralf Liebau, Michail Jungierek, Robert Radke, Sebastian Wallroth und Pavel Richter tagten mit freundlicher organisatorischer Unterstützung durch Susanne Schade mit Blick auf deutschen Tann von früh bis spät unter einer straffen Agenda.

Die Kommunikation mit dem Community Projekt-Budget-Ausschuss wurde breit und teilweise emotional diskutiert. Gottseidank zeigt sich die schier unglaubliche Erfolgsgeschichte des Community Projekt-Budgets von den Umständen kaum beeindruckt. Am 13. August treffen sich Ausschuss- und Vorstandsmitglieder um die gelernten Lektionen kommenden Budgetrunden zu Gute kommen zu lassen.

Gewissenhaft wurde Pavel Richters Arbeit als Geschäftsführer bewertet. Der Mann ist eine große Bereicherung für Wikimedia Deutschland und wird immer besser. Das muss er auch, denn mit der Änderung der Vereinsstruktur ab November sammeln sich mehr Pflichten über seinem Haupte. Nach der Mitgliederversammlung am 19. und 20. November in Hannover haben wir ein Präsidium mit gegenüber der alten Struktur veränderten Aufgaben. Diese Aufgaben sollen zukünftig übersichtlich benannt werden, auch um mehr Mitglieder für die Präsidiumsarbeit zu gewinnen. Ich kann ja mal verraten, dass das deutlich weniger Arbeitsumfang bedeutet, als man so denkt. Man hat einigen Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Vereins und hin und wieder trifft man sich mit Gleichgesinnten zu einem arbeitsreichen Wochenende. Ich finde es großartig!

Pavel Richter hatte viel zu berichten zu Projekten, Mitgliederzahlen und Mitarbeiterentwicklung und der Vorbereitung von Wirtschaftsplan und Finanzbericht. Zum Glück kann Pavel sehr schnell sprechen, so dass er in anderthalb Stunden einen Erfolg nach dem anderen und einige wenige Projekte mit immerhin Erkenntnisgewinn vorstellen konnte. Das meiste kennt der geneigte Leser der Berichte aus der Geschäftsstelle, aber die geballte Darstellung ließ mein Herz sich zu einem saftigen Steak weiten. Apropos Steak – zum Abend gab es lokale Küche bei angeregten Gesprächen bis tief in die Nacht.

Als ich im ICE auf dem Weg zu dieser zweiten Klausur des achten Vorstandes saß, versuchte ich, meine Aufgaben als Vorstandsbeisitzer aufzulisten. Nach all den Telefonkonferenzen, Umlaufbeschlüssen und Diskussionen auf der Mailingliste hatte ich nur eines aus dem Blick verloren: aber dann gleich das Wichtigste. Die Strategie für den Verein nämlich. Hauptarbeitsmittel dafür ist der Kompass 2020. Der sieht auf den ersten Blick aus wie ein dicker Papiertiger ohne Zähne. Aber die Mitarbeiter der Geschäftsstelle richten ihre Arbeit danach aus. Und die Verteilung der Spendengelder wird davon wesentlich beeinflusst. Das ist der Hälfte des Vorstandes, die aus Neulingen besteht jetzt auch endlich klar. Ich fühle mich gewappnet für den zweiten Teil der Amtsperiode. Mal sehen, was ich noch bewirken kann.

Sebastian Wallroth

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Projekte & Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im Juli 2011

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Wahlprüfsteine für Berlin

Analog zu den Bundestagswahlen 2009 und den Landtagswahlen 2010 in NRW haben Mathias und Jan im Vorfeld der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 19. September Wahlprüftsteine erarbeitet und den 35 antretenden Parteien am 26.7. zugeleitet. Das Neue daran: Erstmals baten wir die Community in einer Art Peer-Review-Verfahren um Mithilfe. Der Entwurf der Wahlprüfsteine wurde in einigen Blogs thematisch nahestehender Gruppen – zusammen mit der Bitte um Mitarbeit – erwähnt. Schnell zeigte sich, dass es bei einigen Fragekomplexen (z.B. Open Access) noch Bedarf an Präzisierung gab. Sämtliche Änderungswünsche konnten in der finalen Version berücksichtigt werden. Vielen Dank an alle, die sich daran beteiligt haben! Einen guten Rücklauf vorausgesetzt, möchten wir gerne die eingegangenen Antworten rechtzeitig vor der Wahl mit euch analysieren.

Grüne Zukunftskonferenz

Berlin war auch der Austragungsort der Grünen Zukunftskonferenz, bei der die Partei Bündnis 90/Die Grünen am 2. Juli mit zahlreichen Workshops und Podiumsdiskussionen Impulse für ihre Programmarbeit sammeln wollte. Etwa 900 Teilnehmer folgten der Einladung. Stellvertretend für Pavel Richter nahm Jan Engelmann am Workshop “UrheberInnenrecht und Informationsfreiheit im 21. Jahrhundert” teil. Diskussionsgrundlage war ein im Vorfeld der Konferenz veröffentlichtes Thesenpapier, in dem Eckpunkte für einen “grünen Weg” in der Urheberrechtspolitik skizziert werden. In Anwesenheit des Musikers Pit Budde und des VUT-Justiziars Reinher Karl betonte Jan u.a. die abweichende Haltung der Bewegung für Freies Wissen zu den Vorschlägen der Verwerter-Verbände: “Forderungen seitens der Musikindustrie, Anonymität im Netz Zug um Zug aufzulösen, um technische Verfahren zur Ahndung von Urheberrechtsverstößen nicht zu behindern, sehen wir als schwerwiegenden Eingriff in die Funktionsweise des Netzes als Plattform für soziale Beteiligungsprozesse. Ein kollaboratives Projekt wie die Wikipedia ist überhaupt nur denkbar dadurch, dass Menschen sich, wo immer es ihnen opportun erscheint, einer Klarnamen-Pflicht entziehen können, weil sie ansonsten schwerwiegende Sanktionen durch ihren Arbeitgeber oder ihren Staat zu befürchten hätten.”

Wikipedianer bei Museumskonferenz

Die internationale Fachkonferenz “Communicating The Museum” vom 6. bis 8. Juli im Düsseldorfer Museum Kunstpalast wurde zu einer Art Vernetzungstreffen für Wikipedianer, die im GLAM-Bereich aktiv sind. Wie dem anschaulichen Veranstaltungsbericht von Raimond Spekking zu entnehmen ist, nahm sich ein halbes Dutzend Freiwilliger die Zeit, um Kuratoren, Museumspädagogen und Marketingexperten von den Vorteilen einer Kooperation mit Wikipedia und Wikimedia Commons zu überzeugen. Dem ersten “Wikipedian in Residence” Liam Wyatt blieb es vorbehalten, mit seinem Vortrag auf die veränderte Aufmerksamkeitsökonomie im Netz hinzuweisen. Das hohe Google-Ranking von WP-Inhalten führe kulturellen Einrichtungen regelmäßig neue Nutzer zu. Die meisten Museen und Gedächtnisinstitutionen beließen es allerdings dabei, die eigenen Bestände durch restriktive Lizenzformen auf der eigenen Website einzuschließen. Dabei entgingen ihnen die potenziellen Vorteile, die eine weltweit vernetzte Online-Community mit sich bringe, wie z.B. die freiwillige Mitarbeit bei der Erschließung, Präsentation und  inhaltlichen Kontextualisierung von Exponaten. Matthew Cock, Liams ehemaliger Dienstherr beim British Museum und dort als Head of Web tätig, nannte die Zusammenarbeit mit Wikipedianern umumwunden eine “Win-win-Situation”.

4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit”

Auch im Juli ging die Arbeit in der 4. Collaboratory-Initiative Internet und Gesellschaft weiter. Intensiv wurde an Szenarien gearbeitet, die versuchen, die Folgen verschiedener möglicher Entwicklungen in den nächsten Jahren darzustellen. Am 16.9. findet der Abschlussworkshop mit externen Gästen statt. Auf http://collaboratory.de/ sind alle Termine, Berichte und die Dokumente der ersten drei Expertenrunden unter Freien Lizenzen verfügbar.
Noch bis zum 28. August ist es möglich, Fragen in einem ausführlichen Fragebogen zu beantworten (auch anonym), wenn man der Arbeitsgruppe eigene Positionen mitteilen möchte. Bei Sebastian könnt Ihr mehr erfahren.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die dritte Ausgabe des Jahres ist in Vorbereitung und wird im September zur WikiConvention erscheinen. Noch bis zum 12. August ist es möglich, Texte an Catrin und Micha weiterzuleiten. Die beiden stehen euch auch gerne unter redaktion@wikimedium.de jederzeit für Fragen oder Anregungen zu möglichen Beiträgen zur Verfügung. Im Juli erfolgte die grundlegende Planung der Ausgabe, Themenrecherche, neben erster textlicher Arbeit der Redaktion. Aktuell versenden wir die Wikimedium an rund 2.000 Abonnenten. Interessierte (Stammtische etc.) können die nächste Ausgabe wie immer kostenlos bei WMDE bestellen.

Informationsmaterial

Im Juli haben wir unsere Palette an Give-aways um einige Produkte erweitert. Über die Geschäftsstelle können zum Beispiel Wikipedia-Bleistifte, Stoffbeutel, Pins oder Lanyards bezogen werden. Außerdem stehen unter anderem verschiedene Postkarten mit dem Thema Wikimedia Commons, Fundraising und Schulprojekt zur Verfügung. Für erklärende Informationen über Wikimedia-Projekte sei an dieser Stelle nochmals auf unsere Einführungsbroschüren zu Wikipedia, Wikimedia Commons und Wikiversity verwiesen. Außerdem wurden Flyer zum Wikipedia-Buch und zur Initiative Wikipedia muss Weltkulturerbe layoutet. Der Druck folgt im August. Wir schicken euch gerne gedrucktes Material zu. Eine E-Mail an Michael genügt.

Pressemitteilungen

Aktuelle Pressemitteilungen aus dem Juli können auf unsere Webseite nachgelesen werden.

Pressegespräche / Medienkooperationen

Mit dradio Wissen wird aktuell über eine ‘Lange Nacht des Wissens’ gesprochen, die aber – wegen der extrem langen Vorlaufzeiten – erst im nächsten Frühsommer stattfinden wird.

Darüber hinaus gab es zu den Themen Wiki-Watch, Quadriga, Vorstandrücktritte, Community-Projektbudget und WikiConvention Anfragen. Catrin führte zahlreiche Hintergrundgespräche und Interviews.Ein Auszug aus der Medienberichterstattung im Juli findet sich in unserem Pressespiegel.

Wikipedia-Buch

Im Zeitraum vom 18. bis zum 27. Juli standen die gestalteten Druckfahnen des Buchs für eine letzte Durchsicht zur Verfügung. Die Zeit wurde genutzt, um allen 94 Autoren ihre jeweiligen Beiträge zukommen zu lassen, und ggf. Präzisierungen, Aktualisierungen und Korrekturen der Texte an den Verlag weiterzugeben. Zudem wurde der gesamte Text von Khesrau und Simon – den neuen Praktikanten – mit etwas mehr Abstand kritisch gelesen und korrigiert. Schließlich haben auch andere Mitarbeiter den Text in Teilen durchgesehen und Vorschläge für Korrekturen und Verbesserungen gesammelt. Das Buch befindet sich nunmehr in Druck.

Neben dem Abschluss der inhaltlichen Arbeit wurden im Juli die ersten Vorbereitungen für die Veranstaltungen gemacht, die rund um die Veröffentlichung stattfinden sollen. Neben der versprochenen Book-Release-Party am 24. September in Berlin, wird von Catrin die Präsenz von Wikimedia Deutschland auf der Frankfurter Buchmesse organisiert. Weiterhin sind Lesungen des Wikipedia-Buchs in verschiedenen deutschen Städten vorgesehen, die in Zusammenarbeit mit der Community vorbereitet werden (siehe Diskussionsseite).

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Der Juli stand ganz im Zeichen der Vorbereitung der nächsten Schritte im Rahmen der Initiative. Sebastian Sooth hat sich mit Vertretern der Deutschen UNESCO-Kommission getroffen und Ideen zur weiteren Vorgehensweise besprochen. An der BTU Cottbus fand eine Veranstaltung mit Studenten des Masterstudiengangs World Heritage statt, bei der u.a. eine Zusammenarbeit im nächsten Semester vorgestellt wurde. Über 46.500 bestätigte Mitzeichnungen der Petition gibt es inzwischen. Mit verschiedenen internationalen Wikimedia Chaptern hat Catrin über lokale Aktionen gesprochen. Besonders gefreut hat uns die Foto-Aktion Lend your smile, support Wikipedia for World Heritage! in Hong Kong. Im August und September sind weitere Aktionen bzw. Veranstaltungen in Deutschland geplant. Mehr dazu in Kürze hier.

BILDUNGSPROJEKTE

Wikipedia-Schulprojekt

Das Wikipedia-Schulprojekt konnte den Juli gleich mit einem Workshop an der Humboldt-Universität beginnen. An diesem Workshop nahmen rund 30 Lehramtstudenten teil, die sich im Rahmen des Online-Seminars “Let’s go Internet” mit Fragen zu Wikipedia im Unterricht beschäftigten. Bilder zu diesem und weiteren Workshops findet Ihr bei Wikimedia Commons unter der Kategorie “Wikipedia Schulprojekt”.
Im Juli konnten wir insgesamt 12 Workshops an Schulen durchführen. Zum ersten Mal war in diesem Monat dabei die Anzahl der Schüler- und Lehrerworkshops gleich. Dies spiegelt die steigende Nachfrage an Lehrerworkshops wieder. Von den Workshops fanden vier in NRW statt, was auf den späten Ferienstart zurückzuführen war. Auch in Fürth konnten wir am letzten Schultag noch vier Workshops an einer Berufsschule halten. Dank der Sommerpause können wir uns nun ganz den Vorbereitungen für das vierte Camp in Nürnberg vom 26.08.-28.08.2011 widmen. Tagungsort wird der Co-Working-Space in Nürnberg sein. Am Freitag, den 26.08.2011, ist ein offener Workshop zu Wikipedia für Co-Worker geplant. Näheres dazu demnächst.
Über Ideen und Anmerkungen zu Wikipedia im Bildungswesen freuen sich Elly und Denis.

Silberwissen

Vom 1. bis 3. Juli fand in Ulm das erste Referententreffen im Projekt „Silberwissen“ statt. Vorbereitung und Durchführung lag in den Händen des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm (ZAWiW). Es war ein inhaltsreiches und nach übereinstimmender Meinung der Teilnehmer sehr nützliches Treffen für die Beteiligten. Die Ergebnisse werden in das Wikimedia-Forum eingestellt und ein ausführlicher Blogbeitrag von Elvira ist geplant.

Zur Vorbereitung von Vortrag und Workshops fuhr Elvira nach Wesel zur VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck. Sie erläuterte das Projekt nicht nur dem Leiter der Senioren-VHS sondern auch dem Seniorenbeirat und dem Seniorenforum der Lokalen Agenda 21. In allen Gesprächen gab es großes Interesse an Wikipedia und den Möglichkeiten der Mitarbeit. Im September startet in Wesel das Projekt und wir hoffen, dass sich das Interesse auch in einer zahlreichen Beteiligung widerspiegelt.

Wikipedia in der Bibliothek – das wurde für den September in Berlin verabredet. Wikimedia, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der SCC Berlin-Mitte veranstalten gemeinsam eine Einführung in die Internetenzyklopädie.

Aufgenommen wurde Kontakt zur Deutschen Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte e.V. (DGPT) in Berlin. Die im Frühjahr in Frankfurt/Main begonnene Zusammenarbeit wird im Herbst in Berlin fortgesetzt. Am 22. und 23. Oktober findet im Museum für Post und Telekommunikation in Berlin das nächste Wochenendseminar für Postgeschichtler statt.

Ein neuer Partner im Projekt Silberwissen wird die Gesellschaft für Erdkunde e. V. (GfE) in Berlin. Im ersten Quartal 2012 wird es im Gebäude der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin-Steglitz einen Vortrag mit Diskussion zu Wikipedia geben. Eingeladen werden nicht nur die Mitglieder der GfE, sondern auch Partner des Vereins. Im Anschluss daran werden für Interessenten Workshops am gleichen Ort angeboten.

Konkretisiert sind die Absprachen mit den Chronisten des Landkreises Potsdam-Mittelmark (CPM) zur Mitwirkung im Wikipedia-Projekt „Wiki Loves Monuments“. Einer der beiden geplanten Workshops findet am 10. September, direkt im Zusammenhang mit dem Tag des offenen Denkmals statt. Chronisten aus dem Landkreis finden sich zusammen, um ihre Fotos von Baudenkmälern in die Denkmallisten in Wikipedia einzustellen. Die Anleitung im Workshop und die notwendigen Informationen zu Lizenzen wird Aleksander Dera übernehmen.

FUNDRAISING

Im Juli erfolgte das zweite Wikimedium-Mailing mit Fokus auf die Weltkulturerbe-Initiative. Sehr erfreulich ist, dass wir mit dem Mailing insgesamt 21 neue Mitglieder und zahlreiche neue Spenden gewinnen konnten.

Ebenso erfolgreich verlief der Probelauf für unsere erste Spenderumfrage. Wir haben Anfang Juli mit 124 Spendern den Fragebogen getestet. Das Ergebnis lässt sich durchaus sehen: eine Rücklaufquote von 38%. Auf Grundlage der Erkenntnisse des Vorab-Tests erkannten wir kleinere Schwachstellen und konnten die Umfrage noch leicht optimieren. Ende Juli fiel schließlich der Startschuss für die große Umfrage, die für zwei Wochen online sein wird. Etwas mehr als 4000 zufällig ausgewählte Spender haben wir per Mail zu einer Teilnahme eingeladen und sind nun gespannt auf die Ergebnisse.

Drittens führten wir einen kleinen ersten Test auf www.wikipedia.de durch. Für knapp zwei Tage schalteten wir einen Jimmy-Banner, der mit einem persönlichen Aufruf des Wikipedia-Gründers verlinkt war. In jeweils 50 % der Fälle führte der Link auf eine Text- oder eine Videoversion des Aufrufs. Die Ergebnisse sind leider nicht sehr aufschlussreich für einen Vergleich der beiden Aufrufe, da weniger als 30 Spenden über diese Mini-Kampagne zustande kamen. Wir können festhalten, dass ebenso viele Spenden über die Text- wie über die Videoversion generiert wurden. Das Format Video scheint somit nicht effektiver als ein reiner Text. Genauere Ergebnisse zu diesem Test folgen in Kürze.

 

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Literaturstipendium

Nachdem bereits im März durch eine Community-Initiative der Redaktion Chemie ein Fachbereich Zugriff auf elektronische Literatur durch das „eLitstip“ des Literaturstipendiums ermöglicht wurde, hat jetzt das WikiProjekt Afrika nachgezogen. Sieben Autoren erhalten Zugänge zu allafrica.com, einem Archiv afrikanischer Medien zur Gegenwartsgeschichte, das dazu beitragen soll, den Artikelbestand zum Thema um eine wichtige Facette zu bereichern. Wir hoffen, dass dieses Beispiel weitere Redaktionen, Portale und WikiProjekte ermutigt, mit ihren Literaturwünschen an das Literaturstipendium heranzutreten.

Die Ende Juni gestartete Begleitaktion des Literaturstipendiums zu Wiki loves Monuments hat bereits Früchte getragen: Einige Teilnehmer haben von der Offerte Gebrauch gemacht, das Wikimedia Deutschland ihnen Literatur stellt, mit der sie neu eingestellte Bilder mit Wikipedia-Texten komplettieren können. Wer an diesem WLM-Special teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 10.8. hier eintragen, wir freuen uns auf Eure Teilnahme.

Community-Space

Für die Einrichtung des lange geplanten Community-Spaces und des neuen Wikimedia Deutschland-Büros hat sich Sebastian Sooth weitere Objekte angesehen. Mit einigen Eigentümern führen wir gerade Vorgespräche und hoffen, bald konkrete Objekte vorstellen zu können.

Community-Projektbudget

Fünf Projekte aus der ersten Runde des Community-Projektbudgets wurden bewilligt. Sebastian Sooth ist in Kontakt mit den Antragstellern, unterstützt sie im nächsten Schritt bei der Erstellung aktueller Projektpläne und steht bei Fragen zur Umsetzung beratend zur Verfügung.

Fotoflug Los Angeles

Gleichsam als hätte er das im Community-Projektbudget bewilligte Projekt “Fotoflüge” (siehe oben) vorausgeahnt, kam bereits vor einiger Zeit der Wikipedia-Benutzer -jcs- auf Wikimedia Deutschland zu. Er fragte, ob man eventuell bereit sei, einen Fotoflug über Los Angeles zu finanzieren, wo er sich zu diesem Zeitpunkt aufhalte. Gesagt, getan: Die Gelegenheit schien ebenso günstig wie der Flug und das Ziel, sich dem Moloch Los Angeles fotografisch von oben zu nähern, machte Sinn. Denis sagte also die gewünschte Unterstützung zu, und in den kommenden Wochen werden auf Wikimedia Commons zahlreiche Bilder die Category:Aerial_photographs_of_Los_Angeles bereichern.

Wir freuen uns nicht nur über das Ergebnis, sondern auch darüber, dass -jcs- mit seiner Idee zu uns kam. Wenn euch eine Idee kommt, die ihr nur deswegen nicht verwirklichen könnt, weil euch Mittel fehlen – sprecht uns an! Wir sind für euch da.

WikiConvention

Die Vorbereitungen zur WikiConvention, dem Treffen der Communitys der Wikimedia-Projekte, das vom 9. bis zum 11. September in Nürnberg stattfindet, laufen auf Hochtouren. Am 26. August trafen sich die lokalen Organisatoren und die beteiligten Wikimedia-Mitarbeiter (Johannes, Nicole und Simon) zum zweiten Planungstreffen in Nürnberg. Die Organisation ist auf einem sehr guten Weg. Es wurden Verantwortlichkeiten und ToDos geklärt, Fragen zum Catering, zum Programm und zur Teilnehmerbetreuung besprochen und am Ende haben wir noch einen schönen Slogan erdacht: „WikiCon – Wissen fängt mit W an.“

Gemeinsam mit der Nürnberger Medienakademie hat Catrin eine Pressemitteilung vorbereitet und versendet, es gibt einen Hinweis auf der Wikipedia-Startseite (Sitenotice) und gemeinsam rühren wir weiter die Werbetrommel, damit das Treffen innerhalb der Projekt-Communitys noch deutlicher bekannt wird als bisher. Die Anmeldung ist noch bis zum 15. August geöffnet, wir freuen uns über rege Teilnahme. Ansprechpartnerin bei uns ist Nicole.

Wiki loves Monuments

Nach wie vor wird von der Community an der weiteren und einheitlichen Erstellung bzw. Übernahme von Denkmallisten für Wiki loves Monuments gearbeitet. Verschiedene Städte bereiten sich darauf vor, im laufenden Wettbewerb im September lokale Aktionen zur Denkmalfotografie zu organisieren. Dabei sind unter anderem Bergheim, Fürth (im Rahmen der WikiConvention), Hückeswagen und das im Rahmen des Community-Projektbudgets geförderte Mittelhessenprojekt.

Die Ansprache von Behörden zur Überlassung ihrer Denkmallisten sowie für mögliche Partnerschaften gestaltet sich schwierig und bringt kaum Rückmeldungen hervor. Es ist zu hoffen, dass die erste Runde hier in Deutschland so erfolgreich ist, dass diese Ansprache im nächsten Jahr viel einfacher wird. Oftmals stößt man auf Misstrauen gegenüber der Aktion, was die Arbeit unter den in Deutschland sowieso wenig optimalen Bedingungen (keine einheitlichen Listen, keine zentrale Listensammelstelle, etc.) noch erschwert.

Der Text für einen Flyer wurde abgestimmt, dieser geht im August in Druck und soll dann an möglichst viele potenzielle Teilnehmer und Partnerstädte verteilt werden. Ebenso werden wir Denkmalbehörden, Museen und andere kulturelle Einrichtungen mit den Flyern ausstatten. Wenn ihr noch gute Ideen für die weitere Verbreitung habt, nur zu!

Die Community hat darüber hinaus eine Jury gewählt, die sich aus Mitgliedern des WikiProjekts Denkmalpflege, „normalen“ Wikipedianern, Wikipedia/Commons-Fotografen sowie externen Experten zusammensetzt. Ansprechpartner bei uns sind Nicole und Sebastian. Einen ausführlichen Bericht hat Kilian für unser Blog geschrieben: Wiki Loves Monuments: Projekte und Kooperationen

WissensWert

Aktuelles aus dem WissensWert-Wettbewerb führt der Statusbericht aus den Projekten auf. Die zweite Runde befindet sich noch in der Konzeptionsphase. Für alle Fragen steht euch Nicole gerne zur Verfügung.

Ehrenamtskarten

Die Einsicht, dass auch Mitarbeit an Wikipedia und ihren Schwesterprojekten gesellschaftlich relevantes Ehrenamt ist, setzt sich offenbar langsam auch in deutschen Kommunalverwaltungen durch. Im Juli beantwortete der Berliner Senat einen Anfrage von Wikimedia Deutschland positiv und schickte der Geschäftsstelle ein Paket mit 25 sog. Ehrenamtskarten, die zwei Jahre lang vergünstigten Eintritt in zahlreiche Berliner Kultur- und Freizeiteinrichtung gewähren. Mit der Berliner Wikipedia-Gemeinschaft wurde die Verteilung der Karten diskutiert und eine Interessentenliste erstellt, die Ende Juli geschlossen wird.
Auch in zahlreichen anderen Bundesländern stellen manche Kommunen mittlerweile Ehrenamtskarten aus, so in Niedersachsen, Bremen, Bayern, Sachsen, NRW und Hessen. Diese müssen jedoch von den ehrenamtlich Aktiven jeweils individuell bei der Kommune beantragt werden, sofern diese sich an der Initiative beteiligen. Wikimedia Deutschland kann dabei die Antragsteller unterstützen,  indem es deren dauerhaftes Engagement in Wikipedia & Co. bescheinigt. Anfragen bitte an Johannes Rohr.

Mitglieder

Im Juli 2011 sind bei Wikimedia 24 Anträge auf Mitgliedschaft eingegangen, davon 22 auf Förder- und zwei auf aktive Mitgliedschaft. In derselben Zeit haben zwei Mitglieder ihre Kündigung zum Jahresende mitgeteilt.

Damit zählt der Verein 919 aktive und exakt 300 Fördermitglieder, insgesamt also 1219 Mitglieder und damit 63 mehr als noch Ende Mai. Es lässt sich also feststellen, dass täglich ein/e Neue/r zu uns stößt.

WISSENSCHAFT

RENDER

Wikimedia ist Partner im EU-Forschungsprojekt RENDER. Im Juli haben wir weiter an der konkreteren Ausformulierung von Metriken gearbeitet. Hierbei wollen wir verschieden Aspekte der Diversität in Wikipedia-Artikeln, wie Aktualität, Vollständigkeit und Sentiment einschätzen. Vom 26. bis 27. Juli fand in Sofia beim Projektpartner Ontotext das 3. Projektmeeting statt. Dort besprachen wir diese Metriken und die vorhandenen technischen Anknüpfungspunkte mit den anderen Konsortialpartnern. Außerdem tauschten wir uns zum aktuellen Stand der verschiedenen Aufgabenpakete aus und definierten gemeinsam Schritte, die bis Ende September – zur Abgabe einiger großer Teilpakete – fertiggestellt sein müssen. Eine genau Übersicht zu den einzelnen Arbeitspaketen findet ihr auf der offiziellen EU-Projektseite.

Seit einigen Tagen gibt es eine Projektseite (bisher in Englisch). Dort findet ihr einige Details zum Projekt, unseren Zielen, unsere Ideen und den aktuellen Stand. Eure Fragen und Anregungen könnt ihr gerne auf der Diskussionsseite loswerden und mit uns besprechen. Wer noch zusätzliche Ideen zu wissenschaftlichen Publikationen hat, die sich mit diesem Thema beschäftigen, ist eingeladen die RENDER-Bibliographie zu ergänzen. Anfragen beantwortet Angelika.

Wikipedia-Autoren-Umfrage 2011

Zwei Wochen lang, vom 12.7. bis zum 25.7., lief die von Wikimedia Deutschland mit Unterstützung der Wikimedia Foundation gestartete, umfangreiche und detaillierte Untersuchung zum Thema der Zufriedenheit von Wikipedia-Autoren. Über 2000 Teilnehmer gaben in dieser Zeit Auskunft über Ihr Engagement in Wikipedia, ihre Motivation und ihre Probleme mit Wikipedia.

Wichtige Unterschiede zu bisherigen Untersuchungen bestehen in der Berücksichtigung nicht angemeldeter Autoren (“IPs”) sowie im internationalen Vergleich der Autorenschaft der deutschsprachigen mit der englischsprachigen Wikipedia. Auch im Rückblick auf die Vorstudie 2009 lassen sich interessante Tendenzen feststellen. Eine erste kurze Rückmeldung zur Untersuchung wird es durch Manuel Schneider auf der Wikimania in Haifa geben. Weiteres folgt auf der WikiCon sowie der Wikipedia Academy.

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Haushaltsplanung 2012

Das Jahr 2012 ist zwar noch etwas hin, dennoch haben wir bereits die ersten Vorbereitungen zur Haushaltsplanung 2012 begonnen. “Ist das S.M.A.R.T. genug?” war ein häufig gehörter Satz in den letzten Wochen in der Geschäftsstelle – wir sind gerade dabei, S.M.A.R.T. formulierte Ziele für das Haushaltsjahr 2012 zu entwickeln, die wir wir dann im Vorfeld der Mitgliederversammlung zur Diskussion stellen wollen.  S.M.A.R.T.e Ziele sind eine Methode, mit der Ziele besonders spezifisch, messbar, auf Ausführbar- und Erreichbarkeit geprüft, realistisch und zeitlich bestimmbar formuliert werden können und so eine bessere Orientierung bei der Erreichung von Ergebnissen geben.

Kompass 2020

Parallel dazu haben wir Feedback zur Überarbeitung des Kompass 2020 gegeben, den der Vorstand zur Zeit überarbeitet.

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Wiki Loves Monuments: Projekte und Kooperationen

Nur noch ein Monat bis zum Start von Wiki Loves Monuments, dem Fotowettbewerb rund um Kultur- und Baudenkmäler. Während die Geschäftsstelle sich gerade um Flyer und T-Shirts kümmert, ist auf der internationalen Ebene – 17 Länder sind nun definitiv mit dabei – die Vorbereitung des Upload-Wizards und der Kategorien auf Commons zentrales Thema, auch die internationale Website wurde überarbeitet.

In Deutschland steht seit Ende Juli zunehmend die Öffentlichkeitsarbeit im Fokus: Pressemitteilungen müssen geschrieben und die Medien informiert werden, schließlich sollen möglichst viele Teilnehmer auch außerhalb der Wikimedia-Projekte gewonnen werden. Ideen und Unterstützung sind hier jederzeit gerne willkommen!

Neben dem aus dem Community-Projektbudget geförderten Fotoprojekt Wiki Loves Monuments Mittelhessen, für das die Anmeldung nun eröffnet ist, konnten im letzten Monat noch weitere Projekte an den Start gebracht werden: Unter dem Titel Wiki Loves Monuments Fürth gehen am 10. September Teilnehmer der WikiConvention auf Fototour. Neben dem Fürther Stadtdenkmalpfleger Dr. Alexander Mayer werden hier auch Medienvertreter mit von der Partie sein.

Besonders freuen wir uns, auch zwei Städtepartnerschaften bekanntgeben zu können: Die in der Wikipedia bereits sehr aktive Kreisstadt Bergheim wird im Rahmen einer Kooperation ihre Bürger und die Teilnehmer an Stadtführungen dazu aufrufen, Denkmäler zu fotografieren und die Bilder anschließend für Wiki Loves Monuments hochzuladen. Ähnlich sind die Pläne in Hückeswagen. Dort setzt man vor allem auf die Kooperation mit örtlichen Einrichtungen – von der GeoCaching-Gruppe über den Geschichtsverein bis hin zum Stadtarchiv werden diese eingebunden.

Seit vergangener Woche steht auch die deutsche Jury fest: Zwei Wikimedia-Fotografen, zwei Wikipedianer aus dem Denkmalpflege-Bereich und drei “normale” Community-Mitglieder werden die eingereichten Fotos deutscher Denkmäler sichten und bewerten. Für die Endauswahl konnten wir mit Roland Stimpel (Chefradakteur des Deutschen Architektenblatts) zudem einen externen Experten gewinnen. Zusammen werden die acht Juroren eine Top-100-Liste erstellen, die Top-Ten wird anschließend als deutscher Beitrag in den europäischen Wettbewerb eingereicht. Dort wird als deutscher Vertreter der Bildredakteur des ZEIT-Magazins, Michael Biedowicz, in der Jury sitzen. Auch an dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Benutzer:Aalfons, der diese beiden Experten für den Wettbewerb begeistern konnte.

Wie schon in den letzten Monaten lautet also das Fazit: Schon viel geschafft, noch viel zu tun. Nur schleppend verläuft bisher die Erstellung der Denkmallisten und die Vereinheitlichung ihrer Strukturierung, große Regionen Deutschlands sind in dieser Hinsicht Brachland. Und ohne Listen kann es keinen Wettbewerb geben – woher sollen schließlich die vielen Fotografen wissen, wo und was sie fotografieren können? Eine gute Gelegenheit also, mal “vor der eigenen Haustür” zu schauen und selbst aktiv zu werden! Jede einzelne Liste bringt Wiki Loves Monuments und das WikiProjekt Denkmalpflege weiter voran, wer sich die Neuanlage selbst nicht zutraut, kann die Daten in digitaler Form auch an die engagierten Mitarbeiter des Projekts weitergeben.

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