Archiv für Januar, 2011



10 Jahre Wikipedia – Das Jubiläum in den Medien

Foto: Renate + Roger Rössing

Am 15. Januar feierte Wikipedia 10. Geburtstag. Und die Presse feierte mit. Pünktlich ab Jahresbeginn klingelten die Telefone in der Geschäftsstelle im Akkord. Und wer telefonisch nicht durch kam, schickte seine Anfrage per Email. Insgesamt waren es weit über 150 Emails, die bearbeitet wurden. Die Zahl der Anfragen zu Wikipedia übertraf unsere ohnehin schon großen Erwartungen noch um einiges. Das spricht für den Stellenwert, den Wikipedia heute im Alltag der meisten Menschen hat. Der runde Geburtstag war die perfekte Gelegenheit, die Öffentlichkeit im großen Stil über Wikipedia zu informieren und aufzuklären.

Aufgabe der Pressearbeit ist es, Journalisten und Presseagenturen mit aktuellen Fakten zu versorgen. Aber nicht immer ist es so leicht, dass wir einfach unsere vorbereiteten Facts-Sheets versenden können. Für die meisten Anfragen mussten wir individuell Hintergrundinformationen recherchieren oder aber in persönlichen Gesprächen grundlegend über Wikipedia aufklären. Ein Grund dafür, dass ich nach knapp zwei Wochen kaum noch eine Stimme hatte, waren die vielen sehr ausführlichen Informationsgespräche und Interviews mit den Medienvertretern. Darüber hinaus gab es aber auch gezielte Anfragen für Interviews mit Sebastian Moleski, Pavel Richter oder Jimmy Wales, die es zu koordinieren galt.

Wikipedia-Autoren in den Medien

Eine weitere wichtige Aufgabe war die Vermittlung von Wikipedia-Autoren für Interviews. Unser Interesse -und auch das der Medien- war es, die Menschen hinter Wikipedia zu zeigen. Vorgaben und Wünsche der Medienvertreter zu Alter, Geschlecht, Interessensgebiete, Wohnort, Dauer der Mitarbeit  etc. vermittelten manches Mal den Eindruck, als sei unsere Pressestelle eine Partnervermittlung…. Aber Spaß hat es gemacht! Zahlreiche Autoren haben sich auf unsere Nachfrage hin für Interviews zur Verfügung gestellt – oft unglaublich spontan. Allen, die uns unterstützt haben und für Interviewanfragen zur Verfügung standen, möchte ich hiermit nochmals ganz herzlich danken! Dieser Schritt in die Öffentlichkeit ist keine Selbstverständlichkeit und kann gar nicht genug wertgeschätzt werden. Der tolle persönliche Einsatz war auch der Schlüssel zur Strategie der Öffentlichkeitsarbeit. Denn noch immer gilt: Wikipedia nutzt jeder, aber nur Wenige wissen, wie sie funktioniert und wer dahinter steckt. Die Berichterstattung zum Jubiläum hat vielen Menschen zum ersten Mal gezeigt, dass sich ihre Wissensquelle Nummer eins nicht von alleine pflegt und vergrößert. Die breite Öffentlichkeit ist inzwischen nicht nur erheblich besser über Wikipedia informiert, sie verbindet jetzt auch Gesichter und Stimmen mit dem Projekt. Das baut Vorurteile ab und sorgt für Akzeptanz von Freiem Wissen.

Quantität und Qualität

Ein paar Zahlen, bevor es an die Auswertung geht: Weit über 120 deutsche regionale und überregionale Zeitungen haben über das Jubiläum berichtet. In etwa 30 Radiosendungen bundesweit war Wikipedia Thema. Bildbeiträge wurden von sieben Fernsehsendern ausgestrahlt (jedenfalls sind dass die, die wir mitbekommen haben). Und das alles konzentriert auf wenige Tage! Einen Gesamtüberblick gibt es hier im Pressespiegel – und noch ausführlicher in der Wikipedia hier.

Berichtet haben die großen überregionalen Zeitungen, von FAZ über Süddeutsche Zeitung bis zur ZEIT, die Wikipedia unter anderem ihre Titelseiten und drei bis vier ganze Seiten im Inneteil widmeten. Berichtet haben auch die wöchentlichen Nachrichtenmagazine wie Spiegel, Stern und Focus – online oder gedruckt. In der Tagespresse, egal ob Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München usw, wurde ausführlich über Wikipedia berichtet. Die lokale Berichterstattung war in Kombination mit der Zuarbeit von Presseagenturen ebenfalls außergewöhnlich. So erschien der dpa-Artikel Der unerwartete Siegeszug der Wikipedia und die Beiträge zu den kleinen Schwestern der Wikipedia in allein über 40 lokalen Tageszeitungen.

Radiobeiträge, Interviews und Gesprächsforen wurden unter anderem über NDR, SWR, WDR, MDR, HR, BR, Radio Hamburg , Deutschlandradio und Deutschlandfunk gesendet. Auch hier waren Wikipedianer und Wikimedianer im Dauereinsatz. Fernsehbeiträge waren sowohl im öffentlich-rechtlichen als auch im privaten Fernsehen zu sehen. Von den Nachrichtensendungen berichteten die ARD Tagesschau, ZDF heute  sowie Sat.1, rtl,  n-tv und N24. Redaktionelle Beiträge verfassten auch 3sat und das heute journal des ZDF. Wie zeitaufwendig besonders diese Fernsehbeiträge sind, haben auch David Ludwig und Sören Brandes (Wikipedia-Autoren) erfahren. Für den 90-Sekunden Beitrag in den ZDF Nachrichten wurde stundenlang bei ihnen zu Hause gedreht. Aber, dass tagelange Vorbereitungen und intensive Drehs oft nur zu kurzen Einspielungen bei Radio und TV führen, gehört zum Alltag einer Pressesprecherin und lässt sich nicht beeinflussen. Einige  Medien überraschten sogar mit Geschenken: Die ZEIT stellte zum Beispiel extra einen Livestream aktueller Wikipedia-Bearbeitungen online. Glückwünsche zum Geburtstag kamen auch von politischer Seite. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gratulierte Wikipedia mit einem längeren Brief auf ihrer Webseite.

Fazit

Dass ein Medienecho dieser Größenordnung fast ausnahmslos positiv ausfällt, ist eine absolute Seltenheit.  Hier und da haben wir Fehler entdeckt und zum Teil auch korrigiert, sind aber angesichts der außergewöhnlichen Menge an Berichten mit der geringen ‘Fehlerquote’ absolut zufrieden. Es wäre schlicht nicht möglich gewesen, wenn dahinter nicht großer Respekt vor der Arbeit aller Wikipedianer stünde.

Das soll es jetzt aber nicht gewesen sein. Wir werden versuchen, durch gezielte Ansprache von Redaktionen über die nächste Monate Themen rund um das Jubiläum immer wieder zu beleben und möchten weitere Medienbeiträge dazu lancieren.

Ich bin froh, dass ich bei diesem enormen Medieninteresse Hilfe hatte. Michael Jahn unterstützt seit November die Öffentlichkeitsarbeit und hilft mir bei der Planung und Durchführung von PR-Aktivitäten wie auch der Produktion von Informationsmaterial, der Erstellung der Vereinszeitung, begleitenden Presseaktivitäten zu den Projekten (Schulprojekt / Silberwissen etc.) und vielem mehr. Leider sind wir noch nicht dazu gekommen, ihn ausführlicher vorzustellen.  Sein Blogbeitrag folgt in Kürze….

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Kandidaten für den Vorstand gesucht!

Die nächste Mitgliederversammlung steht vor der Tür und damit auch die Wahl für den Vorstand von Wikimedia Deutschland.

Wahl des Vorstands steht an

Wie im letzten Jahr werbe ich für viele Kandidaten, neue Kandidaten, überraschende Kandidaten. Einige aus dem derzeitigen Vorstand werden erneut kandidieren, andere nicht. Damit unterscheidet sich diese Vorstandswahl nicht von den vorherigen. Viele Gespräche mit Mitgliedern haben mir aber gezeigt, dass die Bereitschaft, sich im Vorstand für diesen Verein – unseren Verein – einzusetzen, in den letzten Jahren merklich gesunken ist. Genannt werden unterschiedliche Gründe: der Zeit- und Arbeitsaufwand, die Ungewissheit über das Ausmaß und die Folgen der übernommenen Verantwortung, die unbestimmte Erwartungshaltung der Mitglieder. Ich kann alles nachvollziehen. Und doch möchte ich noch einmal deutlich sagen: Es ist ein großes und ein gutes Gefühl, sich in diesem Gremium für den Verein einzusetzen und ich wünsche mir, dass sich viel mehr von euch dazu bereit erklären.

Lasst uns viele gute Kandidaten haben. Lasst uns eine Wahl haben, in der wir für jede Position mehr Kandidaten als Plätze haben. Verwirklichen können wir das nur mit euch. Seid mutig! Kandidiert!

Rolle des Vorstands

Mitarbeit im Vorstand ist eine Möglichkeit, die Entwicklung des Vereins aktiv und direkt mitzugestalten und ich möchte jeden aufrufen, über die Chancen dieses persönlichen Engagements für Wikimedia Deutschland nachzudenken.
In den letzten Jahren wurden mit der Entwicklung des Kompass 2020, mit den Vorbereitungen für eine Reform der Verantwortungsstruktur und mit der Implementierung einer regelmäßigen Bewertung des Geschäftsführers wichtige Grundlagen dafür geschaffen, dass der Vorstand seiner Rolle als Aufsichtsgremium gerecht werden kann. In einer immer noch rasant wachsenden Organisation, die trotz der langfristigen strategischen Planung des Kompass 2020 noch jeden Tag wieder neuen Herausforderungen gegenüber steht, neue Anforderungen erkennen und erfüllen möchte, Erwartungen von Mitgliedern, Community und Kooperationspartnern aufgreifen und in die Planung integrieren möchte, wird es immer wichtiger, mit einem kompetenten Aufsichtsgremium diese Entwicklung zu unterstützen und zu stärken. Die strategischen Überlegungen fortzusetzen und auch fort zu schreiben und die Umsetzung durch die Initiativen der Geschäftsführung an ihnen zu messen. Und das, ohne den Blick auf das eigentliche Ziel unserer Arbeit zu verlieren: Freies Wissen und Freie Inhalte für jeden Menschen verfügbar zu machen.

Um dies zu erreichen, brauchen wir Menschen, die sich dafür einsetzen und sich einbringen, die bereit sind, den Verein auf seinem Weg aktiv begleiten und seine Entwicklung verantwortungsbewusst mitzugestalten.

Weitere Informationen

Am Samstag, dem 19. März 2011, findet in Berlin die Mitgliederversammlung mit den Wahlen statt. Die offizielle Einladung wird bald verschickt. Kandidaturen für ein Vorstandsamt können bis zum 18. Februar 2011 eingereicht werden. Im Mitglieder-Forum gibt es bereits eine zentrale Informationsseite. Auf ihr werden alle Informationen gesammelt, auch die Anträge und Kandidaturen werden dort veröffentlicht und können vorab diskutiert werden.

Interesse an einer Kandidatur für den Vorstand? Mehr Informationen gibt es in meiner Mail von Freitag.

Was auch wichtig ist: Wir brauchen auch Kassenprüfer, eine Zählkommission und ein Versammlungspräsidium.

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Von der Mitgliederversammlung am 22. Januar 2011

Rund 50 Mitglieder trafen sich vorgestern in Berlin und folgten damit der Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Zwei gewichtige Punkte galt es dort zu diskutieren: ein Misstrauensvotum gegen den aktuellen Vorstand und zwei Vorschläge zur Satzungsänderung.

Den Vormittag verbrachte man – das ist fast schon Tradition – mit der Regelung von Formalien: Wahl der Versammlungsleitung, Wahl der Wahlkommission, Festlegung der Tagesordnung, Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung – in Deutschland macht man so etwas gründlich und das bedeutet eben, dass es schon mal eine Abstimmung über den Abstimmungsmodus geben kann.

Deutlich spannender wurde es in der anschließenden Beratung über das eingebrachte Misstrauensvotum gegen den Vorstand. Dieser basierte in der Hauptsache auf einen Mangel an Beteiligung der Mitglieder bei der im Spätherbst 2010 erfolgten Gründung der Wikimedia Fördergesellschaft. Interessant war für mich, dass von den Mitgliedern die Notwendigkeit zu diesem Schritt gar nicht abgestritten, das Ergebnis vielmehr als notwendig und gut erachtet wurde, sondern nur die Art und Weise der Mitgliederbeteiligung an diesem Schritt kritisiert wurde. In knapp zwei Stunden konnten aber in einer – erstaunlich ruhigen und sachlichen – Diskussion viele Fragen geklärt, viele Ungereimtheiten aufgelöst und viele Missverständnisse beseitigt werden.

Zwischendrin konnte man sich einem weitaus erfreulicheren Punkt
zuwenden: dem Mittagessen. Gestärkt mit Kartoffelsuppe und / oder Chili con carne ging es zu Phase 2 der Debatte.

Mitgenommen aus dieser Diskussion habe ich für mich, dass es zwei große Gruppen an Mitgliedern gibt, die sich in ihrem Verständnis der Vereinsarbeit unterscheiden. Während die eine Gruppe dem Vorstand eine Art „Mandat“ zur Erledigung der anfallenden Geschäfte – wozu auch so „spektakuläre Ereignisse“ wie die Gründung einer Fördergesellschaft gehören können – inklusive dem dazu notwendigen Vertrauensvorschuss gibt, möchte die andere Gruppe deutlich stärker in die laufende Vereinsarbeit einbezogen und bei solchen Entscheidungen vorab befragt werden. Eine kleine Splittergruppe darf dabei nicht unterschlagen werden: diejenigen, die prinzipielle Kritik an jeglicher Arbeit des Vorstands üben, dann aber handumkehr auch geistig zu erschöpft sind, um einen Verbesserungsvorschlag einzubringen. Ich denke, es wird tatsächlich eine große Aufgabe für die Zukunft sein, darüber zu befinden, wie mit den beiden großen Gruppen umgegangen werden soll bzw. wie sich der Verein weiterentwickeln muss, um die krass unterschiedlichen Vorstellungen gleichfalls zu befriedigen.

Zurück zur Aussprache über den Misstrauensantrag. Die Klärung der Missverständnisse scheint hier erfolgreich gewesen zu sein, denn zum Ende der Debatte kam die Frage auf, ob man die Abstimmung zum Misstrauensantrag nicht aufschieben, vertagen oder gar komplett unter den Tisch fallen lassen könne. Dies wurde – aus verschiedenen Gründen – verneint und so kam es zum ersten Auftritt der Wahlkommission, die die entsprechenden Stimmzettel einsammelte und zusammen mit den abgegebenen Briefwahlstimmen auszählte. Das Ergebnis war für mich nicht berauschend, aber gut: 48 Mitglieder stimmten für den Antrag, 129 dagegen, 2 enthielten sich der Stimme.

Danach präsentierten Alice Wiegand und Michail Jungierek den Vorschlag der vor knapp einem Jahr gegründeten AG Verantwortungsstruktur, der – grob zusammengefasst – einen hauptamtlichen Vorstand anstelle des Geschäftsführers und anstelle des bisherigen Vorstands ein ehrenamtliches Präsidium vorsieht. Während die Aufgaben der jeweiligen „Parteien“ dabei vollkommen gleich bleiben, wird die Haftungsfrage verändert. Auch hier diskutierte die Versammlung sehr sachlich die Vor- und Nachteile des vorgestellten Modells. Die Notwendigkeit, die Haftung vom ehrenamtlich tätigen Vorstand auf denjenigen zu übertragen, der tatsächlich das Tagesgeschäft erledigt und dafür bezahlt wird, schien von einer breiten Mehrheit der Vereinsmitglieder mitgetragen zu werden, denn das Ergebnis der Abstimmung ergab 115 Ja-Stimmen, 62 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. Der Antrag verpasste damit allerdings ganz knapp die für eine Satzungsänderung erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Letzter Punkt der Tagesordnung war die Aussprache zu dem von Olaf Simons erarbeiteten Modell und seinem daraus resultierenden Antrag auf eine Satzungsänderung. Die Zustimmung zu diesem Modell war deutlich geringer: 50 Ja-Stimmen standen 125 Nein-Stimmen entgegen, Enthaltungen gab es hier 2.

Aufgrund der bereits recht fortgeschrittenen Zeit – auch das ist fast schon eine Tradition bei unseren Mitgliederversammlungen – und der damit beginnenden Ermüdung der Versammlungsteilnehmer, war der letzte Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ schnell abgewickelt und man vertagte sich auf die kommende ordentliche MV im März 2011.

Wie üblich nach einer solchen Veranstaltung, gilt es eine Danksagung auszusprechen. Diese ist verbunden mit der Hoffnung, dass ich diesmal keinen Beteiligten vergesse. Ich danke den Mitarbeitern der Geschäftsstelle für die Organisation der MV und für die Betreuung der Teilnehmer während der MV, Henriette und Cornelius für die Einlasskontrolle, der aus Debora, Ralf und Jens bestehenden Wahlkommission für die flotte Auszählung, Elly und Tobias für fleißiges Protokollieren, Arne und Martin für die Leitung der Versammlung und natürlich allen Anwesenden für die Anreise, die konstruktive Debatte und den ein oder anderen kleinen privaten Plausch in den Pausen.

Nachtrag

Vorwurf des Wahlbetrugs bei der aoMV

Die ersten Reaktionen im Nachgang auf die außerordentliche Mitgliederversammlung ließen nicht lange auf sich warten und kamen – auch in diesem Punkt wollen wir mit Traditionen nicht brechen – von denjenigen, die gar nicht anwesend waren. Es fiel der Begriff Wahlbetrug.

Nun ich will hier nicht lange auf Begrifflichkeiten herumreiten, kann es mir aber trotzdem nicht ganz verkneifen: Eine Wahl fand gar nicht statt! Die außerordentliche Mitgliederversammlung begnügte sich nämlich mit einer Abstimmung. Wahlen werden im März 2011 stattfinden, dann nämlich, wenn die nächste ordentliche Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland stattfindet.

Dennoch dürfen wir diesen Vorwurf nicht ignorieren. Da ich im Gegensatz zu Verfassern solcher Vorwürfe von Anfang bis Ende der Mitgliederversammlung beiwohnte, möchte ich auch hierzu meine Eindrücke ergänzen:

Die Vereinsmitglieder Debora Weber-Wulff, Ralf Bösch und Jens Schmidt haben sich freiwillig gemeldet und wurden von den versammelten Mitgliedern als Zählkommission eingesetzt. Debora Weber-Wulff (WiseWoman) wurde als Leiterin der Zählkommission für eine vereinsinterne Abstimmung von den Mitgliedern der Zählkommission gewählt. Debora stellte in einer WP-Diskussion am Wochenende folgendes klar:

„Ich habe mich freiwillig gemeldet, weil ich a) mein Unterschrift zur Einleitung dieses aoMV gegeben habe, weil ich große Probleme mit dem Kommunikation von wichtigen Dingen innerhalb des Vereins habe und b) bereits als Wahlleiterin bei etliche Universitätswahlen gearbeitet habe und seitdem ich den deutschen Staatsbürgerschaft angenommen habe, immer im Wahlvorstand einer Nachbarbezirk für Bundestag-, Abgeordnetenhaus- und Europawahlen sowie Volksabstimmungen mitmache und c) Beamtin des Landes Berlins bin. Als Dekanin einer großen Fachbereich bin ich es auch gewöhnt, Verwaltungsvorgänge zu überwachen.“

Übrigens sind aus meiner Sicht auch die beiden anderen Mitglieder der Zählkommission eher den Vereins-/Vorstandskritikern zuzuordnen. Weiter schreibt Debora:

„Mir wurden die Briefwahlunterlagen von Pavel Richter übergeben. Ich habe die verschlossene Stimmzettel erhalten, und ein Ordner mit den geprüften Wahlscheine. Wenn gewollt wird, dass wir in der Zählkommission auch die Wahlberechtigung prüfen, dann muss die Wahlordnung geändert werden […].

Es ist ja üblich bei einer Wahl, das die Überprüfung der Wahlberechtigung vor der Auszählung beginnt. Wir haben bei der ersten Auszählung länger gebraucht, weil wir uns erst mal über die unklaren Fälle unterhalten müssten: wo der Wahlschein vermutlich im Stimmzettelumschlag wäre (man spürt, wie dick es ist), oder es gar keinen Wahlschein gab. Wir haben alle Fälle protokolliert. Dann haben wir die Wahlumschläge geöffnet, getrennt nach den 3 Wahlgängen, und die Kartons der anderen beiden verschlossen. Jederzeit war Zugang zum Wahlauszählung, und Martin Zeise (Versammlungsleiter) war teilweise auch dabei. […]“

Der Rechtsanwalt war die ganze Zeit anwesend, es war ja eine offene Auszählung. Er wurde vor allem gebraucht, als nachgerechnet werden musste, ob der zweite Antrag – die von Sebastian Moleski eingebrachte Satzungsänderung – nun erfolgreich war oder nicht, weil ganz genau in der Wahlordnung nachgeschaut werden musste, wie Enthaltungen zu zählen sind. Egal wie man zählte, der Antrag fand keine erforderliche Zweidrittelmehrheit.

Ich sehe, dass ein seit Jahren funktionierendes und übliches Verfahren plötzlich kritisiert wird und bin eigentlich überrascht, dass uns Wahlbetrug und nicht Dummheit vorgeworfen wird. Denn, mal ganz ehrlich, wenn man bei einer Wahl betrügen will, dann sollte wenigstens das Wunschergebnis dabei raus kommen.

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Bericht aus der Geschäftsstelle Dezember 2010

Liebe Freunde des Freien Wissens,
hier unser Bericht aus der Geschäftsstelle für Dezember 2010. Die Verspätung bitte ich zu entschuldigen.

GLAM-Wikimedia in Paris

Wikimedia France veranstaltete am 3. und 4. Dezember in Paris den zweiten Teil der Konferenzserie zwischen Wikimedia und den GLAMs – Galleries, Libraries, Musea and Archives. Mathias war dort eingeladen, um auf dem Kooperationen-Panel über Bilderfreigaben und Normdaten zu sprechen.

Open Media Kongress der SPD

Am 10. und 11. Dezember veranstaltete der Bundesvorstand der SPD in Berlin einen quasi-netzpolitischen Kongress, nur kurze Zeit vor dem geplanten JMStV-Votum in Niedersachsen. Mathias war dort anwesend.

Dialog Internet im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

In der zweiten Sitzung des Vorhabens “Chancen und Risiken des Internets” des Familienministeriums am 13. Dezember wurden Untergruppen für den Bereich Chancen gebildet: Medienkompetenz, Partizipation und Wissen. Mathias ist Sprecher der Unterarbeitsgruppe Wissen und wird bis Juli an diesem Projekt mitwirken. Dazu gibt es Ende Januar eine gesonderte Email an Vereinsliste.

10 Jahre WP

Die Pressearbeit des Vereins stand diesen Monat vor allem  im Zeichen der Vorbereitung des Jubiläums von Wikipedia. Einen Vorgeschmack auf die flutartige Berichterstattung bildeten zahlreiche Presseanfragen. Um eine möglichst genaue Grundlage für Presseberichte zu sichern, wurden Daten, Fakten und Statistiken zu Wikipedia angeboten. In vielen Gesprächen mit Journalisten zeigte sich viel Informationsbedarf. Der ausführliche Überblick über die großartige Resonanz durch die gesamte Presselandschaft hindurch wird in den nächsten Tagen hier im Blog erscheinen.

Auch die Geburtstagsparty der Community am 15. Januar 2011 in Berlin musste vorbereitet werden. Dazu wurden zahlreiche Presseeinladungen versandt. Ein Schwerpunkt war hierbei auch der Hinweis auf die deutschlandweiten Stammtische. Eine Slideshow mit Bildern aus 10 Jahren enzyklopädischer Zusammenarbeit konnte dank der tollen Unterstützung der Community erstellt werden. Großer Dank an euch!

Community

Mit insgesamt 25 Teilnehmern aus dem Support-Team und zwei Rechtsanwälten (Thorsten Feldmann und Julian Höppner von der Kanzlei JBB) konnte der Dezember-Workshop des Support-Teams mit einer Rekordteilnahme aufwarten! Themen waren Persönlichkeitsrechte, Artikel über lebende Personen und das Recht am eigenen Bild. Der Workshop kam bei allen Seiten sehr gut an und wurde auch im abschließenden Feedback über einen Bewertungsbogen einhellig als erfolgreich und bereichernd bewertet. Wir danken vor allem den Mitarbeitern des Support-Teams für die zahlreiche Teilnahme, den Anwälten für den hochinteressanten Input und allen Anwesenden für die intensive und konzentrierte Mitarbeit. Einen ausführlichen Bericht gibt es ebenfalls in unserem Blog:

Wikisource

Nach einer relativ langen Sommerpause haben wir wieder einmal zwei Bestellungen für das Projekt Wikisource auf den Weg gebracht: Johann Gottfried Pahl, „Die Philosophen aus dem Uranus“ aus dem Jahr 1796 (die Scans werden gerade nach und nach eingestellt und bearbeitet) und Heinrich Pröhle, „Rheinlands schönste Sagen und Geschichten“, 1. Auflage Berlin 1886 (die fertige Bearbeitung findet ihr bereits auf Wikisource).

Aus dem Maschinenraum

Im Dezember ging es im technischen Bereich wieder vor allem um die Spendenkampagne. Insbesondere die Integration der Kreditkartenspenden per MoneyBookers war wichtig. Außerdem haben wir im Dezember Hardware für den Toolserver bestellt, die nun auch eingetroffen ist. Hierbei handelt es sich um ein Festplatten-Array, das unter anderem Platz für die Verarbeitung der Zugriffsstatistiken bieten wird.

Literaturstipendium

Neben einigen Vergaben von konventionellen Stipendien (Kunst, Biologie) wurde auf Anregung des Benutzers Scialfa die Möglichkeit geschaffen, Autoren individuelle Zugänge zu Literaturdatenbanken bereitzustellen. Wo es technisch und finanziell möglich ist, kann jetzt also der Zugang zur Literatur spezieller Fachgebiete verbessert werden.

Insgesamt war das Literaturstipendiums-Jahr 2010 erfolgreich – der Relaunch ermöglichte mehr Menschen die Teilnahme am Programm und die Zahl der Artikel, in denen das Programm Spuren hinterließ, wuchs kontinuierlich an. Für das kommende Jahr steht nun insbesondere der Zugriff auf Literaturdatenbanken im Fokus.

Wikimedia Conference

Bei der Wikimedia Conference treffen sich vom 25. bis 27. März 2011 Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter, das Chapters‘ Commitee und das Board of Trustees in Berlin. Anders als in den beiden Vorjahren wird in 2011 kein Treffen der MediaWiki-Entwickler im Rahmen der Wikimedia Conference stattfinden; diese Veranstaltung verschieben wir auf einen späteren Zeitpunkt im Frühsommer 2011. Wir wollen so erreichen, das mehr Entwickler aus der Community an einem solchen Treffen (das dann an einem Wochenende stattfinden wird) teilnehmen können.
Die Suche nach geeigneten Räumen war erfolgreich, sobald die Verträge gemacht sind werden wir hier verkünden, wo das internationale Chapters‘ Meeting in diesem Jahr stattfindet.
Wir haben die Einladung an die Chapter versendet, die Anmeldung eröffnet und die Suche nach einem Projektleiter für die Kommunikation mit den Chapter-Vertretern und die Programmgestaltung begonnen. Erste Anfragen an Caterer und Hostels wurden angestoßen und wir alle haben den Artikel über aktive Vulkane auf unsere Beobachtungsliste gesetzt.

Wissenswert

Wie angekündigt haben wir am 6. Dezember die Ergebnisse des WissensWert-Wettbewerbes verkündet. Acht Projekte erhalten im Jahr 2011 finanzielle Unterstützung von uns:

  • WikiStories – Einblicke von Zeitzeugen von Werner Jansen und Ahmet Emre Acar
  • Luftbilder für OpenStreetMap von OSM-Stammtisch Dortmund (Marc Gehling, Olaf Kotzte)
  • Links to free and open – das Verzeichnis freier Projekte von Jan-Christoph Borchardt
  • Motivationsfilm für Creative Commons von Amadeus Wittwer
  • WikiQuest – kooperatives Lernen mit freien Inhalten von Andreas Bietenbeck
  • Freies Wissen als hörbarer Podcast von Tabitha Hammer
  • Barrierefreies Onlineportal für Karten- und Routing-Services von Annette Thurow
  • Public Domain Projekt von Carl Fisch und Philippe Perreaux
  • Die acht Einreicher sind mittlerweile informiert und wir haben die Auswertung der öffentlichen Abstimmung sowie der Jurystimmen veröffentlicht. Zurzeit lassen wir entsprechende Verträge und Vereinbarungen ausarbeiten und werden die Projekte auf ihrem Weg zur erfolgreichen Umsetzung begleiten.

    Silberwissen / TAO

    Im Dezember stand die Auswertung des ersten Seminars mit potenziellen Autoren der Altergruppe 50+ in Würzburg an erster Stelle. Fazit: Die überwiegend älteren Teilnehmer hatten wichtige Grundkenntnisse im Umgang mit elektronischen Medien. Sie konnten mit PC/Laptop umgehen und sind Internet unterwegs. Beides sind unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wissensvermittlung zum Arbeiten in der Wikipedia.

    Trotzdem war gerade für die Älteren jeder Schritt auf einer ungewohnten Benutzeroberfläche wieder neu zu erlernen. Im Vordergrund stand unter den Teilnehmern der Wunsch, dass unter den Studentenhistorikern vorhandene Wissen und Material künftig für alle in der Wikipedia verfügbar zu machen. Etwa die Hälfte der Teilnehmer möchte gern ein zweites Seminar zur Übung und Festigung des Gelernten belegen. Wichtig für künftige Seminare mit Älteren ist, dass die Zahl von 10 Teilnehmern nicht wesentlich überschritten wird. Außerdem sollten neben dem Referenten 1-2 weitere Teilnehmer mit zumindest ersten Erfahrungen in der Wikipedia ganz unmittelbare persönliche Hilfestellung geben können.

    Weiterhin gab es verschiedene Kontaktaufnahmen mit möglichen Kooperationspartnern. Zum einen sprachen wir mit dem Seniorencomputerclub Berlin. Dessen Vertreter stehen einer Zusammenarbeit mit Wikimedia im Rahmen des Projekts „Silberwissen“ sehr aufgeschlossen gegenüber. Eine erste Informationsveranstaltung ist für den 26.01.2011 geplant. Zum anderen stellten wir den Kontakt zur Seniorenberatung in Erftstadt-Gymnich und der VHS in Erftstadt her. Wir haben das Ziel, im Herbst 2011 in Kooperation mit beiden Einrichtungen Kurse für potenzielle Wikipedia-Autoren im Seniorenalter anzubieten.

    Hinsichtlich des Projekts TAO (Third Age Online) stand die telefonische Abstimmung mit unserem Partner in Deutschland an, dem ZAWIW Ulm, bei der Berichterstattung und Planung der nächsten Arbeitsschritte geklärt wurden.

    Fundraising

    Der Monat Dezember stand ganz im Zeichen des Fundraisers. Wir haben verschiedene Aufrufe vorbereitet und eingesetzt, u.a. von mir. Die Durchführung der Kampagne beinhaltete zudem die schnelle Beantwortung eingehender Emails und die zeitnahe Verarbeitung der Spenden. Angesichts des großartigen Erfolgs der Kampagne war das Fundraising mit diesen Aufgaben im Monat Dezember vollends ausgelastet. Einen ausführlichen Bericht zur Spendenkampagne kann man im Blogbeitrag von Till nachlesen.

    Weihnachtskarten

    Um unseren Unterstützern und Kooperationspartnern einen kleinen Dankesgruß zum Jahresausklang zu übermitteln, gestalteten wir eine Weihnachtskarte, die an 3.600 Empfänger verschickt wurde.

    Mitglieder

    Im Dezember 2010 haben wir 3 Mitglieder mit aktiver und 3 Mitglieder mit  Fördermitgliedschaft aufgenommen. Bedauerlicherweise erhielten wir auch 2 Kündigungen. Der Verein zählt damit am 01.01.2011 482 aktive (= Stimmrecht auf der Mitgliederversammlung; nur natürliche Personen) und 170 Fördermitglieder (= finanzielle Unterstützung des Vereins), also insgesamt 652 Mitglieder; hinzu kommt ein Ehrenmitglied (Jimbo Wales).

    Im Dezember haben wir eine Mitgliederumfrage unter 658 Mitgliedern gestartet, davon haben knapp 200 die Umfrage bis Mitte Januar ausgefüllt. Vielen Dank für eure Beteiligung und den interessanten Input! Die Auswertung werden wir in Kürze veröffentlichen.

    Am 13. und 14. Dezember 2010 hatte das Wikimedia-Forum, ein zwangloses Treffen zu dem alle Mitglieder aus Berlin bzw. Nordrhein-Westfalen eingeladen waren, Premiere. Eingeladen hatten die Vorstandsmitglieder des jeweiligen Bundeslandes: Jürgen Lüdeke für Berlin, Alice Wiegand für NRW. Die Treffen kamen bei allen Beteiligten sehr gut an und wir werden diese Veranstaltungsreihe auf jeden Fall im Jahr 2011 fortsetzen – dann natürlich auch in anderen Bundesländern! Die Berichte aus Berlin und NRW findet ihr in unserem Blog:

    Der nächste Bericht erscheint voraussichtlich am 4. Februar 2011.

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    10 Jahre Wikipedia – Party in Berlin und überall

    Zehn Jahre Wikipedia waren mehr als zehn Anlässe genug, um dieses Projekt und seine Mitstreiter zu feiern und zu beglückwünschen! Dafür versammelten sich am Gründungstag der Wikipedia, dem 15. Januar, allein im deutschsprachigen Raum an mehr als dreißig Orten Wikipedianer und Freundes des Projektes. Weltweit waren es mehr als 300 Veranstaltungen zum Jubiliäum der Wikipedia.

    Feierei!

    Das Zehnjährige der Wikipedia wurde so unterschiedlich gefeiert, wie man es kaum erwarten konnte. Ob mit Vorträgen und Workshops (wie in München), mit Artikelerstellung vor Ort (wie in Köln), als regionale Zusammenkunft von vier Stammtischen (wie in Stuttgart) oder bi-nationales Treffen (wie in Basel) oder als große Party (wie in Berlin). Für den Freund und Fan der Wikipedia blieb an wenigen Orten noch ein Wunsch offen. Kuchen und Torten mit Wikipedia-Schmuck gab es natürlich – wie es sich für eine Geburtstagsparty gehört – an sehr vielen Orten, aber nicht nur im deutschsprachigen Raum. Geschmackvoll!

    Party in Berlin

    Die Berliner Party, veranstaltet in der schönen HomeBase Lounge in der Nähe des Potsdamer Platzes, überraschte sicherlich sowohl Gäste als auch Veranstalter hinsichtlich ihrer Dimension. Letztendlich kamen über 300 Gäste, waren doch nicht nur Wikipedianer, sondern auch Freunde der Wikipedia und des Freien Wissens, die Berliner Internetszene sowie Pressevertreter geladen. Mit Ballons, Kerzen und einer süßen, großen Torte feierten die zahlreichen Gäste die Wikipedia und lauschten dabei auch noch einem kurzen Rückblick auf zehn Jahre des Projektes, moderiert von Henriette und Cornelius.

    Als besonderes Schmankerl wurde eine Live-Konferenz via Skype zwischen den verschiedenen Stammtischen organisiert. Aus Berliner Sicht leider enttäuschend, da, getreu nach Murphys Gesetz, natürlich im rechten Moment das Netzwerk ausfiel. Dennoch waren die Generalproben spaßig und die Konferenzschaltung sollte bei nächster Gelegenheit nochmal durchgeführt werden.

    Augen- und Ohrenschmaus

    Bereichert wurde die Berliner Veranstaltung durch eine ganz besondere Überraschung der drei Jungs von SPTA: Mit ihrer interaktiven Installation WikiLetters konnten die Gäste Wikipedia-Artikel mit ihren Bewegungen und Gesten direkt an die Wände der HomeBase „schreiben“. Tolle Idee, tolle Arbeit! Merci an Luis, Felix und Max. Diese Installation war eine perfekte Ergänzung der Slideshow, die auf der großen 360°-Leinwand lief und Bilder und Fundstücke aus den ersten 10 Jahren Wikipedia zeigte.

    WikiLetters from SPTA! on Vimeo.

    Blickfang war natürlich die Twitterwall, über die sämtliche Tweets mit dem Hashtag #wp10 tickerten. Somit konnten die Partygäste Updates der bundesweiten und internationalen Feiern live verfolgen und kommentieren. Danke an Raymond und Elke für Programmierung und Gestaltung.

    Musikalisch wurde der Abend durch drei DJs begleitet. Ein großer Dank geht an DJ Mogreens, das Kraftfuttermischwerk und DJ Schönberger, die uns mit ihren Sets erfreut haben. Nach dezenter Hintergrundbeschallung und geschmeidigen Beats wurde bei „Hey, hey, Wickie!“ sogar die „Neigungsgruppe Ausdruckstanz“ aktiv und viele Gäste verausgabten sich bis zum Schluss bei der obligatorischen Hitrunde durch die 80er-Jahre.

    Fotografisch wurden wir ebenso exzellent begleitet, danke hierfür an RalfR und André Krüger. Fotos von Wikipedianern und Gratulanten stehen nun auf Commons unter Wikipedia 10 Berlin bereit. Da Commons leider bisher nur keine Album- oder Slideshow-Tools für angemeldete Benutzer anbietet, findet ihr die Bilder von André zum gemütlichen Durchklicken auch in einem Set auf Flickr.

    Presse und Ausblick

    Auch die Presse zeigte die gesamte Woche über (vielen Dank nochmal an Catrin und Michael an dieser Stelle) großes Interesse an diesem Jubiläum und den dazugehörigen Hintergrundinformationen. Eine Zusammenfassung der Presseresonanz wird derzeit erstellt.

    Schlussendlich können wir ein sehr gutes Resümee ziehen und freuen es über die gute Resonanz der Veranstaltung. Wikipedia darf auf einen durchweg erfolgreichen Geburtstag zurückblicken und wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten zehn Jahre! Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

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    Fazit der Spendenkampagne 2010

    Liebe Freunde des Freien Wissens,

    was für ein Erfolg! Die Spendenkampagne 2010/2011 ist nun offiziell beendet und wir können behaupten: Dies ist mit Abstand die erfolgreichste Kampagne in der Geschichte von Wikimedia!

    Wir sind überwältigt von der großen Bereitschaft in Deutschland, sich für Wikipedia und Freies Wissen zu engagieren. Vom 12. November bis zum 11. Januar haben uns über 73.500 Menschen mit einer Gesamtsumme über 2.200.000 Euro unterstützt. Das ist sowohl im Hinblick auf die Spendensumme als auch Spenderanzahl mehr als eine Verdreifachung der Zahlen vom letzten Jahr! Hier findet Ihr eine Übersicht der eingegangenen Spenden während der Kampagne. Ganz besonders freut mich, dass wir mit 1221 jährlichen und 287 monatlichen Spenden knapp über 1500 regelmäßige Spender gewonnen haben. Diese überwältigende Spendenbereitschaft belegt, dass Wikipedia für die Menschen in Deutschland immer wichtiger wird und auch immer mehr Menschen unsere Vision und die Idee des Freien Wissens teilen.

    Womit lässt sich dieser Erfolg begründen? Neben der gestiegenen Anzahl von Lesern der Wikipedia möchte ich drei Punkte hervorheben. Erstens wurde der Jimmy-Wales-Aufruf bereits zu Beginn der Kampagne geschaltet. Jimmy Wales ist als Gründer der legitime Repräsentant für Wikipedia. Mit seinem persönlichen Aufruf können wir am effektivsten die Geschichte von Wikipedia erzählen. Diese Möglichkeit wurde in diesem Jahr genutzt, um den Lesern zu verdeutlichen, dass Wikipedia als eine der beliebtesten Webseiten weltweit einzigartig ist. Wikipedia steht für ein gemeinschaftliches und freies Internet ohne Werbung oder Gebühren. Anhand der Spendenkommentare sehen wir, dass genau diese Hervorhebung eine wichtige Spendenmotivation war. Denn wir haben weitaus mehr Kommentare als früher erhalten – fast jeder dritte Spender hat uns einen Kommentar hinterlassen.

    Zweitens möchte ich die Überarbeitung der Spendenseite erwähnen. Denn Wikimedia Deutschland hat dieses Jahr Pionierarbeit geleistet. Als erstes Chapter überhaupt haben wir eine eigene umfassende Kampagnenwebseite erarbeitet, auf die alle Menschen in Deutschland über das Anklicken der Banner direkt gelangten. Mit Hilfe dieser Webseite sind wir in der Lage, interessierten Menschen einfachen, transparenten und auch persönlichen Zugang zu Informationen rund um das Thema Wikipedia und Spenden zu geben. Auch die schnelle Kontaktaufnahme mit mir hat sich als großer Erfolg herausgestellt; weitaus mehr als 1.500 E-Mails wurden an mich versendet. Dies führte leider auch dazu, dass ich nicht alle E-Mails umgehend beantworten konnte.

    Drittens wurden die Spendenmöglichkeiten ausgeweitet. Wir bieten mit Kreditkarte und SMS nun zwei weitere Optionen, Wikipedia zu unterstützen. Zwar stellen diese beiden Varianten keinen großen Anteil am Spendenaufkommen dar; sie haben sich aber als wertvolle und sinnvolle Ergänzungen der Spendenmöglichkeiten erwiesen.

    Eine weitere Veränderung in der Spendenkampagne möchte ich besonders hervorheben. Ich bin ein starker Verfechter einer Lokalisierung der Spendenkampagne. Neben den beiden Aufrufen von Jimmy Wales haben wir deshalb drei weitere “Geschichten aus Deutschland” präsentiert. Die erste Geschichte war der persönliche Aufruf von unserem Geschäftsführer Pavel. In seinem Aufruf erläuterte er, warum gerade Spenden aus Deutschland so wichtig für Wikipedia sind. Die beiden anderen Geschichten waren zwei persönliche Aufrufe von deutschen Wikipedia-Autoren: Tobias aka Churchofemacs und Kurt Jansson haben jeweils einen persönlichen Aufruf geschrieben und darin erklärt, warum Sie sich für Wikipedia engagieren.

    Außerdem möchte ich erwähnen, dass die Spendenkampagne nicht nur in Deutschland so erfolgreich war. Wie ihr im Blogbeitrag der Wikimedia Foundation (WMF) hier nachlesen könnt, vermelden auch WMF sowie die anderen beteiligten Chapter große Erfolge. Fast alle Chapter haben ihr letztjähriges Spendenaufkommen verdoppelt und auch die WMF hat mit 16 Millionen Dollar ihr Spendenziel erreicht. In diesem Kontext möchte ich noch das Schalten unterschiedlicher Aufrufe in der englischsprachigen Wikipedia hervorheben. Denn neben dem Jimmy-Wales-Aufruf haben diverse Wikipedia-Autoren und auch die Geschäftsführerin der WMF, Sue Gardner, persönliche Aufrufe geschaltet. Hier könnt ihr euch die einzelnen Aufrufe anschauen.

    Ich bin überzeugt, dass der dieses Jahr eingeschlagene Weg, verschiedene persönliche Aufrufe von Autoren, Mitarbeitern und vielleicht in Zukunft auch von Spendern zu schalten, einen sehr spannenden und effektiven Weg des Fundraisings für Wikimedia darstellt. Menschen spenden für Menschen. Es ist daher wichtig, dass die vielen Menschen, die sich bereits für Freies Wissen engagieren, auch als Gesicht auftreten und somit zur Personalisierung von Wikipedia beitragen. Die jetzige Kampagne kann somit als Anfang gesehen werden, den Lesern die Idee von Wikipedia auf einer persönlichen Ebene näher zu bringen.

    Abschließend möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die sich bei der Spendenkampagne beteiligt haben. Den grandiosen Erfolg haben wir auch euch zu verdanken. Bekanntlicherweise ist nach der Spendenkampagne vor der Spendenkampagne und deshalb möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich die Zusammenarbeit mit der Community gerne verstärken würde. Der eingeschlagene Weg der Personalisierung und Lokalisierung soll schließlich weiter ausgebaut werden und dafür brauche ich eure Hilfe.  Es gilt die erfolgreichste Kampagne in der Geschichte von Wikimedia zu toppen!

    Unter till.mletzko@wikimedia.de stehe ich euch zur Verfügung.

    Herzlichen Dank.

    Till

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    Erfolgreichste Spendenkampagne in der Geschichte von Wikipedia

    Liebe Freunde des Freien Wissens,

    bevor wir zu den Zahlen kommen, möchte ich das Spendenergebnis mit nur einem Wort kommentieren: WOW!

    In weniger als zwei Monaten hat Wikimedia Deutschland mehr als 2 Millionen Euro für Wikipedia und die Förderung Freien Wissens eingenommen. Der am 12. November 2010 gestartete Spendenaufruf erinnerte daran, dass die unabhängige und werbefreie Wikipedia und deren Schwesterprojekte nur durch ehrenamtliches Engagement und durch Spenden möglich sind. Innerhalb von 55 Tagen gaben knapp 68.700 Einzelspender insgesamt über 2 Millionen Euro. Die Durchschnittsspende liegt bei rund 30 Euro. Der höchste Spendenbeitrag war 3.000 Euro und rund 20 Spender gaben 1.000 Euro oder mehr zur Förderung Freien Wissens. Gegenüber dem Vorjahr verdreifachte sich nicht nur die Zahl der Spender (knapp 20.000 in 2009) auch das Spendenergebnis mit mehr als 2 Millionen Euro stieg um das Dreifache. Dies sind die vorläufigen Ergebnisse. Morgen, Donnerstag, den 6. Januar 2011, endet der Online-Spendenaufruf mit einem Dankesschreiben von Jimmy Wales. Und in den kommenden Wochen werden wir an dieser Stelle weitere Statistiken und Auswertungen über den Verlauf der Kampagne veröffentlichen.

    Rund 50 Prozent der Einnahmen aus der diesjährigen Spendenkampagne gehen an die Wikimedia Foundation, als Betreiberin von Wikipedia. Damit unterstützen die deutschen Spender mit rund 1 Million Euro die amerikanische Stiftung und leisten so einen wichtigen Beitrag für den Betrieb der Server und der technischen Infrastruktur. Die Wikimedia Foundation hat in der Zeit des Spendenaufrufs über 500.000 Spender aus 140 Ländern gezählt und das gesteckte Ziel von 16 Millionen Dollar (etwa 12 Millionen Euro) erreicht.

    Die Verwendung der Spendengelder durch Wikimedia Deutschland ist im einzelnen im Haushaltsplan 2011 zu finden. Im Zentrum der Vereinsarbeit steht die Förderung Freien Wissens. Betrieb und Ausbau der technischen Infrastruktur in Amsterdam und die direkte Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit der Autoren von Wikipedia bilden auch in 2011 einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit. Dazu zählen Maßnahmen wie Digitalisierungen von Bibliotheksbeständen und die Realisierung von Kooperationen mit Museen oder Galerien, aber auch die Durchführung internationaler Veranstaltungen und Workshops. Informations- und Aufklärungsarbeit ist nach wie vor eine wichtige Aufgabe; hier steht beispielsweise das Schulprojekt zur Vermittlung eines richtigen und kritischen Umgangs mit Wikipedia auch 2011 wieder auf unserem Plan. Darüber hinaus werden wir unsere Aktivitäten zur Förderung der Freiwilligenarbeit weiter ausbauen und Maßnahmen zur Gewinnung neuer Autoren verstärken.

    Im Namen von Wikimedia Deutschland, dem Vorstand, den Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Autoren und Fotografen, den Zeit- und den Wissensspendern sage ich:

    Danke

    Pavel Richter
    Geschäftsführer
    Wikimedia Deutschland e.V.

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