Archiv für 2011



Das Wikipedia Hochschulprogramm – Erste Schritte

Wikimedia Deutschland hat in den letzten Monaten intensiv an der Ausarbeitung des deutschen “Wikipedia Hochschulprogramms” gearbeitet. Studenten sollen Wikipediaartikel zu vorher bestimmten Themen bearbeiten oder auch verfassen, was am Ende des Semesters als Leistung in die Seminarnote miteinfließt. Dieses Programm soll einerseits der Wikipedia neue kompetente Autoren verschaffen, andererseits der akademischen Lehre die bisherige Skepsis gegenüber der Wikipedia nehmen und aufgeschlossenen Lehrstuhlinhabern nützlich sein. Begleitet werden die Studenten dabei von ihrer Lehrkraft, die wiederum von einem erfahrenen Referenten geschult und beraten wird. Denn – dass die Wikipedia unter einem Rückgang an Autoren leidet, ist bekannte Tatsache. Die Wikimedia Foundation hat nicht zuletzt daher das Universitätsprogramm “Wikipedia Ambassadors” ins Leben gerufen, in dem Professoren in ihren Kursen an den Universitäten gezielt die Wikipedia als Arbeitsplattform einsetzen.

Die Referenten des Wikipedia Hochschulprogramms, Köln 2011 (Foto: Annie Lin, CC-BY-SA)

Bereits Anfang Dezember hatte sich Wikimedia Deutschland mit interessierten Universitäten zu einem ersten Gespräch in Göttingen getroffen. Am letzten Wochenende, dem 17./18. 12. fand nun ein erstes Treffen in Köln statt, zu dem zehn zukünftige Referenten im Rahmen eines Orientierungsworkshops eingeladen waren. Denis Barthel und Elly Köpf von Wikimedia Deutschland stellten das Hochschulprogramm den Anwesenden vor, Annie Lin und Frank Schulenburg, als Vertreter der Foundation, berichteten ausführlich über ihre Erfahrungen mit dem Programm in den den USA, Kanada, Ägypten, Brasilien und Indien. Ein zentraler Punkt des Workshops war die Frage, welche Besonderheiten deutschsprachiger Universitäten vorliegen, ein weiteres wichtiges Thema war die Frage nach der Kommunikation zwischen den von Wikimedia eingesetzten Referenten, den Lehrkräften an den Universitäten und den Studenten. Anhand von Beispielen wurden positive, aber auch negative Aspekte erkannt und die Grenzen einer solchen Kooperation ausgelotet. Die mögliche Einbindung der Wikipedia in den universitären Lehrplan anhand eines detaillierten Entwurfs für den Ablauf eines Semesters erschien den Teilnehmern schlüssig und durchführbar. Zwei Gruppen erarbeiteten weitere detaillierte Stichpunkte zu den Themen Wikipedia-Grundlagen (Urheberrecht und Plagiat, Wikipedia-Syntax und Organisationsstruktur der Wikipedia) sowie zur Einbindung der Wikipedia in die Lehre (Lernziele, Lehrpraxis und abschließende Bewertung). In ihrem Schlussreferat berichtete Annie Lin am Sonntagnachmittag über die Lektionen, die Wikimedia aus dem Programm bisher gelernt hat: Was würden wir wieder tun und was machen wir lieber nicht noch einmal.

Die Veranstaltung verlief in einer äußerst konzentrierten Form und verschaffte den Teilnehmern das Gefühl umfassend über das komplexe Thema und seinen Möglichkeiten informiert worden zu sein. Die Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit war vorhanden, alle Beteiligten verliessen Köln hochmotiviert für die kommenden Herausforderungen.

Dieser Text ist gemeinsam von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel verfasst worden.

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Die Wikimedia Foundation veröffentlicht Jahresbericht 2010-2011

Die Wikimedia Foundation hat vor einigen Tagen ihren Jahresbericht  für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2010 bis 30. Juni 2011 veröffentlicht. Bereits zum vierten Mal gibt die Foundation damit einen Bericht über ihre Aktivitäten ab. Und nicht nur das, der neue Bericht würdigt besonders die weltweiten Aktivitäten der Community und das großartige Engagement der Freiwilligen. Der Jahresbericht beginnt mit der Erklärung: ‘The way the world tells its story’. Unter diesem Titel werden Projekte, großartige Leistungen und Erfolge der weltweiten Community vorgestellt. Dazu gehört selbstverständlich auch das diesjährige 10. Jubiläum von Wikipedia, dass weltweit gefeiert wurde. Neu und besonders erfreulich ist, dass es eine Zusammenfassung des Jahresberichts neben Englisch in weiteren 6 Sprachen gibt (arabisch, japanisch, spanisch, portugisisch, französisch und deutsch).

Und noch etwas ist neu und nachahmenswert: Den Jahresbericht gibt es nicht nur im PDF-Format sondern auch in einer Wiki-Version, in der Kommentare und weitere Anregungen erwünscht sind!

Zu den Highlights des Berichts gehören u.a.:

  • weltweite Bildungsprogramme
  • technische Entwicklungen
  • Erweiterung mobiler Plattformen
  • Wikimania 2010 in Danzig, Polen
  • der Arabische Frühling in Wikipedia
  • 10. Geburtstag von Wikipedia
  • 2010/11 Spendenaufruf und Spender

Die Vorbereitungen für den Tätigkeitsbericht von Wikimedia Deutschland laufen bereits und wir werden unseren Bericht im März 2012 veröffentlichen. Ideen und Anregungen dazu gern an catrin.schoneville@wikimedia.de

p.s. Und da die ‘Kleinen’ oft vergessen werden, auch noch Gratulation an Wikimedia Österreich, die ihren Tätigkeitsbericht ebenfalls kürzlich veröffentlicht haben.

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Wiki Loves Monuments… 2012 weltweit!

Dies hier ist eine freie Übersetzung (mit ein paar Ergänzungen von mir) der Mail, die Lodewijk Gelauff, Maarten Dammers und Tomasz Kozłowski anlässlich Wiki Loves Monuments 2012 über verschiedene Mailinglisten geschickt haben:

Einige Organisatoren von Wiki Loves Monuments 2011 trafen sich vor ein paar Wochen im wunderschönen Amsterdam, um den vergangenen Wettbewerb zu evaluieren und die ersten Schritte für 2012 einzuleiten.

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Foto: Raimond Spekking (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 3.0

Erstes und wichtigstes Ergebnis:
Es wird auch 2012 ein Wiki Loves Monuments geben – und wenn genug Interesse besteht, gehen wir dieses Mal von der europäischen auf die internationale Ebene!

Jetzt gilt es heraus zu finden, welche Chapter und Personen potentielles Interesse an einer Fortsetzung im eigenen Land haben. Einige haben schon gespannt auf diese Chance gewartet, einige klären noch die Rahmenbedingungen und andere werden hoffentlich durch diese Mails motiviert, an Bord zu kommen.

Worum geht’s?

Wiki Loves Monuments ist ein Fotowettbewerb, der 2010 in den Niederlanden und 2011 europaweit durchgeführt wurde. Der Wettbewerb ruft eine breite Öffentlichkeit auf, den ganzen September lang Bilder von historischen Bauwerken/Denkmälern auf Wikimedia Commons zu laden. Dabei wird der Wettbewerb in seiner förderalen Struktur von Freiwilligen und Chaptern in jedem teilnehmenden Land eigenständig durchgeführt. Aus den besten Bilder aller Ländern werden dann die europäischen Gewinner gekürt.

Der Wettbewerb war in 2011 sehr erfolgreich. Insgesamt wurden mehr als 165.000 Bilder in 18 teilnehmenden Ländern eingereicht. Das war allein möglich durch die unermüdliche Arbeit von hunderten Freiwilligen, die zum Gelingen auf nationaler und internationaler Ebene beigetragen haben. Die Gewinnerbilder wurden auf wikilovesmonuments.eu und auf Wikimedia Commons veröffentlicht.

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Foto: By Tiigrr (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 3.0

Neben den beachtlichen Auswirkungen auf Qualität und Reichweite von Denkmälern und kulturellem Erbe war Wiki Loves Monuments eine fantastische Chance, einige unserer wichtigsten Ziele zu erreichen: Insgesamt haben über 4.000 neue Nutzer den ersten, jemals durch die Community ausgelösten Upload-Peak auf Commons ausgelöst: (); außerdem sind viele wertvolle Kooperationen zwischen Wikimedia-Gruppen und -Chaptern mit kulturellen Institutionen und Organisationen entstanden.

Nächste Runde – Wer ist dabei?

Die Mail schließt mit einem Aufruf an Wikimedianerinnen und Wikimedianer auf der ganzen Welt: Habt ihr Lust, Wiki Loves Monuments 2012 in eurem Land zu organisieren und zu gestalten? Wenn ihr mehr wissen möchtet, findet ihr erste Informationen auf der Commons Projektseite – weitere Details folgen.

Als Hauptkanal für Kommunikation und Information steht außerdem allen Interessierten die Mailingliste offen. Ihr seid herzlich eingeladen, hier Fragen zu stellen und mit euch mit den Organisatoren der Vorjahre auszutauschen. Seid mutig und abonniert diese Liste.

Na dann los, meldet euch, wenn ihr Teil dieses großartigen Projektes sein möchtet!

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WissensWert 2011: Wir gratulieren den fünf Gewinnerprojekten!


Vom 17. Oktober bis 24. November haben Menschen und Initiativen, die Freies Wissen fördern, 50 Projektideen bei unserem Wettbewerb WissensWert eingereicht. Sie alle bewarben sich damit um eine finanzielle Unterstützung für die Umsetzung ihrer Projekte: Mit bis zu 5.000 Euro hilft Wikimedia Deutschland, aus mutigen Ideen außergewöhnliche Projekte zu machen.

Die Jury hat entschieden! Nach der Sitzung letzte Woche haben wir nun alle Punkte zusammen gezählt und freuen uns, euch die fünf Gewinnerprojekte hier samt Lobhudelei vorzustellen.

Daniel Mietchen: Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons

Ein stetig wachsender Anteil wissenschaftlicher Artikel wird unter einer CC BY-Lizenz veröffentlicht, welche eine Nachnutzung der Materialien auf Wikimedia-Projekten zulässt. Viele dieser Artikel beinhalten Abbildungen oder Multimedia-Dateien, die sich zur Illustration enzyklopädischer Inhalte eignen. Bisher wird davon selten Gebrauch gemacht. In diesem Projekt soll daher Software entwickelt werden, welche die Artikel in Open-Access-Zeitschriften systematisch nach Multimedia-Dateien durchsucht, diese dann herunterlädt, in freie Formate konvertiert und auf Wikimedia Commons hochlädt.

Benutzer:Eschenmoser schreibt über das Projekt:

“Der Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons sichtet freie wissenschaftliche Literatur automatisiert nach geeigneten Dateien und stellt diese für den Transfer nach Commons bereit. Er erschließt dabei nicht nur ein junges, der Öffentlichkeit weitgehend verborgenes Gebiet freier Inhalte einem breiteren Nutzerkreis, sondern bündelt auch Dateien aus der aktuellen Forschung im etablierten Commons-Archiv, welche dort bislang unterrepräsentiert sind. Neben den Vorteilen der vereinfachten Recherchierbarkeit freier, aktueller Forschungsinhalte und deren Bereitstellung für die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte, wird die Aufmerksamkeit auf die zu Grunde liegende Literatur gelenkt. Daraus resultierende steigende Zugriffszahlen bieten einen weiteren Anreiz zur Publikation wissenschaftlicher Inhalte unter freien Lizenzen.”

Punkte der Jury: 206
Stimmen des Publikums: 2
Projektbeschreibung: Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons
Followempfehlung: @EvoMRI

Torsten Schlabach: Zeitreise in OpenStreetMap – oder: OSM in der 4. Dimension

Eine OpenStreetMap-Karte soll einige Stadtteile von Duisburg zeigen, wie sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten (vor 150 Jahren, vor 80 Jahren und vor 20 Jahren) ausgesehen haben. Damit werden die Veränderungen der Stadt durch die Industriealisierung, den Untergang der Montan-Industrie und den Übergang in die heutige Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gezeigt.

Philipp Otto, iRights.info, würdigt die Idee:

Als Mitglied der diesjährigen Jury des WissensWert-Preises 2011 freue ich mich besonders, dass das Projekt „Zeitreise in OpenStreetMap – oder OSM in der 4. Dimension“ in diesem Jahr zu den Gewinnern zählt. Die Jury war begeistert vom Konzept und der Idee des Projektes wie auch der Verknüpfung von unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten und der beabsichtigten breiten lokalen Wirkung sowohl für einfache Interessierte als auch für professionelle Historiker und Stadtschreiber.

Das Krupp-Gelände in Duisburg-Rheinhausen dient als Ausgangspunkt einer historischen Zeitreise. Historisches und aktuelles Kartenmaterial soll in einer „4.Dimension“ zusammengeführt werden, um die Veränderungen in der städtischen Architektur und die daraus folgende unterschiedliche Nutzung durch die Menschen optisch ersichtlich und fiktional erlebbar zu machen. Das Projekt hat einen deutlich regionalen Fokus, und zeigt damit, dass die Entwicklung neuer Formen von Wissen und der neue Zugang zu Wissensressourcen gerade auch vor Ort sehr nützlich ist. In der Jury war es uns besonders wichtig, ein solches beispielshaftes regionales Leuchtturmprojekt auszuzeichnen. Nicht zuletzt ist das Konzept beliebig oft kopierbar und in anderen Städten und Gemeinden anwendbar. Die sich daraus ergebenden Nutzungsmöglichkeiten sind groß und können zu einem hohen Interesse von vielen Interessierten führen. Gerade im Kontext von Stadtforschung und der regionalen Aufarbeitung von vorhandenem Wissen, bietet dieses Projekt ein Paradebeispiel einer neuen Form der digital-basierten Aufarbeitung von Stadt- und Regionalgeschichte.

Punkte der Jury: 162
Stimmen des Publikums: 12
Projektbeschreibung: Zeitreise in OpenStreetMap – oder: OSM in der 4. Dimension
Followempfehlung: @westvereine

Marcus Bösch: CC PLAY – Spiel die Commons

CC PLAY soll Nutzern weltweit eine Tür zur Schatzkammer freien Wissens öffnen. Das soll spielerisch, mit Spaß und Lust am Entdecken geschehen, deswegen setzt CC PLAY auf die Kraft verschiedener Game Mechaniken.



Die schönsten, kuriosesten oder seltensten Bild-Fundstücke aus den Commons, dem Bundesarchiv und zahlreichen weiteren Quellen zeigen im Spiel das Potential freien Wissens. Freie ergänzende Informationsquellen werden jeweils verlinkt. Passende CC-Musik stärkt den Erlebnischarakter.

Warum das Spiel uns so gefällt:

Ein Projekt, das spielerisch demonstriert, was man alles tolles mit Freiem Wissen und Freien Lizenzen machen kann. Entdeckungsreise durch die Commons – macht neugierig auf mehr!

Punkte der Jury: 148
Stimmen des Publikums: 12
Projektbeschreibung: CC PLAY – Spiel die Commons
Followempfehlung: @m_boesch

Bastian Greshake: Open (Citizen) Science durch mehr öffentlich verfügbare Genotypisierungen

“Direct To Consumer”-Genotypisierungen erzeugen günstige aber wertvolle Einblicke in Genome. Solche Typisierungen kann man von Firmen wie 23andMe erstellen lassen, die Ergebnisse sind in der Regel für die Öffentlichkeit aber nicht zugänglich. Wir haben kürzlich das Projekt openSNP gestartet. Ziel es ist so viele Typisierungen und medizinisch relevante Daten wie möglich der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Mit solchen freien Daten hilft man Wissenschaftlern weltweit und ermöglicht es einfach Citizen Science zu betreiben. Mit dem Funding durch Wikimedia können wir Menschen beteiligen, die sonst mangels finanzieller Mittel keine Typisierungen anfertigen lassen können.

Katrin Rönicke, netzfeminismus.org begründet die Entscheidung der Jury:

Die Humangenetik steht noch am Anfang ihres Wissens: Die Zusammenhänge zwischen Merkmalen von Menschen (Phänotyp), darunter auch Krankheiten, und dem genetischen Programm der jeweiligen Menschen (Genotyp) sind nur zu einem minimalen Teil aufgeklärt. Da viele Gen-Kombinationen zur Ausprägung eines Merkmals führen können, ist es wichtig, eine große Anzahl von Menschen mit zum Beispiel einer bestimmten Krankheit vergleichen zu können. Das Wichtigste für die Entschlüsselung der Gene ist also: Eine große Datensammlung über Genotypen und Phänotypen von Menschen.

Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, hier mit wissenschaftlichem Crowdsourcing zu arbeiten. Das Projekt OpenSNP existiert bereits: Knapp 90 Menschen haben dort ihre Genotype und Phänotype hochgeladen und eingegeben. Und diese können von allen Menschen auf der Welt für die Forschung genutzt werden. Der Wikimedia WissensWert-Preis steht für die Befreiung von unfreiem Wissen – Citizen Science ist eine radikale und umfassende Befreiung von bislang ausschließlich bei den Genotypsierungs-Firmen gehortetem Wissen. Die Wikimedia unterstützt daher das Projekt OpenSNP, indem es die Genotypisierungen – also die Entschlüsselung der DNA-Sequenzen – von Menschen finanziert, die gerne bei dem Projekt mitmachen möchten.

Als Ex-Biologie-Studentin freue ich mich besonders, dass dieses Projekt mit dem WissenWert-Preis gefördert wird. Die Biowissenschaften liegen allzu oft allein in den Händen von Profit-Unternehmen und sind der Mehrheit der Menschheit unverständlich und nicht zugänglich. Projekte wie dieses rütteln daran – sie machen Wissenschaft zu einer Angelegenheit aller.

Punkte der Jury: 147
Stimmen des Publikums: 157
Projektbeschreibung: Open (Citizen) Science durch mehr öffentlich verfügbare Genotypisierungen
Followempfehlung: @gedankenstuecke

Andreas Wittke: Barrierefreie YouTube OER-Videos

Wir haben etliche animierte akademische Lehrvideos in unserem Portfolio und haben diese schon teilweise auf unserem YouTube Channel www.youtube.com/oncampusfhl unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA Version 3.0 (in Zukunft alles unter CC-BY) als Open Educational Resources (OER) veröffentlicht. Youtube hat dabei viele Vorteile, so kann man damit jeden Benutzer, zu jeder Uhrzeit an jedem Ort erreichen, aber auch jedes mobile Endgerät. YouTube bietet aber auch die Möglichkeit Untertitel zeitlich synchronisiert einzubinden, so dass auch Gehörlose das Lernmaterial nutzen könnten. Wir könnten also unsere ca. 150 bestehenden Videos untertiteln und neue einstellen.

Mit dem Publikumspreis von 2.000 Euro hat Andreas das hier vor: “Wir würden weitere Bildungs-Videos (insgesamt dann ~165 Stück) online stellen können. Die sind natürlich auch alle barrierefrei mit Untertiteln und unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-3.0 frei zugänglich für alle.

Paula Marie Hildebrandt beschreibt ganz praktisch, warum sich die Jury so auf diese Projekt freut:

Ich möchte gerne Videos im Internet schauen. Ich sehe was, aber ich höre nix. Ich ahne worum es geht. Mit Wörtern wär’s schöner.
Vorschau: Gehörlose erhalten Zugriff auf neue und bestehende YOU TUBE-Videos!
Hauptfilm: YOU TUBE wird quasi zur virtuellen Hochschule. Und zwar mit Untertiteln für Gehörlose. Ziel: Das Versprechen des Web 2.0. – Zugang zu Freiem Wissen – einlösen und die oftmals unsichtbaren, unhörbaren Barrieren einreißen.
Nachspann: Alle Inhalte sind und werden unter Creative Commons Lizenz BY-­SA Version 3.0 veröffentlicht und sind auch auf Wikimedia Commons zu finden.
Einfach klasse!

Punkte der Jury: 137
Stimmen des Publikums: 382 (und damit Publikumsliebling und Gewinner der 2.000 Euro!)
Projektbeschreibung: Barrierefreie YouTube OER-Videos
Followempfehlung: @oncampusfhl

Gratulation und weiter so!

Wir wünschen den Preisträgern ein glückliches Händchen bei der Umsetzung und einen maximalen Erfolg in der Präsentation und Bewerbung dieser sehr gelungenen Ideen. Herzlichen Glückwunsch! Wir sind sehr gespannt darauf, diese Projekte bei der Umsetzung zu begleiten und werden hier regelmäßig über den Fortschritt berichten. Wir wünschen uns außerdem, dass sich die Einreicher der anderen Projekte nicht entmutigen lassen und die Gelegenheit nutzen, weiter an ihren Ideen und Vorhaben zu feilen. Das Meta-Wiki, in dem alle Ideen vorgestellt werden, eignet sich hoffentlich auch als Plattform zum Wachsen und Gedeihen der Ideen zur Förderung Freien Wissens. Wir wünschen uns, dass die Einreicher Gleichgesinnte und Interessierte auf die Projektseiten aufmerksam machen und diese als Ort für aktiven Austausch und Diskussion verwenden. Einfach über den Edit-Button – it’s a wiki!

Publikumspreis und Gesamtauswertung

Bei der Wahl für den Publikumspreis wurden über 1.800 Stimmen abgegeben. Mit knapp 400 Punkten hat das OER-Videoprojekt die Herzen des Publikums am höchsten schlagen lassen und erhält deswegen von uns 2.000 Euro extra, um weitere Videos zu befreien. Hier gibt es die Gesamtübersicht der Stimmen sowie die Punkteverteilung aus der Jurybewertung.

Danke schön!

Unser ganz besonderer Dank gilt den Jurorinnen und Juroren, die viel Zeit und Mühe in die Bewertung der Projekte gesteckt haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wir selber konnten aus den fruchtbaren Diskussionen der Jurysitzung einige Anregungen für unsere Arbeit mitnehmen. Danke, Daniel Dietrich, Benutzer:Eschenmoser, Paula Marie Hildebrandt, Linus Neumann, Delphine Ménard, Philipp Otto und Katrin Rönicke für die grandiose Zusammenarbeit!

Ebenso gilt natürlich unser Dank allen, die uns bei dieser zweiten WissensWert-Runde beraten und geholfen haben, die Ausschreibung so weit zu verbreiten. Merci! Wir danken außerdem allen Einreichern, die sich die Zeit genommen haben, uns ihre Projekte so ausführlich vorzustellen und für unsere Rückfragen und Anregungen offen waren. Klasse!

Und wenn ihr jetzt schon Feedback und Ideen habt, wie wir WissensWert im nächsten Jahr noch besser machen können: Her damit! Alle Kritik, Fragen und Anregungen nehme ich hier in den Kommentaren, auf der Wikipedia-Projektseite oder unter nicole.ebber@wikimedia.de gerne entgegen.

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Wikipedia und SOPA

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat in der englischsprachigen Community der Online-Enzyklopädie die Diskussion angestoßen, Wikipedia aus Protest gegen ein geplantes US-amerikanisches Gesetz für kurze Zeit zu sperren. Er verweist auf die italienische Community, die so in diesem Jahr ihren Protest gegen einen netzpolitischen Gesetzesentwurf ausgedrückt hat. Das Gesetz mit Namen “Stop Online Piracy Act” beschäftigt sich mit Möglichkeiten für Copyright-Inhaber, gerichtlich gegen Webseiten vorzugehen. Eine kurze Zusammenfassung der allgemeinen Argumentation findet sich hier, Näheres zum Gesetzesvorschlag unter anderem im entsprechenden Wikipedia-Artikel.

Für die Wikimedia Foundation hat deren Justiziar, Geoff Brigham, eine Stellungnahme veröffentlicht. Einige Kernpunkte:

  • Die Wikimedia Foundation lehnt das Gesetz ab.
  • Ob und auf welche Weise die englische Wikipedia-Sprachversion als Protestmittel genutzt werden sollte, ist eine Frage, die jedoch allein von der Community beantwortet werden sollte. Die Foundation kündigt an, jede Entscheidung diesbezüglich zu unterstützen.
  • Nach einer Überarbeitung der Gesetzesvorlage am 12.12. seien verschiedene Verbesserungen erreicht worden. Trotzdem sei der Entwurf nach wie vor nicht akzeptabel. Drei Argumente als Auswahl:

    a) Das Gesetz sieht die Sperrung kompletter Websites vor (auch außerhalb der USA), selbst wenn nur Teilinhalte als Grund angeführt würden.

    b) Aus finanziellen Gründen könnten sich viele kleinere Betreiber und gemeinnützige Organisation einen teuren internationalen Rechtsstreit von vornherein nicht leisten.

    c) Wikipedia könnte unter diesem Gesetz als Internet-Suchmaschine eingestuft werden, was die Wikimedia Foundation praktisch zwingen würde, Millionen von Quellenangaben in Wikipedia zu prüfen. Das wäre ein kaum zu bewältigender Aufwand, der auf Kosten von Spendengeldern gehen würde – und zwar im Auftrag der Blockade von Websites.

Geoff Brighams Blogpost:

http://blog.wikimedia.org/2011/12/13/how-sopa-will-hurt-the-free-web-and-wikipedia/

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Visueller Editor für Wikipedia – erster Prototyp veröffentlicht

Wer einen Wikpedia-Artikel ändern möchte, muss ein Bearbeitungsfenster öffnen und dort mit der so genannten Wiki-Syntax arbeiten. Das ist seit Wikpedias Gründung vor zehn Jahren so. In Blogs und sozialen Netzwerken sind Internetnutzer heute allerdings gewohnt, völlig ohne Programmierkenntnisse oder spezielle Auszeichnungssprachen Texte, Bilder, Videos und sonstige Inhalte veröffentlichen zu können. Bei Wikipedia geht das nicht. Bislang gibt es keine Möglichkeit, Artikel direkt im Browser zu bearbeiten, das heißt so wie sie sich dem Leser präsentieren. Mit der Entwicklung eines “Visuellen Editors” will die Wikimedia Foundation das ändern und damit mögliche Barrieren für ehrenamtliche Mitarbeiter weiter reduzieren. Ab sofort steht ein Prototyp des geplanten Editors zur Verfügung. Ausprobieren kann man den Editor auf www.mediawiki.org.

Dieser neue Prototyp ist eine Testversion, der entscheidende Merkmale wie die Speicherung und der Zugriff auf echte Wikipedia-Artikel fehlen. Es gibt keine Datenbankverbindung. Es handelt sich um eine Spielwiese und Kommentare und hilfreiche Tipps sind hier sehr erwünscht!

Warum die ganze Entwicklung des neuen Editors aus vielen kleinen Schritten bestehen muss und warum es für diese erste Version nur einen bewusst kleinen Funktionsumfang geben kann, hat die Foundation in einem eigenen Blogpost beschrieben. Im Folgenden haben wir die Kernpunkte übersetzt:

Die Entwicklung eines Visuellen Editors ist eine der wichtigsten Aufgaben der Wikimedia Foundation für das Jahr 2012. Es gibt eine ganze Reihe von Belegen dafür, dass die Wiki-Syntax eine erhebliche Barriere ist, die viele Menschen von einer Mitarbeit abhält. Formale Benutzertests und direktes Feedback von neuen Autoren haben in den letzen Jahren verdeutlicht, dass das Bedürfnis für einen Visuellen Editor groß ist.

Die Entwicklung eines Web-basierten Editors ist eine sehr komplexe Angelegenheit. In der Geschichte der MediaWiki-Entwicklung ist es womöglich das herausfordernste Projekt. Folgende Eckpunkte charakterisieren das Projekt: Bearbeitungen müssen sowohl in der bisherigen Wiki-Syntax möglich sein, als auch auf die neue Weise. Die Art, wie in den Communitys über die letzten zehn Jahre gearbeitet worden ist, kann nicht mit einem Mal geändert werden. Gleichzeitig müssen potenzielle Autoren unterstützt werden, die mit der Wiki-Syntax nicht gut umgehen können. Das heißt also, das zu entwickelnde Editor-System muss zwischen dem Visuellen Editor und der Wiki-Syntax hin und her wechseln können, und zwar möglichst ohne ersichtliche Störungen für den Nutzer. Außerdem darf es bei diesen Wechseln keine Fehler im System verursachen. Wer Erfahrung mit Editoren hat, die sowohl einen visuellen als auch einen HTML-Modus anbieten, der kennt die Probleme, die entstehen können. Und die Wiki-Syntax ist in dieser Hinsicht ausgesprochen umfangreich und kompliziert. Noch dazu gibt es jede Menge Inhalte, die alle Möglichkeiten dieser Syntax bis zum Letzten ausreizen. Wären Wikipedia-Artikel einfach formatierte Text-Dokumente, dann wäre die rückwärtige Kompatibilität recht einfach zu erreichen. Tatsächlich verwenden die Artikel aber eine ganze Palette von Layout-Funktionen wie Bilder, Links, Tabellen, Infoboxen und andere dynamisch zu ladende Vorlagen. Ein Beispiel aus der englischen Sprachversion. Kompatibilität ist bei dieser Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten technisch sehr herausfordernd.

Über die letzten Monate hat das Programmiererteam der Wikimedia Foundation viele Fortschritte bei der Entwicklung des Visuellen Editors gemacht. Heute möchten wir den Prototyp einer einfachen Bearbeitungsoberfläche vorstellen, die das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, in Wiki-Syntax übersetzt. Diese Demoversion, die bislang weder das Bearbeiten noch das Speichern von Dokumenten erlaubt, unterstützt grundlegende Formatierungsfunktionen wie Fett-Auszeichnung, Kursiv oder Zwischenüberschriften. Außerdem unterstützt sie eine Reihe von Funktionen, die als selbstverständlich erwartet werden, wie Kopieren und Einfügen oder Rückgängig/Wiederherstellen. Im Idealfall kann es genutzt werden, um damit einen Text in funktionierender Wiki-Syntax zu erstellen, der anschließend einfach per Copy & Paste in das Bearbeitungsfenster eines Wikis eingefügt werden kann.

Diese Version des Visuellen Editors sollte die meisten modernen Browser unterstützen, wurde aber hauptsächlich für Firefox, Chrome und den Internet Explorer 9 getestet. Unterstützt wird außerdem IE8, nicht aber IE7. Es gibt keine an die Wikipedia-Sprachversionen angepasste Version, was aber mit dem nächsten Update nachgeholt werden soll.

Die Demoversion samt Übersetzung in Wiki-Syntax kann auf dieser Spielwiese angesehen werden. Sie kann mit allen dafür hochgeladenen Artikeln ausprobiert werden

Nächste Schritte und Beteiligung

Was kommt als nächstes? Zunächst sollen nacheinander neue Funktionen freigeschaltet werden, Fehler behoben und Updates veröffentlicht werden. Ziel: Der Editor soll nach und nach anwendbarer für tatsächliche Wikipedia-Bearbeitungen werden. Dafür soll ermöglicht werden, Seiten anzulegen und diese auch speichern zu können, vorhandene Seiten oder Abschnitte zu bearbeiten, Bilder einfügen oder entfernen sowie Informationen in Vorlagen oder Tabellen ändern zu können.

Geplant ist, kurzfristig “echte” Bearbeitungen einem (sehr) kleinen Nutzerkreis zu ermöglichen. Bis allerdings selbst eine nur kleine Gruppe von Bearbeitern mit vollumfänglichen Funktionen des Editors versorgt werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Wie oben bereits gesagt, die Foundation ist dankbar für jede Hilfe bei diesem Großprojekt. Direktes Feedback kann zum Beispiel oben rechts auf der Seite des Prototyps gegeben werden. Nachrichten sind ansonsten auch hier willkommen.

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Abschied nehmen ist immer schwer – bei Wikimedia umso mehr!

Über ein Jahr ist inzwischen vergangen, seitdem meine Arbeit bei Wikimedia Deutschland begann. Diese Zeit gehörte zu den spannendsten Abschnitten meines Lebens – sowohl in beruflicher, als auch in persönlicher Hinsicht. Als Zuständiger für die Verwirklichung des Buches “Alles über Wikipedia – und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt” war es mit vergönnt, weit über 100 Wikipedianer kennen zu lernen. Viele dieser Bekanntschaften vertieften sich bei den verschiedenen Veranstaltungen im Anschluss an die Buchveröffentlichung – angefangen bei der Buchvorstellung in Berlin, über die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse, bis hin zu den Lesungen in Hannover, Dresden, Kassel und in anderen Städten.

Wikipedia hat nun auch die Welt des "toten Holzes" betreten... (Foto: Wolfgang Sauber, CC-BY-SA 3.0)

Neben den Kontakten zu einer unglaublichen Bandbreite sehr verschiedener Wikipedia-Autoren, Commons-Fotografen, OSM-Kartografen, Wikipedisten und anderen Community-Mitgliedern, aber auch Verlagsvertretern, Redaktoren und Lektoren, wird mir auch die hervorragende Kollegialität aus dieser Zeit positiv in Erinnerung bleiben. Das Team von Wikimedia Deutschland hat mich wohlwollend aufgenommen, schnell integriert und an seinem Wachstum, an zahlreichen Erfolgen, an bangen und spannenden Momenten teilhaben lassen. Sie alle haben dafür gesorgt, dass ich im vergangen Jahr nicht nur einer interessanten Arbeit nachging, sondern ein kleiner Teil der weltweiten Wikimedia-Bewegung werden konnte. Dieser Bewegung und ihren Idealen werde ich auch in Zukunft erhalten bleiben.

Was aber sind die konkreten Beweggründe für meinen Abschied von Wikimedia Deutschland, wo es doch mehr als genug Arbeit gibt? Es ist eine private Motivation, die mich zu diesem Schritt bewegt hat. In der Folge einiger Veränderungen in meinem Leben werde ich versuchen, in meinen Geburtsland Bulgarien, wo ich seit über 20 Jahren nur sehr sporadisch gewesen bin, erneut Fuß zu fassen. Und wie es der Zufall will, hat die überaus lebendige bulgarische Wikipedia-Community noch kein eigenes Wikimedia Chapter etabliert. Wer weiß, vielleicht bietet sich mir bald eine Gelegenheit, in Erfahrung zu bringen, welche Gründe dafür verantwortlich sein könnten…

Mein Arbeitsverhältnis mit Wikimedia Deutschland endet offiziell zum Jahresende und ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mich seit 2010 bei meiner Arbeit unterstützt haben – bei meinen Kollegen in Berlin, bei allen Autoren des Wikipedia-Buches, bei den vielen freundlichen Wikipedianern auf Stammtischen und bei Lesungen! Mein Dank gilt nicht zuletzt auch allen Interessierten, die durch die Lektüre von  “Alles über Wikipedia” mehr über die weltgrößte Enzyklopädie erfahren möchten!

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WissensWert-Jurysitzung: Der Wert des Austauschs

Was ich an dieser ganzen Wikimedia-Welt liebe ist, dass es immer wieder Überraschungen gibt. Die letzte dieser Überraschungen war die Jurysitzung von WissensWert-Wettbewerb, die am letzten Mittwoch in Berlin stattfand. Kurz gesagt: Ich kannte in der Jury niemanden. Es ist nicht immer leicht, wenn man neue Leute “freiwilligt” an einem solchen Gremium zu arbeiten, die richtige Stimmung zu finden. Man tagt nur ganz kurz und in wenigen Stunden muss man sich einigen, welches die besten Projekte sind. Wir hatten 4 (vier!) Stunden, um durch 30 Projekte durch zu gehen. Wir hatten schon vorher Punkte für anhand verschiedener Kriterien verteilt und haben bei der Sitzung aufgrund dieser ersten und persönlichen Einschätzung diskutiert.

Und diskutiert haben wir reichlich! Aber in so einer Art, die ich mir bei Wikimedia öfter wünsche: Vernünftig, respektvoll, lustig auch, seriös und konstruktiv. Diese Sitzung war einfach toll!

Die WissensWert-Juroren kommen aus alle mögliche Ecken, und die Bereicherung bei den Gesprächen war einfach klasse. Wir waren uns oft nicht auf Anhieb einig, was spezifische Projekte angeht. Aber in der Diskussion hatten wir Gelegenheit, uns alle Projekte in so vielen Details wie möglich und von allen Richtungen anzukucken. Kulturblickwinkel, Wikimediablickwinkel, Aktivismusblickwinkel, Projektmanagementblinkwinkel – so viele Richtungen, in die wir alle gegangen sind, um einander zu verstehen und Projekte mit neuen Augen zu begreifen. Herzlichen Dank dafür an die anderen Juroren und Jurorinnen, das hat wirklich Spaß gemacht!

Der Konsens hat sich ganz natürlich gefunden, und am Ende waren die Ergebnisse da! Die bekommt ihr aber erst am 15. Dezember, wenn der ganze Prozess abgeschlossen ist. In der Zwischenzeit könnt ihr euer Lieblingsprojekt für den Publikumspreis (Übersicht aller Projekte) wählen. Und glaubt ihr mir, es gibt eine Menge Projekte, die eure Lieblingsprojekte sein könnten!

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Erstes RENDER Review Meeting in Luxemburg

Im Forschungsprojekt RENDER haben wir gerade das erste Projektjahr abgeschlossen. Vor einiger Zeit hatten wir hier über unseren Beitrag im Projekt sowie die geplanten Ergebnisse und den Nutzen für Wikipedia berichtet.

Zur Überprüfung der Entwicklung des Projektes findet am Ende jedes Projektjahres ein Review-Treffen vor der Europäischen Kommission statt.

Das Review zum ersten Projektjahr fand letzte Woche in Luxemburg statt. Dabei waren Vertreter der Europäischen Kommission anwesend sowie zwei Forscher als Reviewer, die gegenüber der Kommission die fachliche Leistung des Konsortiums beurteilen. Das heißt, es wurden die inhaltlichen Arbeiten überprüft, die in den jeweiligen Arbeitspaketen vereinbart waren und deren Berichte im ersten Projektjahr veröffentlicht wurden. Die Kommission interessierte sich darüber hinaus aber auch für Details des Finanzreportings der einzelnen Partner.

Die Anwesenheit für alle Projektpartner ist bei diesem Treffen verpflichtend. Mathias Schindler und ich waren für Wikimedia Deutschland vor Ort.

Bereits am Dienstag, den 29. November, haben wir uns mit Vertretern aller Projektpartner in Luxemburg getroffen. Wir haben gemeinsam die letzten technischen Arbeiten erledigt, die Präsentationsfolien durchgesehen und finalisiert. Am Mittwoch wurde der Review-Tag in Echtzeit “geprobt”. Dabei gaben wir uns gegenseitig Vorschläge und Hinweise zur Optimierung.

Der eigentliche Review fand am Donnerstag den 1. Dezember statt. Alle Partner präsentierten ihre Arbeiten und standen für Rückfragen zur Verfügung. Am Ende des Tages gaben die Reviewer den Projektpartnern eine kurze, erste Einschätzung: das Gesamtprojekt wurde als positiv und fortsetzungswürdig bewertet. Zusätzlich bekam das gesamte Projektkonsortium eine Reihe von Empfehlungen und Verbesserungsvorschlägen für das kommende Jahr. Der offizielle und ausführliche Bewertungsbericht steht noch aus und wird in den nächsten Wochen zugestellt.

Wer einen kurzen Eindruck gewinnen möchte, kann sich unsere Präsentationsfolien zur Wikipedia Fallstudie auf Commons ansehen. Dieses Folienset beinhaltet sowohl unsere Arbeiten und Ansätze, als auch die Untersuchungen unserer Partner vom Institute Jožef Stefan (JSI) und Karlsruher Institute für Technologie (KIT) innerhalb der Wikipedia Fallstudie. Delia Rusu vom JSI stellte die aktuellen Untersuchungen zu nicht-neutralen Artikeln vor. Fabian Flöck vom KIT berichtete über die Entwicklungen seiner Arbeit zum Thema Editorenverhalten.

Bei weiteren Fragen und Anregungen wendet euch gerne an angelika.adam@wikimedia.de bzw. render@wikimedia.de.

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Post für Dich! Wikimedia vergibt E-Mail-Adressen für Projektmitarbeiter

Wikipedia ist schon eine besondere Veranstaltung: Als fünftpopulärste Website weltweit ist sie eines der reichweitenstärksten Medien in den Weiten des WorldWideWeb. Doch anders als Redakteur von Spiegel, Focus und Co. haben es Wikipedianer, Commons-Fotografen oder Wikinews-Autoren schwer, wenn sie zu hochkarätigen Veranstaltungen akkreditiert werden wollen. Denn meist werden sie als einfache Privatpersonen wahrgenommen.  Doch jetzt ist Abhilfe in Sicht: Für mehrere Projekte hat Wikimedia Deutschland die entsprechenden .de-Domains registriert und ist ab sofort in der Lage, an Projektmitarbeiter E-Mail-Adressen und Visitenkarten zu vergeben. Alle Einzelheiten und die Möglichkeit zur Beantragung findet man unter de.wikipedia.org/wiki/WP:@

 

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