Archiv für Januar, 2010



Q2009/4: Der Vorstand – das unbekannte Wesen

„Was macht denn eigentlich der Vorstand?“ ist eine Frage, die ich in persönlichen Gesprächen höre und die auch immer mal wieder in Kommentaren und Mails auftaucht. Mindestens zwei Varianten sind dabei besonders häufig: Der Wunsch nach einer Reaktion des Vorstands ist eine davon, Nachfragen über die Vorstandsarbeit, ihre Inhalte und Organisation eine andere. Auf die erste kann nur situationsabhängig reagiert werden; die letzte möchten wir bewusst aufgreifen und euch in Form von regelmäßigen Quartalsberichten Einblick in die Vorstandsarbeit geben.

Mit jedem neuen Quartal wird es einen Rückblick auf das vergangene Vierteljahr geben. Daher beginnen wir mit dem Bericht für das vierte Quartal 2009, kurz Q2009/4. Das meiste ist mit Erscheinen des Quartalsberichts bereits bekannt. Wenn es Auswirkungen auf die Geschäftsstelle hat oder dort inhaltlich angesiedelt ist, wurden die Themen bereits von Pavel aufgegriffen, in anderen Fällen gab es schon separate Meldungen von Vorstandsmitgliedern.

Wir wollen versuchen, euch in diesen Berichten über unsere Arbeit zu informieren und dabei auch einige grundsätzliche Fragen zum Vorstand zu klären, sozusagen im guten Sinne ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Hier also die Zusammenfassung von Oktober bis Dezember 2009:

Oktober

Die Arbeiten am Kompass 2020 waren ein Schwerpunkt der Vorstandsarbeit im Oktober. Auf Meta, angekündigt durch separate Blogbeiträge, wurden die strategischen Kernziele der fünf Vorstandsressorts Freiwilligenförderung, Lobbying, Public Relations, Qualität und Usability/Technik veröffentlicht.

Zwei Telefonkonferenzen dienten der Abstimmung offener Fragen und dem Austausch von aktuellen Informationen. Wir nutzen diese Form des Treffens regelmäßig alle zwei Wochen. Nur wenn tatsächlich kein aktueller Beratungsbedarf besteht, fällt eine Telefonkonferenz aus. Pavel nimmt an den Konferenzen regelmäßig in informierender und beratender Funktion teil. Im Oktober war Schwerpunkt der Telefonkonferenzen die anstehende Spendenkampagne. Es ging hauptsächlich um den Ablauf, begleitende Maßnahmen und notwendige Arbeiten, die vorab mit dem Vorstand abgestimmt wurden. Weitere Themen waren die Fortschritte der eingesetzten Planungsteams und die Vorbereitung der Vorstandsklausur im November.

November

Im November fanden zwei Telefonkonferenzen und die Klausur in der Mitte des Monats statt. Großes Thema der Klausur war die Weiterentwicklung des Kompass 2020, hierbei besonders die Festlegung der Maßnahmen für 2010. Sebastian hat dies in seinem Beitrag zur Klausur erläutert, Pavels Beitrag zum Haushaltsplan macht den Überblick über die Inhalte der Klausurtagung rund. In den Telefonkonferenzen berieten wir über die Anfang November stattgefundene Podiumsdiskussion, die technische Umsetzung eines Vereins-Forums und Personalangelegenheiten.

Einstimmig fassten wir den Beschluss, uns an der Open-Access-Petition zu beteiligen und diese ausdrücklich zu unterstützen.

Dezember

Anfang Dezember fand in Frankfurt am Main die Verleihung der Zedler-Medaille statt. Redner der Veranstaltung waren aus dem Vorstand Sebastian und Philipp.

Die letzte Telefonkonferenz des Jahres beschäftigte sich mit wieder mit Personalangelegenheiten und den Fortschritten bei der Untersuchung des Vereins-Forums. Das Jahr endete ruhig und mit der Überschreitung der 1.000.000-Artikel-Marke in der deutschsprachigen Wikipedia.

Das Quartal in Zahlen: eine Klausur, fünf Telefonkonferenzen, insgesamt sieben Beschlüsse und leider durch Jennys Rücktritt ein Verkleinerung des Vorstands auf 9 Mitglieder
Das Quartal ohne Zahlen: viel Textarbeit, erträglich lange Telefonate, konstruktive Diskussionen

Aus dem Nähkästchen: Interne Kommunikation

Die Kommunikation im Vorstand findet auf drei Ebenen statt. Wie weiter oben schon angerissen, sind die zweiwöchentlich stattfindenden Telefonkonferenzen für den Vorstand ein wichtiges Mittel, sich auszutauschen und kurzfristige Beschlüsse zu fassen. Hier besteht die Möglichkeit, aktuelle Themen aufzugreifen, alle auf einen Informationsstand zu bringen und gleichzeitig direkte Entgegnungen und Diskussionen zu erlauben. Das funktioniert in einer so großen Gruppe allerdings nur mit einer gewissen Gesprächsdisziplin und ich bin immer wieder fasziniert, dass dies tatsächlich so gut klappt, konstruktive Diskussionen ermöglicht und zu umsetzbaren Ergebnissen führt.

Zwei- bis dreimal im Jahr finden Klausuren statt. Sie sind wesentlicher Bestandteil der Vorstandsarbeit und, obwohl dies für einzelne Mitglieder immer mit langen Reisewegen verbunden ist, ein aus unserer Sicht unverzichtbarer Teil der Vorstandsarbeit. Das direkte Gespräch miteinander vereinfacht und präzisiert die Kommunikation. Viele Dinge lassen sich deutlich einfacher auf den Punkt bringen, wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt, das gilt umsomehr mehr, wenn unterschiedliche Meinungen vertreten werden. Die Klausuren bieten den erforderlichen zeitlichen und auch organisatorischen Rahmen, um komplexe Fragestellungen zu erörtern und grundlegende Entscheidungen zu treffen. Sie sind über die Dauer eines Wochenendes ausgelegt. Die Anreise erfolgt am Freitagabend, die Abreise am Sonntag im Laufe des Nachmittags. Die Beratungen werden im Regelfall durch vorbereitete Präsentationen oder Drucksachen eingeleitet und ermöglichen so eine zielgerichtete Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema.

Vermutlich nicht wirklich überraschend werden neben den Telefonkonferenzen und direkten Gesprächen auf Klausuren noch unterschiedliche Online-Plattformen genutzt. Ein geschlossenes Wiki dient der Vorbereitung und Dokumentation gefasster Beschlüsse. Hier finden auch grundsätzliche Überlegungen zu Organisations- oder Personalfragen einen Platz. Eine ebenfalls geschlossene Mailingliste wird gerne genutzt, um aktuelle Informationen zu verteilen oder um sich zwischen den Telefonkonferenzen auszutauschen. Viele der Vorstandsmitglieder sind darüber hinaus im Chat oder über Skype erreichbar und natürlich gibt es auch einfach mal ein kurzes Telefonat miteinander.

Soviel für dieses Mal im ersten Quartalsbericht. Worüber möchtet ihr mehr erfahren, was ist zuviel, was fehlt noch? Bitte teilt uns eure Wünsche mit, damit wir sie in den kommenden Quartalsberichten berücksichtigen können. Euer Informationsbedürfnis ist die Messlatte für die nächsten Berichte.

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Der Haushaltsplan 2010

Liebe Freunde des Freien Wissen,

bereits in meinem “Fazit der Herbstkampagne 2009 / 2010″ hatte ich einen Beitrag zum Haushaltsplan 2010 angekündigt.

Nach 2009 stellt Wikimedia Deutschland einen solchen Plan in 2010 zum zweiten Mal auf. Er dient dazu, die erwarteten Einnahmen den geplanten Ausgaben gegenüberzustellen. Beides bestimmt im wesentlichen die Aktivitäten des Vereins. Der Haushaltsplan wird vom Geschäftsführer auf der Grundlage des Kompass 2020 und der Rahmenvorgaben des Vorstandes und unter maßgeblicher Mitarbeit der Mitarbeiter der Geschäftsstelle aufgestellt. Danach wird er dem Vorstand vorgestellt, dort diskutiert, gegebenenfalls geändert oder ergänzt und dann schließlich verabschiedet. Der Haushaltsplan ist bindend – alle Ein- und Ausgaben im Jahr 2010 müssen sich im vorgegebenen Rahmen bewegen. Abweichungen oder Ergänzungen bedürfen eines Nachtragsplans, der ebenfalls vom Vorstand genehmigt werden muss. So ist sichergestellt, dass die Schwerpunkte und die wesentlichen Aktivitäten vom Vorstand bestimmt werden.

Für den Geschäftsführer ist der Plan das wesentliche Mittel zur Planung der Jahresaktivitäten und des Personalbedarfs. Zugleich wird der Plan in Zukunft monatlich mit dem tatsächlichen Ist-Stand abgeglichen und dem Vorstand vorgelegt, um jederzeit Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

Nicht sehr überraschend teilt sich der Plan in zwei Abschnitte: Einnahmen und Ausgaben

Einnahmen

Die Einnahmen teilen sich in vier große Bereiche auf:

Spenden: Dies umfasst natürlich die jährliche Spendenkampagne im November und Dezember; es ist aber ein erklärtes Ziel von mir, die Einnahmen über das Jahr deutlich stetiger zu gestalten und damit die Abhängigkeit von diesen beiden Monaten zum Jahresende zu reduzieren. Aus diesem Grund suchen wir auch gerade einen Fundraiser. Insgesamt planen wir mit Spendeneinnahmen in 2010 in Höhe von 850.000 €.

Mitgliedsbeiträge: Derzeit hat der Verein etwas über 500 Mitglieder, die jeweils einen Beitrag von mindestens 12,00 € im Jahr bezahlen. Es ist unser Ziel, diese Anzahl der Mitglieder deutlich zu steigern und insbesondere mehr Fördermitglieder zu gewinnen. 24.000 € sind hierfür als Einnahmen in 2010 eingeplant.

Fördermittel:  Auch im Bereich der Unterstützung durch Stiftungen, Bundes- oder Landesbehörden, die Europäische Union und Zuwendungen aus der Wirtschaft wollen wir deutlich zulegen. 138.000 € sind unser Ziel für dieses Jahr.

Technikspenden: Wir planen, Unternehmenssponsoren zu finden, die insbesondere den Ausbau und Betrieb der Squid-Server in Amsterdam mit 75.000 € unterstützen.

Zusammen mit dem in 2010 zu verwendenden Überschuss aus der Spendenkampagne im Dezember 2009 in Höhe von rund 216.000 € verfügt Wikimedia Deutschland somit über geplante Mittel in Höhe von 1.303.000 €  in 2010.

Ausgaben

Hier sind zwei wesentliche Bereiche zu unterscheiden: Die projektbezogenen Ausgaben und die Kosten der Verwaltung.

Projektausgaben

Technik: In 2010 planen wir knapp unter 190.000 € für den Toolserver und die Squids in Amsterdam auszugeben. Ebenfalls in dieser Summe sind eine Reihe von Softwareprojekten und Maßnahmen im Bereich “Usability & Technik” des Kompass 2020 enthalten.

Community: Die Unterstützung der Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Wikimedia-Projekte ist ein zentraler Aufgabenbereich des Vereins. Die Freiwilligenförderung, Community-Treffen, das Literaturstipendium, die Unterstützung von Veranstaltungen wie Skillshare, des Mentoren- und Supportteams sowie das Community-Budget schlagen mit insgesamt über 110.000 € zu Buche. Für die internationale Zusammenarbeit in Absprache mit der Wikimedia Foundation sind weitere 110.000 € im Plan vorgesehen.

Bildungs- und Projektarbeit: Die Gewinnung neuer Autoren (besonders aus Gruppen, die bisher unterrepräsentiert sind), die Aufklärung über die Wikipedia und Freies Wissen und die Vermittlung des verantwortlichen Umgangs mit beidem an Schüler sowie die Erstellung von Informationsmaterialien und die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit machen einen Posten in Höhe von etwas mehr als 250.000 € aus. Mit weiteren 37.000 € werden die Befreiung von Inhalten, die politische Arbeit des Vereins sowie die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen finanziert. Und für die erneute Durchführung der Wikipedia Academy 2010 und die Verleihung der Zedler-Medaille stehen rund 40.000 € zur Verfügung.

Insgesamt gibt der Verein für die Projektarbeit knapp 740.000 € in diesem Jahr aus, was 74% des Gesamtbudgets ausmacht.

Werbe- und Verwaltungsausgaben

Ausgaben für die Verwaltung, also für den Betrieb der Geschäftsstelle, für die Gewinnung von Spendengeldern, für Buchhaltung, Beratung,  die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins und für die Vorstandarbeit sind kein Selbstzweck. Ein nicht unbedeutender Teil dieser Kosten kommt selbstverständlich direkt der Projektarbeit des Vereins zu Gute: Die Miete der Geschäftsstelle etwa wird anteilig auf die Projektkostenstellen umgelegt. Das gleiche gilt für das Gehalt des Geschäftsführers, der ja keine Verwaltungskraft ist, sondern auch aktiv bei den einzelnen Projekten tätig ist. Diese Kosten werden im Verhältnis 70:30 als Verwaltungs- bzw. Projektaufwendungen geplant. Insgesamt liegt der Anteil der Verwaltungskosten im Plan 2010 bei 26%, womit wir deutlich unter der z.B. vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen festgelegten Obergrenze von 35% Verwaltungskosten liegen.

Im einzelnen fallen an

  • für den Betrieb der Geschäftsstelle (Miete, Technik, Personalkosten (ohne Projektpersonal), Geschäftsführer, etc.) knapp 110.000 €.
  • für Mitgliederverwaltung, Fundraising, Beratung, Buchhaltung und Controlling Kosten in Höhe von 95.000 €
  • für die Öffentlichkeits- und Vorstandsarbeit des Vereins rund 53.000 €.

Wer von den geplanten Einnahmen (1.303.000 €) die Ausgaben (995.000 €) abzieht wird feststellen, dass der Verein das Jahr 2010 mit einem Überschuss in Höhe von gut 308.000 € abschließen wird. Dies ist schlicht das Geld, das wir während der nächsten Spendenkampagne zum Jahresende 2010 planen einzunehmen. Dies fließt in den Haushaltsplan 2011 wieder als Überschuss ein.

Ausblick

Der Haushaltsplan 2010 spiegelt die Ziele von Wikimedia Deutschland sehr genau wieder. Wir wollen deutlich wachsen, nicht als Selbstzweck, sondern um noch mehr und noch bessere Projekte zu fördern, die Technik weiter auszubauen, die Community noch besser zu unterstützen und Freies Wissen zu fördern und zu verbreiten. Konkret haben wir im Rahmen der Planung für 2010 einen ganzen Maßnahmenkatalog entwickelt, zu dem ich in den kommenden Tagen noch detailliert etwas schreiben werde.

Der wichtigste Posten steht dabei jedoch in keinem Haushaltsplan: die Unterstützung, Anregung, Kritik von all den ehrenamtlich in Wikimedia-Projekten tätigen Menschen. Bitte unterstützt uns damit auch im Jahr 2010.

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Fazit der Herbstkampagne 2009 / 2010

Liebe Freunde des Freien Wissens,

die Spendenkampagne 2009 / 2010 geht zu Ende und ich möchte Euch gerne direkt über das Ergebnis informieren. Um es kurz zu machen: Dies war die erfolgreichste Spendenkampagne in der Geschichte des Vereins! 19.847 Einzelspender gaben seit dem 12. November 2009 zusammen 614.391,76 €, durchschnittlich also 30,96 € pro Spender. Zum Vergleich: Während der Kampagne 2008 / 2009 gaben 9.183 Spender insgesamt 341.647,47 €.

Ich glaube, die deutliche Steigerung hat drei Gründe: Erstens wird die Wikipedia immer noch populärer, und mehr Nutzer bedeuten eben auch mehr potentielle Spender. Zweitens trägt die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins Früchte: Mehr Menschen wissen, dass alle Wikimedia-Projekte sich ausschließlich aus Spenden finanzieren. Und drittens haben wir die technische Infrastruktur verbessert, z.B. indem wir das Spendenformular angepasst haben.

Auch die Wikimedia Foundation freut sich über den erfolgreichsten Fundraiser ihrer Geschichte: Mehr als 8 Millionen US$ von über 230.000 Einzelspendern gingen im gleichen Zeitraum ein. Mehr Infos dazu in diesem Blogbeitrag von Rand Montoya und in der Presseerklärung der Foundation.

Die Gelder werden verwendet für Technik, Projekte und Personal. Dazu wird es, wie Sebastian in diesem Beitrag schon angekündigt hat, in Kürze von mir Detailinformationen zum Haushaltsplan 2010 geben.

Dieser Zuspruch ist Anerkennung für die Leistung der Community und des Vereins und zugleich Ansporn für die zukünftige Arbeit. Allen Spendern und Unterstützern daher ein herzliches:

Danke!

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Ein Kompass für das Jahr 2010

Der Vorstand von Wikimedia Deutschland trifft sich zwei bis drei Mal im Jahr zu einer zweitägigen Klausursitzung. Aufgrund der Geschäftsführersuche fanden dieses Jahr drei Klausuren statt, die letzte im November 2009 in Berlin. Auf der Agenda: der Kompass 2020, dabei insbesondere die Planung für das Jahr 2010. Dazu gehörte auch der Haushaltsplan, mit dem der Vorstand die Verwendung der Vereinsmittel bestimmt. Weiteres wichtiges Thema war auch die Relevanzdebatte in der Wikipedia und wie der Verein sich daran beteiligt.

Zunächst jedoch eine bedauerliche Mitteilung: Jenny Grabe hat während der Klausur dem Vorstand gegenüber ihren Rücktritt bekannt gegeben. Änderungen in ihrem privaten und beruflichen Umfeld haben dazu geführt, dass sie sich nicht mehr in dem Maße an der Vorstandsarbeit beteiligen kann, wie sie es sich selbst gewünscht und vorgestellt hatte. Wir bedauern diesen Schritt außerordentlich und danken ihr für ihr großes Engagement und ihre Mitarbeit. Wenn ein Beisitzer ausscheidet, wird die Position laut Satzung nicht neu besetzt, daher bleibt sie bis zur nächsten Vorstandswahl unbesetzt.

Kompass 2020

Kurze Zusammenfassung bisher: Seit unserer Klausur im Mai 2009 arbeiten wir an der Entwicklung einer strategischen Planung für den Verein. Zweck des Ganzen ist es, als Verein über die nächsten Tage und Wochen hinaus auch mittel- und langfristig agieren zu können. Dazu bedarf es einer klaren Zielvorstellung, wo der Verein hin möchte, die wir als Vision formuliert haben. Die zwölf langfristigen Thesen dieser Vision wurden dann auf die fünf Kernressorts im Vorstand (Freiwilligenförderung, Lobbying, Public Relations, Qualität und Usability & Technik) verteilt. Die Aufgabe: aus den Thesen Zwischenziele zu entwickeln, die dazu geeignet sind, die gemeinsame Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde im Meta-Wiki als Strategische Ziele veröffentlicht.

Nächster Schritt war nun, für diese strategischen Zielen konkrete Maßnahmen zu erarbeiten: Welche Veranstaltungen sind geeignet, damit Wikimedia-Inhalte hochwertig, fundiert und unübertroffen werden können? Welche Programme kann der Verein aufsetzen, damit die Community Rückhalt und Unterstützung findet, nutzt und schätzt? Welche Partner brauchen wir, damit freie Inhalte überall zu finden sind und es leicht leicht ist, sie zu nutzen? Diese und ähnliche weitere Fragen waren zu beantworten. Damit gerade bei dieser wichtigen Aufgabe die Wünsche und Ideen aller an der Vereinsarbeit Interessierten einfließen können, wurde für jedes Ressort ein Planungsteam gebildet. Unter der Leitung eines Vereinsmitarbeiters wurden Vorschläge gesammelt, Brainstorming betrieben und Ideen für Projekte und Aktionen ausgearbeitet. Die Summe dieser Ideen wurde dann während der Klausur von unserem Geschäftsführer Pavel Richter dem Vorstand zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.

An dieser Stelle möchte ich mich, auch im Namen meiner Vorstandskollegen, bei Allen für die umfangreiche Beteiligung an den Planungsteams bedanken. Die Ergebnisse waren überwältigend und zeigen, mit welch Leidenschaft und Liebe sich so viele für unser gemeinsames Projekt engagieren. Sie bilden das Fundament unserer Pläne für 2010 und tragen damit essenziell zur weiteren Entwicklung des Vereins bei. Aufgrund dieses Erfolgs haben wir uns dazu entschlossen, die Planungsteams auch über diese aktuelle Aufgabe hinaus bestehen zu lassen, auszubauen und zu fördern. Wir wollen damit allen die Gelegenheit geben, sich aktiv an der Steuerung der Vereinsaktivitäten zu beteiligen. Wie das konzeptionell und institutionell funktionieren kann, wird sicher ein Thema weiterer Gespräche im Vorstand und auf der Mitgliederversammlung 2010 sein.

Die Ergebnisse der Planungsteams wurden von Pavel Richter aufgearbeitet und flossen direkt in konkrete Zielvorgaben für das nächste Jahr ein. Die Vorschläge wurden am ersten Tag der Klausur intensiv beraten und besprochen. Am Morgen des zweiten Tages fanden Sie mit wenigen Änderungen die einstimmige Zustimmung des Vorstands.

Ausblick auf die geplanten Maßnahmen für 2010

Highlights für das Jahr 2010 sind:

  • Die Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz an Schulen (Schulprojekt) und zur Anwerbung älterer Generationen zur Mitarbeit in den Wikimedia-Projekten werden intensiviert fortgesetzt.
  • Die Wikipedia Academy wird im „Jahr der Energie“ erneut mit dem Ziel stattfinden, den Kontakt zwischen Wikipedia und Wissenschaft zu stärken.
  • Wir werden uns verstärkt für die Barrierefreiheit und Nutzbarkeit der Wikimedia-Projekte einsetzen. Darüberhinaus soll die Auswertung und Nutzung von Meta-Daten verbessert und damit neue Nutzungen ermöglicht werden. Es wird weitere Investitionen in unsere technische Infrastruktur in Amsterdam geben, womit insbesondere die technische Weiterentwicklung der Wikimedia-Projekte unterstützt wird.
  • Im Ressort Qualität möchten wir Messverfahren für die Güte von Artikel entwickeln, neue Möglichkeiten zur Einbindung von Wissenschaftlern untersuchen und Redaktionen sowie einzelne Autoren mit Programmen wie das Literaturstipendium aber auch Weiterbildungen und direkte finanzielle Unterstützung fördern.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit wird durch Workshops für Journalisten, vermehrte Kooperationen mit den „traditionellen Medien“ sowie den Vorbereitungen für „10 Jahre Wikipedia“ gestärkt.
  • Wir werden das Mentorenprogramm und das Support-Team aber auch Community-Veranstaltungen wie Skillshare aktiv unterstützen.
  • Der Kontakt zu Entscheidungsträgern auf nationaler und europäischer Ebene wird verstärkt. Ebenfalls werden wir Veranstaltungen organisieren, um über die Vorzüge und Besonderheiten freier Inhalte zu informieren und aktiv für deren Unterstützung zu werben.
  • Auch im Jahr 2010 werden wir wieder die Wikimedia Conference ausrichten. Das Treffen bestehend aus Chapter-Vertretern aus der ganzen Welt, dem Kuratorium der Wikimedia Foundation und über 100 Software-Entwicklern war 2009 ein großer Erfolg.

Hinter jedem dieser Punkte verbergen sich eine Vielzahl von Ideen und Aktivitäten, auf die ich hier schon aus Platzgründen nicht im Einzelnen eingehen kann. Es wird daher in den nächsten Wochen und Monaten weitere Informationen dazu geben, die dann auch mehr ins Detail gehen und Gelegenheiten zur Beteiligung geben.

Haushaltsplan 2010

Zweiter wichtiger Punkt auf der Tagesordnung der Klausur war der Haushaltsplan. Traditionell wird der Haushaltsplan von der Geschäftsführung entwickelt und dem Vorstand zur Beratung und Beschlussfassung vorgestellt. Der Plan führt sämtliche Einnahmen und Ausgaben des Vereins für das nächste Jahr auf und bestimmt damit insbesondere, welche Projekte mit welchen Mitteln unterstützt werden. Die Einzelheiten des Haushaltsplans 2010 werden in einem separaten Blogeintrag vorgestellt.

Relevanzdebatte

Die laufende Diskussion ging nicht am Vorstand vorbei und wurde während der Klausur diskutiert. In einem Blogbeitrag gaben wir unsere Position dazu bekannt. Die angekündigte FAQ ist in den letzten Bearbeitungszügen und wird kurzfristig veröffentlicht. Ein Thema, das wir ebenfalls aufgegriffen haben, ist die technische Umsetzung eines Vereins-Forums, das Diskussionen vereinfacht und gleichzeitig Möglichkeiten der Mailingliste nutzt. Untersuchungen mit unterschiedlichen Systemen und Anbietern werden zurzeit durchgeführt, sind aber zeitaufwändig und haben bislang leider noch kein überzeugendes Ergebnis gebracht. Wir halten euch weiter auf dem Laufenden.

Termin der Mitgliederversammlung

Schließlich gab es noch einen organisatorischen Punkt auf der Agenda: der Termin der Mitgliederversammlung 2010. Die Festlegung zu diesem Zeitpunkt passte sehr gut in das Thema Jahresplanung, konnten wir so direkt auf mögliche Terminkonflikte eingehen. Unter Berücksichtigung aller geplanten Vereinsveranstaltungen, der offenen Aufgaben beim Kompass 2020 sowie der Feiertage im nächsten Jahr haben wir uns auf das Wochenende des 8./9. Mai 2010 als Termin geeinigt. Genaueres zu Ort und Termin und weitere Informationen zu Anträgen, Kandidaturen und Wahlen werden frühzeitig bekanntgegeben.

Alles in allem war die dritte Vorstandsklausur ein großer Erfolg. Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die einen Teil darin hatten, dass wir in der Kürze der Zeit eines solchen Treffens so viel geschafft haben. Mit diesen Ergebnissen freue ich mich ganz besonders auf ein spannendes und ereignisreiches Jahr 2010.

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