Archiv für 2009



Adiós Buenos Aires

Die Wikimania 2009 ist vorbei. Der zweite und dritte Tag vergingen wie im Flug.

Neben etlichen Smalltalks und spontanen Meetings gab es natürlich wieder eine Menge interessanter Vorträge. Ting Cheng berichtete über Voraussetzungen für erfolgreiche Kandidaturen für die von der Community gewählten Sitze im Board of Trustees. Die aktuelle Wahl ist gerade erst abgeschlossen, er möchte aber bereits jetzt die Chance nutzen, mögliche Kandidaten für die nächste Wahl in zwei Jahren frühzeitig darüber zu informieren, was auf sie zukommt. Während der Mittagspause sprach Eugene Eric Kim über die Strategieplanung und rief jeden dazu auf, im eigens dafür geschaffenen Wiki seine Ideen und Vorschläge einzubringen. Das kann in jeder Sprache erfolgen, fleißige Übersetzer helfen, die Inhalte allen zugänglich zu machen.

Catrin demonstrierte anhand von Beispielen den Einsatz unterschiedlicher Medien, um Spender anzusprechen und über die Verwendung ihrer Spendengelder zu informieren . Mathias erläuterte die Anatomie der Kooperation mit dem Bundesarchiv und Daniel stellte Wikiword vor, ein Tool, dass es unter anderem möglich macht, unabhängig von Sprachgrenzen nach passenden Bildern zu bestimmten Begriffen zu suchen.

Das Organisationsteam hat hier Großes geleistet, die Bereitstellung von Videos und anderen Materialien lief beeindruckend schnell und problemlos, die Verpflegung war gut und der Ablauf der Konferenz sehr gut geplant. Vielen Dank, es war eindrucksvolle Konferenz und eine tolle Zeit.

Wirklich unerwartete Erkenntnis der letzten 2 Tage: Wikimedianer können tanzen und tun das auch.

Adiós Buenos Aires, hola Gdańsk.

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Hola aus Buenos Aires

Während ich das hier schreibe, beginnt gerade der zweite Tag der Wikimania in Buenos Aires. Erste Erkenntnis des gestrigen Tages: Die Zeit ist wirklich knapp hier, daher nur ein kurzer Überblick. Tagsüber ist es schwer, sich für einzelne Vorträge zu entscheiden, es gibt so viele interessante Beiträge und Themen auf der Agenda. Für die, die nicht dabei sein können, wird unter http://stream.wikimedia.org.ar/ ein Live-Stram angeboten. Und dazwischen bleibt auch kaum Luft, denn die Verabredungen für die Mittagspausen oder zum Abendessen sind längst im Voraus getroffen oder werden spontan organisiert.

Neben Pavel sind auch Catrin, Daniel und Mathias, Sebastian und ich hier. Sebastian und Mathias nahmen gestern an einer Diskussionsrunde über Erfahrungen und Ausblicke bei der Zusammenarbeit mit lokalen kulturellen Organisationen teil, Daniel hielt einen Vortrag über die Möglichkeiten und Weiterentwicklung des Toolservers. Catrin und Pavel sprachen mit einer Journalistin des Deutschlandfunks – der Link auf den Beitrag folgt, sobald er uns bekannt ist. Die Mittagspause nutzen die anwesenden Vertreter der unterschiedlichen Chapter für ein kurzes spontanes Meeting, bei dem es vor allem um die noch unbeantwortete Frage ging, ob es gemeinsame Kriterien gibt, durch die sich ein Chapter definiert.

Die aus meiner Sicht interessantesten Beiträge gestern waren der Vortrag von Jennifer Riggs (Video), in dem sie sehr interessante Vergleiche zum Aufbau anderer überwiegend durch freiwilliges Engagement gestalteter Organisationen zog und eine von Lodewijk Gelauff geleitete offene Diskussionsrunde über mögliche Themen und Schwerpunkte für Lobbying auf EU-Ebene.

Zweite Erkenntnis des ersten Tages: Man könnte glauben, In Buenos Aires ernährt man sich nur von Fleisch und Süßwaren. Die Steaks sind “whow“, die Kuchen auch.

Jimmy Wales spricht, der zweite Tag beginnt. Hasta mañana.

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Bericht aus der Geschäftsstelle (Juli 2009)

Liebe Freundinnen und Freunde des Freien Wissens,


seitdem der Vorstand meine Anstellung als Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland vor ein paar Wochen bekanntgegeben hat, haben mich viele Mails, Tweets, SMS und Anrufe mit guten Wünschen und Unterstützungsangeboten erreicht. Ich bin immer noch begeistert von diesem tollen Zuspruch – dafür sage ich Danke! In den vergangenen Wochen habe ich mich allmählich eingearbeitet, Sebastian hat inzwischen die laufenden Geschäfte und Projekte an mich übergeben (dafür auch hier nochmals mein Dank, Sebastian) und ich habe intensive Gespräche mit Vorstandsmitgliedern und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins geführt.

Das Ende meiner ersten richtigen Arbeitswoche möchte ich zum Anlass nehmen, Euch ein wenig über mich und meine Pläne zu erzählen. Und dass dies genau heute passiert, ist kein Zufall – in Zukunft wird es jeden letzten Freitag im Monat hier auf der Mailingliste einen Bericht von mir aus der Geschäftsstelle geben. Ich habe im Rahmen meiner Bewerbung drei Schwerpunkte benannt, die ich zunächst für meine Arbeit sehe:

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Wikimedia Foundation unterstützt den Toolserver mit 30.000 EUR

Im April haben wir bei der Foundation Geld dafür beantragt, den Toolserver stabiler gegen Ausfälle zu machen (Antragstext, englisch). Hintergrund ist, dass eine der Hauptfunktionen des Toolservers besonders fehleranfällig ist. Der Toolserver hat Kopien der Daten von allen knapp 780 Wikis der Wikimedia Foundation, also den Wikipedias in allen Sprachen und allen anderen Wikimedia-Projekten wie den Wiktionaries, Wikibooks, Commons, etc. Diese Daten werden live auf den Toolserver gespielt, hierbei sollte es allenfalls ein paar Sekunden Verzug geben. Allerdings fällt diese “Datenreplikation” manchmal aus, oder schlimmer, arbeitet fehlerhaft. Dann wird es notwendig, den gesamten Bestand noch einmal zu kopieren und die Replikation neu anzufahren. Das kann Tage und Wochen dauern – und in dieser Zeit haben Benutzer des Toolservers keine aktuellen Daten. Und, noch schlimmer, gibt es während dieser Zeit kein aktuelles Backup der Daten außerhalb des Datencenters in Tampa.

Diese etwas wackelige Situation soll nun verbessert werden: wir wollen von jeder Datenbank zwei Kopien haben, statt nur einer. So bleibt eine verfügbar wenn die andere ausfällt, die Tools haben aktuelle Daten und es gibt immer ein Backup “off site” in Amsterdam. Um das zu erreichen, brauchen wir drei neue Datenbank-Server – und die können wird mit den 40.000 Dollar (knapp 30.000 Euro) von der Foundation jetzt kaufen. Bis die Online sind, wird es zwar noch ein paar Monate dauern, aber wir freuen uns jetzt schon!

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FAQ zum Disput National Portrait Gallery / Derrick Coetzee / Wikimedia Commons

Worum geht es genau?

Die “National Portrait Gallery” (NPG) hat am 10. Juli 2009 einem Nutzer der Wikimedia Commons (Derrick Coetzee) durch eine Anwaltskanzlei eine Email zugeschickt, in der diesem rechtliche Schritte angedroht werden. Im Kern geht es um ungefähr 3.000 Bilder, die der Benutzer auf Wikimedia Commons hochgeladen hat. Die NPG fordert von ihm unter anderem, dass er diese Dateien von Wikimedia Commons löscht. Eine Kopie des Schreibens findet sich unter http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Dcoetzee/NPG_legal_threat

Was ist der aktuelle Stand dieses Disputs?

Seit dem 17. Juli 2009 gibt es direkte Kommunikation zwischen der Wikimedia Foundation und der NPG, um den Streit beizulegen. Derrick Coetzee wird anwaltlich durch Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation vertreten, die sich um Rechtsfragen im digitalen Kontext verdient gemacht hat. Es wurden bislang keine umstrittenen Bilder gelöscht. Wir können davon ausgehen, dass die NPG von Abmahnungen oder Prozessen absehen wird, solange noch verhandelt wird.

Worauf begründet die NPG ihren Anspruch?

Die NPG bestreitet nicht, dass die Werke aufgrund ihres Alters nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Allerdings sieht sie in der Digitalisierung der gemeinfreien Werke eine Leistung, die nach britischem Recht geschützt ist. Das Digitalisat eines gemeinfreien Werkes ist damit aus der Sicht der NPG nicht mehr gemeinfrei. In dem anwaltlichen Schreiben verweist die NPG zudem noch auf den Schutz von Datenbankwerken und sieht in dem Zusammenfügen von Bildausschnitten (entstanden durch die Lupen-Funktion der NPG-Webseite) eine Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. [update 21. Juli 2009: Die NPG ist außerdem der Ansicht, dass durch den Besuch der Seite eine vertragliche Vereinbarung mit dem Besucher der Seite zustande kommt ("browse-wrap license"), deren Bestimmungen hier verletzt worden seien. Danke für den sachdienlichen Hinweis in den Kommentaren. ^ms]

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Nach der Grünbuch-Stellungnahme ist noch nicht Schluss

v.l.n.r.: Marco Swart, Alice Wiegand, Christophe Henner, Bence Damokos, Paweł Drozd, Marco Chiesa

Wie Philipp im letzten Jahr berichtete,  gab Wikimedia Deutschland eine Stellungnahme zum
Grünbuch der EU-Kommission zum Urheberrecht in der Wissenswirtschaft ab.

Initiiert durch Wikimedia Niederlande folgten 5 weitere europäische Wikimedia-Chapter (Frankreich, Polen, Ungarn, Italien, Tschechien) diesem Beispiel. Die insgesamt über 350 Stellungnahmen zum Grünbuch können auf der offiziellen Seite eingesehen werden.

Um unser Engagement nicht nach den ersten Stellungnahmen versiegen zu lassen und eine Basis für die weitere Debatte zu bilden, haben sich die beteiligten Wikimedia Chapter (Tschechien konnt leider nicht teilnehmen) am vergangenen Samstag in der Jugendherberge Jacques Brel in Brüssel getroffen.

Nach der Vorstellung der teilnehmenden Personen und der jeweiligen Stellungnahmen haben wir uns schnell und gerne darauf verständigt, die kommenden Entwicklungen der Grünbuch-Debatte gemeinsam aktiv weiterzuverfolgen und zu begleiten. Wir sehen darin eine gute Möglichkeit, unsere Standpunkte zu den Fragen des Urheberrechts in der wissensbasierten Wirtschaft deutlich zu machen und auf die Notwendigkeit möglichst ungehinderter Zugänge und Nutzungsmöglichkeiten hinzuweisen. Wie wir das konkret angehen, wer dabei welche Aufgabe übernimmt und in welchen Zeiträumen das passieren soll, werden wir in den kommenden Wochen erarbeiten.

Das Treffen klang nach einem gemeinsamen Abendessen mit einem belgischen Bier im gastfreundlichen Hof der Jugendherberge aus. Die Möglichkeit zum Austausch über die interne Organisation der Chapter wurde beim Schopfe gepackt, von den unterschiedlichen Möglichkeiten, Vorstandssitzungen zu realisieren über Mitgliederzahlen bis zu den Spendeneinnahmen reichten die Themen. In dieser lockeren Runde fand sich auch schnell ein Name für die Arbeitsgruppe: ChIP, gebildet aus den Anfangsbuchstaben von Chapters und Intellectual Property.

Herzlichen Dank an Lodewijk Gelauff von Wikimedia Niederlande, der sich um die Planung und Organisation der Veranstaltung gekümmert hat. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

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Eine Vision für Wikimedia Deutschland

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder Mensch an der Menge allen Wissens frei teilhaben kann.

Im Mai hatten wir in einem Blogbeitrag von der Vorstandsklausur berichtet. Heute möchte ich mit euch einige der Inhalte teilen, die dabei herausgekommen sind.

Wichtigstes Ziel der Sitzung war es, eine gemeinsame Idee, eine Vision davon zu entwickeln, wo der Verein langfristig hin will. Was soll erreicht werden? Wie stellen wir uns die Wikimedia-Welt in zwei, fünf, zehn Jahren vor? Das ist für Internetverhältnisse eine lange Zeit. Aber mit klaren Zielen vor Augen werden wir in die Lage versetzt, nachhaltiger zu agieren und Projekte zu unternehmen, die über mehrere Monate oder Jahre laufen. Das passt zum Beispiel auch zu zwei unserer größeren Projekte: Medienkompetenz in Schulen und Generation 50plus. Beides sind Initiativen, die nicht nach ein oder zwei Monaten erledigt sind und damit über längere Zeit Geld und Personal binden.

Wie sind wir vorgegangen?

Unter der Moderation von Anna Royon-Weigelt haben wir unsere Diskussion in drei Schritte geteilt. Zuerst haben wir die Personen, Gruppen, Organisationen und Institutionen identifiziert, die entweder großes Interesse am Verein haben oder durch ihr Handeln großen Einfluss auf uns ausüben. Im Fachchinesisch der Strategieplanung werden diese Personen und Gruppen als Stakeholder bezeichnet. Für Wikimedia Deutschland sind dies auf der externen Seite unter anderem die Leser/Nutzer der Inhalte, Medien, Spender, Autoren, die Community, Artikelsubjekte (Personen und Unternehmen, die Thema von Artikeln, Fotos und anderen Beiträgen sind) und die Politik, auf der internen Seite unter anderem die Mitglieder, der Vorstand, die Mitarbeiter und die Freiwilligen.

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Neuer Geschäftsführer

Vor etwa einem Jahr begannen wir, einen neuen Geschäftsführer für Wikimedia Deutschland zu suchen. Seit gestern ist die Suche beendet. Es ist mir heute eine ganz besondere Freude, euch den neuen Geschäftsführer für Wikimedia Deutschland vorzustellen. Pavel Richter, zuletzt als freier Unternehmensberater tätig, wird zum 1. August 2009 die Geschäftsführung des Vereins übernehmen. In einem Bewerbungsmarathon hat die Personalfindungskommission letztes Wochenende vier Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft. Pavel überzeugte dabei durch sein strukturiertes und analytisches Denken, seine kompetente Herangehensweise bei den Aufgabenstellungen und die zielorientierte Umsetzungsfähigkeit. Der einstimmige Vorschlag der Komission wurde am Dienstag ebenfalls einstimmig vom Vorstand angenommen. Bereits gestern abend konnten die Vertragsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden.

Einigen ist Pavel Richter bekannt als Wikipedia-Autor (Benutzer: Schreibvieh). Seit 2004 engagiert er sich als Autor, seit diesem Jahr auch als Mitglied des Vereins. Pavel hat Politik, Geschichte und Öffentliches Recht in Freiburg und Ottawa studiert und begann seine Karriere als Projektmanager bei IBM. In seiner neuen Funktion als Geschäftsführer wird er konsequent die Idee Freien Wissens vorantreiben. Ich freue mich sehr auf eine gute Zusammenarbeit und seine effiziente und erfolgreiche Leitung der Vereinsaktivitäten.

An dieser Stelle möchte ich, auch im Namen des Vorstandes, einen großen Dank an die Personalfindungskommission aussprechen. Mit ihrem unermüdlichen Engagement und ihrer professionellen Herangehensweise haben sie sichergestellt, dass der Verein auch in Zukunft professionell geführt und unsere Aktivitäten weiterentwickelt werden. Eure Hingabe für die Förderung Freien Wissens und die Interessen des Vereins sind bewundernswert.

Pavel ist ab sofort per E-Mail unter pavel.richter(at)wikimedia.de zu erreichen.
Pressemitteilung

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Unser Stand beim Stadtfest in Berlin

Jedes Jahr im Juni findet in Berlin-Schöneberg das Lesbisch-schwule Stadtfest statt. Da die Veranstaltung für den Verein direkt vor der Tür liegt, und die über 400.000 Besucher eine gut gemischte Zielgruppe sind, bot es sich an, mit einem eigenen Stand teilzunehmen. Ziel des Ganzen: über Wikipedia aufklären und zum Mitmachen animieren.

Für die Standgestaltung haben wir auf Artikel aus der Wikipedia und Bilder aus Commons zurückgegriffen und sie zu Postern verarbeitet. Sehr schön war auch, dass wir Teile der Wikipedia-Ausstellung verwenden konnten, die reges Interesse fanden. Wikipedia-Fahnen, die stresserprobten Tischdecken von der YOU und jede Menge Infomaterialien und Promoartikel stellten sicher, dass der Wikipedia-Stand auch aus der Distanz gut erkennbar war.

An zwei Tagen haben ein halbes Dutzend Wikimedianer mit vielen Interessierten über Wikipedia gesprochen (kannte jeder) und sie gefragt, ob sie schon einmal mitgeschrieben haben (so gut wie keiner). Wer etwas Neugier zur Mitarbeit entwickelt hatte, bekam das Wikipedia Einmaleins und einen Spickzettel sowie die aktuelle Ausgabe der Wikimedium. Aufgefallen ist, dass viele Interesse daran hätten, Bilder beizusteuern, es aber kaum Material zur Einführung in Commons gibt. Daran werden wir zügig arbeiten. Ebenfalls haben wir natürlich für Spenden geworben und T-Shirts verkauft. Die Wikipedia- und Wikimedia-Schlüsselbänder erfreuten sich solch großer Beliebtheit, dass Besucher gern bereit waren, einen kleinen Beitrag dafür zu spenden.

Alles in allem war unser erster Stand beim Stadtfest trotz teilweise heftigem Regenwetter ein Erfolg. Für das nächste Jahr wäre es gut, wenn wir statt eines typischen Marktstandes eher eine offene Pagode bekommen könnten. Dann ließe sich auch etwas direkter und abseits von den Massen mit den zukünftigen Wikimedianern sprechen.

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Bundestag beschließt Internetzensur

Der deutsche Bundestag hat in seiner gestrigen Sitzung mit den Stimmen der großen Koalition das Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen beschlossen. Die Initiatorin, Bundesfamilienministerin von der Leyen von der CDU, begrüßte dies als “wichtiges gesellschaftliches Signal”, als ob Kinderpornographie noch stärkerer Ächtung bedürfe. Kritiker wie der Arbeitskreis Zensur nennen das Gesetz einfach nur Internet-Zensur-Gesetz. Die damit beschlossenen technischen Maßnahmen einigen sich tatsächlich eher wenig dazu, eine echte Zensur auszuüben, von der Verhinderung von Kindesmissbrauch mal ganz abgesehen, sondern eher dazu, die Verbreiter von Kinderpornographie davor zu warnen, dass sie im Blickfeld der Ermittler stehen.

Der dazugehörige Dammbruch bleibt bedrohlich. So meldete der CDU-Politiker Thomas Strobl bereits am Tag nach der Verabschiedung, er prüfe bereits eine Ausweitung der Sperren auf “Killerspiele”. Schon im Vorfeld hatten Interessengruppen dies für andere Themenbereiche gefordert. Ebenso ist zu befürchten, dass eine wirkungslose Aktion wie diese, sobald mal eine Interessengruppe mit Internetkompetenz dahintersteht, in eine wirksame Internetzensur verwandelt wird. Schließlich wird die Abgrenzung von Exekutive und Judikative aufgelöst, die nachträgliche stichprobenartige Prüfung von täglich wechselnden Listen alle drei Monate ist kein Ersatz.

Wikimedia hatte dieses Jahr Erfahrung mit solchen Sperrungen, als der Zugang zum Artikel zu einem Scorpions-Album auf der englischen Ausgabe für Benutzer aus Großbritannien wegen der Darstellung auf dem Cover durch eine englische Internetzensurorganisation gesperrt wurde. Es ist nicht abwegig, dass dies nun wieder passiert, allerdings in Deutschland.

Ebenso ärgerlich ist der Umgang der beiden Volksparteien mit dem massiven Wiederstand aus dem Netz, ausgedrückt in einer Rekordzahl von über 134.000 Unterzeichnern einer Epetition an den Bundestag: Auf die Kritikpunkte am Gesetz wurde ungenügend eingegangen, das Gesetz im Schweinsgalopp durch den Gesetzgebungsprozess getrieben. Frau von der Leyen trifft sich heute, also einen Tag nach Verabschiedung mit der Verfasserin der Petition, Franziska Heine.

Einen hoffnungsfrohen Kommentar zu dem Thema habe ich allerdings irgendwo in der Blogosphäre lesen können: Nachdem die FDP in einer kleinen Anfrage entlarvt hatte, dass die Argumentation der Bundesregierung für die Sperren auf beschönigten bis erlogenen Fakten beruhte, ging dies durchs Netz. Es wird dort auch nicht vergessen. Das Internet ist heute so sehr wie noch nie ein Ort, an dem Interessierte (auch Internet-Ausdrucker) den Wahrheitsgehalt von Behauptungen nachprüfen können. Und wir helfen dabei.

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