Liebe Vereinsmitglieder,

am vergangenen Wochenende hat sich der Vorstand zu einer zweitägigen Klausur getroffen. Das machen wir in der Regel zweimal im Jahr und im Gegensatz zu den sonst üblichen telefonischen Vorstandssitzungen sind diese persönlichen Treffen immer eine sehr gute und wichtige Gelegenheit, anstehende Themen einmal in aller Ruhe und Ausführlichkeit miteinander zu besprechen. Diese Klausur fand in einem Tagungshaus in Berlin Wannsee statt, nicht weit vom historisch bedeutsamen Haus der Wannseekonferenz.

Der Fokus der Klausur lag auf der Weiterführung der im Frühjahr gestarteten Planung zur langfristigen Entwicklung des Vereins. Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, haben wir diesem Projekt den griffigen Namen „WMDE-Kompass 2020“ gegeben. Mit diesem Kompass sollen die bisherigen WMDE-Aktivitäten und Projekte gefasst, überprüft und in einen größeren Rahmen eingebettet werden, um uns und euch Orientierung für die Zukunft (die kommenden zehn Jahre) und auch den Weg dorthin zu geben.

Das klingt erstmal ein bisschen wolkig, wird aber auch noch sehr konkret.

Der Kompass fußt auf den „Visionen für WMDE“, die ein Bild geben, wo wir 2020 stehen wollen und die wir Euch nach dem letzten Klausurtreffen in einem Blogbeitrag vorgestellt haben. Grundlage für unsere Vereinsaktivitäten sind natürlich unsere satzungsgemäßen Ziele, die aber auch viel Raum lassen. Bisher haben wir mit einzelnen Projekten neue Ideen verfolgt, Dinge ausprobiert und Gelegenheiten genutzt, dabei aber nicht immer eine klare, einheitliche Strategie verfolgt.

Das soll sich nun ändern: Die zwölf Visionen des Kompass setzen hier schon erste Schwerpunkte und auf der Klausur haben wir uns intensiv mit einer Vielzahl von Zielen beschäftigt, die genau sagen, wo der Verein Wikimedia Deutschland e.V. nach den nächsten fünf Jahren stehen soll. Bis November wollen wir daraus ein Bündel Maßnahmen und Projekte ableiten, deren Durchführung das Erreichen der Ziele erlaubt. Visionen, Ziele und Maßnahmen sollen künftig den Rahmen und die Richtung des Vereinshandelns bestimmen und so dafür sorgen, dass wir mit einer durchdachten Strategie unsere Vereinsziele noch wirkungsvoller als bisher umsetzen können.

Diesen strategischen Prozess wollen wir mit unseren Mitgliedern und den Freunden Freien Wissens gemeinsam gehen. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn sich alle, die mitgestalten wollen, in die Maßnahmenbildung einbringen. Wie wir uns das genau vorstellen und wie der WMDE-Kompass 2020 im Detail aussieht, wollen wir Euch in den kommenden drei Wochen im Detail vorstellen und damit am kommenden Wochenende beginnen.

Ein weiteres Thema der Klausurtagung bildete der Komplex „Verantwortungsstruktur“. Die bisher von der Arbeitsgruppe Verantwortungsstruktur erkannten Defizite und mögliche Lösungen zu deren Minimierung bzw. Beseitigung wurden diskutiert. Die Defizite sind typisch für einen an Mitglieder und Spendenvolumen gewachsenen Verein, nämlich daß die Verantwortung deutlich zugenommen hat, dennoch ausschließlich von einem nur ehrenamtlich tätigen Vorstand getragen wird. Diese Verantwortung kann innerhalb der vorhandenen Struktur vollumfänglich nicht ausgeschlossen, sondern nur geringfügig verringert werden. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat der Vorstand die Arbeitsgruppe darum gebeten, Vor- und Nachteile zweier Strukturen, nämlich hauptamtlicher Vorstand und Gründung einer gemeinnützigen GmbH, im Vergleich zur bestehenden Struktur, zu evaluieren.

Schließlich wurde noch das Thema „Kommunikation“ behandelt. Ein Dauerbrenner, bei dem wir uns bewusst sind, dass wir vieles immer noch besser machen können und bei dem wir diskutiert haben, wie wir sicherstellen können, dass Fragen von Mitgliedern und Interessierten auf den Vereinskanälen adäquat, gut und zeitnah beantwortet werden und wir auch mit einer Stimme sprechen. Hierzu gehört auf unserer Seite auch eine gewisse Abstimmung, die manchmal dazu führt, dass nicht immer sofort vollständig auf alles reagiert werden kann. Wir legen aber großen Wert darauf, hier noch besser zu reagieren und auch unsere proaktive Kommunikation rund um alle Vereinsthemen kontinuierlich weiter zu verbessern.