Archiv für März, 2009



Von Kindern und Revolutionen

Via Ars Technica lernen wir, dass Microsoft sich offenbar endgültig von den Encarta-Produkten verabschieden will.  In den letzten Jahren kam es bereits zu einer Ausdünnung der physischen Produktlinie, der Fokus lag spätestens seit 2007 auf dem ehemals stark mit der MSN-Suchmaschine verzahnten Onlineportal, das 2000 an den Start ging.

Laut MSN-FAQ gibt es für das Ableben von Encarta folgenden Zeitplan:

  • Juni 2009: Ende des Verkaufs der Encarta-Produkte (“Microsoft Student”, “Encarta Premium”)
  • 31. Oktober 2009: Die Onlineportale von MSN Encarta gehen offline (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Oktober 2009: Encarta-Produkte werden nicht mehr länger aktualisiert (Ausnahme: Japanischsprachige Encarta)
  • 31. Dezember 2009: Die japanischsprachige MSN Encarta geht offline
  • 31. Dezember 2009: Japanischsprachige Encarta wird nicht mehr aktualisiert
  • Ende 2012: Ende des technischen Supports für die Encarta-Produkte

Ebenfalls in der FAQ findet sich eine eher allgemein gehaltene Begründung für die Einstellung der Produktreihe:

Encarta has been a popular product around the world for many years. However, the category of traditional encyclopedias and reference material has changed. People today seek and consume information in considerably different ways than in years past. As part of Microsoft’s goal to deliver the most effective and engaging resources for today’s consumer, it has made the decision to exit the Encarta business.

Dieser Einschätzung kann man durchaus zustimmen. Encarta war seit 1993 Teil dieses Wandels und hat durch technische Innovation, hartes Marketing und eine entsprechend massenorientierte Preispolitik über einige Zeit das Tempo vorgegeben, an vielen Stellen finden sich Fragmente dieser Geschichte bei wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten als Fallbeispiel für den Wandel schlechthin.

Der Rest ist pure Wiederholung und findet sich bereits in meinem Blogeintrag über das Ende des Meyers Lexikon Online. Eine Email an Microsoft ging heute heraus, vielleicht lässt sich ja hier eine Lösung für die (freie) Zukunft der Encarta-Inhalte finden.

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Der entscheidende Punkt und andere Nebensächlichkeiten

Gestern stolperte ich über ein Interview mit Andreas Langenscheidt, gegenwärtiger Vorsitzender des Aufsichtsrates von BIFAB (Duden, Meyers, und derzeit noch Brockhaus). Dort geht es eigentlich um den Verkauf an Cornelsen, eine Frage spricht aber auch direkt die Wirrungen um “Brockhaus Online” an:

Kamen die Bemühungen mit Brockkaus online zu spät?

Brockhaus online war nicht der erste Versuch. Wir haben mit hohen Investitionen vor vielen Jahren mit dem Projekt Xipolis schon einmal einen Anlauf in Mannheim genommen, der aber leider gescheitert ist. Vor einigen Wochen konnten wir gerade in den Medien verfolgen, dass sowohl Wikipedia als auch z.B. Knol mit den Schwierigkeiten der Refinanzierung eines kostenfreien Portals konfrontiert sind. Im Bereich Wissen gab es in letzter Zeit mit Meyers Online Versuche, ebenso mit Brockhaus. Der entscheidende Punkt ist schließlich das Erlösmodell. Ich kenne im Moment kein Verlagsunternehmen, das mit kostenlosen Inhalten, ernsthaft Geld verdient.

Ich bin nicht sicher, auf welchen Medienbericht sich Langenscheidt bezieht, wenn es um die Refinanzierungsschwierigkeiten von Wikipedia geht,  grundsätzlich liegt er aber richtig: Nicht nur in Bankenkrisenzeiten ist es nicht einfach, Spenden zu sammeln. Die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland erleben dies jeden Tag wieder. Erfreulich daran ist, dass es bisher immer gelungen ist, den Betrieb und den Ausbau der Infrastruktur zur Unterstützung von Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte sicherzustellen.

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Freiwillige Helfer gesucht!

In Berlin findet vom 03. bis zum 05. April die Wikimedia-Conference statt, die aus drei parallel laufenden Meetings bzw. Konferenzen besteht: Das Board-Meeting mit den sieben Vertretern des Board of Trustees, das Chapter-Meeting mit 48 Vertretern aller 22 weltweit existierenden Chapter und das Developer-meet-up 2009 mit Developern aus der ganzen Welt. Weil bei solchen Arbeitstreffen auch der Spaß nicht zu kurz kommen soll, haben wir am Samstag Abend (4. April) eine große Party für alle Conference-Teilnehmer und alle interessierten Wikipedianer in der c-base, der Raumstation unter Berlin-Mitte, geplant.

Um den reibungslosen Ablauf der Conference zu garantieren und unsere Gäste aus aller Welt rundum zu betreuen, brauchen wir euer aller Hilfe! Die “Jobs” sind vielfältig und gehen von der Wort-/Bild-Dokumentation der Meetings und Konferenzen über die Begleitung der Teilnehmer beim Sightseeing bis hin zur Abholung der Ankommenden am Flughafen oder Bahnhof. Wer sich gut in Berlin auskennt, der wäre im Info-Team hochwillkommen und wer mal wieder den Kochlöffel im größeren Stil schwingen möchte, der kann seine Erfüllung bei der Aufgabe finden die Developer mit einem Mittagessen und die Partygäste mit einem Barbecue oder Büffet zu beglücken. Mehr Einzelheiten findet ihr unter Wikimedia-Conference_2009, eintragen als Helfer könnt ihr euch hier und wer Fragen hat, der kann diese an conference@wikimedia.de schicken. 

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Direkter und freier Zugriff auf unser kulturelles Erbe, Schritt für Schritt

Am 31. März fahre ich nach Berlin und es ist jedes Mal eine schöne Sache, die Hauptstadt zu besuchen. Diesmal wird es eine ganz besondere Freude sein, denn die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und mein Verein werden in den Räumen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin eine Kooperation ankündigen, die es in sich hat – hundertausendfach.

Sichtbarster Teil dieser Kooperation ist die Freigabe von 250.000 Bildern aus den Beständen der Deutschen Fotothek unter Creative Commons cc-by-sa und der Upload dieser Bilder auf Wikimedia Commons, dem Bilderarchiv der Wikimedia Foundation.

Eingebettet ist dies in eine Verknüpfung von Personendaten, um die Inhalte dauerhaft auffindbar zu machen. Andere Arten der Verknüpfung und Anreicherung von Metadaten gehören dazu und werden ebenfalls am 31. März vorgestellt.

Dies ist die zweite Kooperation dieser Art, die Wikimedia Deutschland eingegangen ist. Seit Dezember 2008 kooperieren wir mit dem Bundesarchiv, das initial 100.000 Bilder ebenfalls unter cc-by-sa freigegeben hat. Viele dieser Bilder sind inzwischen in Wikipedia-Artikel an passender Stelle eingearbeitet.

Auf den Seiten der ZLB liegt seit heute die Einladung für die Pressekonferenz als PDF.

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Schulprojekt bei Spiegel Online

Bei Spiegel Online gibt es heute einen Artikel zu unserem Schulprojekt. Seit längerer Zeit arbeiten wir daran, Konzepte und Aktivitäten zur Stärkung von Medienkompetenz unter Schülern zu entwickeln. Ziel des Ganzen ist es, gerade unter einer der größten Benutzergruppen der Wikipedia ein stärkeres Bewusstsein für Quellenarbeit und -kritik zu schaffen. Der Artikel gibt eine schöne Zusammenfassung davon, wie weit wir bis jetzt mit dem Projekt gekommen sind.

Die größte Hürde für uns sind die verfügbaren Ressourcen. Jeden Tag erhalten wir Anfragen von interessierten Schulen, die uns gern zu Aktionstagen vor Ort einladen möchten. Bisher sind wir leider nicht in der Lage, diese große Nachfrage zu bedienen. Diskussionen mit größeren Kooperationspartnern helfen, aber auch jede kleine Unterstützung macht einen Unterschied. Helft uns mit einer Spende, dieses Projekt zu starten!

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Praktikum Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ich brauche Unterstützung, deshalb bieten wir in unserer Geschäftsstelle in Berlin-Schöneberg ab sofort ein Praktikum in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an.

  • Dauer: 3-6 Monate
  • Arbeitszeit: mindestens 5 Stunden pro Tag
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Computer-Skills: Microsoft Office, TYPO 3

Wikimedia unterstützt die Wikimedia-Projekte durch:

  • Pressemitteilungen
  • Informationsmaterialien
  • Veranstaltungen, Schulungen und Workshops
  • Vorträge, Interviews
  • Fundraising

Zur inhaltlichen Arbeit kommen Büroarbeiten hinzu – von der Pflege des Presseverteilers bis zur Systematisierung und Archivierung der Presseartikel.

Aufgaben:

  1. Recherche nach journalistischen Gesichtspunkten
  2. Aufbereitung von Pressethemen
  3. Beantwortung von Anfragen
  4. Organisatorische und konzeptionelle Mitarbeit bei Veranstaltungen und PR-Events
  5. Redaktionelle Mitarbeit an der Vereinszeitung WIKIMEDIUM
  6. Mitarbeit an der Wikimedia Website

Bewerbungen (Anschreiben mit Motivation und Lebenslauf) an: catrin.schoneville@wikimedia.de

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Das Gastspiel unfreier Inhalte im Netz

Im August 2006 stellte das Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus (BIFAB) die Inhalte des Meyers-Konversationslexikons online – die Inhalte (weiterhin gedruckt für 150 Euro im Buchhandel) waren ab sofort kostenfrei auf lexikon.meyers.de einsehbar. Als Softwareplattform für dieses Projekt kam eine modifizierte MediaWiki-Version zum Einsatz, der man die öffentlich einsehbare Versionsgeschichte und die Möglichkeit zur öffentlichen Mitarbeit entfernt hatte. Zum einjährigen Relaunch “Meyers Lexikon 2.0″ führte der Verlag dann so etwas ein wie “gesichtete Versionen”: Angemeldete Nutzer konnten Vorschläge für Artikeländerungen einreichen, die dann von der BIFAB-Redaktion geprüft und ggf. eingearbeitet wurden.

Anfang 2008 wurde es dann etwas unübersichtlich: Mit dem Ausblick auf einen Millionenverlust und wegen der Absatzprobleme der gedruckten 21. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie kündigte der Verlag an, mit einer neuen Tochterfirma und einer neuen Seite namens “Brockhaus Online” ein Navigator der Wissenswelt werden zu wollen. Die Pläne klangen durchaus nicht uninteressant: Der komplette Bestand der Brockhaus-Enzyklopädie (und der diversen anderen Textsubstanzen, die auch schon auf dem Bezahlportal www.brockhaus-enzyklopaedie.de eingemischt waren), dazu ein starker Medienpartner für tagesaktuelle Inhalte und Millionen von Bildern, all das kostenlos und werbefinanziert. Der Starttermin im April wurde dann kurzfristig abgesagt, verschoben, abgesagt und zuletzt stillschweigend beerdigt.

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Wikimedium: Die neue Vereinszeitung

Die erste Ausgabe der neuen Vereinszeitung ist fertig und online verfügbar. Die druckfrische Version konnte bereits zur Mitgliederversammlung am 21. März in Berlin verteilt werden. Um Einzelbestellungen möglichst zu vermeiden, werden wir die Stammtische in den nächsten Wochen ausstatten.

WIKIMEDIUM 1/2009

Ziele der Vereinszeitung sind:

  • die Kommunikation zwischen dem Verein und den Mitglieder, (potentiellen) Partnern und Spendern verbessern
  • die Aktivitäten des Vereins darstellen und erläutern
  • Hintergrundinformationen liefern
  • die verschiedenen Wikipedia Projekte kommunizieren und Aktionen bekanntgeben
  • Übergreifende Themen aufbereiten

Wikimedium ist ein weiterer Baustein unserer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit und verbesserten Kommunikation. Wir wollen mit der Zeitung nicht nur Vereinsmitglieder erreichen sondern auch Spender, Förderer, Kooperationspartner und potentielle Sponsoren des Vereins. Geplant ist die Zeitung bei Veranstaltungen, Konferenzen und Workshops auszulegen und so eine möglichst breite Streuung zu erreichen.  Weitere Ideen zur Verbreitung sind sehr willkommen.

WIKIMEDIUM wird 4x im Jahr erscheinen. Die nächste Ausgabe ist für Juni geplant. Ich würde mich freuen, wenn ihr uns unterstützt. Ideen und Beiträge zu redaktionellen Themen für die nächste Ausgabe können direkt bei mir eingereicht werden (catrin.schoneville@wikimedia.de). Wir sind gespannt auf Euer Feedback und wünschen viel Spaß beim Lesen der ersten Ausgabe.

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Eine Zahl, sie alle zu finden und ewig zu binden

Seit Dezember 2008 kooperiert Wikimedia Deutschland e.V. mit dem Bundesarchiv bei der Bereitstellung von Bildern unter Freier Lizenz. Ein wichtiger Teil dieser Kooperation ist die Verknüpfung der Personendaten des Bundesarchivs, der Wikipedia-Personendaten und der Personennamendatei der Deutschen Nationalbibliothek, unserem Kooperationspartner seit 2003. Dieses Matching erzeugt im Idealfall einen Datensatz, der anzeigt, dass

a Bundesarchiv) Okuma | Premierminister | Japan
b Wikipedia) [[Ōkuma Shigenobu]] – 8. und 17. Premierminister von Japan (* 1838; † 1922)
c PND) Ōkuma, Shigenobu (119096420) – Premier- und Außenminister; Japan. Politiker (Land: XB-JP; Lebensdaten: 1838-1922)

die gleiche Person bezeichnen. Wer also nach dem erfolgreichen Matching ein Bild im Bundesarchiv entdeckt, wird mühelos auf den Wikipedia-Artikel zur abgebildeten Person weitergeleitet und kann dort mit einem Klick nachschlagen, was diese Person in Deutschland publiziert hat oder was über sie publiziert wurde. Dank des Forschungsprojektes VIAF geht es dann sogar noch weiter in die Bestände der französischen, schwedischen und US-amerikanischen Nationalbibliotheken oder ihrer Äquivalente.

Seit heute sind von 59.073 Datensätzen des Bundesarchivs bereits 70% erfolgreich bearbeitet, das für Ende März erhoffte Ziel wurde also erfolgreich vorzeitig erreicht und allen Helfen von Bundesarchiv und Wikipedia/Wikimedia möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen.

Für diese wie auch für alle nachfolgenden Kooperationen mit ähnlicher Konzeption werden wir auch weiter Helfer benötigen, die Lust und Zeit
haben, die Personendaten in der Wikipedia zu pflegen und gegen andere Datensätze abzugleichen.


Interessierte können sich vertrauensvoll an mich (
mathias.schindler@wikimedia.de) wenden (Stichwort: Personendatenmatching).

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Entwicklertreffen Überfüllt

Die Anmeldungen zum Entwicklertreffen übersteigen alle Erwartungen – das freut uns natürlich sehr, führt aber dazu, dass ich die traurige Aufgabe haben euch zu sagen, dass wir keine Anmeldungen mehr annehmen können. Eventuell müssen wir sogar wieder Leute ausladen. Es wird einfach zu voll.

Also: wer sich jetzt noch nicht definitiv per angemeldet hat, wird leider nicht kommen können! Sorry. Wir werden wohl sogar einige eingegangenen Anmeldungen zurückweisen müssen.

Eine gute Nachricht gibt es aber doch: wer mag, kann am Samstag dem 4. April am 20:00 in die c-base zur Party kommen. Dort treffen sich die Entwickler, die Wikimedianer vom Chaptermeeting und dem Board-Meeting der Wikimedia Foundation, und alle, die sonst noch kommen mögen, zum Kennenlernen und Austauschen.

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