Archiv für Oktober, 2008



Monatsbericht September 2008

Wie letzten Monat hier der Vereinsbericht zum September. Leider konnte er erst recht spät fertiggestellt werden. Der Bericht für Oktober wird spätestens zum 10. November rausgehen.

Veranstaltungen & Projekte

Quadriga

In Vorbereitung für die Preisverleihung wurden mehrere Pressetermine organisiert. Es gab Interviews mit Jimmy Wales in der Berliner Zeitung und der Zeit, und der Wikipedianer Jcornelius wurde vorgestellt (ebenfalls Berliner Zeitung). Wir wurden dabei sehr stark von der Werkstatt Deutschland als Sponsoren des Preises unterstützt. Vor der Verleihung gab es eine Party in der c-base um die Auszeichnung der Wikipedia zu feiern. Weiterlesen »

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Mehr Wissenschaft für Wikimedia

Auf der Tagung „Neue Formen wissenschaftlicher Zusammenarbeit durch kollaborative Medien” haben vom 9. bis 12. Oktober Teilnehmer aus dem akademischen Bereich sowie aus verschiedenen Wikimedia-Projekten über Möglichkeiten der Kooperation diskutiert. Die Veranstaltung wurde von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. gefördert und von Martin Haase und Tilman Berger organisiert. Besprochen wurde zum Einen, wie die verschiedenen Wikimedia-Projekte für Wissenschaftler attraktiver gestaltet und das Vertrauen in diese Projekte gestärkt werden kann, und zum Anderen, wie Wikis in Forschung und Lehre effektiv eingesetzt werden können. Abschließend wurden gemeinsam sechs Empfehlungen erarbeitet, die helfen sollen, die Qualität der Wikimedia-Projekte zu verbessern und sie für Wissenschaftler attraktiver zu machen.

Als Einstieg wurde eine Übersicht über verschiedene Schwesterprojekte der Wikipedia gegeben. Insbesondere das deutschsprachige WikiSource-Projekt wurde aufgrund seiner hohen Qualitätsansprüche hervorgehoben. WikiBooks und Wikiversity wurden eher kritisch bewertet, besonders in Hinblick auf das Qualitätsmanagement. Wiktionary wurde insbesondere von den Linguisten kritisiert, vornehmlich aufgrund mangelnder Fundierung der Einträge und fehlendem Kontext bei Übersetzungen.

In Bezug auf Wikipedia selbst wurde das Qualitätsmanagement diskutiert und erörtert, wie gesichtete und geprüfte Versionen in den Qualitätssicherungsprozess integriert werden können. Allgemein wurde das Qualitätsmanagement, speziell für die deutschsprachige Wikipedia, positiv bewertet. Probleme gibt es aber mit der Vermittlung nach außen, was genau „gesichtet” und später „geprüft” bedeuten soll. Auch wie die Qualifikation zur Prüfung insbesondere bei nicht-akademischen Themenbereichen zu bestimmen wäre, ist eine noch offene Frage.

Ein wiederkehrendes Thema war das der Zitierfähigkeit bzw. Autorennennung. In wissenschaftlichen Texten gehört zu einer Quellangabe stets die Angabe des Autors — die Vertrauenswürdigkeit eines Textes wird von der Reputation seines Autors abgeleitet und die Reputation eines Autors basiert auf der Qualität seiner Veröffentlichungen. In der Wikipedia ist das eigentlich ähnlich: Der Ruf eines Benutzers basiert auf seinen Beiträgen, bei der Kontrolle von Änderungen spielt der Ruf des Autors eine große Rolle. Aber die Autorenschaft eines Wikipedia-Artikels ist in den meisten Fällen kollektiv; Sie haben keinen „Besitzer”, das macht sie im wissenschaftlichen Kontext problematisch. In der Diskussion bildeten sich zwei, sich gegenseitig ergänzende, Lösungsansätze heraus:

  1. Für Wikipedia-Artikel wäre es hilfreich, wenn die Autorenschaft leichter zugänglich wäre. Die bloße Liste der Änderungen ist nicht ausreichend. Das zeigt sich schon, wenn man versucht, herauszufinden, wer einen bestimmten Satz in einem Artikel geschrieben hat. Hierfür gibt es technische Lösungen, WikiGenes zum Beispiel kann das schon ganz gut. Für die Wikipedia könnte das WikiTrust-System die Information liefern, wer welchen Teil eines Textes verfasst hat (unter Berücksichtigung von Umstrukturierungen, Reverts, etc.). Außerdem könnte es ermitteln, wer die Hauptautoren eines Textes sind (ähnlich wie WikiWeise das tut, zum Beispiel nach Anzahl der von ihnen beigetragenen Wörter).
  2. In Projekten, in denen es de facto oder per Konvention meist einen Hauptautor gibt, der Inhalte verwaltet, sollte die Rolle des Autors (oder Editors) explizit sein. Bei WikiBooks ist das häufig bereits der Fall, der „Besitzer” eines Buches legt fest, wer in wie weit mitarbeiten darf und was ins Buch kommt und was nicht. Bei WikiSource und Wikiversity würde sich ein ähnliches Vorgehen anbieten.

Kritisiert wurde auch die mangelnde Abgrenzung bzw. Kooperation zwischen WikiBooks und Wikiversity. Die Unterscheidung zwischen „Lehrbüchern” in WikiBooks und „Lehrmaterial” in Wikiversity scheint wenig sinnvoll. Des weiteren wurde bezweifelt, ob ein Wiki als Plattform für Lehrveranstaltungen taugt, da die Möglichkeit zur direkten Interaktion fehlt und die Verwendung multimedialer Inhalte schwierig ist. Andererseits wurde bestätigt, dass sich ein Wiki für die Koordination von Forschung, das Erstellen von Seminararbeiten sowie die Organisation von Lehrveranstaltungen durchaus eignet.

Weiterhin wurde ein „WikiJournal” für Fachartikel mit Peer Review angeregt, angesiedelt zwischen WikiBooks und Wikiversity. Hier könnten Wissenschaftler Forschungsarbeiten und Fachartikel veröffentlichen, die dann auch periodisch in Print-Form publiziert würden. Die Hoffnung besteht, auf diese Weise Wikimedia mehr in den akademischen Kontext einzubinden, und umgekehrt, mehr Wissenschaftler für Wikimedia-Projekte zu gewinnen.

Aufgrund der der guten Ergebnisse wurde geplant unter dem Namen „Siggener Kreis“ regelmäßige Treffen zu veranstalten, die die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaften und Wikiprojekten zum Thema haben. Die Vorausgegangenen Diskussionen sind in einem ausführlichen Protokoll festgehalten.

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Quadriga Preisverleihung in Berlin

Wikipedianer in Schale
Wikipedianer in Schale
Vielen von uns war der Preis, der am 3. Oktober zum 6. Mal in Berlin verliehen wurde, noch vor kurzem kein Begriff. Jetzt haben wir ihn! Und, wie Jimmy bei der Entgegennahme der ‘Quadriga’ feststellte, “Er ist schwerer als ich gedacht hätte.” Der Preis ist auch bekannter, als wir gedacht hätten, denn zu der Preisverleihung in der Komischen Oper kamen über 1000 Gäste, darunter zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Auch 20 Wikipedianer hatten sich in Schale geworfen und liefen über den roten Teppich als das Blitzlichtgewitter der Paparazzi los ging – das aber wohl eher wegen Schauspielerin Iris Berben, Sternekoch Johann Lafer, Alt-Kanzler Gerhard Schröder oder Bundesaußenminister Steinmeier.

Jimmy bei der Preisverleihung
Jimmy bei der Preisverleihung
Aufgelockert durch Musik und Moderation wurden in über 3 Stunden die Preisträger geehrt. Großen Beifall bekam Jimmy als er in seiner Dankesrede auf die Tausenden von Wikipedianer in aller Welt verwies, die diese Auszeichnung für die “Mission der Aufklärung” möglich gemacht haben und die eigentlichen Preisträger sind.

Zur anschließenden Party kann ich nur sagen, dass mir die Wikipedia-Party am Abend zuvor besser gefallen hat. Vor allem, da ich viele außergewöhnliche und nette Menschen getroffen habe und die Wikipedia mehr und mehr ein Gesicht für mich bekommt.

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Magdeburg für Kurzentschlossene

Am 11.10.2008 findet in der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg der „1. Magdeburger Open-Source-Tag“ statt. Der Eintritt ist frei und es gibt ein volles Programm von 9.30 Uhr bis 18 Uhr. Thematisch ist der OS-Tag ziemlich breit gefächert: Es geht von IT-Sicherheit, Administration und Management über Freie Software, Neue Medien in der Weiterbildung bis hin zu Vorträgen und Workshops für Einsteiger und Anwender. Das Ziel des OS-Tages ist laut Veranstalter: „ …die Hacker- und Open-Source-Szene mit den Sozial- und Erziehungswissenschaften zusammenzubringen. So liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf E-Learning, Computer in der Schule und Wissensmanagement.“ (von der Website der Veranstalter).

Es wird Projektstände von Open-Source-Projekten und Unternehmen aus dem entsprechenden Umfeld geben und Vorträge und Workshops von Leuten aus Wirtschaft, Forschung und Lehre – und natürlich der Wikipedia! Wir sind mit einer bunten Mischung von Berliner, Hallenser, Hannoveraner und – man höre und staune – Pforzheimer Wikipedianern am Start und würden uns freuen, wenn der eine oder andere vobeischaut! 

Ein pdf mit allen Vorträgen und Workshops findet sich unter http://www.open-source-tag.de/programm/Programmtabelle-Open-Source-Tag-2008.pdf, die Website der Veranstalter unter http://open-source-tag.de/vorstellung/index.html.

Bis dann und see you there!

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Duesentrieb sagt hallo

Hallo erstmal – ich freue mich, dass sich Wikimedia Deutschland entschieden hat, mich als Programmierer anzustellen. Offiziell war am 1. Oktober mein erster Arbeitstag, so richtig losgehen wird es wohl morgen. Einige meiner neuen Kollegen konnte ich ja schon auf der Quadriga-Party kennenlernen, ich hoffe, wir werden gut zusammenarbeiten und ähnlich viel Spaß haben wie auf der Party.

Erstmal kurz zu mir: ich bin seit 2004  bei der Wikipedia dabei, seit 2005 arbeite ich an der MediaWiki software mit. Auch auf dem Toolserver bin ich schon lange aktiv, ich glaube, seit Anfang 2006. Den meisten bin ich wohl als Autor von Extensions wie CategoryTree und Gadgets bekannt, oder für Toolserver-Seiten wie CatScan. Ansonsten bin ich auch Admin in der Deutschsprachigen Wikipedia und auch auf Commons, nutze meine Adminrechte aber hauptsächlich für technische Dinge.

Ich werde immer wieder gefragt, was ich den nun eigentlich für Wikimedia genau machen werden. Nun, so ganz genau weiß ich das auch noch nicht, hoffe aber, mit kleinen Verbesserungen und neuen Werkzeugen die Wikipedia (und andere Wikimedia Projekte) noch nützlicher zu machen. Ich habe schon einige Ideen, und es werden mir auch immer wieder interessante Projekte angetragen. Natürlich werde ich nicht alles machen können, und schon gar nicht alles sofort, aber wenn ihr gute Ideen habt, schreibt sie mir auf meine Diskussionsseite (die ich ganz bald aufräumen und dann auch regelmäßig lesen werde, versprochen).

Ich bin sehr gespannt, was mich in den nächsten Monaten an Aufgaben erwartet, und hoffe, zumindest einige der Hoffnungen, die anscheinend in mich gesetzt werden, erfüllen zu können.

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