Archiv für Januar, 2008



Programm der re:publica’08 veröffentlicht

Der erste Programmentwurf der Konferenz re:publica 2008 steht, auch wenn nach und nach weitere Vorträge und Workshops dazu kommen werden; sogar während der Konferenz soll man sie noch einreichen können. Der vieldeutige Veranstaltungstitel lautet in diesem Jahr “Die kritische Masse”.

Fest steht schon, dass Malte Ziewitz einen Vortrag zu Wiki-Governance halten wird, Untertitel: “Selbstorganisation und Konfliktbewältigung auf kollaborativen Plattformen am Beispiel Wikipedias”. Auch unsere Leib-und-Magen-Juristen Till Jaeger und Thorsten Feldmann sind vor Ort und klären die Frage “Was dürfen wir bloggen?“. Und ich selbst werde mit Elmar Geese vom Linux-Verband und weiteren Teilnehmern zum Thema “Free Culture / Wir wählen die Freiheit” diskutieren.

Die Atmosphäre im letzten Jahr war klasse, und auch die Paneldiskussion zur “Zukunft der Wikipedia” hat, nicht zuletzt dank interessanter Fragen aus dem Publikum, viel Spaß gemacht (Fotos bei flickr). Sicher wird sich ein Besuch der Konferenz auch in diesem Jahr lohnen.

Die re:publica 2008 findet vom 2. bis 4. April in der Kalkscheune in Berlin-Mitte statt. Achja, und natürlich gibt es auch ein re:publica-Wiki.

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Mathematik. Alles was zählt.

Am vergangenen Mittwoch war es soweit. In der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG eröffnete Bundesministerin Annette Schavan das diesjährigeWissenschaftsjahr „Jahr der Mathematik“. Wie schon im vergangenen Jahr wird Wikimedia Deutschland auch diesmal wieder dabei sein – mit der dritten Wikipedia Academy in Deutschland. Nach der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (2006) und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur (2007) konnte in diesem Jahr die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften als Kooperationspartner gewonnen werden. Wikimedia-Vorstandsmitglied Frank Schulenburg dazu: „Wir sind überglücklich, dass wir die Academy erneut gemeinsam mit einem solch hochrangigen Partner ausrichten dürfen. Die Erwartungen sind groß und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“ Kurze Filmsequenzen von der Auftaktveranstaltung des Jahrs der Mathematik und erste Eindrücke vom Veranstaltungsort in der Nähe des Berliner Gendarmenmarkts bietet das folgende Video.

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Interview der c’t mit Jimmy Wales

Jimmy Wales hat der c’t ein Interview gegeben, in dem er über das Projekt Wikia Search und aktuelle Entwicklungen in der Foundation berichtet.

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Wikimedia Deutschland unterzeichnet Cape Town Open Education Declaration

Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Vorstand von Wikimedia Deutschland beschlossen, die Cape Town Open Education Declaration zu unterzeichnen. Diese Deklaration entstand bei einem kleinen Treffen von Aktivisten im Bereich Freie Bildung und Freies Wissen im September 2007, das vom Open Society Institute und der die Stiftung des Linux-Unternehmers Mark Shuttleworth in Kapstadt ausgerichtet wurde. Ziel des Treffens war es zu untersuchen, wie die verschiedenen Initiativen zusammenarbeiten können und damit eine bessere Wirkung erzielt werden kann. Die dort beschlossene Deklaration ist das erste konkrete Ergebnis dieses Prozesses. Zu den Erstunterzeichnern und Autoren der Deklaration gehören unter anderem die Organisatoren des Treffens, der Musiker Peter Gabriel, der Initiator des Internet Archive Brewster Kahle und der Gründer der Wikipedia Jimbo Wales.

Der Kern der Deklaration besteht aus den folgenden drei Punkten:

  • Lehrende, Schüler und Studenten werden ermuntert und aufgefordert Mitglieder der “Open Education”-Bewegung zu werden und freie Bildungsmaterialien zu erstellen, zu nutzen und weiterzuentwickeln.
  • Autoren und Verleger werden aufgefordert ihre Ressourcen frei zugänglich zu machen. Lizenzen sollen dabei so gestaltet werden, dass eine Weitergabe, Weiterentwicklung, Übersetzung und Veränderung der Inhalte möglich wird.
  • Regierungen, Universitäten, Schulen und Verwaltungen werden aufgefordert freie Bildungsmaterialien zu einem Thema mit Priorität zu machen. Bildungsmaterialien, die durch öffentliche Gelder geschaffen wurden, sollen grundsätzlich frei sein.

Die Deklaration wird als Ausgangspunkt einer breiten Bewegung für freie Bildungsinhalte und Freies Wissen gesehen und alle Interessierten werden eingeladen daran teilzunehmen und die Deklaration zu unterzeichnen. Der Vorstand von Wikimedia Deutschland ist der Meinung, dass die Ziele der Deklaration mit den Zielen und der bisherigen Tätigkeit des Vereins übereinstimmen und hat die Deklaration deshalb gestern unterzeichnet.

Weiterhin hat der Vorstand beschlossen, für die Wartung und den Betrieb des Toolservers 5000 € bis Ende 2008 bereitzustellen. Über die Rolle und die Aufgaben des Toolservers hatten wir in der Dezemberausgabe des Vereins-Newsletter ausführlich berichtet.

In einem weiteren Beschluss wurde der Etat für die Digitalisierung von gemeinfreien Werken durch das deutschsprachige Wikisource-Projekt bis Ende 2008 verlängert. Für Digitalisierungen stehen damit bis Ende diesen Jahres 1500 € bereit.

[Update 31.01.2008]

Kurt hat in den Kommentaren auf ein Video aufmerksam gemacht, in dem Mark Shuttleworth die Ziele der Deklaration und der Open-Education-Bewegung erläutert:

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Lagom, Semla und viel Aufbruchstimmung: Academy-Vorbereitungstreffen in Göteborg

Nachdem am vorletzten Wochenende ein Academy-Vorbereitungstreffen in Wrocław stattgefunden hatte, ging es am vergangenen Wochenende zu einem Treffen mit schwedischen Wikipedianern nach Göteborg. Wieder stand die Vorbereitung einer Wikipedia Academy auf dem Programm – der ersten in Skandinavien. Hier einige Eindrücke von meiner Reise nach Schweden.

Von Göttingen aus ging es zunächst mit dem ICE nach Hamburg, von dort aus mit einer kleinen zweimotorigen Propellermaschine des Typs ATR 42 weiter nach Göteborg. Am Flughafen Landvetter nahm mich Lennart Guldbrandsson (Användare:Hannibal) in Empfang, mit dem ich in den letzten Wochen intensiven E-Mail-Kontakt gehabt hatte. Lennart ist der Vorsitzende von Wikimedia Sverige, dem jüngsten Mitglied in der Familie der Wikimedia-Chapter. Wikimedia Sverige startete bei seiner Gründung im Oktober letzten Jahres mit über 80 Mitgliedern und gehört damit gleich von Beginn an zu den mitgliederstärksten nationalen Wikimedia-Sektionen.

Nachdem es aufgrund einer Orkanwarnung am Freitagabend noch so aussah, als würde das Arbeitstreffen am Samstag buchstäblich ins Wasser fallen, hatten wir dann doch sehr viel Glück. Der angekündigte Sturm fiel schwächer als erwartet aus und so konnten schließlich auch die auswärtigen schwedischen Wikipedianer sicher und wohlbehalten nach Göteborg gelangen.

Zum Auftakt fand am Samstagvormittag zunächst ein Stadtbummel durch Göteborg statt, bei dem wir zwar alle beinahe vom Wind weggeblasen wurden, der aber viel Raum für ein ausgiebiges Kennenlernen bot. Gegen Mittag versammelten sich dann zehn schwedische Wikipedianer in einem netten Restaurant im Zentrum Göteborgs – gespannt darauf, was es wohl mit dieser „Academy“ auf sich habe.

Die schwedische Wikipedia gehört mit über 270.000 Artikeln zu den größeren Sprachversionen, leidet aber laut Aussage der schwedischen Wikipedianer unter einem Mangel an Mitarbeitern. Die Community ist von vielen Teilnehmern aus der in Skandinavien traditionell starken Open-Source-Szene geprägt – die Aussicht auf die gezielte Anwerbung von Autoren auch aus anderen Fachbereichen ließ deshalb schon bald Begeisterung aufkommen. Damit war schon nach kurzer Zeit klar, dass eine Academy stattfinden solle – die Entscheidung über den genauen Termin und den Ort (im Gespräch sind vor allem die Traditionsuniversitäten Lund und Uppsala) soll aber nach einer Abstimmung mit der Community erst in den nächsten Wochen fallen.

Interessiert waren die schwedischen Wikipedianer vor allem an qualifizierten Antworten auf die Fragen, welche Fehler man bei der Organisation einer Academy vermeiden sollte und welches die genauen Rezepte seien, damit die Veranstaltung ein Erfolg wird. Darüberhinaus bestand großes Interesse an der deutschsprachigen Wikipedia im allgemeinen – gilt diese doch im Ausland generell als besonders qualitätsbewusst und innovativ.

Für mich persönlich war der Aufenthalt in Göteborg – wie schon das vorangegangene Wochenende in Polen auch – von großer Herzlichkeit und einem intensiven Gedankenaustausch geprägt. In langen Gesprächen mit Lennart lernte ich nicht nur viel über die schwedischen Wikimedia-Projekte, sondern auch einiges über Lagom, Semla und Snus. Mit etwas Glück könnte darüber hinaus auch meine langfristige Planung zur Finanzierung der afrikanischen Academy-Projekte zum Erfolg führen. Joakim Larsson, der zweite Vorsitzende des schwedischen Chapters ist aktives Mitglied der schwedischen Grünen und könnte vielleicht die für die Einwerbung von Geldern dringend benötigten Kontakte herstellen. Schließlich hat Schwedens Regierung schon in der Vergangenheit umfangreiche Mittel für Projekte in Afrika bereitgestellt.

Ein besonderer Erfolg für Wikimedia Sverige war die Tatsache, dass im Laufe des Treffens gleich drei der Teilnehmer spontan zu Mitgliedern wurden: zwei Schweden und ein Deutscher ;-) Ich bin mir sicher, dass dies nicht meine letzte Reise nach Schweden war…

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