Archiv für 2007



Freiwillige für Wikimedia-Fundraising gesucht

Das Fundraising ist einer der Kernbereiche für eine spendenbasierte Organisation wie Wikimedia Deutschland. Ob es um eine Erweiterung der Geschäftsstelle, um den Start neuer Projekte oder einfach nur um eine Absicherung des Status quo geht – immer ist das Wohl und Wehe von einer ausreichenden finanziellen Ausstattung abhängig. Deshalb wollen wir diesen Bereich jetzt professionalisieren und uns dazu externes Know-How ins Haus holen.

Heute nachmittag haben Arne und ich uns in unserer Geschäftsstelle mit Thomas Kreuzer, dem Geschäftsführer der in Frankfurt beheimateten Fundraising Akademie (http://www.fundraising-akademie.de) getroffen. Zunächst haben wir ihm einen Überblick über die organisatorischen Strukturen unseres Vereins, der Foundation und der Wikipedia-Community gegeben, um dann mit ihm gemeinsam zu beraten, welche Einnahme-Instrumente wir in 2008 gezielt weiterentwickeln wollen.

Geplant ist nun ein zweitägiges Seminar, das im Februar in unserer Frankfurter Geschäftsstelle stattfinden soll und bei dem wir gemeinsam mit zwei Referenten insbesondere die Bereiche

  • Aufbau eines Großspender-Fundraisings
  • Sponsoring von Wikimedia-Events

bearbeiten wollen. Von Seiten des Vereins haben neben Kurt, Arne und mir auch Sebastian und Lyzzy bereits Interesse signalisiert. Bei einer maximalen Teilnehmerzahl von sieben Personen sind damit noch zwei Plätze für engagierte Wikimedianer offen.

Als Termine stehen die Wochenenden vom 16./17. oder 23./24. Februar zur Auswahl. Wer Interesse daran hat, sich in diesem Bereich in Zukunft aktiv und dauerhaft zu engagieren, schickt möglichst bald und unter Angabe eines der beiden genannten Termine eine kurze, formlose Mail an info@wikimedia.de

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 von 5)
Loading...Loading...

Tintenfische für freies Wissen

Das ging fix: Vor wenigen Stunden hat der Systemadministrator Mark Bergsma im Amsterdamer Rechenzentrum 15 neue Server in Betrieb genommen, die den Europäern Zugang zu den Wikimedia-Projekten, allen voran der Wikipedia, sichern. Finanziert wurden sie aus den Spendeneinahmen des Wikimedia Deutschland e.V.

60.000 Euro haben die neuen Rechner gekostet, die als Zwischenspeicher (Cache Proxies/Squids = “Tintenfisch“) eingesetzt werden. Sie ergänzen die bereits bestehenden 15 Squid-Rechner, die ebenfalls von Wikimedia Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Da die neuen Maschinen bessere Leistungsdaten haben (Intel Xeon Dual-Core 2.0 Ghz, 16 GB Ram, 4×73 GB Disk 15000 RPM) konnten die bestehenden Kapazitäten mehr als verdoppelt werden.

Dies war auch dringend nötig: Die Zugriffe auf Wikimedia-Projekte steigen weiterhin an. Mit sieben Milliarden angezeigten Artikeln pro Monat müssen die Wikimedia-Server mehr als 50.000 Anfragen pro Sekunde (!) verkraften. Die bisherige Kapazität war nahezu erschöpft.

Infrastruktur Rechenzentrum Amsterdam
Übersicht über die Infrastruktur des Amsterdamer Rechenzentrums (Squids: unten rechts)

Weltweit sorgen 90 Squid-Proxies dafür, dass die Inhalte der Wikimedia-Projekte möglichst zügig ausgeliefert werden können. 10 Stück – gespendet von Yahoo! (2005) – stehen im Wikimedia-Rechenzentrum in Seoul und versorgen die asiatischen Nutzer. Unsere 30 Rechner in Amsterdam beliefern Europa, der Rest der Welt wird von 50 Squids aus den USA bedient.

Der allergrößte Teil der Nutzer greift unangemeldet auf die Seiten zu, so dass keine Verbindung zu einem Datenbankserver notwendig ist. Stattdessen wird aus dem Zwischenspeicher die letzte “statische” Version ausgeliefert. Dies entlastet die zentralen Datenbankserver ungemein. Alleine in Europa laufen 80-98 % aller Wikipedia-Zugriffe über die Amsterdamer Rechner. Ohne eine Zwischenspeicherung von Inhalten würde die Wikipedia unter den vielen Anfragen innerhalb weniger Sekunden zusammenbrechen.

PS: Momentan laufen nur 29 Server, da eines der neuen Geräte einen Defekt hat (vermutlich am Netzwerkinterface). Mark kümmert sich drum.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Alltag aus der Pressearbeit

12:30 Uhr: Mathias regt sich im Chat auf. Er ist gerade auf die Meldung “Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine” im Presseportal gestossen. In der per ots verteilten Vorabmeldung der Zeit steht Unsinn:

Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine

Hamburg (ots) – Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten. Google hatte die Einführung eines kostenlosen Internetlexikons angekündigt, das die Benutzer wie bei Wikipedia selbst zusammenstellen. [...]

Es folgen umgehend (unabhängig voneinander) Anrufe von Mathias und mir bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Welt. Während zuerst gemauert wird “Die Meldung wurde schon gesendet und eine Korrektur wird von uns nicht vorgenommen.” fordern wir umgehende Nachbesserung und weisen daraufhin, dass eine Vielzahl von Punkten schlichweg falsch sind – im besonderen die Aussagen “Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine” und “Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten.”

13:30 Uhr: Während die Zeit (sehr fix) eine Korrekturmeldung herausgibt, verbreitet sich die Falschinformation schnell in den verschiedensten Publikationen und wird auch von der dpa weiterverbreitet.

Wie so häufig besteht die Lösung für das Problem also nicht alleine darin, die Quelle zu korrigieren, sondern auch dafür zu Sorgen, dass sämtliche Drittverwerter ihre Beiträge korrigieren. Dies kann allerdings nicht vorrangig die Aufgabe von uns sein, sondern sollte von dem Verbreiter der Falschmeldung ausgehen. Viele Drittverwerter weigern sich auch, auf “Zuruf von außen” Texte zu korrigieren, die sie in dieser Form von Presseagenturen zugesendet bekommen haben. Hier kann nur der Versender direkt einwirken.

17:00 Uhr: Das Fazit: Bisher viel Arbeit und die Korrekturquote ist zum jetzigen Zeitpunkt noch “übersichtlich”.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...Loading...

Spiegel öffnet Archiv und bastelt Knowledge-Mashup

Der Spiegel hat heute angekündigt, sein bislang kostenpflichtiges Archiv zu öffnen und alle seit 1947 erschienenen Artikel kostenlos im Netz verfügbar zu machen. Alleine dies ist schon eine großartige Nachricht. Denn so können Spiegel-Beiträge wieder uneingeschränkt als weiterführende Links in Wikipedia-Artikeln angegeben werden. Viele dieser hilfreichen Verweise wurden entfernt, nachdem der Abruf der Inhalte kostenpflichtig geworden waren.

Aber der Spiegel geht noch weiter: Er kombiniert seine eigenen Inhalte mit denen Dritter, nämlich mit den Inhalten der Bertelsmann-Lexika und der deutschsprachigen Wikipedia. Ganz besonders freut mich daran, dass hier klassische Lexika und Wikipedia nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung verstanden werden. Denn auch wenn die Wikipedia immmer wieder gerne mit klassischen Enzyklopädien verglichen wird, so ist sie doch nicht nur der Versuch einer Kopie herkömmlicher Nachschlagewerke, sondern ihrem Wesen nach anders.

Künftig werden Internetnutzer nicht mehr mehrere Portale absuchen müssen, um sich die Vorteile dieser beiden Welten nutzbar zu machen. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass die Kombination aus Spiegel, Bertelsmann-Lexika und Wikipedia (Freunde des Neudeutschen würden das vermutlich Knowledge-Mashup nennen) für viele wissensdurstige Menschen schnell zu einem bevorzugten Startpunkt ihrer Online-Recherchen werden wird.

Disclaimer: Ich kenne das Vorhaben schon etwas länger, da Wikimedia Deutschland e.V. bei diesem Projekt als Partner involviert ist.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 3,00 von 5)
Loading...Loading...

Open Knowledge Foundation fordert freie Katalogdaten

Die Open Knowledge Foundation (OKF), eine Organisation, die sich ebenso wie Wikimedia Deutschland für Freies Wissen einsetzt, hat in Reaktion auf eine Studie der Library Of Congress (LOC) gefordert, dass bibliographische Daten aus Bibliothekskatalogen frei verfügbar und weiternutzbar gemacht werden sollen. Bislang sind die meisten Kataloge neben dem normalen Zugang nicht offen oder nur über eher unbekannte Programmierschnittstellen und Formate zugänglich.

Innerhalb der Wikimedia-Projekte gab es in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Diskussionen zur Einrichtung eines “Wiki-Katalogs” für Literatur- und Quellenangaben. Ein weiteres Experiment zur Wiki-basierten Erstellung eines Kataloges betreibt The Open Library. Gleichzeitig sammeln immer mehr Internetnutzer bibliographische Daten im Rahmen des Social-Cataloging selbst, zum Beispiel bei LibraryThing. Nicht selten wird dabei auch auf Daten aus Bibliothekskatalogen zurückgegriffen – dies ist jedoch meist nur über Umwege möglich und wird von Bibliotheken nicht aktiv gefördert. Kooperationen mit freien Projekten, wie die Zusammenarbeit der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) zur Verknüpfung von Personenartikeln in Wikipedia mit der Personennamendatei (PND) bilden bislang die Ausnahme oder bleiben in Ansätzen stecken.

Bibliotheken sollten deshalb ihre Katalogdaten offen weitergeben, damit freie Projekte wie die Wikipedia sie effektiv weiternutzen können.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...

Impressionen

In Bild und Wort hatten wir ja schon über die neue Geschäftsstelle und das Treffen mit den Vertretern der Foundation berichtet. Frank hat sich aber nicht davon abhalten lassen auch ein paar bewegte Bilder auf Festplatte zu bannen. Und als Zugabe gibt es ein paar Statements von Vorstandsmitgliedern und unserem Geschäftsführer.

Aber ein klein wenig muss Frank als Videoreporter noch üben. Dass ich in dem Video mit leicht zersausten Haaren auftauche, erhöht meine Seriosität nicht wirklich ;-)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...

Newsletter Dezember

Soeben wurde der aktuelle Newsletter versendet. Leider hat sich dieser Newsletter, der ursprünglich für Anfang November geplant war, aus diversen Gründen etwas verzögert. Auch wenn etwas später, wünsche ich allen Interessierten eine schöne Lektüre. Für alle, die gerade keinen Zugriff auf ihr Mailkonto haben, hier der Newsletter zum Download: Newsletter Dezember 2007 (PDF). Der nächste Newsletter wird dann Anfang 2008 erscheinen.

PS: Die Kommentarfunktion in diesem Blog funktioniert jetzt auch ohne Anmeldung.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...

Verein meets Foundation

Am Freitag fand ein Treffen zwischen Vertretern der Foundation und von Wikimedia Deutschland statt. Ziel des Treffens war insbesondere der neuen Geschäftsführerin der Foundation Sue Gardner einen Eindruck von der Arbeit des Vereins zu geben und über die zukünftige Zusammenarbeit zu diskutieren. Von Seiten des Vereins waren Kurt Jansson, Frank Schulenburg, Arne Klempert, Sebastian Moleski und Michail Jungierek anwesend. Als Vertreter der Foundation gaben sich die Ehre die Vorsitzende des Boards der Foundation Florence Nibart-Devouard, die Board-Mitglieder Frieda Brioschi und Jan-Bart de Vreede, die Geschäftsführerin Sue Gardner und die Chapters Koordinatorin der Foundation Delphine Ménard. In einer ca. einstündigen Präsentation haben wir den Verein, die Gründe für seine Gründung, seine Aktivitäten und Erfolge vorgestellt.

Am Abend hat Sue Gardner dann Torsten Kleinz getroffen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Geschäftsstelle ist umgezogen

Seit einer Woche befindet sich die Geschäftsstelle des Vereins in neuen Räumen. Auch wenn bisher nur ein Raum gemietet wurde, bietet die neue Umgebung eine wesentlich bessere Infrastruktur (für einen Verein der einem Internetprojekt freundschaftlich verbunden ist, ist z.B. eine schnelle und stabile Internetverbindung von Vorteil) und auch die Möglichkeit weitere Räume bei Bedarf anzumieten.

Hier die neue Adresse:

Wikimedia Deutschland e.V.
Rödelheimer Bahnweg 31
60489 Frankfurt/Main

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...

Blog

Da ist er nun der Blog von Wikimedia Deutschland. Hier sollen in Zukunft Nachrichten, Berichte, Neuigkeiten, Meinungen und Analysen rund um den Verein veröffentlicht werden. Der Blog ist offen für alle Vereinsmitglieder, die etwas über ihre Vereinstätigkeit berichten möchten. Für einen Zugang richtet bitte eine Mail an michail.jungierek@wikimedia.de.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...